Voller Vorfreude schaltete ich meinen Computer an. Vergnügt machte ich es mir in meinem gepolsterten Lehnstuhl bequem. Ich trug meinen liebsten Flanellpyjama. Griffbereit neben mir stand ein Tablett mit Chips, Apfelsaft, Mineralwasser und Schokolade.
»Hi, Lara!«, erscholl es schon im Chor und ich blickte in die vier aneinandergequetschten, fröhlichen Gesichter meiner Freundinnen.
Ich lachte glücklich. »Hallo, Mädels!«
»Wir vermissen dich, Süße!«
»Wie ist es so in Istanbul?«
»Wann kommst du mal her?«
Ehe ich noch Luft holen und antworten konnte, fiel Saskia den andern ins Wort. »Weißt du schon das Neuste? Ira ist mit Hannes aus der Zwölf zusammen!« Sie lächelte triumphierend.
»Das wollte ich ihr doch selbst sagen!«, schmollte Ira.
»Der Basketballspieler mit den langen Haaren?« Ich versuchte, mir sein Bild ins Gedächtnis zu rufen.
»Ja, genau der! Und küssen kann er auch ganz toll, wie man so hört!« Aggie verdrehte in gespielter Verzückung die Augen.
»Halt die Klappe, du bist ja bloß neidisch!«, wies Ira sie zurecht. »Du solltest lieber mal auf Stefan achten, wie er dich anschmachtet, könnte man glauben, du hättest ihn verhext!«
»Welcher Stefan?«, wollte ich wissen.
»Na, der aus der Parallelklasse! Das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock, dass er total in Aggie verknallt ist!«
»Ich aber nicht in ihn!«, stellte Aggie energisch klar.
Ich warf lachend die Hände in die Luft. »Endlich mal wieder Leute, mit denen man ein vernünftiges Gespräch führen kann! Ich vermisse euch schrecklich! Hier ist kein Mensch, der auch nur annähernd so ist wie ihr. Im Gegenteil! Aber die Stadt ist interessant, stellenweise sogar gefährlich, auf alle Fälle ist sie nicht langweilig.«
Ich erzählte von meinem Abenteuer in der Seitengasse und wie Noyan mich gerettet hatte. »Aber SO viel habe ich bis dato ja noch nicht gesehen. Und ich würde jederzeit dieses tolle Zimmer gegen einen Abend mit euch tauschen, das könnt ihr mir glauben!«, schloss ich.
Meine Freundinnen tauschten vielsagende Blicke aus, dann fragte Saskia vorsichtig: »Süße, willst du uns erzählen, was da los ist bei dir? Ich meine, außer dass du von einem Prinzen gerettet worden bist.« Aus ihrer Stimme klang keine Neugier, sondern freundliche Anteilnahme.
Mit einem Mal traten mir Tränen in die Augen. »Ich bin hier so allein! Meine Klassenkameraden halten mich für eine dumme Nuss, die Lehrer auch und dann muss ich auch noch so ’ne bekloppte Uniform tragen. Und habt ihr schon meine Haare gesehen?«
»Oh ja, das wollte ich eben schon sagen, siehst spitze aus! Dass du da nicht früher draufgekommen bist, die Farbe betont deine Augen echt super!«, warf Saskia ein.
»Meinst du wirklich?«
»Echt, sieht toll aus!«, nickten nun auch die anderen.
»Warum könnt ihr nur nicht hier sein? Ich vermisse euch ganz schrecklich!«
»Ach, das wird schon! Aller Anfang ist schwer, sagt meine Mama immer. Ist doch logo, dass du dich noch nicht eingelebt hast, ein neues Land, alles ist doch anders, mir erginge es nicht besser, das kann ich dir sagen!«, machte Ira mir Mut.
»Meint ihr wirklich?« Hoffnung keimte in mir auf.
»Klar doch! Du bist manchmal vielleicht eine kleine Diva, aber ein Schwächling biste nicht! Reiß dich zusammen, du packst das!«
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