Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Aber Arthur hatte nicht vergessen. Als er jetzt in der Einsamkeit des Sonntagnachmittags auf seinem Bette lag und schlief, war seine Stirn schmerzlich verzogen. Er ächzte im Traum — der Lehrer rief ihn auf, er wußte nichts, rein gar nichts, die kleinen Knirpse rundum lachten — „Arthur! Arthur!“

Da schreckte er auf. Eine Mädchenstimme hatte gerufen, es pochte ans Fenster.

Schlaftrunken stolperte er nach der Tür.

Er war sehr enttäuscht, Mine zu finden; sie dagegen war froh, einen Menschen zu sehen und drückte warm seine Hand.

Sie folgte ihm ins Wohnzimmer. Noch brannte keine Lampe, im Dämmergrau sah sie nur seine weißen Hemdärmel schimmern, und er sah ihr Gesicht in unbestimmten verfeinerten Umrissen. Ganz traulich tickte der Regulator, und ein Mäuschen knabberte in irgendeinem Winkel.

Sie saßen jeder in eine Sofaecke gedrückt. Mit gedämpfter Stimme fing sie an zu sprechen. Er hatte sie nicht gefragt, aber es war ihr ein Bedürfnis, zu erzählen, ein wenig zu klagen, mit einer Weichheit, die ihr sonst fremd war. Er hörte ihr schläfrig zu; ihre bäuerliche Sprechweise hatte sich schon gebessert, wenigstens störte sie ihn heute nicht mehr so.

Mines Stimme zitterte, als sie erzählte, daß Bertha gegangen war, sich zu amüsieren, und sie allein gelassen hatte — ganz allein!

Allein! War er das nicht auch? Arthur ergriff Mines Hand. Sie rückten näher zusammen.

„Ein scheußliches Leben“, seufzte er gähnend.

„Ne, das is aber auch gar nich scheene von ihnen, daß se der so alleine gelassen haben“, sagte sie mühsam.

„Ach, das is mir janz wurscht! Aber, daß sie kein Einsehen haben! Ich soll durchaus noch in Schule hocken. Ich lerne doch nischt!“

„Ne, das glaube ich selber. Wo das nu mal nich drinne sitzt! Das is ackerat so, als sollt ein Hahn Eier legen — das kann er ooch nich.“

„Du bist gar nicht so dumm“, sagte er.

Sie lächelte erfreut.

„Ich gehe nicht mehr nach Schule“, murmelte er vor sich hin. Sein Gesicht, das sich bei ihrem drastischen Vergleich etwas aufgeheitert hatte, wurde wieder trübselig. „Mir is hundselend zumute!“

„Armer Arthur“, seufzte sie bedauernd.

Er ließ den Kopf an ihre Schultern sinken. „Mutter kann man vorstellen, was man will, sie versteht einen nich. Sie is zu ungebildet. Und Vater erst! — Du hättest neulich die beiden Ollen hören sollen! Eigentlich zum Radschlagen!“

Er schwieg. Sie schwieg auch; aber als sie ihn tief seufzen hörte, strich sie ihm übers Haar. Er lehnte wie ein hilfloses Kind an ihrer Schulter, ein wahrhaft mütterliches Gefühl stieg in ihr auf. Leise streichelte sie weiter.

„Ich kann nich mehr nach Schule gehn — ich kann nich studieren! Ich kann nich, ich kann nich“, klagte er.

„Ja, was willste denn?“ fragte sie.

„Das weiß ich nich“, stöhnte er. „Fühl mal!“ Er streckte seinen Arm aus. „Achtzehn Jahre — un gar nischt! Andre, die so alt sind wie ich, haben Muskeln wie Eisen.“

„Na, dann mußte Kellner werden, dazu brauchste keene Knochen wie’n Ochse.“

Er schauderte.

„Oder in ’nen Matrialladen, so wie drüben is! Das ist doch scheene, Kaffee abwiegen un Sirup un Reis!“

Er schüttelte verneinend den Kopf.

„Na, oder de gehst bein Schneider. Da kannste uff’n Tisch sitzen, da brauchste nich mal zu stehn. Bei uns zu Hause is einer mit ’nem Stelzfuß, der hat die Kundschaft von allen reichen Bauern. Dem geht’s mächtig gutt!“

„Ne, o ne!“

„Ja, denn weiß ich wahrhaftig nich“ sagte sie ratlos. „Was willste denn werden?“

„Nichts“, stieß er hervor, ließ den Kopf von ihrer Schulter gleiten und hart auf die Tischplatte fallen.

So lag er lange, ohne sich zu rühren. Sie wagte keinen Laut, zuletzt stupste sie ihn sacht mit dem Zeigefinger ins Genick. Er regte sich nicht.

„Du, Arthur!“

Er hob sein verstörtes Gesicht, doch als sie ängstlich fragte: „Was haste?“ fing er an zu lachen. Mit einem kühnen Schwung schlang er den Arm um ihre Taille.

„Du bist en famoses Mädchen, Mine! Ein riesiger Dusel, daß die Ollen weg sind! Nun kann man sich doch mal ordentlich aussprechen.“

Und sie sprachen sich aus. Mine hätte nie geglaubt, daß der Arthur, der dazumal in der Küche wie ein ungezogener Bengel war, so nett sein könnte. Ein richtiger junger Mann. Und wie er sich fein ausdrücken konnte. Sie fühlte seinen Schnurrbart ihre Wange kitzeln und saß still in stummer Bewunderung.

Und Arthur erholte sich förmlich an dieser Bewunderung; er fühlte sich als etwas, zwirbelte die Härchen auf der Oberlippe und machte ihr zuletzt den Vorschlag, ob sie nicht bald einmal abends zusammen spazierengehen wollten?

„Ja, wenn de mer abholst“, sagte sie treuherzig. „Oder soll ich dir abholen, wenn ich mal Zeit hab?“

„Ne, ne, man ja nicht! Daß die Mutter ja nischt merkt!“

„Is se mer denn noch so beese?“ fragte Mine kleinlaut. „Ich kann ja doch nich bei se kaufen, wenn mer der Herr wo andersch hinschickt!“

„Komm nicht her! Ich wer dir schon Nachricht zukommen lassen“, sagte Arthur rasch. „Es is ja auch viel schöner, wenn wir heimlich gehen, was?“ Er umschlang sie fester und näherte seinen gespitzten Mund dem ihren.

„Ne, ne, Arthur“, wehrte sie ab und gab ihm einen kleinen Puff, „du darfst nicht kind’sch sein!“

Er lachte und rückte ihr wieder näher.

Plötzlich schreckten sie auf — vorn an der Blaulackierten rappelte es wie mit Schlüsseln! Tritte im Laden!

Der Junge fuhr zurück. „Die Ollen! Rasch, mach, daß du fortkommst!“ In verlegener Hast drängte er sie zur Hintertür.

Zu spät! Schon stieß Frau Reschke die Glastür auf und leuchtete mit einem Wachszündhölzchen in die Stube.

„Wo is denn Arthur! Nanu“, rief sie erstaunt, „du sitzt noch in’n Stichdunkeln? Und da is ja —“

Das Wachszündhölzchen erlosch; in eisigem Schweigen strich Mutter Reschke ein neues an. „Na so was“, sagte sie dann, die Lampe ansteckend, und fixierte dabei das Mädchen scharf, das mit rotem Kopf ganz verwirrt dastand. „Wat verschafft uns denn de besondre Ehre? Sonst is der Weg doch nich uffzufinden!“

„’n Abend, Tante“, flüsterte Mine schüchtern.

Frau Reschke schien die ausgestreckte Hand nicht zu bemerken, aber Herr Reschke sagte gutmütig: „’n Abend, Mine! Na, läßte der ooch mal bei uns sehen? Was machen se denn zu Hause? Wie jehts denn in de neue Stellung?“

„Nich sehr scheene!“ Mine ließ den Kopf tief auf die Brust hängen. „Mer hat doch so gar keenen!“

„Heimweh?!“ Herr Reschke lachte.

„Nu ja“, sagte Frau Reschke spitz, „wenn man seine Verwandten so hintenansetzt! Ick. muß jestehn, so was is mich denn doch noch nicht vorgekommen — “

„Laß doch, Amalchen“, unterbrach sie ihr Mann, „de Mine is ja doch nu jekommen!“

„Nu wenn schon! An ’n Sonntag, wenn weiter nischt los is! Wenn wochentags der Jrünkram in de Kirchbachstraße so ville besser is, da kann se sonntags ooch dahin jehn. Ick verzichte!“

„Nu, Maleken“, sagte Herr Reschke besänftigend, und Arthur flüsterte leise hinter Mines Rücken: „Sag, daß du hier kaufen willst! Rasch!“ Gott im Himmel, wenn die Verwandten ihr auch die Tür verschlossen! Arthur war vielleicht auch böse!

„Ich mechte ja gerne hier kaufen“, stammelte sie, „aber er schickt mer doch wo andersch hin! Was soll ich machen! Ach Jesses!“

„Na, so dumm!“ Die Tante höhnte sie gründlich aus. „Un brauchste ’s ihm denn uff de Nase zu binden? Der Schnapspantscher, der Jeizkragen, der olle Kamuff! Dem kann det janz egal sein, wo de für seine paar lumpigen Sechser inholst! De tust, als ob de in de Kirchbach rin jingst, aber wenn er der nich sieht, drehste ebent um un kommst rüber. Fertig!“

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