Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Unterwegs hatten sie innige Freundschaft miteinander geschlossen. Mine dachte, allein hätte sie wohl nie die Reise überstanden; so lange war sie noch nie Eisenbahn gefahren. Es war sehr heiß im Coupé vierter Klasse, der Schweiß rann ihr von der Stirn. Ihr blaues Staatskleid, das für Winter und Sommer diente, engte sie ein wie ein Panzer; um all ihre Sachen gut wegzubringen, hatte sie noch einen Alltagsrock darunter gezogen. So kühl es am Morgen gewesen, so sehr stach die Septembersonne am Mittag. Die kleinen Fensterscheiben blendeten vor Glanz, man konnte kaum einen Blick hindurchwerfen. Unzählige Stäubchen tanzten im Sonnenstrahl, fingerdick lag der Kohlengrus auf dem Boden, auf den Bänken, auf den Menschen. Es war Mine, als müsse sie die Luft förmlich durchbeißen; kein Atemzug ging leicht.

In Landsberg hatten sie die Klingelbahn verlassen, um über die Warthebrücke nach der Hauptbahn, deren Schienennetz sich wie ein unlösliches Gewirr nach allen Seiten spannt, zu gehen. Mine rannte hin und her, wie ein aufgescheuchtes Huhn. Bertha half ihr den Reisekorb tragen, aber er wurde ihr bald zu schwer, immer wieder mußte sie verschnaufen; als sie schweißgebadet auf dem Hauptbahnhof ankamen, fuhr der Zug eben ab. Mine war sehr bestürzt, Bertha lachte, eine nette Gelegenheit, Landsberg zu besehen! Aber den Perron zu verlassen, war die andere nicht zu bewegen; stumm und steif saß sie für Stunden auf ihrem Reisekorb, wendete das rotglühende Gesicht nach jener Seite, wo hinter Geleisen und Signalstangen die freie Weite flimmerte, und starrte mit aufgerissenen Augen.

Nun, am Nachmittag näherten sie sich endlich Berlin. Schon schrie Bertha, die sich ungeduldig weit zum Fenster hinauslehnte, daß sie unzählige Häuser, groß wie Schlösser, Türme und Schlöte sehe; da wurde es Mine sehr angst. Die Gefährtin am Kleid zurückzerrend, haschte sie nach deren Hand: „Bleib bei mer!“

Bertha nickte.

„Komm mit bei de Reschken, da kost’s dir ooch nischt. Ich han dersch ju gesagt, die is Vermieterin, die schafft der ooch en gutten Platz. Komm mit!“

Bertha schlug sich auf die Knie vor Vergnügen bei dem Vorschlag; sie wußte sowieso nicht wohin. Und wenn sie sich auch weiter keine Sorge darum gemacht — es sollte ja überall auf den Bahnhöfen stehen: „Heimathaus für stellensuchende junge Mädchen, Stellennachweis“ — besser war’s doch, mit der Bekannten zu gehen. So umarmte sie Mine, und diese drückte ihr fest die Hände.

Am Bahnhof Friedrichstraße waren sie wie betäubt. Gedrängt, geschoben, gepufft, geschimpft, angeschrien, ausgelacht, retteten sie sich endlich aus der hastenden Menge. Hinunter auf die Straße waren sie endlich gekommen, aber da standen sie nun, an einen Pfeiler der Stadtbahnbogen gelehnt, und schauten verwirrt in das brandende Meer der Stadt.

„Göbenstraße achte, Göbenstraße achte“, murmelte Mine unablässig — da wohnte die Tante. Aber wie kamen sie dahin?! Ein trostloses Gefühl bemächtigte sich ihrer. Auch Bertha war etwas kleinlaut, ihr hübsches Gesicht war blaß; sie war müde, hungrig und durstig. Die paar Käseschnitten, die Mine unterwegs treulich mit ihr geteilt, hatten zwei gesunde Mägen nicht befriedigen können. Auch schmerzten sie die Arme vom vielen Schleppen der vielen Sachen; der Bindfaden des Kartons, darin ihre größten Schätze — die rosa Bluse, der blanke Gürtel, die zwei Nachtjacken mit breiter Häkelei, der gestärkte weiße Unterrock, die Pelzboa, das perlbestickte Cape, das der Bauer Freier der Mutter geschenkt, als seine Frau im Kindbett gestorben — schnitt sie tief in die Finger.

Kein Mensch achtete auf die beiden, jeder hatte mit sich zu tun. Da kamen ein paar junge Leute vorbei, feine Herren, Bertha sah, wie der Blick des einen sie streifte; instinktiv fühlte sie das Wohlgefallen in diesem Blick. Kurz entschlossen trat sie heran: „Entschuldigen Se, können Se uns nicht sagen, wie mer nach Göbenstraße achte gehen?“

Er lächelte über ihr tiefes Erröten. „Das ist weit, zu Fuß ’ne Stunde. Fahren Sie doch, da kommt der richtige Omnibus! Halt!“ Er hielt den Arm in die Höhe; der große Kasten, mit zwei mächtigen Pferden bespannt, hielt an.

Es dauerte eine Weile, bis die Mädchen glücklich untergebracht waren; Mine hatte erst noch einen Kampf zu bestehen, der Kondukteur wollte ihren Reisekorb nicht mit aufnehmen. Ein bittender Blick Berthas entwaffnete den Gestrengen; brummend schob er den Korb unter die Treppe, die aufs Verdeck führte. Behend schlüpfte Bertha der Freundin nach, die mit ihrem Eierkorb am Arm vierschrötig in die enge Tür drängte, zwängte sich zwischen zwei junge Arbeiter, schob dem Linken ihr Bündel, dem zur Rechten ihren Pappkarton halb auf den Schoß und drehte den Kopf nach hinten, um durch die große Scheibe unverwandt auf die Straße zu blicken.

Sie hatte nicht einmal Acht, daß der Kondukteur mit den Billetts kam. Mine mußte für sie bezahlen.

Die hatte sich gleich bei der nebenan sitzenden Frau erkundigt, was es kostete; aber die fünf Pfennige Trinkgeld, die diese ihr zu spendieren anriet, gab sie nicht.

Mine sah nicht auf die Straße, unverwandt guckte sie in den Eierkorb auf ihrem Schoß.

„Sie sind wohl fremd zugezogen, Fräulein?“ fing die Frau neben ihr, die ein mageres, blasses Gesicht und hungrige Augen hatte, ein Gespräch an. Sie nickte nur.

„Nu ebent, det sah ick Sie jleich an! Sie suchen wohl Stellung zu’n ersten Oktober? I, det ist noch ’ne jlückliche Zeit, wenn man for nischt nich zu sorjen hat als for den Reisekorb un de Komode. Alle vier Wochen uff ’ne andre Stelle, wenn die Madame zu ville Krach macht. Ach ja“ — sie stieß einen kläglichen Seufzer aus —, „nu ist nischt mehr los mank all die Jören. ‚Mutta‘ hier un ‚Mutta‘ da!“

Die beiden Arbeiter gegenüber, zwischen denen Bertha saß, zeigten Anteil.

„Ick bin ooch verheiratet“, sagte der eine; Mine hätte ihn kaum für zwanzig gehalten. „Schonlange, drei Jahre!“

„Jotte doch, wenn der Mann arbeet, jeht’s ja noch“, rief die Frau.

„Aber meiner hat erst sechs Wochen in’s Scharretee (Charité) jelejen, un nu hockt er mir schonst das janze Monat zu Hause rum. Happen pappen, jawoll! Aber verdienen is nich. Was meine Älteste is, die Klara, die war mit de Ferienkolonie vier Wochen ins Jebirje, nu hab ick ihr aber seit vierzehn Tagen wieder da, un alles is beim alten: Kopfweh, müde, plierige Augen. Lotte und Fritze haben Stickhusten, un was de Kleenste is, de Mieze, ick jloobe nich, det se’t durchmacht. In’s Polleklinik sagen se: ‚skrophelös, Milch trinken, Eier, alle Tage zwei frische Eier! Jotte, wo soll mans hernehmen?‘“

Und mit der Redseligkeit der Armut, die nichts weiter hat als ihre Leiden, fuhr sie fort: „Un die Miete! Un allens so teuer! Denken Se an, de Mandel Eier eine Mark, un denn sind immer noch ’n paar faule mank — die Ausverschämtheit!“ Unverwandt ruhten ihre hungrigen Augen auf dem Korb des Mädchens. „Ick würde die Kleene so jerne en paar frische Eier jeben, man nur en paar!“ Sie beugte sich dicht auf Mines Korb, ihre mageren Finger streckten sich aus und zogen sich wieder zurück — nun konnte sie sich doch nicht bezwingen, sie tippte auf ein Ei und nahm es in die Hand.

„Janz frisch, wat?“

Mine erschrak; wollte die Frau ihr eins wegnehmen? Zugleich wurde sie böse; was gingen fremde Leute sie an? Sie nahm der Frau das Ei aus der Hand, legte es zu den übrigen und zog das deckende Tuch, das verrutscht war, fest darüber. Es war ein trauriger Blick, mit dem die blasse Frau zusah; noch eine kurze Strecke, dann erhob sie sich seufzend und stieg aus.

Bertha schien von alledem nichts gemerkt zu haben, unverwandt guckte sie durch die Scheibe. Als der Kondukteur „Büloffstraße“ rief, war ihr der Hals von der unbequemen Drehung ganz steif geworden.

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