Maike Albath - Trauer und Licht
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In ganz Italien erregte damals kein Verbrechen mehr Aufsehen als dieser Mord, sämtliche Zeitungen brachten Reportagen, auch im Ausland fand der Fall Resonanz. Im Hause Tomasi di Lampedusa war man entsetzt und fürchtete um den Ruf der gesamten Familie. Die Florios gaben viel Geld für eine Pressekampagne aus und ließen Artikel schreiben, in denen Giulia als unschuldige Verführte dastand. Es nützte nichts. Allein die Überführung des Leichnams löste Massenaufläufe aus, halb Sizilien stand an den Bahngleisen. Tomasis Mutter Beatrice wurde als Zeugin zum Prozess geladen. Auch die Briefe des Liebespaares waren delikat und voller Details über das Leben am Hof. In Palermo war man durchaus schadenfroh: Bice und ihre Schwestern galten als viel zu modern erzogen, zu viele Bücher, zu wenig Kirche, Clementina, Giulias Tochter, wild wie ein Junge. Und nun das. Die Familie entschied, eine Zeitlang aus Palermo fortzugehen. Eine Cholera-Epidemie, so lautete der offizielle Vorwand. Nach dem Sommer in der Toskana ließen sich Giuseppes Eltern in Rom nieder, wo er den Herbst über zur Schule ging. Als sie Ende des Jahres nach Palermo zurückkehrten, war alles anders. Bälle, Abendessen, Wechsel der Garderobe zu jeder Mahlzeit, Gäste von morgens bis abends: vorbei. Beatrice führte kein Gesellschaftsleben mehr, nur Verwandte wurden noch empfangen.
Auf den damals fünfzehnjährigen Giuseppe Tomasi muss diese Affäre, so sehr sich seine Eltern Mühe gaben, ihn zu schonen, starken Eindruck gemacht haben. In Palermo ging er noch drei Jahre auf das humanistische Gymnasium Garibaldi, wo er 1914 Abitur machte. Seine große Leidenschaft waren Literatur und Geschichte, aber sein Vater votierte für Jura, das typische Fach der süditalienischen Adligen. Gearbeitet hatte in der Familie kaum jemand, das Einzige, was für einen Aristokraten überhaupt in Betracht kam, war der diplomatische Dienst. Dort war bereits Giuseppes Onkel Pietro beschäftigt, der Einzige in der Familie, der je einem Beruf nachging. »Was Giuseppe genau an der Universität getrieben hat, ist unklar«, lacht Gioacchino. »Irgendwann war er wohl für Jura eingeschrieben, vielleicht in Turin, dann auch in Rom. Prüfungen hat er nie gemacht. 1915 war es dann ohnehin vorbei. Giuseppe wurde zum Militärdienst eingezogen.« Auch da wurde er privilegiert behandelt, weil er sich die Zahlung von 1500 Lire leisten konnte, um in der Nähe seines Wohnorts bleiben zu können. Nur seine Mutter war entsetzt. Zuerst war er in Messina, später trat er in Turin die Ausbildung zum Reserveoffizier an, wurde zum Leutnant der Reserve befördert und kam im September 1917 an die Front nach Caporetto, wo er leicht verletzt wurde und in Kriegsgefangenschaft geriet. Auch das war keine schlimme Erfahrung, die außerdem durch regelmäßige Postsendungen aus Sizilien abgefedert wurde. Sogar eine komplette Tennisausrüstung traf ein. Seine Mutter schrieb ihm mehrmals die Woche. Ob er sich warm anziehe? Die Erkältung abgeklungen sei? Weshalb er nicht antworte? Immer noch pflegte sie die Angewohnheit, ihn mit weiblichen Kosenamen zu überhäufen: »Pony, meine Liebe und Gute«, »Ponuzza, meine Süße« und »Meine Schöne« begannen die Briefe an den Soldaten.
Zerfließende Zuneigung der Mutter auf der einen Seite, die Ermordung der Tante auf der anderen – für einen Zwanzigjährigen, der Frauen gerade erst entdeckte, nicht die besten Voraussetzungen. Ab 1920 glitt Giuseppe in eine tiefe Apathie, tat so, als studiere er weiter, vagabundierte in Wirklichkeit zwischen Rom, Genua und Turin hin und her, knapp bei Kasse und beschäftigungslos. Häufig verreiste er auch mit seiner Mutter. Auf Fotos sieht man einen teigigen Mann mit hervorstehenden Augen im Anzug, der trotz seiner Jugend etwas Ältliches ausstrahlt. Er litt unter Schlaflosigkeit und Albträumen, verbrachte ganze Monate im Bett. Was damals mit dem Begriff »nervöse Erschöpfung« bezeichnet wurde, war zweifellos eine handfeste Depression. Tatsächlich suchte er in Begleitung der Mutter Rat bei Professor Pescarolo in Turin, dessen Therapie darin bestand, möglichst viel zu essen. Am 22. September 1921 schreibt Bice an ihre Nichte Giovanna Piccolo: »Mein liebe Nichte, wir sind noch in Torre Pellice geblieben, weil es hier um diese Jahreszeit besonders schön wird. Obwohl wir drei Tage Nebel hatten, ist die Landschaft herrlich! […] Mein Giuseppe ist reichlich fett geworden, ich werde ihn noch einmal von Pescarolo untersuchen lassen, um zu erfahren, ob er nun weiterstudieren kann oder nicht. Ich habe auch anderthalb Kilo zugenommen. Pescarolo will, dass man dick ist, nur so könne es einem gut gehen, er weist an, sich vollzustopfen mit Roggenbrot und Butter. […] Giuseppe est aux petits soins mit einer herrlichen Turinerin. Liebste Küsse, Tante Beatrice«.
Man kann sich das Dilemma des jungen Mannes vorstellen: An der Universität gescheitert, die Mutter im Nacken, regelrecht gemästet, auch in Liebesdingen fortwährend unter Kuratel. Auf den Meldezetteln der Hotels vermerkte er als Beruf »Grundbesitzer«. Seine Familie war enttäuscht, denn für den einzigen Sohn der Lampedusas hätte sich zumindest ein Juraexamen plus Diplomatenposten gehört, wobei ihn sein Onkel Pietro hätte unterstützen können. Zuhause in Palermo, ließ Giuseppe Bälle und Empfänge an sich vorüberziehen, während er am Türpfosten lehnte. Kein Wunder, dass man ihn als »Säule des Herkules« titulierte. Sich nicht zu amüsieren und wenigstens pro forma einer der jungen Adligen den Hof zu machen war in Palermo eine Provokation. War er schwul? Impotent? Schlimmeres? »Später ging er jahrelang auf Reisen, besuchte seinen Onkel in London, hielt sich an verschiedenen Orten in Italien auf«, erzählt Gioacchino. »Seien wir ehrlich. Er tat nichts.« Wir durchqueren noch einmal den riesigen Ballsaal und betreten Tomasis Bibliothek. Bücherschränke aus Mahagoni reichen bis unter die Decke. »Es ist merkwürdig«, sagt Gioacchino Lanza. »Seine Beziehung zur äußeren Welt vermittelte sich über literarische Werke. Gleichzeitig war er vor allem interessiert an Klatsch. Er war eine Art Saint-Simon, er passte gar nicht mehr in die damalige Welt. In dieser Bibliothek hier gibt es Erinnerungen von Botschaftern, Briefwechsel von Königen mit ihren Geliebten, solche Sachen. Das faszinierte ihn unendlich.« Biographien waren seine große Leidenschaft, vielleicht, weil sein Leben selbst nur so verzögert an Schwung gewann. Giuseppe las aber auch vieles andere, möglichst in der Originalsprache: Thackeray, Yeats, Chesterton, Pepys und Carlyle, dann Paul Morand und Hugo. In einem Heft notierte er Zitate.
Ab 1925 erweiterte sich sein Radius: Er reiste nach Paris und ließ seine Cousins Casimiro und Lucio Piccolo regelmäßig an seinen Erlebnissen teilhaben. Il mostro lautete seine Unterschrift, das Monstrum, ein Spitzname, den ihm die beiden Brüder verpasst hatten, auf Italienisch aber auch eine Bezeichnung für außerordentlich gebildete Personen. Lucio und Casimiro, beide mindestens ebenso belesen wie Giuseppe, waren selbst spezielle Charaktere. Casimiro, eigentlich Maler, an der Kunstakademie von München ausgebildet und eine äußerst elegante Erscheinung, litt seit dem Tod seiner Verlobten durch Tuberkulose unter einem Waschzwang. Er hatte panische Angst vor Bakterien, desinfizierte sich nach jeder Begrüßung die Hände mit Alkohol, hielt im Salon meterweit Abstand, nahm die Mahlzeiten möglichst weit entfernt von seinen Tischgenossen am anderen Ende des Esszimmers ein und zog seinen Stuhl mithilfe der Füße heran, um ja nicht die Tischplatte oder den Stuhl mit den Händen zu berühren. Der Vater Giuseppe Piccolo di Calanovella war mit einer Schauspielerin verschwunden und hatte seine Familie im Stich gelassen. Vielleicht bestärkte das seine Söhne in ihrem Glauben an übersinnliche Phänomene. Casimiro malte ausschließlich Gespenster-Bilder. Und Lucio, klein und bemerkenswert hässlich, war von der Existenz von Elfen, Zwergen, Kobolden und Geistern überzeugt, vermutete ganze Heerscharen im Garten der Familienvilla und fütterte sie regelmäßig mit Süßigkeiten. Zwischen 1919 und 1924 hatte er sich sogar mit W. B. Yeats darüber ausgetauscht: Wie sich Elfen in Irland verhielten, was es mit der Sekte »Golden Dawn« auf sich habe. Lucio hielt regelmäßig spiritistische Sitzungen ab und trat mit den Seelen lange verstorbener Hunde in Verbindung. Nebenbei schrieb er Gedichte. Auch er war hochgebildet, Altgriechisch, Latein, Mathematik, Astronomie, alles war ihm geläufig. Ihm stand Giuseppe am nächsten, die beiden wetteiferten mit ihrem literarischen Wissen, deklamierten Keats im Original – mit sizilianischem Akzent, versteht sich – und schrieben sich Briefe voller Anspielungen. Als unersättlicher Leser der angelsächsischen Literatur war Giuseppe Tomasi berüchtigt für seine wicked jokes , scharfzüngige Witze, wie er sie von Laurence Sterne kannte. »In seinem Tagebuch schreibt er, wenn ich nicht jeden Tag einen wicked joke erfinde, was soll ich dann machen, mich erschießen?«, erzählt Gioacchino, der sich gut an Lampedusas Zweck-Fatalismus erinnert. »Als wir uns anfreundeten, war seine Lage verzweifelt. Er besaß gar nichts mehr, keine Lira, und konnte seine Kredite nicht mehr bedienen. He was broke.« In den Briefen an die Cousins aus den zwanziger Jahren haben seine Sprüche eher ranzigen Pennälercharakter. Casimiro und Lucio sollten niemals heiraten. Damit der Titel nicht verlorenging – immer die größte Sorge in diesen Familien – zeugte Lucio mit einer Bäuerin einen Nachkommen, den er anerkannte.
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