Maike Albath - Trauer und Licht

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Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre ­brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

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Aber, so stellte sich dann heraus, für Giuseppe war der Besuch in San Pellegrino enorm wichtig. Schon zuvor hatte er auf Anregung seiner Frau begonnen, einige junge Leute bei sich zu Hause zu empfangen und mit ihnen systematisch über Literatur zu sprechen. Sein späterer Adoptivsohn Gioacchino Lanza gehörte dazu, außerdem dessen Freund Francesco Orlando, ein lustloser Student der Jurisprudenz, der nichts von Rechtswissenschaften, aber alles von Literatur wissen wollte, und noch ein, zwei andere. Diese Treffen wurden für den Fürsten zum Lebenselixier, sie waren eine ganz neue Energiezufuhr. »Mein Onkel kultivierte diese distanzierte Haltung, von oben herab, eine Spur verächtlich und immer ironisch«, erinnert sich Boris Biancheri. »Das spürt man dann später ja auch in seinem Roman. Aber er war ein Mann, und das war etwas Außergewöhnliches, mit einer sehr tiefen Liebe zur Literatur und zur Kultur. Dass er zum Beispiel für seine jungen Freunde diesen Unterricht abgehalten und allein dafür tausend Seiten Notizen angefertigt hat, hängt damit zusammen. Wenn man so will, ist es natürlich auch ein enormer Snobismus, einfach mal auf tausend Seiten drei jungen Männern die englische Literatur zu erklären. Nur so, ohne jedes Ziel. In diesen Lektionen gibt es sicher jede Menge Fehler und Ungenauigkeiten, aber er hatte einen unkonventionellen Ansatz. Welche Schriftsteller er mochte, welche nicht, entsprach gar nicht dem Kanon, er war da vollkommen frei. Er suchte nach Querverbindungen, nach Motiven, die variiert wurden, und ging zum Beispiel dem underdog nach. Unter seinen Schriften, die nun wirklich nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, gibt es einige schöne Passagen, auch über die französische Literatur. Ich erinnere mich an kluge Bemerkungen zu Stendhal.« Giuseppe war also vom Fach und konnte die Diskussionen beurteilen, die die gestandenen Literaturkritiker in San Pellegrino mit den jungen Autoren führten, zu denen auch Italo Calvino, Goffredo Parise, Andrea Zanzotto und besagter Bassani gehörten. »Italien hat kein großes 19. Jahrhundert gehabt, abgesehen von Alessandro Manzoni«, meint Biancheri. »Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die bedeutenden Schriftsteller alle aus Sizilien: Verga, De Roberto, Pirandello, dann Lampedusa, später Sciascia. Sizilien ist für die italienische Literatur enorm wichtig, so ähnlich wie Irland für England. Dennoch, das 19. Jahrhundert war literarisch wirklich nicht vergleichbar mit Frankreich, England, Russland. Giuseppe meinte, es läge an der Oper. Die Oper hätte das gesamte imaginäre Potenzial Italiens ein Jahrhundert lang okkupiert und beherrscht, alles andere wurde nicht gepflegt. Die Leute haben sich immer viel mehr für die Oper begeistert als für die Literatur. Da ist etwas dran. Er selbst hatte nicht viel übrig für Opern, er ging zwar hin, weil es einfach dazugehörte, aber er fand, dass die Oper Italien um den Roman des 19. Jahrhunderts gebracht hatte.«

Thesen dieser Art standen in San Pellegrino nicht zur Debatte. Giuseppe wurde in dem norditalienischen Kurort aber bewusst, dass die von ihm bewunderte literarische Welt nichts Besonderes war. Im Grunde alles normale Leute, teils über Gebühr eingebildet und gravitätisch. Auf der Rückreise amüsierten sich die beiden Sizilianer über die Tagung. 1962 schilderte Piccolo der Journalistin Camilla Cederna, immer wieder von »metallischem Gelächter« unterbrochen, die Gespräche: »Sie wissen ja, wie wir damals wahrgenommen wurden, wie zwei halbe Bauern, die von wer weiß woher kamen, zwei unbeholfene Provinzler. Uns hat das köstlich amüsiert. Ich erinnere mich gut, wie wir mit dem Zug durch das Brembo-Tal fuhren […]. Wir fassten noch einmal alles zusammen, die Schwülstigkeiten und die konventionellen Reden, die wir gehört hatten. Lampedusa glänzte darin, das Marionettenhafte auch der ernstzunehmenden Leute nachzumachen, wir haben dann sogar Pseudo-Artikel verfasst, die verschiedene Kritiker und Journalisten über uns schreiben würden, und wir lagen fast immer richtig.«

Kaum in Palermo zurück, nahm Tomasi den gemächlichen Rhythmus auf, den er sich in der Via Butera angewöhnt hatte: Er stand früh auf, durchquerte zu Fuß die Stadt bis zur Via Ruggiero Settimo, wo er sich in der Pasticceria del Massimo niederließ, den einen oder anderen Cannolo aß, vier Stunden blieb und manchmal einen halben Roman von Balzac las. Seitdem die Erbstreitigkeiten gelöst waren, kamen er und Licy einigermaßen über die Runden. Immerhin hatte sie einige Patienten, außerdem war sie mittlerweile Vizepräsidentin der Gesellschaft für Psychoanalyse und in Rom sehr geschätzt. »Die Ruine des alten Palazzo Lampedusa brachte einen Teil der Kaufsumme für das Haus in der Via Butera ein. Außerdem verscherbelten sie nach und nach Land, das Giuseppe noch geblieben war«, erzählt Boris Biancheri. »Mit diesen Erträgen kamen sie zurecht, allerdings musste mein Onkel den neuen Besitz mit einer hohen Hypothek belasten und dauernd Zinsen abstottern. Die Ratenzahlungen waren eine ewige Qual, was er aber meiner Tante nicht sagte. Übrigens hatten sie natürlich trotzdem Personal, das war ganz selbstverständlich. Mein Onkel mochte den Palazzo in der Via Butera nicht, er sagte, er habe ihn für Licy gekauft, aber es war ein vollkommen respektables Haus. Meiner Tante war es gelungen, einiges aus den Trümmern des Palazzo Lampedusa zu retten und in die Via Butera zu bringen. Die Bank auf der Terrasse haben Sie bestimmt gesehen? Auch einige der Kacheln und etliche Möbel, die Bibliothek natürlich, die Gioacchino und mein Bruder und ich uns geteilt haben. Gioacchino hat den Teil mit den historischen Büchern übernommen, wir den literarischen. Giuseppe hat unfassbar viel Geld für Bücher ausgegeben. Nach den Vormittagen im Café, wo er Kuchen und Eis aß, las und sich Notizen machte, ging er in die Buchhandlung Flaccovio. Schaute, was es gab, blätterte etliches durch und erwarb regelmäßig etwas. Er ließ sich seine neuen Bücher häufig binden, das war eine der wenigen Extravaganzen, die er sich erlaubte.« Wenn seine Neffen zu Besuch kamen, durften sie die kostbaren Bände durchblättern. Nur dass es in der Via Butera kein Mittagessen gab, war ein Ärgernis. Giuseppe brachte stattdessen große Kuchenpakete mit nach Hause oder er ging in ein Selbstbedienungsrestaurant beim Teatro Massimo. Den Nachmittag verbrachte er dann im Café Caflisch, wo er sich an einen Tisch mit Bekannten setzte, darunter der Historiker Virgilio Titone und der Musikkritiker Bebuzzo. 1954 begann Giuseppe, das Café Mazzara zu besuchen. Auch seine jungen Freunde kamen hierher. Dort, an einem kleinen Tisch in der Ecke, das Kuchenbüfett in Sichtweite, schrieb er 1955 innerhalb weniger Monate die erste Fassung seines Romans.

»Ich glaube, einige der sizilianischen Freunde meines Onkels hatten Schwierigkeiten mit seiner Haltung Sizilien gegenüber«, meint Boris Biancheri. »Man spürt zwar die Liebe zu seinem Land, aber Giuseppe sieht Sizilien dem Untergang geweiht. Vor allem seine Gesellschaftsklasse. Den Sizilianern wird das nicht gefallen haben. Es gibt diesen Dialog zwischen Chevalley und Don Fabrizio, bei dem klar wird, dass er zu einer Spezies gehört, die nicht etwas Neues hervorbringen wird, sondern kurz vor dem Aussterben steht. Einige Sätze des Romans sind in Italien zu geflügelten Worten geworden, wie ›Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.‹ Das ist nicht nur sizilianisch, es trifft auf Italien als Ganzes zu. Man tut so, als ändere man die Dinge, und in Wirklichkeit bleibt alles beim Alten – ein typisches Verfahren der italienischen Politik. Giuseppes Freunde fanden daran wenig Gefallen. Und vielleicht waren sie auch skeptisch einer Person gegenüber, die in ihrem Leben eigentlich nichts zustande gebracht hatte. Giuseppe war ein wunderbarer Mensch, aber sicherlich kein Aktivist. Er hat nur eine einzige Sache gemacht, nämlich dieses Buch geschrieben, sonst hat er nie irgendetwas getan.«

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