Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Bertha schob den Riegel zurück. „Du — ?!“ sagte sie langgezogen. Mine umarmte sie kräftig.

„Au, du stößt mer ja den Hut runter!“ Bertha wich zurück und faßte mit beiden Händen nach ihrem Kopf. Vorsichtig legte sie den Hut aufs Bett. „Na, wie geht dersch?“

Mine lachte mit einer gewissen Verschämtheit. „Gutt, sehr gutt! Un dir?“

„De siehst ja!“

„Ne, woher haste denn den feinen Hutt?“

„Gekauft. Schön, gelle?“

„Wunderscheene“, rief Mine bewundernd und schlug die Hände zusammen.

„Setz der“, sagte Bertha, um vieles freundlicher.

Mine nahm auf dem Bettrand Platz und stocherte mit der Spitze ihres großen baumwollenen Regenschirmes an ihren Schuhen herum; sollte sie der Freundin was anvertrauen? Sie wußte nicht recht, wie sie’s anfangen sollte.

„Du“, flüsterte sie endlich nach langem Besinnen, „ich hab en Schatz!“

Bertha war ganz mit sich beschäftigt, sie schien nicht zu hören.

„Er ist aber sehr gutt und sehr scheene, un —“ sie brach ab und lächelte stolz.

„So?“ sagte Bertha leichthin. „Weißte, ich muß eilen, die andern warten auf mer.“

„Wohin gehste denn?“

„Ich hab mer verabred’t mit fünf andren Mädels — ich weiß nich.“ Sie sagte nicht „Komm du auch mit!“ Mines Herz zog sich zusammen. Ihr Kleid glattstreichend, stand sie auf.

„Wart, ich komme mit bis runter“, rief Bertha.

Das Cape mit einem Finger am Anhängsel haltend und wie eine Windfahne wirbelnd, sprang sie leichtfüßig neben Mine die Hintertreppe hinunter. Unten am Hoftor schüttelte sie ihr die Hand. „Adje, Mine, amüsier der!“ Plötzlich fiel’s ihr ein, und einem gutmütigen Impuls folgend, haschte sie nach dem Kleid der sich langsam Entfernenden. „Du, Mine, komm ooch mit!“

„Ne, ne!“

„Biste mer beese?“

„Ne, ne ich —“

Mine beendete ihren Satz nicht, sie wurde glühend rot und guckte mit leuchtenden Augen der Taxameterdroschke nach, die, trotz der dichtgedrängten Insassen, leicht und elegant an ihnen vorbeisauste. Der Kutscher hob für einen Augenblick die Peitsche grüßend an den Zylinder.

Bertha lachte. „Kennste den ooch?“

„Wen — wen meinste?“ stotterte Mine verschämt.

„Na, den Weißlackierten! Der Müllern, der Plätterin ihr Mann!“

„Der Plät — terin — ihr — Mann?“

„Gelle, die kann lachen?! Ein netter Mensch! Un immer fidel. Man kann sich reine totlachen. Wenn er zu Hause ist, steht er im Laden und poussiert de Mädels. Die macht en Geschäft! Au, laß los!“

Krampfhaft preßte Mine den Arm der lustig Schwatzenden. „Ver—heirat, sagste — der — ?!“

Bertha lachte hell auf. „Hätt er vielleicht uff dir warten sollen?“

„Ne, ne — ju ju“, mehr brachte Mine nicht heraus, mechanisch verabschiedete sie sich.

Sonnenschein lag auf dem breiten Trottoir und dem Asphalt der Straße, er tat ihren Augen weh. Die brannten wie Feuer. Im Schatten der Hauswände schlich sie zurück. Die Destille gähnte sie an wie ein Grab. Sie stahl sich auf ihren Hängeboden und riß sich den Hut vom Kopf. Aus dem Spiegelscherben guckte ihr ein blasses, gänzlich verdutztes Gesicht entgegen; da ballte sie die Faust. „So’n Kerl“, sagte sie ingrimmig, und dann warf sie sich übers Bett und heulte in ihr Kissen. Und überm Weinen schlief sie ein.

Als sie erwachte, dunkelte es bereits.

Eine grenzenlose Verlassenheit überkam sie plötzlich — hatte sie denn gar niemanden, der sich um sie kümmerte? War sie ganz allein in der großen weltfremden Stadt? Mit einem sie völlig übermannenden Schmerz dachte sie an Bertha. Die saß in einem Biergarten und amüsierte sich, oder tanzte vielleicht gar und ließ sie hier allein hocken in dem dunklen Loch. Sie hätte sich die Augen aus dem Kopf weinen mögen. Was sollte sie jetzt machen? Nach Hause schreiben? Ach nein! Ging es ihr denn so gut, daß die zu Hause bei ihrem Bericht Maul und Nase aufsperren würden?

Sie würgte die Tränen herunter und erhob sich müde und unlustig. Daß auch die Grete gar nicht zu ihr kam! Selbst die Elli wäre ihr jetzt recht gewesen.

Sie setzte sich wieder den Hut auf und ging langsam hinüber zum Grünkramkeller; Schritt setzte sie vor Schritt, fast widerwillig, und doch zog sie’s gewaltsam. Sie konnte die Einsamkeit nicht länger mehr ertragen.

Da stand sie vor der blaulackierten Tür — die war fest verschlossen. Mit trübseligen Augen sah sie die Straße auf und nieder, dämmerig war’s und weiche müde Luft. Einzelne Pärchen schlenderten in sonntäglichseligem Beieinandersein übers Trottoir — die kamen vom Tiergarten oder von irgendwo weit draußen her, aus Wald und Heide! Ein Mädchen mit lachendem Gesicht trug einen ganzen Strauß goldgelber herbstlicher Blätter und einen Zweig kirschroter Beeren in der Hand. Ach — !

Sie klopfte wieder und wieder, nicht nur mit dem Finger, sie nahm die ganze Faust. Vergebens! Da lief sie durchs Tor auf den Hof des Hauses, vielleicht, daß Reschkes ihr Klopfen an der Hintertür hörten. Einer mußte doch zu Hause sein; immer blieb einer da, um hintenherum vergeßlichen Dienstmädchen eine Flasche Bier oder sonst etwas zum Abendbrot Benötigtes zu verabfolgen.

Auch hier ihr Klopfen vergebens! Sie rief: „Onkel! Tante! Onkel! Grete!“

Mit sehnsüchtigem Blick musterte sie die kleinen tiefliegenden Scheiben der Kellerwohnung, die der aufgewirbelte Kehricht des Hofes mit einer dichten Haut überzogen hatte. Kein Lichtschimmer. Das ganze große Haus wie ausgestorben; als Riesensarg stand es unterm Himmel, der sich nächtlich umzog. Blasse Sterne schimmerten auf.

Das einsame Mädchen reckte sich und legte den Kopf in den Nacken, um oben, zwischen den hohen berußten Wänden durch, den matten Glanz des Herbsthimmels sehen zu können.

Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Eine Katze strich kläglich miauend über die Mauer des Nachbargrundstücks; der Nachtwind erhob sich, verfing sich im engen Hof und wisperte in den öden Ecken.

Noch immer konnte sie sich nicht zum Fortgehen entschließen. „Onkel! Tante! Grete! Arthur! Trude! Elli!“ Immer dringender wurde ihr Rufen, es hallte laut über den stillen Hof.

Da öffnete sich oben im zweiten Stock ein Fenster, eine schwarze Frauengestalt neigte sich heraus. „Machen Sie nicht solche Störungen am Sonntag! Unten ist keiner zu Hause — alle zum Vergnügen natürlich!“

Das Fenster schloß sich wieder. Der scharfe Ton hatte Mine erschreckt, sie wagte nicht mehr laut zu rufen. Leise aber eindringlicher klopfte sie an das nächste Fenster — es war Arthurs Kammerfenster.

„Arthur! Arthur!“

VIII.

Die Familie Reschke war gegen drei Uhr ausgerückt. Um zwei hatte man schon angefangen, sich zu der Partie nach Halensee zu rüsten; Trude mußte Elli mit dem Brenneisen die Haare wellen, Mutter Reschke packte eine lederne Handtasche voll mit fettigem Streuselkuchen und belegten Butterstullen. Es war ein hübscher Anblick, als die beiden zierlich gekleideten Mädchen vor den Eltern herschritten. Herr Reschke sah sehr würdig aus, mit Zylinder und goldener Talmi-Uhrkette; ehrbar führte er seine Frau am Arm, die in einem veilchenblauen Kleide und spitzenbesetztem Cape stattlich genug einherrauschte. Vielleicht, daß sich draußen für Trude etwas fand!

Arthur hatte nicht mitgehen wollen, er grollte mit seinen Eltern. Als er allein war, machte er sichs bequem, indem er den Rock auszog und die Stiefel abschlenkerte, legte sich aufs Sofa in die gute Stube, ließ die Beine über die Seitenlehne hängen und rauchte eine Zigarette nach der anderen. In der Stille des Sonntags und der Dämmerung des Kellers kam ihm der Schlaf; da erhob er sich taumelnd und schlich in seine Kammer aufs Bett, da lag er noch bequemer.

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