Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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„Ach Jottchen!“ Mathilde schnäuzte sich krampfhaft. „Mathildche, sagte se zu mich, ich seh Ihnen man unjern scheiden. Jnä Frauchen, sagte ich, ich tret ja in den heiljen Ehestand. Ach so, sagt se, na denn is was anders, denn wünsch ich Ihnen viel Jelück! Aber man sah es ihr an, wie es se leid tat. Na und denn rief se de Kinderches, und dann sagte se: Kinderches, sagt se, de Mathilde will wegjehn. Ach und de Kinderches kamen in de Küch und hingen sich an mein Rock und denn baten se: bleib doch bei uns, Mathildchen! Ach Jottchen, das Herz im Leib tat mer weh. Aber nei, sag ich, das Buchchen hat jesprochen.“

„Da feiern wir also bald fidele Hochzeit“, rief die Reschke ganz ernsthaft. „Ick halte Ihnen beim Wort.“

Die Mädchen prusteten vor Lachen.

Mathilde merkte nichts von der allgemeinen Heiterkeit; ohne den zerstreuten Gesichtsausdruck zu verlieren, erhandelte sie ein billiges Gemüse und stieg dann, verträumten Blicks, die Kellertreppe empor.

Ein übermütiges Gelächter schallte hinter ihr drein.

„Da schlag einer lang hin“, krähte eine blasse Weißblonde, die recht mitgenommen aussah. Es war die Minna von Doktor Ehrlich, einem Junggesellen, bei dem sie gut kochte und während der Sprechstunden die Tür öffnete. Die übrige Zeit, die der Doktor auf der Praxis zubrachte, ging sie spazieren. Vergangenes Frühjahr war sie in der Göbenstraße aufgetaucht — man munkelte, direkt aus der Charité — sehr elend und herabgekommen; nun ging sie in Lackschuhen und trug sich kokett. „Wie ’ne Dame“, sagten die andern neidisch.

Minna konnte sich über die „Dämlichkeit“ dieser Person gar nicht beruhigen.

„Was wollen Se, Fräuleinchen —“ Frau Reschke zuckte mitleidig und geringschätzig die Achseln — „jede is nich so helle wie Sie. Aus Ostpreußen — lieber Jott! Hätte die sonst zwei Jahre beim Hauptmann jedient! Aber da fällt mir ein, det wäre am Ende was for meine Nichte!“

Als sich eben jetzt, oben am Ausgang der Kellertreppe, zwei Beine in Drillichhosen vorüber bewegten, rannte sie, so rasch es ihre Korpulenz erlaubte, die Stufen in die Höhe. „Sie, Peters, pst, Sie!“

Der Bursche von Hauptmanns, der langsam, ein Paar zu reparierende Stiefel seines Herrn unterm Arm, an der Hauswand entlangstrich, drehte sofort um. Er ahnte wieder eine kleine Weiße oder einen Faustkäse.

„Peters, uff’n Wort!“ Frau Reschke zog ihn in den Keller und redete da in einer Ecke eifrig auf ihn ein.

„Die da?“ sagte er und wies mit dem Daumen über die Schulter nach Bertha. „Smucke Deern!“

„Die is keen Fressen for euch! Aber meine Nichte is ooch een sehr nettes Mächen.“

„Erst sehn“, grinste der Bursche pfiffig. „Wir köpen ken Katt in de Sack.“

„Sehn is nich“, sagte die Reschke ärgerlich. „Wenn ick sage, se is wat for euch, denn es se ebent wat.“

„So, denken Se vielleicht, Mutter Reschke, daß Se mir wieder mit so’ne olle Postühr tosammen schmeeren? Nicht mal Mehlbeutel konnt se kochen! Und en Söten“ — er wischte sich den Mund — „pfui Deiwel!“

„Lassen Se die Dummheiten, Peters! Hier!“ sie drückte ihm heimlich einen Faustkäse in die Hand und steckte ihm die Taschen voll Pflaumen. „Ick weeß ja, was Sie for en Blick for allens haben, ick wer’ Ihnen doch nischt Schlechtes zuschustern. Sagen Se man Ihre Gnädige — Se müssen det so janz a propus einfließen lassen —, det hier en Mächen wäre, det fermost for ihr paßt: stark, fleißig, sauber und sehr bescheiden. Se jiebt ja so ville druff, wat Sie sagen. Na, wie Sie bei Hauptmanns estimiert sind, det weiß ja die janze Straße. Et soll Ihr Schade nich sein!“

Währenddessen läutete die verborgene Klingel in einem fort; ihre Stimme war heiser, wie gebrochen von Überanstrengung, und doch versagte sie nicht, sie schnappte nur zuweilen ab mit einem grellen Mißton, um dann wieder desto lauter, desto eindringlicher zu schrillen.

„Jotte doch, der Radau“, stöhnte die Reschke und hielt sich die Ohren zu. Es ging auf zwölf, und sie war ganz erschöpft, abgemattet vom unaufhörlichen Schwatzen, Zureden, Handeln, Schmeicheln und Klatschen. Mit einem lauten „Uff!“ ließ sie sich auf eine umgestülpte Tonne fallen; war das wieder einmal ein Vormittag gewesen. Den Mund mußte man sich fusselig reden wegen ’nes Stengels Petersilie und ’ner Handvoll Kartoffeln. Sie beklagte sich bitter über den „hungerleidrigen“ Grünkram, bei dem man kaum das trockene Brot verdiente, und verglich ihn neidisch mit dem Laden des Materialwarenhändlers schräg gegenüber.

IV.

Auf das Haus Göbenstraße 8 mündete die Kirchbachstraße. Linke Ecke: Materialwaren en gros und en detail von Hermann Handke; rechte Ecke: Stehbierhalle und Destillation.

Standen Reschkes vor ihrer Kellertür, so konnten sie die ganze Kirchbachstraße übersehen, deren fünfstöckige Häuser in zwei starren Linien einen schmalen Streifen Himmel begrenzten. Eine Unmasse kleiner Leute, die nie Vorräte im Hause hatten, wohnten in diesen Mietskasernen mit den engen Höfchen; da ging die Ladentür bei Handke den ganzen Tag! Kinder, die kaum laufen konnten, schleppten sich mit Körben und trugen Tüten, zur Mittag- wie zur Abendmahlzeit wurde jedes bißchen einzeln eingeholt, jedes Pfündchen Mehl; jeder Krumen Salz. Nicht nur in den Vormittagsstunden, von früh bis abends war ein ewiges Kommen und Gehen im Laden an der Ecke.

Feierabends, besonders zum Schluß der Woche, machte ihm freilich die Destille an der rechten Ecke Konkurrenz. Da strömten Männer, alte und junge, in Blusen und in Röcken, Fabrikarbeiter und Handwerker, Fleißige und Faule, Nüchterne und schon Halbvolle dort hinein. Die Kinder trippelten auch dort ab und zu, Flaschen und Kruken, Gläser und Gläschen ängstlich vor sich hertragend und mit krausen Nasen den Duft einziehend.

Das schwirrte und wirrte wie ein Bienenschwarm auf dem engen Raum vor dem Schenktisch; undurchdringlicher Qualm lagerte über den Menschen, den kahlen Holztischen, den handfesten Stühlen und den verschütteten Neigen der Getränke. Von fettigen Köpfen war die Tapete über den Bänken an der Wand blankgescheuert. Die Männer der Göben- und Kirchbachstraße, die in den Hinterhäusern bis hinauf zur Höhe des Himmels, in den Kellern bis hinunter in die Tiefe der Erde wohnten, saßen und standen hier herum. Ob die Sommernacht in träger Schwüle über den Häusern brütete oder der Winterwind fauchend durch die Straßen strich, hier wurde gehockt bis gegen den bleichen Morgen. Hier wurde politisiert und verschimpfiert, gehetzt und gemurrt, geschimpft und gelacht, in den Himmel gehoben und in die Hölle verflucht, mit Fäusten auf den Tisch geschlagen und der Boden bespuckt. Je weiter die Nacht vorrückte, desto lauter die Unterhaltung.

„En Schkandal“, brummte oft neiderfüllt Reschke, wenn er im grauenden Morgendämmer mit seinen Hunden losfuhr und drüben noch hinter dem Schankfenster das Licht glimmte. Er war einer von den wenigen in der Straße, die nie die Destille besuchten. Das sollte ihm fehlen, dem Kerl drüben, der ohnehin schon soviel verdiente, noch selber sein gutes Geld hintragen!

Heute nachmittag, als ihn „bei’s Bücherführen“ neben seiner Weißen ein Appetit auf einen Pfefferminz ankam, schickte er Bertha mit einem Fläschchen hinüber.

Sie betrat die Destille, und ihr Blick wurde sofort gefesselt von den Flaschen auf dem Schenktisch, die, mit wasserklaren und grünen und roten und gelben Flüssigkeiten gefüllt, lieblich in der Sonne glänzten. Blitzschnell leckte ihr spitzes Züngelchen die Lippen — süße Liköre, ah!

Mit ihrem freundlichsten Lächeln forderte sie den Pfefferminz.

Der Wirt, der noch dick verschlafene Augen hatte — er schlief immer erst am Tage aus — füllte das kleine Fläschchen, aber er händigte es ihr noch nicht ein; er lehnte sich vielmehr, auf einen Arm gestützt, über den Schenktisch und musterte sie wohlgefällig. „Sie sind wohl das junge Mädchen drüben aus’n Jrünkram, ich habe det schonst jehört, det die Reschkes ihre Nichte zu Besuch haben.“

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