Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Alle gaben sie der Scheidenden das Geleit bis zur Tür.

„O du mein Harre!“ schrie plötzlich die Mutter auf, „de Eier for Tante Male!“ So rasch ihr offner Beinschaden, an dem sie litt wie alle Weiber in ihren Jahren, es erlaubte, humpelte sie ins Zimmer zurück, wo unterm Bett der Henkelkorb stand mit den seit Wochen gesammelten „frischen“ Eiern. Mit einem beruhigten: „Su!“ kam sie wieder zurück und hing der Tochter den ziemlich schweren Korb an den noch freien Arm.

„Die Reschken mecht scheene kucken, wenn ich ihr nischt mitschicken täte vors Geschäft. Gib Obacht, Mine, zertepper nischt. Und sprich zur Muhme: ‚En scheen Gruß von der Mutter, fünf Mandeln, ganz frisch gelegt!‘ Es kommt dir zugutte, Mädel, sie verschafft dir dafor en reichen Dienst. Und sprich ooch, daß sie nicht vergißt, daß sie Malen ihr Pate ist, zu Ostern wird sie eingesägent. Adje!“

Die Eltern blieben auf der Schwelle stehen, die Geschwister liefen noch ein Stück des Wegs mit. Die Kleinen halfen den Korb tragen und zankten sich mit dem Bruder, weil er behauptete, sie machten ihm die Last nur schwerer. Male blieb ein wenig zurück und las die Pflaumen auf, die über die Planken der Gartenzäune gefallen; es kam ihr auch gar nicht darauf an, den überhängenden Ast eines Apfelbaumes derb zu schütteln.

Cilla hatte sich der Schwester an den Arm gehängt und tuschelte ihr noch allerlei in die Ohren. „Schaff der bald ’nen Schatz an — mit Freiers Emil war’s doch nischte — einen vons Militär, hörste, ’nen Schneidigen! Und schreib mer ooch dervon!“

Mine nickte. „Kannst der Freiern nur sagen, ihr Emil kann mir jetzt den Buckel lang rutschen; um den wer ich mer wahrhaftig nich mehr haben.“ „Das glaub ich. Un höre, Mine, schickst mer ooch balde ne scheene Schörz, oder sonst was. Ich tu der dafor ooch mal wieder en Gefallen.“

Mine versprach alles. Wie Schatten glitten an ihrem umflorten Blick die stillen Hütten rechts und links vorüber; noch schliefen die Nachbarn, nur ganz in der Ferne klappten zwei Dreschflegel — klipp klapp — klipp klapp.

Am allerletzten Haus, wo der Meilenstein an der Chaussee steht — Schwerin a. W. 7,6 Kilometer — nahmen die Geschwister Abschied.

Rüstig schritten Mine und Max, den Korb zwischen sich, über die einsame Chaussee.

Noch war die Sonne nicht ganz durchgebrochen, sie kämpfte noch immer. Auch der feurige Schein auf dem Gipfel des Golmützer Sandbergs war wieder erloschen, die Kiefern waren nicht mehr rot angestrahlt. Dichte weiche Schleier hüllten den goldenen Ball wieder ein; über die Äcker, rechts und links vom Weg, flogen weiße Nebelfetzen, vom Morgenwind getrieben. Es graute und braute in den Gründen und wogte und quirlte. Leise tropfte es von den Chausseebäumen, die Gräser am Grabenrand glänzten versilbert, und die niedrigen Wacholderbüsche trugen Schleierhauben.

Die Gestalten der beiden Geschwister gingen wie in lauter Dämpfe gehüllt. Das lange Band an des Mädchens Hut flatterte im feuchtfrischen Herbstwind; jetzt wurden die Weiberröcke fest an den Körper gepeitscht, jetzt blähten sie sich gleich Segeln in der unruhigen Morgenluft.

„Kommen mer ooch nich zu späte, Maxe?“ fragte Mine ängstlich und beschleunigte ihre Schritte. „Die Jesebahn geht gegen sieben — weeßte’s ooch genau?!“

„Zeit de Masse“, sagte der Bursche phlegmatisch. „Renn doch nich su! Kannst’s wohl nicht mehr derwarten. Na, paß uff, wann ich beis Militär komme, mach ich ooch nach Berlin.“

„Da freu ich mer, wenn de kommst.“

„I, da wirschte wenig von mer zu sehn kriegen. Da hab ich mehr zu tun; bei der Garde seh ich alle Tage den Herrn Kaiser. Un ich laß mer den Schnurrbart stehn. Un sonntags geh ich tanzen. Das wird en Leben!“ Er reckte seine schlanke Gestalt noch höher und drückte die Brust heraus. „Da wird mer mal uffatmen, beis Militär!“

Sie lachte ihm ins Gesicht. „Drillen werden se der!“

Er maß sie mit einem verächtlichen Blick. „Was du weeßt, dumme Trine!“

„Dummer Bengel!“

Mit einem plötzlichen Ruck setzte er den Korb nieder.

„Da, kannst der deinen Dreck alleene tragen.“

„Aber Maxe!“

„Nä, nä, ich will nich, du bist mer zu frech!“

„Aber Maxe, du hast doch angefangen! Ich han ju gar nischt gesagt. Maxe, faß doch an, die Jesebahn wart nich! Maxe!“

Dummtrotzig und breitbeinig stand er da, hatte ein Hölzchen aus der Westentasche gezogen und stocherte sich damit in den Zähnen. „Da siehste’sch, immer kujonieren — nä, nä. Der Alte kujoniert, die Alte kujoniert, un nu willst du ooch noch kujonieren?! Ich bin froh, daß de fortmachst, du Drache!“ Er sah sie mißmutig an; dann spuckte er aus. „Verfluchte Schinderei! Nä, nä, nur keen Bauer! Nä, ich will nich. Du hast’s gutt, du machst nach der Stadt.“

„Maxe, so helf mer doch! Maxe!“ Sie legte sich aufs Bitten. „Ich schick der ooch was scheenes.“

„Wahrhaftig?“ fragte er mißtrauisch.

„Wahrhaftig.“

„Na, denn los!“ Schnell versöhnt lachte er sie an, daß man seinen letzten Zahn sah. Rascher eilten sie davon. Mines blühende Wangen wurden röter und röter, sie hastete sich in Angst wegen der Eisenbahn. Max fluchte schon.

Da — Rädergeroll hinter ihnen. Sie sahen sich um. Aus dem Nebelgewoge, in dem das Dorf verschwunden war, löste sich ein dunkler Gegenstand und kam rasch näher. Ein Pferdekopf schnaufte sie an, ein Kalb blökte. Das war wohl der reiche Bauer Obst aus Rokitten, der ein Mastkalb nach Schwerin zu Markte fuhr.

„Morjen!“ Bescheiden traten die zwei an den Grabenrand.

„Morjen!“

Überrascht blickte Mine auf — ei, war das nicht Fidlers Bertha, die Tochter von der „Weisen Frau“?!

Richtig, da tauchte ihr blonder Kopf hinten im Wägelchen neben dem Kalb auf! Sie hatte dem großäugigen, ängstlich dreinblickenden Tier den Arm um den Hals gelegt und lachte nun übermütig. „Wir beide vertragen uns ganz gutt, was meenste, Schatz? Muh!“ Sie küßte das Kalb auf die Schnauze.

Der Wagen hielt; der Bauer mußte sich ausschütten vor Lachen. „Nä, das ist eene! Hahaha!“ Die konnte einem den Weg verkürzen. Gut, daß er der erlaubt hatte, aufzusitzen, als sie ihn in Golmütz anhielt.

„Seid ihr nich ooch aus Golmütz, dem Barthel Heinze seine?“ rief er wohlgelaunt die Geschwister an. „Steigt nur ooch uff!“

Nun hätte Max füglich umkehren können — der Reisekorb stand ganz hinten im Wägelchen, die beiden Mädchen setzten sich darauf —, aber Schwerin ließ er sich nicht so leicht entgehen. Es war ihm ein Hochgenuß, die Hände in den Hosentaschen, die Zigarre im Mund, über das holprige Pflaster des Städtchens zu schlendern. Wie ein Herr! Und so kroch er eilends, der Schwester nach, hinauf und kauerte sich, wie ein Türke mit untergeschlagenen Beinen, zu Füßen der Mädchen nieder. Das ängstliche Kalb guckte ihm über die Schulter.

„Machste nach Berlin?“ fragte Fidlers Bertha Heinzes Mine.

„Ju ju. Und du?“

„Ooch nach Berlin.“

„Ei, das trifft sich scheene! Da können mer uns ja zusammentun!“ Mine vergaß ganz, daß ihr Fidlers Bertha nie recht gefallen hatte, und daß sie bis dahin kaum mit der gesprochen.

Sie waren auch wenig in Berührung gekommen. Mine schaffte hart auf dem Feld; die Witwe Fidler hatte keinen Acker, die war mehr städtisch. So saß die blonde Bertha am Fenster hinter den halb zurückgezogenen Gardinchen und häkelte Kanten; oder wenn’s hoch kam, schlenderte sie in den kleinen Garten am Haus und wirtschaftete ein bißchen an dem schmalen Gemüsebeet herum. Meist aber waren der Salat und die Rüben von Unkraut überwuchert, und die Tochter, in einer zierlichen Schürze, stand an der Haustür und schwatzte mit den Kunden der Mutter. Frau Fidler war viel begehrt und mehr auswärts auf den umliegenden Ortschaften als daheim.

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