Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Schon des Morgens um drei konnte man ihn auf dem Hof herumschlorren und den Hunden pfeifen hören. Von dem Karren, der im feuchten Hofwinkel stand, zerrte er die Plane herunter und jagte Flick und Flock, die ihn mit eingekniffenem Schwanz umschlichen, mit einem Strickende vor die Deichsel. Herr Reschke spannte an. Sein Ideal war, einmal einen ausgedienten Militärgaul zu besitzen und mit diesem, wenn der Sonntag die Reihe der täglichen Marktfuhren unterbrach, am Nachmittag seine Familie in den Grunewald zu kutschieren. Aber bis jetzt hatte es immer noch nicht zur Equipage gelangt. Arthur sollte studieren, und das kostete viel Geld. So setzte er sich auf den Karren und fuhr einstweilen noch mit den Hunden zur Zentral-Markthalle; die hochbeinigen mageren Bestien jagten durch die noch nächtlich stillen Straßen, als hätten sie den Teufel im Leibe. Wenns not tat, war er um vier schon an Ort und Stelle. Dann ging das Feilschen los, das Bieten und Überbieten bei den Auktionen, das Durchdrücken und Durchpuffen zwischen all den kleinen Handelsleuten, welche sich um die noch vom Bahntransport verpackten Körbe drängten. Kam Vater Reschke aber mit der hochbeladenen Karre, die die Hunde jetzt mühsam durch die lebendiger werdenden Straßen zogen, nach Hause, dann legte er sich wieder in das von der stattlichen Korpulenz seiner Ehehälfte noch angenehm durchwärmte Bett und schlief bis Mittag. Mochte die verborgene Klingel noch so oft bösartig gellen, er schnarchte tief.

Die Kammer, deren niedriges Fensterchen unterm Niveau des Hofes lag und vor deren ewig verstaubten Scheiben der Zugwind allen Kehricht zusammenblies, war dem ältesten Sohne eingeräumt. Ängstlich wachten Vater und Mutter darüber, daß Arthur nicht gestört wurde, wenn er dort bei seinen Büchern saß. Sie hatten sich’s nun einmal in den Kopf gesetzt, der Älteste sollte studieren. Man wußte dann doch, wenn man einen „Herrn Doktor“ seinen Sohn nannte, wofür man sich geschunden hatte. „Er ist sehr helle“, sagte Reschke; seine Frau hatte ihm das eingeredet, auch verfehlte dieser nie, hinzuzusetzen: „Außerordentlich bejabt! Der wird was!“ Amalie Reschke betrachtete ihren Arthur als ein teures Vermächtnis jenes „Herrn Doktor“, der, als sie und ihre Mutter möbliert vermieteten, bei ihnen gewohnt hatte. „Beinah wär ich Frau Doktor geworden“, erzählte sie noch mit Stolz, „wenn er nich an die Jalloppierende jestorben wäre!“ Gerührt wischte sie sich eine Träne aus dem Auge. Ja, sie trug ihren „Herrn Doktor“ noch in gutem Andenken, wenngleich sie damals, in seinen letzten Krankheitswochen, schon angefangen hatte, mit Herrn Reschke „zu gehen“. Reschke war zu jener Zeit Hausdiener in einem Materialwarengeschäft; von seinen Ersparnissen und den mehreren hundert Mark, die der Herr Doktor hinterlassen, gründeten sie einen Grünkram.

In der winzigen Küche schlief die älteste Tochter, Trude, die bei Wertheim Verkäuferin war. Siebzehn Jahre war sie, und obgleich sie im Küchentisch schlief, der nachts zu einem Bett auseinandergeklappt wurde, und obgleich sie sich unter der Wasserleitung waschen mußte, sah sie aus wie eine kleine Dame. Zierlich saßen ihr die billigen Lackschuhe und der buntgewebte Strumpf, den sie gern zeigte, wenn sie, ihr Kleid hebend, auf die Pferdebahn sprang. Sie hielt etwas auf sich. Da sie’s weit zum Geschäft hatte, gestatteten ihr die Eltern für den Winter ein Pferdebahnabonnement; aber sie löste es nur für kurze Zeit, dann lief sie lieber heimlich sich außer Atem und schaffte von dem so erübrigten Geld ein Jackett an, ganz nach der neuesten Mode, von geringem Stoff, mörderisch dünn, aber „schick bis aufs Tüffelchen“. Sie war ganz verliebt in ihr Jackett, es machte so voll in der Brust, so schlank in der Taille; an keinem Schaufenster konnte sie vorübergehen, ohne sich darin zu bespiegeln. Die lange Federboa flatterte ihr bis auf die schmalen Hüften, in ihren durchsichtig zarten Ohrläppchen einer Bleichsüchtigen glitzerten ein paar Glasdiamanten, die kleine Stumpfnase mit den beweglichen Flügeln guckte in die Luft, hinter den blassen, etwas zu vollen Lippen blinkten die weißen Zähne mit krankhaft perlartigem Schmelz. Morgens stand sie eine gute halbe Stunde früher als nötig auf, obgleich sie wer weiß was drum gegeben hätte, noch neben der Schwester Grete im Küchentisch weiter zu schlafen. Sie war immer müde; aber es half nichts, das Haarbrennen dauerte lange. Da lag sie, zähneklappernd im kurzen, roten Wollunterröckchen, auf den Knien vor dem kleinen Stehspiegel, den sie auf den Herdrand plaziert. Zwanzig-, dreißigmal mußte sie die Brennschere in den Zylinder der Küchenlampe stecken, bis alle Wellen des reichen Haares kunstgerecht saßen und an den Seiten mächtig aufgebauscht, den kleinen Kopf unnatürlich verdickten.

Die zwölfjährige Grete war ein armes Wurm, dessen Sprache man kaum verstand. Ihrem Wolfsrachen hätte wohl beizeiten durch eine Operation, durch einen „Verschluß der Gaumenspalte“, wie der Arzt gesagt hatte, abgeholfen werden können; aber Reschkes waren nicht für so was, das kostete zu viel Geld, geringsten Falles Zeit. Vielleicht, daß die Geschichte von selber wieder in Ordnung kam. So blieb Grete die lächerliche Figur für die Geschwister; da sie infolge ihres Fehlers auch nur langsam schlucken konnte, aßen sie ihr das Beste vor der Nase weg. Sie hatte sich nach und nach das Sprechen fast abgewöhnt; als sie verständiger geworden, genierte sie sich. Stumm und scheu drückte sich das blasse, kränkelnde Mädchen an den Wänden entlang; im Laden durfte sie sich nicht sehen lassen, da jagte die Mutter sie gleich hinaus.

Mit der kleinen Elli machten Reschkes desto lieber Staat. Das war „ne findige Kröte“, wie Vater Reschke schmunzelnd sagte; mit ihren sieben Jahren klüger als manch andere, die doppelt so alt war. Die ganze Kundschaft amüsierte sich über sie. Mit ihrer spitzigen Kinderstimme sang sie die beliebtesten Couplets; hatte sie nur einmal eins gehört, gleich hatte sie’s weg. Sie schlief als Nesthäkchen bei den Eltern, in der guten Stube auf dem Sofa.

Es hatte einige Schwierigkeiten gemacht, Mine und Bertha für die Nacht unterzubringen; denn auch letztere dazubehalten, war Frau Reschke willens, zwanzig Pfennige Schlafgeld pro Person und dreißig pro Person fürs Essen. Mine war wie vom Donner gerührt — bezahlen?! Da brauchte man doch nicht zu Verwandten zu gehen und obendrein noch Eier mitzubringen! Sie wollte vor lauter Bestürzung grob werden, aber Bertha trat ihr verstohlen auf den Fuß und sah sie aus den blauen Kinderaugen so mahnend an, daß sie nichts sagte. Nachher flüsterte ihr Bertha zu: „Halt’s Maul! Meenste, ich wer’ mer nachher noch lang mit de Reschken aufhalten? Aber jetzt müssen wer still halten, bis se uns en gutten Platz ausgemacht hat.“ Und Mine sah das ein.

Bertha war den Abend von anhaltender Fröhlichkeit, von großer Anstelligkeit gewesen, half hier, half da und hatte die Augen überall. Als sie, nach Schluß der blaulackierten Türen, Mutter Reschke noch den Laden aufräumen half, war diese ganz begeistert. „Nee, so’n Mächen! Ne, so was! Sie machen Ihr Jlück, det ’s jewiß!“

Auch Reschke blickte schmunzelnd auf, als seine Frau mit Bertha in der Wohnstube erschien. Da war es sehr langweilig zugegangen. Arthur, die Ellbogen aufgestemmt, den Kopf zwischen beide Hände gestützt, stierte in ein Buch; Trude war noch nicht aus dem Geschäft zurück; Elli saß am Pianino und klimperte eine Tonleiter, die ihr das Klavierfräulein aufgegeben; Grete hockte stumm im dunkelsten Winkel. Vater Reschke gähnte, die Augen wollten ihm zufallen; die große Weiße, die er „bei’s Bücherführen“ zu leeren pflegte, war längst ausgekippt. Neidisch spitzte er die Ohren, wenn draußen im Laden Berthas helles Gekicher sich mit dem fetten Lachen seiner Frau mischte. Die Mine war doch gar zu traurig; die saß steif auf dem Stuhl, verzog keine Miene, sprach nicht, hatte die Hände in den Schoß gelegt und rührte sich nicht. Es paßte ihr alles nicht. Im stillen hatte sie doch erwartet, die Verwandten würden den Besuch, der von so ewig weit herkam, ein bißchen mehr „aufnehmen“. Da war’s bei ihnen zu Hause doch besser; wenn sie auch nicht soviel Geld hatten, einen Kuchen von Weckteig, mit Belag von Pflaumenmus oder Quarkkäse, gab’s bei jeder besonderen Festlichkeit. Sie würgte an einer großen Enttäuschung.

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