Jade Y. Chen - Die Tränen des Porzellans

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Im Auftrag des Kurfürstentums Sachsen wird der Mineraloge Wilhelm Bühl 1763 nach China geschickt. Er soll für die angeschlagene Porzellanmanufaktur Meißen das letzte Geheimnis des zerbrechlichen Golds lüften, die Herstellung der himmelblauen Ru-Keramik. Schließlich gelangt er an den chinesischen Kaiserhof und wird schnell in Intrigen und Machtkämpfe hineingezogen. Doch dann kreuzt eine unbekannte Frau seinen Weg und Wilhelm will sie unbedingt wiedersehen, obwohl die Gefahren um ihn immer größer werden. Aber wie findet man eine Unbekannte in einer Stadt voller Mauern und Verbote?

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Von Seydewitz hob sein Glas und trank mir zu. „Auf Böttger, ein Hoch auf Böttger.“

„Ein Hoch auf Böttger!“

„Haben Sie mal von Madame Pompadour gehört?“

„Selbstverständlich.“

„Sie ist der eigentliche Geist hinter Sèvres. Ich habe gehört, dass sie geschworen hat, Sèvres zum führenden Brennofen Europas zu machen.“

All die einzelnen Informationen zusammengenommen, kam ich zu einem Schluss. „Meißen hat einen mächtigen Gegner bekommen? Die Manufaktur Sèvres?“

„Exakt. Sèvres insbesondere.“

Obwohl August der Starke Böttger und alle Porzellan herstellenden Handwerker auf der Albrechtsburg unter Hausarrest gestellt hatte und das Verfahren der Porzellanherstellung als höchstes Staatsgeheimnis galt, wurde das Geheimnis nur neun Jahre später gestohlen. Seither entstehen in Europa immer mehr Brennöfen und die Konkurrenten Meißens werden immer zahlreicher.

Der Baron schien in Gedanken versunken und sein Blick glitt in die Ferne. Erst nach einer ganzen Weile ergriff er wieder das Wort.

„Während Meißen in den letzten sieben Kriegsjahren Porzellan für das feindliche Preußen herstellte, hat die Technologie keine Fortschritte mehr gemacht. Stattdessen ist vor geraumer Zeit mit Sèvres ein neuer Spieler auf der Bildfläche erschienen. Unter den Brüdern Dubois hat der ursprüngliche Brennofen in Vincennes begonnen, Gold-, Kupfer- und Eisenarbeiten am bemalten Porzellan zu montieren und damit die Meißener Tradition erweitert. Farben und Stil sind von so außergewöhnlicher Schönheit, dass es einem vor Augen flirrt. Nachdem Madame Pompadour, die Mätresse von Louis XV, den Brennofen von Vincennes nach Sèvres in der Nähe von Paris umziehen ließ, wurde das Porzellan sogar noch besser. Auf dem Markt hat Sèvres Meißen bereits überholt.“

Von Seydewitz erwähnte, dass Meißen sogar nichts anderes übrig blieb, als französische Farbmischmeister anzuwerben. Aber es waren gleichwohl die neuesten Waren aus Sèvres, die die Welt in Erstaunen versetzten, denn der orientalische Stil wurde zugunsten des Prunks des französischen Hofes aufgegeben. Der Meißener Stil spielte dabei keine Rolle mehr. Von Seydewitz schüttelte den Kopf. „In der Welt des Porzellans gibt es viele, die sagen, Sèvres habe Meißen bereits ersetzt. Aber das ist noch nicht gesagt.“ Es gelang ihm nicht, einen Seufzer zu unterdrücken.

Er musste zugeben, dass das Ergebnis enttäuschend gewesen war, als Meißen vor einigen Monaten in Paris an einem Porzellansalon teilgenommen hatte. Der höchste Preis, den ein Stück aus Meißen erzielte, waren nur gut zweihundert Livres, ein Vielfaches weniger als Waren aus Sèvres. Die Stimme des Marktes hatte gesprochen.

Der Baron war deshalb der Meinung, dass französische Missionare im fernen Osten vielleicht an weitere Geheimnisse in der Porzellanherstellung gelangt waren. Zumindest hatte der französische Jesuit François-Xavier d‘Entrecolles vor geraumer Zeit eine ganze Weile in Jingdezhen missioniert, dort Geheimnisse der Porzellanherstellung erlernt und diese schon bald enthüllt.

„Das ist der Grund, warum ich Sie hergebeten habe.“ Von Seydewitz kam auf das eigentliche Thema zurück und sah mich mit scharfem, aber gleichsam müdem Blick an. „Bevor ich fortfahre, muss ich Ihnen noch etwas zeigen.“ Von Seydewitz ließ eine Holzschatulle holen, die er eigenhändig öffnete. Sanft und mit äußerster Vorsicht hob er eine grüne Vase heraus. Ich war sofort überwältigt von ihrer Schönheit. Das grüne Porzellan schimmerte wie ein Edelstein und war papierdünn. Ich tippte ganz leicht darauf und überraschenderweise erklang ein Ton wie von einem Musikinstrument. Eine halbe Ewigkeit brachte ich kein Wort heraus.

„Ich weiß nur, dass diese Vase aus China stammt. Sie gehörte sein ganzes Leben lang zum Lieblingsporzellan Augusts des Starken. Wenn Meißen dieses Herstellungsverfahrens habhaft werden könnte, würden Sie sich einen unermesslichen Verdienst erwerben. Wir wissen aber auch, dass dieses Porzellan vor mehreren Hundert Jahren hergestellt wurde und es möglicherweise nicht leicht sein wird, ein Rezept aufzutreiben. Sie müssten also bereit sein, jede Kunstfertigkeit, die Meißen noch nicht besitzt, zu suchen, und sei es nur ein kleines Detail, das uns bislang unbekannt ist. Wenn es nur etwas ist, von dem Sie meinen, dass es uns in der zukünftigen Entwicklung nützen könnte, wären wir Ihnen schon zu tausendfachem Dank verpflichtet und Sie hätte die Reise nicht umsonst angetreten.“

Der Baron verstaute die Vase wieder und musterte mich, als ob er auf eine Antwort von mir warte. Er bat mich an den Tisch und ließ einen Diener mein Weinglas wieder auffüllen. Als er mein Zögern bemerkte, fragte er mich, ob ich ausschließlich Interesse an einem Lehrauftrag an einer Universität hätte. Ich erzählte ihm, dass sich mir auch die Möglichkeit bot, bei einer Salzraffinerie zu arbeiten.

Ich weiß nicht, wie Helena reagieren würde, wenn sie davon hörte. Allerdings gibt es für mich keine Möglichkeit, sie zu fragen. Ich muss sie auch nicht mehr fragen. Wenn das Leben an so einen Scheideweg kommt, scheine ich unfähig zu sein, mich zu entscheiden. Es ist, als ob mich tief im Dunklen verborgen eine stärkere Macht zöge.

Bevor ich das Seydewitzsche Anwesen verließ, sagte ich ihm zu.

Meerenge von Sunda, 5. September 1764

Nachdem ich in Lorient das Schiff bestiegen hatte, wusste ich schon bald nicht mehr, welcher Tag es war, obwohl ich eine Taschenuhr bei mir führte. Das Schiff segelte still dahin und die See blieb ruhig, bis wir fast Madeira erreicht hatten. Nur eine Nacht davor gerieten wir unerwartet in einen Sturm, der das Schiff so hin und her warf, dass man praktisch nicht mehr an Deck gehen konnte. Viele wurden ernsthaft seekrank. Auch ich konnte nicht aufhören, mich zu übergeben, und meine Glieder wurden so vollkommen kraftlos, als wäre ich schwer erkrankt. Noch vor dem Kap der Guten Hoffnung in Afrika hatten einige Skorbut bekommen. Still, wortlos und ohne Zeremonie wurden die Leichen ins Meer geworfen. Auf den Vorschlag des Freiherrn hin hatte ich ein Zitronenbäumchen mit auf das Schiff gebracht, aber es dauerte nicht lange, bis die ersten Früchte gestohlen worden waren. Ich kann nur insgeheim beten, dass der Skorbut mich verschont.

Am Nachmittag hörte ich in meiner Koje auf Deck gewaltiges Geschrei und das Trappeln unruhiger Schritte. Ich versuchte mich auf meine Chinesischstudien zu konzentrieren, aber der Lärm auf Deck nahm immer mehr zu. Das Trampeln einer unruhig hin und her rennenden Menschenmenge ließ Geist und Gemüt nicht zur Ruhe kommen. Ich fasste mir ein Herz, zog mir einen Mantel an und ging an Deck. Zunächst dachte ich, es sei wieder jemand an Skorbut gestorben, der nun dem Meer überantwortet werden sollte. Tatsächlich war es aber der sehr lebendige Jesuit Perrot, der sich mit aller Kraft dagegen wehrte, von anderen hochgehoben zu werden. Einige Vertraute des Kapitäns schickten sich an, den Jesuiten über Bord zu werfen. Das Gesicht des Kapitäns war rot angelaufen, als er mit dem Finger auf Perrot zeigte und schrie: „Wage du es noch einmal, mir zu sagen, wie ich dieses Schiff zu navigieren habe, und ich lasse dich über Bord werfen! Ich bin der Kapitän auf diesem Schiff, und was ich sage, wird gemacht! Hast du das verstanden?“

Perrots Lippen erbleichten und er wehrte sich nicht weiter gegen die zwei starken Kerle, die an seinem zarten Körper zerrten. Mit Mühe stotterte er: „Sie, Sie, Sie mögen mir keinen Glauben schenken, aber sollten Sie nicht auf wissenschaftliche Instrumente vertrauen?“

„Deine verdammten wissenschaftlichen Geräte! Was nützen denn jetzt dein Quadrant und dein Sextant? Wenn das Schiff so heftig herumgeworfen wird, was willst du da messen?“

„Ich benutze keinen Sextanten, sondern den neuesten Oktanten für die Seefahrt ...“ Perrots Stimme war so leise und kraftlos, dass er mehr vor sich hinzumurmeln schien. In seinem Gesicht malte sich Entsetzen und seine Haare standen wirr vom Kopf ab.

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