Clara Viebig - Das tägliche Brot

Здесь есть возможность читать онлайн «Clara Viebig - Das tägliche Brot» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Das tägliche Brot: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Das tägliche Brot»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

Das tägliche Brot — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Das tägliche Brot», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„’ne Märzweiße mit Luft — Mordsdurst!“ An den Schenktisch tretend, blieb er stehen und sah zu, wie sie, in ungeschickter Hast, das Bier ins Glas laufen ließ, es schäumte über und bildete rasch einen Tümpel um den Fuß des breiten Glases. Mit verlegenem Lachen wischte Mine die Nässe fort. Den Pfefferminz konnte sie lange nicht finden, obgleich die Flasche dicht vor ihr stand.

„Na, Kleene“, sagte er mit gutmütigem Lachen, „mit die Fixigkeit ist’ noch nich weit her, was? In die Zeit fahre ick ja bis nach’n Spandauer Bock. Ah“ — er wischte sich nach dem ersten langen Zug die Schnurrbartspitzen — „nich zu verachten! Besonders nach so’ne Nacht, nich? War en verfluchter Radau, was? Sie konnten wohl gar nich schlafen, Fräulein?“

„Ne“, sagte sie, ohne den scheu gesenkten Blick zu heben.

„Det jloobe ick woll. Se müssen sich erst jar nich hinlejen, Fräulein, hübsch bei uns bleiben. Ick jarantiere Ihnen, da haben Sie mehr Fez, als wenn Sie so mutterwind alleene in de Klappe kriechen. I, Sie sind doch so’n hübsches Mächen — immer ’n bißken munter, Karlinekin!“

Sie sah ihn dankbar an. Ihre Blicke begegneten sich — da schoß ihr das Blut heiß und rot bis in die Schläfen.

Er zwirbelte den Schnurrbart, stemmte den Ellbogen auf den Schenktisch und schmunzelte sie an. „Na, jefällt et Ihnen denn hier in Berlin?“

Sie schüttelte verneinend den Kopf und sah traurig drein.

„Warten Sie man erst ab“, tröstete er, „det kommt noch! Wenn ick Ihnen erst in die Equepasche abhole! Mit Sie losjondle nach’n richtigen Klimbim, nach Treptow, nach’n Eierhäuschen. Na, wollen wer mal?“

Eigentlich hatte er nur Spaß gemacht, aber da er sah, wie sie blaß und rot wurde und vor innerem Entzücken kaum den Mund zusammenbringen konnte, hielt er ihr die Hand hin. „M. w., was?“

Sie schlug ohne viel Besinnen ein.

Da lehnte er sich ganz über den Schenktisch und schlang den Arm um ihre kräftigen Hüften. Donnerwetter, war das ’ne Stramme! „Noch zu haben, Fräulein?“

„Lassen Se mer!“ Sie stieß ihn zwar zurück, aber der Ton ihrer Stimme verriet verschämte Freude. Ihr schwindelte. Was würde Bertha sagen?! Und was die Reschke?! Ordentlich Respekt würden sie vor ihr kriegen — so ein hübscher Mensch!

In einer glücklichen Erregung blieb sie zurück, als er, nachdem er noch eine Weiße „mit Luft“ getrunken, vergnügt pfeifend, mit einem zärtlichen Nicker das Lokal verließ. Verträumten Auges und lächelnden Mundes stand sie hinterm Schenktisch und sah anscheinend interessiert der einsamen Herbstfliege zu, die matt und taumelig an der Scheibe der Glastür auf und nieder irrte. Aber ihre Gedanken waren bei dem rotblonden Schnurrbart und den vergißmeinnichtblauen Augen des Weißlackierten. Eine glückliche Perspektive eröffnete sich ihr.

Das Rippespeer und das Kartoffelmus, die sie heute auf den Tisch brachte, waren noch schlechter zubereitet als das Essen der vorigen Tage, — und das wollte viel heißen.

VII.

Frau Hauptmann von Saldern war noch nicht recht warm geworden mit ihrem neuen Mädchen, obgleich dieses sich willig und sehr geschickt zeigte und von einer steten bescheidenen Freundlichkeit war.

„Ich weiß nicht“, klagte sie ihrem Mann, „was der Peters und die Bertha immer in der Küche zu lachen haben. Hör nur! Schon wieder! Was haben sie denn nur?“

„Aber, liebes Kind“, beruhigte der Hauptmann, „du willst doch wohl nicht die Vertraute deiner Dienstmagd sein! Was gehts dich an?!“

„Nein, aber ich möchte doch wissen, was sie vorhaben!“ Die Herrin lauschte, das helle Kichern der Magd drang vernehmlich durch die geschlossene Stubentür. „Man muß kein so hübsches Dienstmädchen nehmen“, sagte sie ärgerlich.

„Tut sie denn nicht ihre Schuldigkeit?“

„O ja!“

„Ist sie unbescheiden?“

„O nein!“

„Ja, aber was gefällt dir denn nicht an ihr?“

„Ich — ich weiß nicht. Hörst du, sie lacht schon wieder! Du mußt Peters verbieten, sich in der Küche aufzuhalten. Wenn sie sich nun mit ihm einläßt!“

„Na! Wenn du keinen Schaden davon hast, kann dir’s doch ganz gleich sein. Du hast nicht für die Moral deiner Dienstmägde aufzukommen.“ Der Hauptmann zuckte die Achseln. „Laß sie doch!“

„Ja, aber sie haben immer ihre eigenen Interessen“, klagte die junge Frau. „Und besonders solch eine Hübsche!“

„Eine Hübsche“ — das fand Bertha auch, als sie sich heut nachmittag in ihrem Spiegelchen besah. Seit einer Stunde hielt sie sich in ihrer Kammer vor dem Ansturm der Kinder verschlossen, die sonst gewöhnt waren, eine immer zum Tändeln bereite Gefährtin in ihr zu finden.

Sie rüstete sich zum Vergnügen; es war ihr erster sonntäglicher Ausgang in Berlin.

In der Mägdekammer, die so schmal war, daß nur ein schlanker Körper sich zwischen Bett und Wand durchklemmen konnte, roch es stark nach duftender Moschusseife; der Chef drüben im Kaufmannsladen hatte sie Bertha verehrt, als sie heute morgen ein halbes Pfund Kaffee zu siebzig, ein Pfund Reis und ein Päckchen Suppentafel geholt.

Vom Kopf bis zu den Füßen hatte sie sich abgeseift, sie hatte sich förmlich eingehüllt in diesen Wohlgeruch. Nun stand sie in Korsett und Unterrock vorm Spiegel und steckte ihr Haar auf. Lang und fein, in einem weichen, silberblonden Glanz, floß es ihr über den Rücken.

Sie vergrub die Zähne in die rote Unterlippe und betrachtete lang und sinnend ihre frische Schönheit. Nein, es wäre schade, wenn sie hier in der beengten Wirtschaft bei Hauptmanns verkommen sollte. Hier war kein Ort für sie. Sie mußte weiter, weiter! Allerhand ehrgeizige Pläne schossen ihr durch den Sinn. Oh, sie würde sich schon schicken, wenn sich’s lohnte, sich ducken, wenn’s not tat! Das mußte man, wenn man’s zu etwas bringen wollte. Und hatte sie nicht bei Reschkes im Keller gelernt, welche Reden den Leuten angenehm sind!

Mit einem entschlossenen Blick in den Augen, der das schöne Blau zu einem stahlharten Grau veränderte, nickte sie ihrem Spiegelbild zu — hier kündigte sie in nicht zu ferner Zeit, das stand fest. Vorerst aber wollte sie sich heute einmal amüsieren.

Auf dem Bett lag der ganze Sonntagsstaat ausgebreitet, kritischen Blickes betrachtete sie ihn. Das perlbestickte Cape von der Freiern war noch sehr schön — die lag nun schon beinahe ein halbes Jahr in der Erde, die fing gewiß bereits an zu faulen. Ohne jedes Grausen dachte sie daran, mit einem naiven Vergnügen. Hätte sie sonst das schöne Cape bekommen?

Das Kleid fand weniger ihren Beifall — ’s war noch ihr schwarzer Einsegnungsrock und die rosa Bluse — aber zu einem neuen hatte es noch nicht gelangt. Acht Mark mußte sie für den Federhut abbezahlen, sowie sie ihren ersten Monatslohn bekam. In dem winkligen Trödellädchen bei Rosalie Grummach hatte sie den erstanden; die Minna vom Doktor hatte sie dahin rekommandiert, die all ihre Kleider dort kaufte, richtige Damenkleider. Acht Mark! Aber er war auch noch so gut wie neu, an der Seite aufgeschlagen, von weichstem hellen Filz, mit langer gekrauster Straußenfeder.

Lächelnd hielt sie ihn mit beiden Händen über ihr Köpfchen, die kühne Form stand ihrem sanften Madonnenscheitel gar zu gut. Ihre feinen Nasenflügel zitterten und blähten sich in verhaltener Begier; sie schien in die Ferne zu lauschen — schon hörte sie die Tanzmusik! Unbewußt summte sie einen Walzertakt. Und wie die Leute sie anlächelten — sie lächelte wieder — da — ein Klingeln an der Haustür!

Ärgerlich griff sie nach ihrer Nachtjacke. Nein, mochten sie selber aufmachen, heute war ihr freier Sonntag! Die Stimme des kleinen Kurt ertönte draußen: „Die Bertha ist noch da, jawohl!“

Gleich darauf klopfte es an die Kammertür. „Bertha, mach uff! De Mine!“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Das tägliche Brot»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Das tägliche Brot» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Das tägliche Brot»

Обсуждение, отзывы о книге «Das tägliche Brot» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x