Clara Viebig - Das tägliche Brot

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Mine und Bertha sind Dienstmädchen vom Lande, die nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schmerzhaft erfahren müssen, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der zunächst so verheißungsvollen Großstadt in Wirklichkeit ist. Trotzdem geben sie ihre Träume nicht auf und hoffen auf ein Ende dieses schweren Lebens. «Nein! Sie schrie laut auf! Nicht mehr dienen! Auch einmal herrschen, wie andere herrschen! Sich einmal nicht mehr schinden, sich nicht mehr hin- und herjagen lassen, sich nicht mehr ducken, sich nicht mehr die Nägel abarbeiten: nur um das bißchen tägliche Brot!» Doch Berthas anklagender Stoßseufzer wird sich wohl kaum jemals erfüllen, und auf eine Frau, die nicht mehr dient, wartet die Gosse … «Das tägliche Brot» gehört in die Reihe der frühen Berliner Großstadtromane Viebigs, die sich durch ein waches Auge und ein offenes Ohr für soziale Missstände auszeichnen und ein flammendes Plädoyer für eine menschlichere Welt zum Ausdruck bringen.-

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Schon in der ganzen letzten Zeit war Arthur maulfaul gewesen, verdrossen war er am Morgen mit seinen Büchern unterm Arm in die Schule geschlichen, verdrossen kam er heim, mürrisch stocherte er im Essen.

„Was is denn los, Arthur?“ hatte die besorgte Mutter gefragt. „Daß de stille bist“, schrie sie im nächsten Moment die verschüchterte Grete an, „störe Arthur nich immer! Der hat seine Jedanken in’n Koppe, der will Doktor werden!“

Daß sie darauf so versessen waren! Arthur hatte nicht die geringste Lust zum Studieren. Nicht einmal zu den Schularbeiten! Statt die zu machen, lag er in seiner Kammer auf dem Bett und druselte, oder er saß da, die Beine weit von sich gestreckt, die Füße gegen einen Haufen Bücher gestemmt, und paffte und paffte.

Michaeli war er nicht versetzt worden, nun saß er nach den Ferien wieder mit Jungen in der Tertia zusammen, die über einen Kopf kleiner waren als er. Und diese Knirpse machten sich über ihn lustig! Er verlor ganz die Fassung. Wenn er aufgerufen wurde, wußte er meist nichts. Der Lehrer nahm den jungen Menschen, dem schon der Schnurrbart sproßte, eines Tages beiseite und gab ihm zu überlegen, ob es nicht besser für ihn wäre, etwas anderes zu ergreifen, als noch neben Kindern die Schulbank zu drücken.

Arthur wagte nicht, zu Hause etwas davon zu sagen; ihm fehlte der Mut. Er war schlapp geworden vom langen Hocken auf der Schulbank. So klemmte er nach wie vor seine langen Gliedmaßen hinter das niedrige Pult und träumte während der Lehrstunden mit offenen Augen. Bis in die Schule hinein verfolgte ihn der Duft des Kellers. Er roch den welkenden Kohl, das faulende Obst, er sah die lachenden Gesichter der Mägde, er hörte ihr Schwatzen, ihre Klatschgeschichten; das Rascheln ihrer Röcke empfand er wie eine körperliche Berührung. Die Mutter hatte es gern, wenn der junge Mann sich im Laden herumdrehte, sie trieb ihn ordentlich dazu. Nun kam er nicht mehr los davon.

Der Keller — der Keller! In dem wurzelte er. Seine an Kellerdunkel gewöhnten Augen blinzelten im hellen Licht der Schulstube. Was sollten ihm Lateinisch und Griechisch? — „Für fünf Pfennige Suppengrün!“ — „Zehn Pfund Kartoffeln!“ — „Wohin gehen wir Sonntag? Tanzen?!“ — „Na, was macht der Schatz?“ — Das war die Sprache, die er verstand. Die Mägde kokettierten mit ihm, und die Mutter blinzelte ihm aufmunternd zu — was sollen ihm Bücher?!

Vor ein paar Tagen nun hatte der Direktor an Vater Reschke geschrieben und ihn ersucht, seinen unbegabten Sohn vom Gymnasium zu nehmen.

Frau Reschke war außer sich, ihr Hochmut tief verletzt. Sie stürzte in die Kammer des Sohnes, wo dieser teilnahmslos in ein Buch stierte, ergriff das und schlug es ihm auf den Kopf. Die Blätter des zerflederten Bandes flatterten in alle Ecken.

„Du Faulpelz! Du Schlemihl! Du — du“, eine Flut von Schimpfworten entströmte ihrem Mund. „Haben wer dafor det ville Jeld ausjejeben, und uns jeschunden, daß de dir uff de faule Seite legst? Haste denn keen Prietzelchen Ehre in’n Leibe? Schämen sollste dir in deinen Hals rein. Sollste nich deinen Eltern, die allens for dir jeopfert haben, ’ne Stütze sein in’n Alter? Ne, mit de Müllfuhre losjondeln, weiter nischt! Aber ne, Männeken, det jibt’s nich — du jehst standepe nach Schule und lernst wat Ordentlichet!“

Er lachte ihr bitter ins Gesicht. „Was Ordentliches? Ich bin viel zu alt. Frag den Direktor! Sie lachen mich aus.“

„Quatsch! Vater wird dem Direktor mal den Standpunkt klarmachen. Du jehst!“

„Ich gehe nich.“

„Nanu?“ Frau Reschke sah ihren Sohn an, als spräche er irre.

Sie tippte ihm auf die Stirn. „Brustkrank — wat? Ick sage, du jehst!“

„Und ich will nich mehr“, schrie er mit dem plötzlichen Mut der Verzweiflung, „mach, was du willst! Ich — laufe eher fort!“

„Haha, versucht’t man! Ick sage dir, du kommst schnelle wieder bei Muttern. Soll dich schlecht schmecken, Steine bei’n Bau tragen oder Schnee schippen. Was willste denn? Du kannst ja nischt!“ Der Junge stöhnte auf und verbarg das Gesicht in den Händen.

„Ne, ne“, fuhr sie etwas sanfter fort, bückte sich und hob mit spitzen Fingern die umhergestreuten Blätter des Buches auf. „Det is ja allens Quatsch. Se sind in de Schule unjerecht jejen dir; aber laß der nur nich einschüchtern! Ick wer’s ihnen schon zeigen, was ’ne Harke is — du wirst doch Doktor. Un damit punktum.“

„Ich werd’ es nich — ich werd’ es nie — ich kanns gar nich werden!“

„Un warum denn nich, wenn ick fragen därf? Det wär ’ne neie Mode!“ Sie schlug entrüstet mit der Faust auf den Tisch. „Wenn Mutter sagt, du wirst det, denn wirste det ebent!“

„Ich kann nich.“

„Warum kannste nich — na?“

Er hob den Kopf aus den Händen und sah seine Mutter an, mit verschwollenen Augen. Sein Gesicht war aschfahl, seine Lippen zuckten. Er brachte kein Wort heraus. Aber es war ein langer, stumm beredter Blick.

„Na, wirds bald? Warum kannste nich?!“

Wild fuhren seine Augen im Kellerraum umher — vom Laden herüber tönte Lachen und Gekreisch der Mägde, Vater Reschke trieb seine handgreiflichen Geschäftsscherze mit ihnen; nebenan quiekte Elli eins ihrer Bravourstücke und trommelte den Takt dazu mit den Absätzen.

„Hörste’s?“ stieß er heraus. „Ich kann nich — der Keller — der Keller — hörste’s?“

„Na ja, wat denn?“ Sie sah ihn verständnislos an.

„Der Keller — siehstes denn nich ein, ich bin aus’n Keller! Ich paß nich fürs Studium. Laß mich was werden, was zu mir paßt!“

Sie schrie laut auf. „Wat, der Keller is wohl nich anständig? Hier is der’t nich fein jenug? Na, warte! Reschke! Reschke!“

Schon kam er gelaufen.

„Reschke!“ Sie stand und schnappte nach Luft und zeigte mit ausgestreckten Fingern auf ihren Sohn. „Et is ihm nich fein jenug, — der Keller — er — er schämt sich wejen seine Eltern!“

„Nanu wirds Tag! Schämen — du dich unsetwejen schämen?! Du verdammter Bengel!“

„Ich schäm mich eurer ja gar nicht“, schrie der Sohn. Er war aufgesprungen und stierte, den Kopf vorgeneigt, seine Eltern an. „Ich sag ja nur, ich paß nich zum Studieren, seht das doch ein!“

„Was, du willst uff unsen Keller schimpfen?“ Reschke packte Arthur vorn am Rock und schüttelte ihn hin und her. „Ich wer’ der lehren!“

„Wie steht man da?“ kreischte die Reschke. „Reine blamiert! Nich in de Schule jehn, nich Doktor werden? Reschke, morjen jehste zu ’n Direktor un machst dem den Standpunkt klar. Ne, uff de Stelle!“

„Ich kann nich mehr in Schule gehn! Ich will nich mehr in Schule gehn!“

„Maul jehalten!“ Der starke Vater, mit seinen Bauernfäusten, schüttelte den kraftlos aufgeschossenen Sohn, daß der schlotterte wie ein loses Bündel Kleider.

Frau Reschke bebte vor Wut. „Du sollst Jott danken, daß de Eltern hast, die der studieren lassen, du — du!“

„Ich kann nich studieren!“ Arthur riß sich vom Vater los und hielt sich wie betäubt den Kopf.

„Da haste eene!“ Die Mutter holte zornig aus und langte ihm eine Ohrfeige, daß seine blasse Wange dunkelrot erglühte.

Einen Moment hatte es den Anschein, als wollte der Sohn rebellisch werden, auf seiner Stirn schwoll die Ader, aber gleich darauf knickte seine aufgeschossene Gestalt schlapp zusammen und sank auf den nächsten Stuhl. Er fing an zu schluchzen.

„Siehste woll“, sagte Frau Reschke. Und dann zog sie ihren Mann mit sich fort. „Komm, laß man Arthur! Er is ja doch een juter Junge. Er wird sich schon besinnen.“

Herr Reschke war nicht „auf der Stelle“ zum Direktor gegangen, auch nicht den nächsten Tag und den übernächsten: es war im Geschäft viel los gewesen.

Und dann kam der Samstag, und den wollte man doch auch in aller Gemütsruhe genießen. Es war keine Rede mehr davon, mit dem Direktor zu sprechen, die ganze Szene mit Arthur schien vergessen, als wäre sie nie gewesen.

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