Jade Y. Chen - Die Tränen des Porzellans

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Im Auftrag des Kurfürstentums Sachsen wird der Mineraloge Wilhelm Bühl 1763 nach China geschickt. Er soll für die angeschlagene Porzellanmanufaktur Meißen das letzte Geheimnis des zerbrechlichen Golds lüften, die Herstellung der himmelblauen Ru-Keramik. Schließlich gelangt er an den chinesischen Kaiserhof und wird schnell in Intrigen und Machtkämpfe hineingezogen. Doch dann kreuzt eine unbekannte Frau seinen Weg und Wilhelm will sie unbedingt wiedersehen, obwohl die Gefahren um ihn immer größer werden. Aber wie findet man eine Unbekannte in einer Stadt voller Mauern und Verbote?

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Allmählich verheilen meine Wunden. Colbert sperrt mich im Zimmer ein und verweigert mir den Alkohol. Ein Diener bringt mir Essen. Im Moment kann ich nirgends hingehen. Wenn mich die Sucht nach Alkohol quält, hämmere ich an die Tür, und wenn mir der Ärger hochkocht, schreie ich.

Häufig schaue ich versonnen auf die französische Flagge auf dem Dach, die im Wind flattert, und auf die britische nebenan, oder ich starre auf funkelnde Fenster mit Perlmutt- und Perlenintarsien.

Kanton, 15. Januar 1765

Endlich durfte ich raus, um die jesuitische Kirche in Kanton aufzusuchen. Alle Jesuiten in Kanton waren da. Der Priester war ein Franzose mit langem Bart. Er trug das lange Hemd der Chinesen und sprach fließend Chinesisch. Er war von großer Anmut, was sein sanftes Gesicht noch unterstrich. Meine drei Missionare, die ich schon mehrere Tage nicht gesehen hatte, waren auch da.

„Meine Brüder, ich bin Pater Pasquier. Ich habe gehört, eure Reise war außerordentlich gefährlich und beschwerlich.“ Er streckte mir mit einem liebenswerten Lächeln die Hand entgegen. Ursprünglich war der Jesuit gekommen, um die Waren in seine Obhut zu nehmen und dafür seinen Dank auszusprechen. Ich durchsuchte meine Kleidung, konnte die Warenaufstellung jedoch nicht finden. Offenbar hatten mir die Chinesen die Liste abgenommen. Glücklicherweise hatte Frater Attiret noch eine Abschrift:

1 Pianoforte

1 mit Gold verzierter Globus aus Elfenbein

6 Glasscheiben mit 2 Fuß Länge und 4 Fuß Breite

1 Dutzend Pigmente, inklusive Rosé

6 Kisten Bordeaux

1 böhmischer Kristalllüster

1 Spieluhr

„Der Großteil der Artikel ist unversehrt, bis auf eine Glasscheibe, die ein Kuli beim Verladen zerbrochen hat. Dem gnädigen Gott sei Dank wurde niemand dabei verletzt.“ Der freundlich aussehende Priester legte beide Handflächen aneinander und sprach mit sanfter Stimme, in der Bedauern mitklang, vielleicht wegen des vom Kaiser so geschätzten Glases. „Haben Sie vor, die Reise an andere Orte fortzusetzen?“

„Ich plane, in China zu bleiben.“ Ich erschrak über die plötzliche Heiserkeit meiner Stimme, die mich an die Rufe der Händler auf einer Auktion in Wien erinnerte.

„Dieses geheimnisvolle und despotische Land lässt Fremde nicht nach Belieben herein.“ Pater Pasquier sah mich mit einem schmerzlichen Ausdruck im Gesicht an, als ob er sich dafür entschuldigen müsste. „Sie sind kein Geistlicher. Verzeihen Sie mir meine Neugier, aber was haben Sie denn in China vor?“

„Ich will mir meinen chinesischen Traum erfüllen ...“

Ich nahm die Frage des Kirchenmannes als philosophische Fragestellung. Seit ich Dresden verlassen hatte, habe ich mir dieselbe Frage unzählige Male gestellt. Was ist mein Antrieb, nach China zu reisen? Ich sagte dem Priester nicht, dass ich mir China ansehen möchte, sondern ich erzählte ihm: „Ich interessiere mich für Porzellan und bin deshalb natürlich auch neugierig auf das Land, aus dem es kommt.“ Und: „Ich habe auch schon ernsthaft begonnen, Chinesisch zu studieren.“ Wie sollte ich das Ganze erklären? Welche Erklärung ist überhaupt nötig? Ist es nicht ähnlich wie die Frage, warum man sich in diese und nicht in die andere Frau verliebt hat? Wieso man roten oder weißen Wein bevorzugt? Man wird immer diesen oder jenen Grund haben, aber ist das dann auch der wahre Grund? Kann es sein, dass alles eine Frage des Schicksals ist? Oder des Zufalls?

Die Missionare werden vermutlich nicht verstehen, warum ich nach China gekommen bin, weil ich ihnen nicht die Wahrheit sagen kann. Und selbst wenn ich sie ihnen sagen könnte, kann es sein, dass dies doch nicht die Wahrheit ist.

Die Wahrheit ist nämlich, dass ich gegenüber dem Orient oder anderen fremden Ländern eine gewisse Neugier habe. Ich würde gern wissen, wie groß diese Welt ist und welche Wunder sie enthält. Wenn es möglich wäre, möchte ich sogar wissen, wo die Zeit beginnt und wo der Raum endet. Ich will wissen, was das Leben ist und ob man sich in den Tod schicken kann, bevor man dieses weiß. Diese Neugier lässt mich weiter willig Risiken eingehen und Gefahren begegnen. Außerdem ruft mich das geheimnisvolle Unbekannte. Ist es wahr, dass ich einen Auftrag und eine Verantwortung habe? Ist es wahr, dass ich dem Dilemma meines Lebens entfliehen muss? Dass meine Geliebte mich nicht lieben kann? Die Wahrheit ist, dass ich mich selbst frage, was denn nun wahr ist. Nichts davon sagte ich und sah Pater Pasquier nur in die Augen. Ein sehr einsames Paar Augen, wie ich fand.

Kanton, 16. Januar 1765

Ich hatte in Kanton bisher nur die jesuitische Kirche gesehen und noch keine Gelegenheit gehabt, mir die ganze Stadt anzusehen. Das Kanton, von dem ich reden hörte, schien noch größer zu sein als Paris oder London. Es ist nicht einfach eine Stadt, sondern eine ganze Welt.

Pater Pasquier bat den apostolischen Präfekten von Guangdong, Dominique Parrenin, herbei. Der Präfekt war Franzose wie Pasquier. Er sprach sehr förmlich und wählte seine Worte mit Bedacht. Er sagte, dass China ein in keiner Hinsicht offenes Land sei und dass, obwohl die Chinesen sehr gastfreundlich seien, sie nicht gern Umgang mit Ausländern hätten. Er sagte, dass zuvor schon einige Missionare aus Portugal und Frankreich hier gewesen seien, die der katholischen Kirche in Jiangxi und Shaozhou gedient hätten. Doch wegen des Missionsverbotes, das der Kaiser vor nicht allzu langer Zeit erlassen hätte, waren sie gezwungen gewesen, ihre Stationen zu verlassen. Auch sie seien nach Kanton gekommen, wohnten in der Kirche und warteten auf die Gewährung eines „roten Passes“. Sie warteten bereits seit einigen Monaten vergeblich. Auch der Generalgouverneur von Kanton hasse Ausländer und vertage die Entscheidung über die Einreise der Missionare immer wieder.

„Die Jesuitenkirche war früher das prächtigste und majestätischste Gebäude in Kanton. Haben Sie sie gesehen? Es war eines der Bauwerke, mit dem ein Vorfahr des aktuellen Kaisers den Jesuiten seinen Dank ausdrückte. Jetzt gibt es sogar Leute, die die Kirche im Vorbeigehen mit Unrat bewerfen und Hundeblut darauf verspritzen.“ Während der Präfekt über die Mission sprach, zeichnete sich Besorgnis in seinem Gesicht ab. „Ich fürchte, es wird nicht mehr lange dauern, bis sich ein Unglück ereignet.“

Aber ich will China nicht verlassen, auch wenn ich es eigentlich noch gar nicht betreten habe. Der Präfekt schlug mir vor, nach Macao zu gehen. Dort sei das Warten leichter zu ertragen, da es dort die beste Schule für Chinesisch gäbe. Sehr viele Missionare lernten dort Chinesisch. Zudem sei die Einreise nach China von Macao aus einfacher. „Außerdem ist es ein guter Ort“, sagte der Präfekt. Er persönlich bevorzuge Macao vor Kanton. Er sagte, die Überlegenheit der Marine habe Portugal schon vor langer Zeit an Holland abgetreten, und die nächsten seien die Engländer, die bereits die Franzosen geschlagen, sich auf dem Meer die Vorherrschaft erkämpft hätten und von Indien aus ihre Fühler Richtung Fernost ausstreckten.

Aber Macao war schon immer ein Niemandsland.

Hochverehrter Freiherr von Seydewitz,

ich bin mit einigen Missionaren nach Macao gesegelt, was in der Nähe von Kanton liegt und zu Portugal gehört. Auf der Insel gibt es mehr als zwanzig Kirchen, und zur Pauluskirche gehört außerdem ein Jesuiten-Kolleg. Meine Mitreisenden und ich sind hergekommen, um zu warten und um an dem Kolleg Chinesisch zu studieren. Die Kirche wurde von dem italienischen Jesuiten Carlo Spinola gebaut und mithilfe von japanischen Steinmetzen fertiggestellt. Sie ist sehr beeindruckend. Das Kolleg ist die erste westliche Hochschule im fernen Osten, auf der viele jesuitische Gelehrte Chinesisch studieren. Wollen Sie wissen, was meine erste Lektion hier war? Das waren die zwei Verszeilen, die in die Fassade der Pauluskirche graviert sind:

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