Maike Albath - Trauer und Licht

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Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre ­brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

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IM BALLSAAL

Angelica betritt das Parkett

Sie ist höchstens siebzehn Jahre alt und bewegt sich mit großer Selbstverständlichkeit zwischen den kostbaren Möbeln im Palazzo Ponteleone in Palermo, umringt von jungen Fürsten, die um eine Mazurka, eine Polka, einen Walzer betteln, aber ihr Carnet ist längst gefüllt, jeder Tanz vergeben. Die dunkelhaarige Angelica, von florentinischen Nonnen erzogen und von ihrem Verlobten Tancredi mit dem letzten Schliff versehen, zieht mit ihrer rosafarbenen Robe, den prächtigen weißen Schultern, dem zarten Hals, dem »Strahlenglanz ihrer Augen« und dem »Erdbeermund« alle Blicke auf sich. Giuseppe Tomasi di Lampedusa bringt seine Heldin in Stellung, schließlich steht ihr Großes bevor. Tancredis Onkel Don Fabrizio Salina nutzt den wichtigsten Ball der Wintersaison 1862, um seine zukünftige Nichte in die Gesellschaft einzuführen. Das ist nicht ohne Risiko, denn Angelica kommt aus einer Familie, die mitnichten der Heiratspolitik sizilianischer Adliger entspricht: Zwar ist sie die Tochter des unermesslich reichen Don Calogero Sedára aus dem Landesinneren von Don Fabrizios Lehnsbesitz Donnafugata. Aber ihr Großvater trug noch den Spitznamen Peppe ’Mmerda, Scheiß-Peppe, so ungehobelt war er. Und ihre Mutter kann weder lesen noch schreiben. Doch das florentinische Pensionat hat bei Angelica vieles wettgemacht. Den Rest erledigt ihre ehrfurchtgebietende Schönheit. Als Angelica den Onkel zu einem Tanz überredet und der groß gewachsene Fürst mit ihr das Parkett betritt und sie in einem Walzer durch den Saal schwenkt, halten alle anderen Gäste inne.

Die Ballszene ist nur einer der vielen Höhepunkte des posthum erschienenen Romans Der Leopard , in dem es um den sozialen Aufstieg einer neuen gesellschaftlichen Klasse und den Niedergang der alten Elite geht. Und darum, wie der junge Tancredi inmitten des Umbruchs die sich ändernden Machtverhältnisse für sich nutzt. Don Fabrizio, der sich auf Sternenkonstellationen versteht und astronomische Studien betreibt, befördert zwar die Verlobung seines Neffen, will aber den politischen Wandel nach der Einigung von 1860 nicht mitgestalten. Tomasi bietet alle erzählerischen Mittel auf, um den Lebensstil der Aristokratie angemessen in Szene zu setzen. Weil das exorbitante Fest im Palazzo Ponteleone in der Verfilmung von Luchino Visconti dreißig Minuten dauert und den Schlussakkord bildet, wurde es für viele zur Signatur der Familiengeschichte. Noch berühmter ist allerdings Tancredis nüchterne Feststellung »Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann muss sich alles ändern« – man spricht vom gattopardismo , meint damit das passive Beharren auf den Gegebenheiten bei oberflächlichem Aktionismus, zitiert den Satz allenthalben, wenn es um Italien geht, ohne allerdings den Zusammenhang zu bedenken. Auch Giuseppe Tomasi di Lampedusas Charakterisierung des nassforschen jungen Mannes wird außer Acht gelassen; häufig schreibt man die Äußerung sogar dem Fürsten selbst zu. Der Roman, der auf abenteuerliche Weise in die italienische Öffentlichkeit gelangte, kam im November 1958 heraus und wurde zu einem literarischen Ereignis. Niemand wäre je auf den Gedanken gekommen, dass ausgerechnet dieser schüchterne Müßiggänger ein Buch schreiben würde. Sein Familienhintergrund ließ alles andere vermuten als künstlerische Ambitionen. Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Herzog von Palma, Baron von Montechiaro, Baron von Falconieri, wohnhaft in der Via Butera in einem baufälligen Palazzo – ein Schriftsteller? Seinen Erfolg hat er nicht mehr erlebt. Zwölf Auflagen im ersten Jahr, 70.000 verkaufte Exemplare, eine Fülle von Auslandslizenzen. Ein Komet, aber mit seinem Stil ein Fremdkörper im Panorama der Nachkriegsliteratur, die noch mit der Aufarbeitung des Faschismus, den Partisanenkämpfen und der Industrialisierung befasst war und mit spröden, knappen Erzählformen operierte. Als viel zu traditionalistisch und opulent war das Manuskript von dem Turiner Verlagshaus Einaudi abgelehnt worden, und nun galt der Roman nach wenigen Monaten als ein Werk von Weltrang. Wie schon im 19. Jahrhundert probierte man ausgerechnet in Sizilien eine andere Art der Wirklichkeitsbetrachtung aus.

DER GLANZ VON PALERMO

Im Palast des Leoparden

In seiner Mitte wirkt Palermo geordnet und voller Licht. Geschwungene und gerade Linien im Wechsel, sizilianischer Barock, am Ende der Straßenfluchten sieht man den blauen Schattenriss des Monte Pellegrino. Teatro del sole wird der achteckige Platz Quattro Canti in Stadtchroniken auch genannt. Tatsächlich hat der Sonneneinfall den Effekt eines Bühnenscheinwerfers: Den ganzen Tag über liegt eines der vier symmetrischen Eckgebäude im Licht. Ein Brautpaar posiert mit konzentriertem Lächeln vor den Rosetten und Girlanden der halbrunden gelblichen Fassaden, die mit Springbrunnen, Säulen, Statuen und Wappen bestückt sind. Das bauschige Kleid setzt die Ornamente fort und sieht ein paar Sekunden lang aus wie aus Stein. Von den Brunnen und Häusern blicken allegorische Figuren der vier Jahreszeiten auf die Piazza, in der Etage darüber stehen die spanischen Könige in einer Nische und zuoberst die Schutzheiligen der Stadtviertel. Man fühlt sich gut bewacht. Die Quattro Canti sind ein Knotenpunkt. Hier kreuzen sich die alte Straße Kassaro, die längst Via Vittorio Emanuele heißt und vom Meer bis zum Normannenpalast führt, und die Via Maqueda, hinter deren einem Ende sich der Markt Ballarò befindet, während am anderen Ende das Teatro Massimo liegt. Die Palermitaner mögen Prunk; das Vorbild für die Quattro Canti, die zwischen 1608 und 1620 von einem florentinischen Architekten erbaut wurden, war der römische Platz Quattro Fontane, aber Palermo übertraf das Original. Bis vor wenigen Jahren bekam man hier nach fünf Minuten wegen des Verkehrs einen Hustenreiz und flüchtete sich in die Buchhandlung Dante, die heute ein Restaurant beherbergt, oder kaufte eine Krawatte bei dem alteingesessenen Herrenausstatter schräg gegenüber. Oder man ging gleich weiter zur Piazza Pretoria, den alle nur unter dem Namen Piazza della vergogna kennen, den Platz der Scham, wegen der vielen nackten Marmorstatuen rund um den Brunnen so genannt. Ursprünglich 1554 für den Garten eines Privatmannes in Florenz entstanden, wurde das Bauwerk an die Stadt Palermo verscherbelt. Goethe konnte den Brunnen mit seinen 48 Skulpturen, inklusive Pferdekopf, Ochse und Schwan, gar nicht leiden, viel zu verspielt und verrückt, Eigenschaften, die er den Sizilianern mehrfach unterschob. Es gibt einen Durchgang zur Piazza Bellini mit ihren Kirchen: die Theatinerkirche, gegenüber die rotbemützte San Cataldo und daneben La Martorana, Schichtungen von normannischarabisch-byzantinisch-christlichen Einflüssen. Palmen ragen neben dem Kirchturm in die Höhe, und plötzlich ist Afrika gar nicht weit weg. Jeden Donnerstag treffen sich neuerdings Volkstanzgruppen auf dem Platz. Gegen 22 Uhr stellen sie einen kleinen Lautsprecher auf oder bringen Instrumente mit, und dann drehen sich mit einem Mal fünfzehn oder zwanzig Paare im Kreis. Wie weggewischt ist die bedrückende Atmosphäre aus den achtziger und neunziger Jahren, als sich an den Quattro Canti die beiden Hauptverkehrsachsen kreuzten und abends kaum jemand auf den Straßen unterwegs war. Die Mafiamorde, die zerborstenen Autos, die Blutlachen und die Leichname, von weißen Laken notdürftig abgedeckt. Jetzt ist die Piazza Sant’Anna gleich hinter der Piazza Bellini jeden Abend von Studenten und Schülern bevölkert, Lokal reiht sich an Lokal. Die Schließung der Kreuzung an den Quattro Canti wurde 2014 vom Gemeinderat angeordnet. Es ist viel passiert. Die normannisch-arabischen Bauwerke gehören seit 2015 zum Unesco-Weltkulturerbe, die Touristen haben sich vervielfacht und drohen das Wilde der Stadt zu verdrängen. Palermo schwankt zwischen Bewahrung der Kulturdenkmäler, Disneyfizierung und einem Zug ins Urtümliche, der allen globalisierenden Tendenzen widersteht und den man vor allem in Stadtvierteln wie der Zisa, der Kalsa und auf dem Ballarò spürt.

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