Jürgen Petschull - Der Märtyrer

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Der Gefangene mit der Nummer «FLA DOC 086590» im Staatsgefängnis von Florida ist ein junger Araber und zugleich «der gefährlichste Terrorist, der je hinter amerikanischen Gittern gesessen hat». Als Chef eines Selbstmordkommandos hat er ein US-Verkehrsflugzeug nach Beirut entführt und die Regierungen der USA und Israels erpresst. Nun wartet auf ihn der elektrische Stuhl. Oder etwa doch nicht …? Petschulls Debüt als Thrillerautor zeigt ihn noch heute als Meister des anspruchsvollen Spannungsromans, der den Vergleich mit den ganz Großen des Genres nicht zu scheuen braucht. Sein zuerst 1986 erschienener, akribisch recherchierter und überaus spannend erzählter Tatsachenroman über den internationalen und islamistischen Terrorismus ist gerade heute wieder auf beklemmende Weise aktuell geworden …-

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Über dem Arbeitsplatz des Henkers tickte eine für alle sichtbare, tellergroße elektrische Uhr.

Die schwarzen Zeiger standen auf 18 Minuten vor zwölf, als Victor Meller, wieder mit Robe und Kapuze vermummt, die Hinrichtungsstätte betrat. Ihm folgten zwei blau gekleidete Elektriker, die sich am Sicherungskasten postierten, ein Gefängnisarzt im weißen Kittel, der sich breitbeinig mit herabhängenden Händen neben den elektrischen Stuhl stellte, und Superintendent Trugger im Straßenanzug. Er nahm einen Platz zwischen den beiden Wandtelefonen ein. Nach einer Pause öffnete sich die Tür erneut.

Der Todeskandidat wurde hereingeführt. Zwei Gefängniswärter, deren kurzärmelige weiße Uniformhemden von breiten Brustkörben und muskulösen Armen gespannt wurden, gingen voraus. Dann folgte der eher schmächtig wirkende junge Araber in schwarzer Hose, weißem Hemd und Sandalen. Hinter ihm kamen zwei weitere korpulente Wärter. Starke Männer wurden in dieser Situation gebraucht, denn oft mußte der Delinquent hereingezerrt, hereingezogen oder gar hereingetragen werden. Es hatte schon häufig unschöne Szenen vor den Augen entsetzter Zeugen gegeben. Hussein Ali Bakir aber kam auf eigenen Füßen, etwas steifbeinig und aufrecht, an eine Puppe erinnernd. Er preßte dabei die gestreckten Handflächen an seine Oberschenkel wie ein Soldat. Sein Kopf saß steif zwischen den Schulterblättern. Plötzlich blieb er vor dem Henker stehen, dessen Kapuze oberhalb der Brüstung zu sehen war. Der Todeskandidat legte seinen kahlgeschorenen Kopf in den Nacken. Seine Augen waren kaum einen halben Meter von den Sehschlitzen in der Kapuze des Henkers entfernt.

Hussein Ali Bakir blickte starr in Victor Mellers Augen. Dann entspannten sich seine Gesichtszüge, und er lächelte, als habe er einen lange nicht gesehenen Freund wiedererkannt. Leise, aber laut genug für das Mikrofon unter der Decke sagte er: »Ich bin bereit! Tue deine Arbeit!«

Die kräftigen Wärter rissen ihn zurück, packten ihn an den Schultern und schoben ihn zum elektrischen Stuhl. Es war nur vier, fünf Schritte weit. Sie drückten ihn auf die harte Sitzfläche und gegen die Rücklehne, schnallten seine Arme und Beine blitzschnell mit den Lederschlaufen an das Eichenholz. Die Lederhaube mit eingearbeiteten Kupferplatten, an die die Starkstromkabel angeschlossen wurden, lag auf dem Sicherungskasten. Superintendent Trugger wies die vier Männer mit kurzen Handbewegungen zurück. Sie stellten sich nebeneinander an der Wand auf, jederzeit zum Eingreifen bereit.

Die Uhr in der Todeskammer zeigte 15 Minuten vor zwölf.

Das rote Telefon klingelte. Der Lautsprecher verstärkte in den Ohren der Zuschauer das Geräusch zu einem schmerzhaften Laut. Die meisten zuckten zusammen. Auch der Mann auf dem elektrischen Stuhl. Superintendent Trugger nahm hastig den Hörer aus der Gabel. Eine Frau sagte: »Hier ist das Weiße Haus in Washington. Spreche ich mit Superintendent Trugger?«

Trugger meldete sich mit seinem Namen.

»Halten Sie die Leitung offen. Die nächste Person, mit der Sie sprechen werden, wird der Präsident der Vereinigten Staaten sein ...« sagte die Anruferin.

Zwei, drei Minuten vergingen. Endlich knackte es wieder in der Leitung. Dann war das Rascheln von Papier zu hören, und jemand im Hintergrund sagte: »Das Tonband läuft, Mister President.« Eine etwas belegt klingende Stimme kam jetzt aus dem Hörer, deren unterdrückte Nervosität vom Lautsprecher hörbar gemacht wurde.

»Hier ist Ronald Reagan. Ich hoffe, Sie können mich hören, Superintendent ...?«

Trugger antwortete eilfertig: »Mister President, wir sind bereit, das im Namen des amerikanischen Volkes rechtsgültig verhängte Todesurteil gegen den libanesischen Staatsbürger Hussein Ali Bakir zu vollstrecken ...«

Am anderen Ende der Leitung entstand wieder eine Pause. Stimmen flüsterten im Hintergrund. Superintendent Trugger wartete eine Weile unsicher, dann fuhr er fort: »Mister President, ich darf Sie nun, wie es meines Amtes ist, fragen, ob es Gründe gibt, die Sie veranlassen, den Vollzug dieses Urteils noch kurz vor seiner Vollstreckung aufzuschieben oder den Delinquenten zu begnadigen?«

Wieder war deutlich das Knistern von Papier zu hören, bevor der Mann am anderen Ende der Leitung erneut zu sprechen begann. Von Satz zu Satz wurde die gepreßt klingende Stimme deutlicher und härter. Der Präsident begann:

»Superintendent, bevor ich Ihre Frage beantworte, lassen Sie mich allen Menschen, die mir jetzt im Florida State Prison und hier im Oval Office zuhören, auch denen, die vielleicht später die Aufzeichnung meiner Worte zu hören bekommen werden, sagen, daß dies eine der schwersten Entscheidungen meiner Amtszeit ist. Ich bin mir in dieser Minute bewußt, welche Konsequenzen meine Antwort haben kann ... Die Entwicklung der letzten Stunden hat mir deutlich gemacht, daß es nicht mehr nur um das Leben dieses nach unserem Gesetz von Richtern und Geschworenen rechtsgültig zum Tode verurteilten Mörders und Terroristen geht, der jetzt vor Ihnen auf dem elektrischen Stuhl sitzt. Von der Entscheidung, die mir der Gouverneur, des Bundesstaates Florida übertragen hat, wird möglicherweise auch das Leben amerikanischer Bürger abhängen, die von einer verbrecherischen Terrororganisation als Geiseln im Libanon gefangengehalten werden; und vielleicht auch die Sicherheit von unschuldigen Menschen in den Vereinigten Staaten und in Europa. Deshalb möchte ich meine Antwort ausführlicher, als dies bei diesem Anlaß sonst üblich sein mag, vor Gott und der Geschichte begründen ...«

Es war still geworden, so still, daß während der Atempausen des Präsidenten das Ticken der elektrischen Uhr zu hören war.

Der große Minutenzeiger schob sich ruckweise vor, Millimeter um Millimeter, Zentimeter um Zentimeter. Die Gesichter der meisten Zuhörer waren versteinert. Ihre Blicke wanderten zwischen dem altmodischen Kastenlautsprecher und dem Mann auf dem elektrischen Stuhl hin und her.

Hussein Ali Bakir saß scheinbar ganz entspannt da. Seine Augen suchten ruhig und zielbewußt die Reihen der Zuschauer ab, die aus seiner Perspektive hinter der Glasscheibe in dem grüngestrichenen Nebenraum wie Fische in einem beleuchteten Aquarium aussahen. Immer dann, wenn er ein vertrautes Gesicht entdeckte, lächelte er, wie ein Gastgeber, der einen Gast begrüßt.

Hussein Ali Bakir erkannte in der dritten Stuhlreihe die blonde Stewardeß Cornelia Marks, die an Bord des entführten Flugzeugs Zeugin des Mordes geworden war; drei Plätze von ihr entfernt saß der grauhaarige Chefpilot Jonathan Boulder, der Tage und Nächte lang seinen Befehlen hatte gehorchen müssen; in der Reihe davor der kahlköpfige amerikanische Vietnamkämpfer und Söldner Bill Davidson und schräg hinter ihm der jungenhaft wirkende israelische Captain Gideon Jacobs – die beiden Männer, die ihn gejagt und dem Henker ausgeliefert hatten; zwischen ihnen entdeckte er den strohblonden Reporter Jörg Peters aus Hamburg, der die Jäger absichtlich oder unabsichtlich auf seine Spur geführt hatte.

Der Mann auf dem elektrischen Stuhl nickte jedem von ihnen zu.

Zuletzt erst fanden seine Augen jenen Mann, den sie offenbar besonders gesucht hatten. Der Mann saß gleich vorne links hinter der etwas spiegelnden Trennscheibe. Er trug einen weißen Turban. Ein Backenbart ließ sein Gesicht füllig erscheinen, eine dicke Hornbrille vergrößerte seine Augen. Hussein Ali Bakir sah ihn mit einer Mischung aus Verlegenheit und Zuneigung an. Der Mann mit dem Turban lächelte zurück. Ihre Blicke drückten die Verbundenheit von Menschen gleicher Herkunft, gleicher Gesinnung und gleichen Glaubens aus, die sich nach langer Trennung in einer feindlichen Welt wiedertrafen.

Der junge Moslem auf dem elektrischen Stuhl schloß die Augen.

Für die Zeugen im Zuschauerraum schien es, als konzentriere er sich auf die Stimme des amerikanischen Präsidenten, der nunmehr endgültig über sein Schicksal entscheiden würde, doch Hussein Ali Bakir hörte kaum zu.

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