Maike Albath - Trauer und Licht

Здесь есть возможность читать онлайн «Maike Albath - Trauer und Licht» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Trauer und Licht: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Trauer und Licht»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre ­brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

Trauer und Licht — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Trauer und Licht», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Als in Europa der Zweite Weltkrieg ausbrach, waren Giuseppes Sympathien für den Duce seit langem abgeklungen und sein Pessimismus kaum zu überbieten: Die sizilianische Aristokratie hielt er für dumm, das Bürgertum für geldgierig, die Bauern für gewalttätig. Hitler war ihm ein Grauen. Dass Italien ausgerechnet seinem geliebten England den Krieg erklärte, fand er absurd. 1939 wurde er für drei Monate zu einem Offizierslehrgang einberufen, dann aber wieder beurlaubt. Er saß in der Bibliothek herum und langweilte sich. In den Briefen, die das Ehepaar wechselte, ging es ausführlich um den Cockerspaniel Crab und dessen Speiseplan, aber auch um die Erbstreitigkeiten: »Des entrevues et des réunions parteilles et générales avec tous les héritiers which are a smart remarkable assembly of people, one-third fools, one-third lunatics, anche the rest of them rascals«, schrieb er in dem typischen mehrsprachigen Duktus, den die beiden pflegten. Unterdessen änderten sich die politischen Verhältnisse: Der Hitler-Stalin-Pakt erlaubte der Sowjetunion den Zugriff auf Lettland. Nach dem Überfall der Deutschen auf Polen kam es zu einem Aussiedlungsvertrag – die Deutsch-Balten mussten Lettland verlassen. Gegen Ende des Jahres 1939 verbarg Licy ihre Chippendale-Möbel und den Sekretär beim Gärtner unter Lumpen und versteckte ihre Gemälde beim Kutscher. Spiegel und Konsolen wurden im Heuschober verstaut, das Silber verschifft. Sie wollte nach Riga: »Alle fliehen ohne Ausnahme, mit zwei Handkoffern. In zehn Tagen wird es hier keinen Arzt mehr geben, keinen Rechtsanwalt. Die Pastoren gehen fort und verlassen unsere alten lettischen Kirchen.« Bei ihrem Abschied tröstete sie ihre weinenden Dienstboten und versicherte, wiederzukommen, was ihr nur noch einmal gelingen sollte: 1942 biwakierte sie für einen Besuch in einem Zelt vor dem geplünderten Schloss, Lettland war mittlerweile von den Deutschen besetzt. Licy mochte die Nazis nicht, aber die Bolschewisten, die ihr Stomersee nahmen, fand sie noch schlimmer. Giuseppe sah Mussolinis außenpolitische Gebaren mit Abscheu: »Man möchte auf seinen Pass spucken, der einen als Mensch ausweist«, schrieb er 1943 seiner Frau.

Schon 1940 hatten die alliierten Bombenangriffe auf Palermo begonnen. Man wollte die Materiallieferungen für die italienischen und deutschen Truppen nach Afrika unterbinden. 1942 spitzte sich die Lage zu, denn Sizilien bot den englischen und amerikanischen Truppen die Möglichkeit, die Wehrmacht an einer Seitenflanke anzugreifen. Es wurde gefährlich, und Giuseppe reiste mit seiner Mutter nach Capo d’Orlando zu seinen Cousins. In der Familie Piccolo herrschte keine finanzielle Not, im Unterschied zu seinen Eltern verstand sich seine Tante, von Giuseppes Mutter verächtlich »die Bäuerin« genannt, auf die Bewirtschaftung ihrer Besitztümer und verdiente viel Geld mit dem Anbau von Zitronen. In ihrem Haushalt lebte man mitten im Krieg, als in vielen Teilen der Insel Hunger herrschte und es häufig nur Orangen gab, auf großem Fuß. Die Tante legte Wert auf gutes Essen und beschäftigte eine hervorragende Köchin. Ostern 1942 schilderte Giuseppe seiner Frau das Festmahl, das aus Lasagne, vol-au-vent mit Languste, panierten Koteletts mit Kartoffeln, Erbsen und Schinken bestand, und zum Nachtisch gab es eine köstliche Torte nach einem Rezept von Escoffier aus Blätterteig, Sahne und kandierten Kirschen. Weil die Lage in Palermo immer unsicherer wurde, mietete er für seine Bücher und Möbel ein Haus in der Nähe von Capo d’Orlando.

Als Giuseppe am 7. April 1943 dann wieder mit dem Zug in Palermo eintraf und zur Via Lampedusa ging, traute er seinen Augen nicht. Das Dach, die Treppen, große Teile des ersten Stockwerks, die Außenmauer: von einer Bombe zertrümmert. Den Palazzo Lampedusa gab es nicht mehr. Er war fassungslos, schaffte es gerade noch auf eine Polizeistation und bat um Bewachung, dann packte er ein Paar Pantoffeln und Licys Fischotternpelz in eine Tasche und machte sich zu Fuß zu einem Verwandten nach Bagheria auf, wo er drei Tage vollkommen verwirrt neben der Feuerstelle hockte, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Es hatte dem Fürsten die Sprache verschlagen. Ein dramatischerer Angriff auf seine Identität war nicht vorstellbar, denn der Palazzo barg alles, was ihn ausmachte: nicht nur die Gegenwart, auch die Vergangenheit und die Geschichte seiner Familie. Die Bibliothek, sämtliche Bilder, die Möbel und das Porzellan waren mit Bedeutung aufgeladen. Es war, als hätte man ihm beide Beine abgehackt. Am 9. April schreibt er an Licy: »Muri, ma très chère Muri, ich schreibe Dir in großer Eile und im Zustand äußerster Trauer. Unser armes altes, liebes Haus hat am vergangenen Montag, dem 5. April, sehr schwere Verwundungen davongetragen. Die Treppe gibt es nicht mehr; der Trocchetto, der grüne und der gelbe Salon wurden ebenfalls sehr schwer getroffen. Du kannst Dir vorstellen, wie mir zumute war, als ich mich vergangenen Mittwoch nichtsahnend dorthin begab, und dann dieser fürchterliche Anblick. Ich kam nicht mehr hinein, da die Treppe nicht mehr vorhanden war und die Trümmer (ungefähr zwei Stockwerke hoch) den Übergang zur Dienstbotentreppe versperrten.« Ohne diesen Verlust wäre sein Roman Der Leopard vermutlich nie entstanden. Die Zerstörung des Palazzo, den Giuseppe Tomasi als Speicher seines Gedächtnisses empfand, war die Voraussetzung für seine schriftstellerische Arbeit. Nur durch den Akt der Erinnerung ließ sich der Verlust ausgleichen.

Licy begriff, wie verunsichernd dieses Ereignis auf ihren Mann gewirkt haben musste, und nachdem auch noch das angemietete Haus zerstört worden war, reiste sie unter großen Widrigkeiten an. Am 10. Juli landeten die Alliierten in Sizilien, die Befreiung der Insel ging schnell vonstatten. Weil Capo d’Orlando umkämpft war, setzte sich die kleine Familie etwas weiter südlich in einen Ort namens Ficarra ab. Unter dem Druck der Verhältnisse klappte es jetzt sogar zu dritt, zumindest eine Zeitlang. Nach dem Waffenstillstand im September 1943, der de facto eine Kapitulation Italiens war, kehrte das Ehepaar nach Palermo zurück und mietete sich einige Zimmer an der Piazza Castelnuovo. Als die Amerikaner nach unbescholtenen Persönlichkeiten suchten, empfahl sein Schwiegervater, der Botschafter a. D. Pietro Torretta, Giuseppe Tomasi di Lampedusa für die Leitung des Roten Kreuzes, die er dann eine Zeitlang übernahm. Zum ersten Mal in seinem Leben eine geregelte Beschäftigung! Aber die Aufgabe war kompliziert, auch weil die Amerikaner zahlreiche Mafiosi als Bürgermeister eingesetzt hatten. Schon nach anderthalb Jahren gab Giuseppe auf. Er war immer noch mit dem Elternhaus befasst, am Ende ließ sich doch einiges retten aus dem Palazzo, und seine Mutter bestand 1946 darauf, in den letzten beiden unzerstörten Zimmern zu wohnen. Als nach dem Referendum im Juni über die zukünftige italienische Regierungsform, bei dem erstmals auch Frauen Wahlrecht hatten, die Monarchie zugunsten der Republik mit 54,3 Prozent der Stimmen abgeschafft wurde, verstand Beatrice die Welt endgültig nicht mehr: Jetzt sei sie eine nullità , ein Nichts, irgendeine beliebige Signora, beschwerte sie sich bei der Portiersfrau. 1946 starb sie. Giuseppe verkaufte die Ruine, und wie durch ein Wunder lösten sich auf einmal die Erbstreitigkeiten, er konnte den Palazzo Benso in der Via Butera erwerben, den heutigen Palazzo Lanza Tomasi, in dem jetzt sein Erbe verwaltet wird. Auf der Meeresseite lagen damals meterhoch die Trümmer, in denen Prostituierte ihre Kundschaft empfingen.

JUNGE DICHTER IM THERMALBAD

»Natürlich reist man mit einem Diener! Wer tut das nicht? Ein Diener in Livree ist doch das mindeste!«, ruft Boris Biancheri aus, mit dem wir uns in Erzählungen über die Gepflogenheiten der sizilianischen Aristokratie verloren haben. Tatsächlich kam es im Juli 1954 zu einer folgenschweren Reise seines Onkels. Mit Diener. Das Ziel war ein Ort, der vor allem für sein Mineralwasser bekannt ist, San Pellegrino Terme, in der Nähe von Bergamo gelegen – von Sizilien aus betrachtet wie auf einem anderen Stern. »Sein Cousin Lucio Piccolo musste zu diesem Symposium fahren, bei dem es um seine Gedichte gehen sollte, und er hatte Sizilien selten verlassen. Also bat er meinen Onkel, der ein Weltbürger war und Frankreich, Deutschland und England kannte, ihn zu begleiten. Die Ankunft dieser drei sizilianischen Herren auf einem Literaturkongress, ein Lyriker, der sich von seinem Cousin begleiten ließ und noch einen Diener im Gefolge hatte, muss etwas Außergewöhnliches gewesen sein. Giuseppe hat diese Erfahrung sicherlich angeregt, kurz darauf begann er nämlich mit der Niederschrift des Leoparden . Er wird sich gesagt haben, wenn Lucio Piccolo so viel Aufmerksamkeit für seine Gedichte bekommt, kann ich es auch versuchen.«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Trauer und Licht»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Trauer und Licht» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Trauer und Licht»

Обсуждение, отзывы о книге «Trauer und Licht» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x