Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Da hockten sie schwatzend auf Tonnen und Körben; tunkten hier ihre Finger hinein und da, kosteten dieses und jenes, musterten gegenseitig die Kleider und die Frisuren, prahlten und strichen sich heraus. Da wurde die Herrschaft durchgehechelt wie Flachs, den man durch die scharfen Zähne der Hechel zieht. Die eine Herrschaft war zu streng, die andere zu nachsichtig; die zu schlumpig, jene zu geizig; jene zu genäschig — für drinnen auf den Tisch nichts gut genug, für die Dienstboten draußen alles zu teuer. Jene Madame war ein Zankteufel und der Herr ein Esel; die zweite Madame zu putzsüchtig, die dritte scheinheilig, die vierte dämlich, die fünfte vergnügungstoll, die sechste hatte einen Liebhaber und der Ehemann belästigte die Dienstmagd. So ging es fort ins Unendliche.

Sie konnten gar kein Ende finden. Ein immerwährender Neid bebte in all diesen Herzen unterm Mägdekleid; ein dumpfer, unbewußter, aber unauslöschlicher Groll hatte sich da eingenistet. Immer dienen, dienen! Immer gehorchen, wenn die befahlen; nur alle vierzehn Tage einmal sein freier Herr sein dürfen, unkontrolliert genießen können, wie jene alle Tage genossen.

Das waren Gluten, die da unten im dunklen Keller glimmten. Sie schwelten langsam in gefährlicher Stetigkeit, nur ab und zu fauchte ein Windstoß hinein, dann loderten Flammen auf und setzten neue Stellen in Brand.

Die Mägde schrien alle auf in heller Entrüstung, wenn eine von ihnen eine besonders furchtbare Geschichte zum besten gab. Wie konnte man sich so etwas bieten lassen! Wegen einer angebrannten Suppe! Ein ohrenbetäubender Lärm entstand, ein Gezeter und Geschnatter, ein wildes Durcheinander von klagenden, höhnenden und drohenden Redensarten, von spottendem Gelächter und zornigen Scheltworten. Dazu drehte sich im Hintergrund dumpf ratternd und quietschend die große Rolle, als ginge es hier gegen den Strich, das Leinen und den Damast der Herrschaften glatt zu walzen.

Und mitten im Lärm erhob Elli ihre dünne Stimme und suchte mit ihrem schrillen Gesang alles zu übertönen. Sie saß auf dem Ladentisch und ließ die Füße baumeln.

„Ja beim Souper

erlebt man tolle Sachen —“

Da mußten sie alle lachen. Sie umdrängten das musikalische Genie, liebkosten und bewunderten es.

„Ellichen, nu sing das noch vom Bienenhaus!“

„Ne, det nich, Ellichen, da is ja nischt bei los! Det von ‚Ernst, Ernst, was du mir alles lernst’!“

„Ne, ne! ‚Mein erster hieß Anton, mein zweiter hieß Fritz.‘ “

„Ach was, das von ‚Riddeldideldi, das Dickerchen‘! Ellichen, na man los, Ellichen!“

Ellichen hier und Ellichen da! Jede wünschte etwas anderes.

Zuletzt stand Elli auf dem Ladentisch, die Hände in die Seiten gestützt, das festgefrorene Lächeln der Chantantsängerin auf dem schlauen Kindergesicht, wiegte sich in den Hüften und rasselte irgendein Stück ihres Repertoires herunter, bei dem die Zuhörer vor Entzücken kreischten.

Wenn Mutter Reschke ihrem Nesthäkchen Bonbons versprach, dann ließ es sich herbei, den Gesang noch mit Gesten zu begleiten. Dann war es vollends mit aller Fassung vorbei, sie wollten sterben vor Lachen. Ne, war das ’n Kind! Frau Reschke strahlte vor Mutterstolz. Herr Reschke, der zwischen den Mägden herumgestolpert war, bald diese, bald jene unters Kinn gegriffen hatte — er tats nicht aus Pläsier, sondern aus Geschäftsrücksichten —, hob schmunzelnd sein talentvolles Töchterchen vom Ladentisch und küßte es zärtlich auf die Stirn. —

Das war die Schule, in welche die beiden Landmädchen gingen.

Auf Mine machte das alles weiter keinen Eindruck — ’ne dämliche Person nannten die Berliner Mädchen sie —, sie lachte wohl, wenn die andern lachten, aber wenn es gar zu laut im Laden wurde und die schlagfertigen Mäuler nur so die Witze rissen, wurde es ihr unbehaglich; sie hatte das unsichere Gefühl, als könne so ein Witz auf sie gemünzt sein. Dann schlich sie hinaus in die dunkle Küche, wo der Ersparnis wegen kein Licht brennen durfte, und setzte sich zu Grete, die auf der Eimerbank am Herd hockte und mit ihren matten Augen in die verglimmenden Funken der Asche starrte.

Die beiden Mädchen hielten sich dann umschlungen. Das herumgestoßene Kind, wie durstendes Land dankbar für jeden erlösenden Tropfen, saugte Mines Freundlichkeit mit Gier ein. Grete war schon ganz zufrieden, und ihre ewig traurigen Augen bekamen einen glücklichen Schimmer, wenn sie nur neben der Cousine sitzen durfte. Dann strich sie der mit den mageren Fingern an der Schürze auf und nieder; darin lag ihre ganze stumme, scheue Zärtlichkeit.

Und Mine, die sich wie in einem Wirbel mit herumgerissen fühlte, die nachts, vom Rasseln der Wagenräder oben auf der Straße, vom Trampeln der Füße dicht über sich aufgeschreckt, nicht schlafen konnte, anderen Herzen ein Gefühl wie banges Heimweh nagte, kümmerte sich mehr um das stumme Kind, als sie es unter anderen Verhältnissen getan haben würde.

Es war am letzten Abend vor Mines Eintritt in ihren Dienst. Drüben der Destillateur hatte sich nun doch is auf fünfundvierzig Taler schrauben lassen; das war eigentlich ein schöner Lohn, dafür mußte sie aber die Klebemarken zur Hälfte selber bezahlen. Sie wußte nicht, ob sie sich freuen oder bangen sollte; ihren Korb hatte sie schon heute nachmittag hinüber auf den ihr bestimmten Hängeboden geschafft, nun schlief sie zum letzten Male hier unten im Keller.

Da flüsterte ihr Grete ins Ohr — wenn sie so hauchte wie jetzt, hatte ihre Sprache nicht das unangenehm Gaumige und Entstellte: „Mine! Mine!“

„Was willste?“

„Ich habe die joldene Heimat jesehn und das lichthelle Land — komm, laß uns dahin jehn!“

„Was meinste? Wohin? Ich versteh der nich.“

„Dahin“, sagte Grete ernsthaft und hob das blasse Gesicht, das ein Feuerschein aus dem Herdloch gespenstisch beleuchtete, zu der düsteren Ecke der Küche. „Weißte nich, wo die joldene Heimat ist?“

„Dort an dem schönen Perlentor,

Mein Jesus wartend steht davor.“

„Von was redste denn? Ne, wat is dich?“ Mine hatte Lust zu lachen, aber eine gewisse Scheu vor Gretes Ernsthaftigkeit hielt sie davon zurück.

„Haste die jesehn, die in’t blaue Kleid mit die schwarze Kiepe? Die, die die Zetteln austrägt? Die hat mer neulich mitjenommen. In die Bahnstraße is’t, in’n Hof, in’t Hinterhaus! Wenn du nu fort bist, will ich aber alle Sonntag hinjehn, auch abends in die Woche — hier vermißt mir doch keiner. Da singen se; un jeder kann ’ne Rede halten, wer will. Da rufen se: Halleluja! Un freuen sich un klatschen in die Hände. Oh, ich versteh allens! Da lacht mir keiner aus. Wenn Mutter mir auch hier aus’n Laden pufft, da kann ich obenan kommen. Da kann ich Offezier werden, wenn Jesus mich rein wäscht!“

„Du bist verrückt“, platzte Mine heraus.

Das aufgeregte Mädchen drückte ihr krampfhaft die Hand:

„Sage es Jesu, sage es Jesu,

Er ist ein Freund, wohl bekannt,

Du hast sonst nimmer

Solchen Freund und Bruder,

Sage es Jesu allein!“

„Ne“, sagte Mine, „nu hör aber uff, nu wird et mer zu toll!“ Aber Grete ließ sie nicht los, mit ihren schwachen Armen umschlang sie die Ungeduldige. „Du sollst nich in die Hölle kommen. Rette, rette, deine Seele!“ Soviel hatte sie noch nie gesprochen. In ihren seltsamen Lauten, sich überhastend, kaum mehr verständlich vor zitternder Begier, sich jemandem mitzuteilen, erzählte sie der Cousine von ihrer heimlichen Herrlichkeit.

Sie beschrieb ihr den Saal, an dessen Wänden es sich in handhohen Buchstaben auf blutrotem Grunde vor die Augen drängte:

„Was ist dein Ziel — Himmel oder Hölle?“

„Du mußt sterben!“, „Rette deine Seele!“, „Heil ist da für alle!“, „Jesus liebt dich!“

Männer und Weiber stimmten da wie aus einer Kehle schallende Lieder an; sie sangen so im Text, wie die Soldaten auf dem Marsch, man konnte kaum die Füße ruhig halten.

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