Jade Y. Chen - Die Tränen des Porzellans

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Im Auftrag des Kurfürstentums Sachsen wird der Mineraloge Wilhelm Bühl 1763 nach China geschickt. Er soll für die angeschlagene Porzellanmanufaktur Meißen das letzte Geheimnis des zerbrechlichen Golds lüften, die Herstellung der himmelblauen Ru-Keramik. Schließlich gelangt er an den chinesischen Kaiserhof und wird schnell in Intrigen und Machtkämpfe hineingezogen. Doch dann kreuzt eine unbekannte Frau seinen Weg und Wilhelm will sie unbedingt wiedersehen, obwohl die Gefahren um ihn immer größer werden. Aber wie findet man eine Unbekannte in einer Stadt voller Mauern und Verbote?

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Der Mandschu-Beamte lachte auf, gewann aber sofort seinen skeptischen Ausdruck zurück. Er schwieg eine Weile.

„Du musst mit dem nächsten Schiff, das der Herbstwind bringt, in dein Land zurückkehren. Du hättest nicht hierherkommen sollen.“ Der Beamte schaute weiterhin ernst, aber in seiner Stimme lag keine Bosheit. „Wenn du nicht gehst, verbringst du den Rest deines Lebens im Gefängnis.“

Ich spreizte meine Hände und wollte etwas sagen, brachte aber keinen Ton raus. Den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen? Nie hätte ich gedacht, dass mich China auf diese Weise begrüßen würde. Der Beamte und seine Untergebenen sahen gar nicht wie Chinesen aus. Oder zumindest nicht so wie die Chinesen in den illustrierten Büchern von Athanasius Kircher oder Johan Nieuhof, die ich in der Bibliothek so oft durchgeblättert hatte, immer und immer wieder.

Liebste Helena,

Dein Geliebter, der nun schon seit anderthalb Jahren auf Reisen ist, hat das große Tor von China erreicht. Zusammen mit einigen Missionaren warte ich in Kanton auf meine Einreiseerlaubnis. Abgesehen von meinen Chinesischstudien fülle ich diese zähen und langen Tage mit meiner Sehnsucht nach Dir. Wie viele Tage dürstet es mich schon nach Deinem Lächeln. Nie werde ich die Nacht auf dem Ball von Offizier Götz vergessen, diese intimen Momente, als Du beim Tanz mit sanfter Stimme leise meinen Namen riefst. Die Sehnsucht verursacht mir schrecklichste Schmerzen, aber wegen dieser Schmerzen spüre ich deutlich, dass ich noch lebe. Es klingt vielleicht sonderbar, das zu sagen, aber manchmal habe ich Angst, dass dieser Kummer nachlässt. Verstehst Du, was ich meine?

Du weißt es schon lange: Auch wenn mein Körper Dich verlassen hat, wird mein Herz immer bei Dir sein. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne Dich zu sein. Und wenn es so wäre, weiß ich nicht, wie ich weiterleben sollte, wie ich diese endlose Reise weiterführen sollte. Für mich war diese Reise nie, um Dich zu verlassen, sondern um wieder zu dir zurückzukehren. Manchmal denke ich, dass diese Reise dazu dient, dass ich mich kennenlerne. Wer bin ich? Was will ich? Wozu lebe ich? Warum lebe ich weiter?

Ich frage mich selbst: Wenn ich Dich verlöre, könnte ich dann einfach weiterleben? Ich liebe Dich von ganzem Herzen, und ich glaube auch, dass Du mich noch liebst. Aber wenn ich an Dich denke, stürmt der Schmerz in der Tiefe meines Herzens mit solcher Gewalt, dass ich es manchmal kaum ertragen kann. Am meisten bedaure ich, dass ich Dir keine süßen Träume bereiten konnte.

Während unserer gemeinsamen Tage hatten mich meine Verfehlung und die Kritik der anderen beunruhigt. Das hat mich zu jemand anderem gemacht. Dieser andere sah dich jeden Tag, aber er brachte dir kein Glück. Dieser andere nahm keine Rücksicht auf deine Gefühle, und so hast Du mich missverstanden. Du hattest recht. Ich war so fasziniert von Dir, und wegen dieser Hingabe konnte ich lange nicht sagen, woher meine Zuneigung rührte. Ich weiß nur, dass ich während unserer gemeinsamen Tage herumlief wie ein lebender Toter.

Dein Körper ist ein göttliches Meisterstück, aber ich habe nur eine Zeichnung von Dir gemacht. Auch das bereue ich jetzt.

An jenen Tagen lag mir vieles schwer auf dem Herzen. Dieses Gewicht bedrückte mich und lenkte mich von Dir ab. Wenn das Ziel meines Lebens ist, Dich zu lieben, dann entferne ich mich von meinem Ziel immer mehr. Aber es gibt etwas, das ich nicht bereue, und das ist, Dich so geliebt zu haben und immer noch zu lieben.

Jetzt, während der ganzen Reise, erdulde ich all die durchwachten Nächte als meine Strafe für die verpasste Zeit. Es scheint, als hätte ich das Gute und Schöne in meinem Leben verpasst. Warum muss das so sein? In jeder freien Minute denke ich an Dich, denke an jeden einzelnen Teil von Dir und versuche durch dieses unablässige Memorieren die Erinnerung zu festigen: die kindergleiche Zartheit Deiner Zehen, Deinen Halsansatz, Deine erlesene Figur. Soll ich damit fortfahren, Dir zu erzählen, wie Du mich aufwühlst? Ich erinnere mich, wie ich Dir meine Zunge zwischen die köstlichen Lippen schob, zögernd und jede Berührung auskostend. Wie sehr war mir damals zum Weinen zumute, als ich in Deinen perfekten Körper eindrang, ein Gefäß, das der Himmel für mich bereithielt, um meine Rauheit mit Körper und Seele aufzunehmen. Ich verlor mich in Dir und wurde zu Deiner Marionette. Ich wurde dein Schatten, der Seufzer deiner Sorgen. Ich wurde eins mit Dir. In diesen Momenten, die mich alles vergessen ließen, verschwand ich beinahe. Gleichzeitig war mir, als wäre in mir ein Tiger ausgebrochen. Ich konnte mich kaum kontrollieren und nahm große Risiken auf mich. Wenn es nicht die übermenschengroßen Gräser und Blätter des tropischen Regenwaldes waren, die ich zum Fortkommen beiseiteschob, dann segelte ich meiner Intuition folgend auf hoher See zu einem unbekannten Ziel, mit nur Deiner Stimme als Zuflucht. Ich folgte Deinen rührenden Lauten, wie eine Möwe der Küstenlinie folgt, und konnte erst dort vor Anker gehen.

Aber je weiter ich mich von dir entferne, desto stärker wird das seltsame Gefühl zu schmelzen, als hätte ich nicht länger eine Seele. Ich werde ein hohler Mensch werden.

Oder einer, der deinetwegen verrückt geworden ist.

Dir heute Abend zu schreiben, erregt und beunruhigt mich. Ich habe große Angst, Dich zu verlieren. Ich habe große Angst, Dich zu vergessen.

Meiner Königin, mit unendlichen Küssen und unendlicher Liebe

Dein Wilhelm

Kanton, 28. Dezember 1764

Die drei französischen Missionare und ich wurden zur französischen Faktorei gebracht, die in einer Ecke Kantons lag. Das Gebäude war so imposant, als stünde es in einer europäischen Stadt. Jedes Land hatte in einem festgelegten Gebiet Häuser im eigenen Stil errichtet. Doch die Grenze durfte nicht überschritten werden, so dass man wie in einem Gefängnis lebte. Dort mussten wir die weiteren Verhandlungen abwarten. Wir hatten China direkt vor Augen und konnten es doch nicht betreten. Vielleicht durften wir niemals hinein. Jetzt erfuhr ich, dass alle Kaufleute in Kanton nur die Straße der 13 Faktoreien betreten durften, um Handel zu treiben. Sie alle hatten China nie gesehen. Kommt ein Schiff in Kanton an, werden zunächst Arbeiter angeheuert, um einen Speicher zu errichten, und die Kaufleute verbringen den ganzen Tag damit, Geschäfte mit Chinesen zu diskutieren, sich Prototypen anzusehen und es sich abends in einer Bar in der Nähe der Faktoreien gut gehen zu lassen, zu essen, zu trinken und zu spielen. Sobald die Compradores die Geschäfte für die Kaufleute abgeschlossen haben und die Güter auf den Schiffen verstaut wurden, segeln sie wieder davon. Das ist ihre China-Reise. Kann es sein, dass ich ihren Spuren folgen muss?

Das tagelange Warten machte mich mutlos und ich begann zu trinken. Nach einem Saufgelage geriet ich in Schwierigkeiten. Bei einer Weihnachtsfeier, die die Faktorei der englischen Barbaren veranstaltete (Chinesen nennen alle Ausländer Barbaren), schien ich einer blonden Frau zu gefallen und sie ergriff die Initiative zu einem Gespräch. Ich wusste nicht, dass diese Frau bereits verlobt und der Verlobte ausgerechnet der Aufseher der Faktorei war, der heftig betrunken zu sein schien. In einem Anfall von Eifersucht provozierte er mich erst grundlos und verspottete mich dann als Feigling. Das ließ wiederum meinen Ärger hochkochen und ich verpasste ihm zwei brutale Faustschläge. Ich hatte nicht erwartet, dass mein Gegner ernsthaft zurückschlagen würde, aber er brach mir fast die Nase und kugelte meinen rechten Arm aus. Ich hörte später, ich hätte volltrunken und blutbesudelt auf dem Boden gelegen. Niemand beachtete mich. Einzig die Frau war besorgt, wurde aber von ihrem Verlobten weggezogen.

Kanton, 10. Januar 1765

Direktor Colbert der französischen Faktorei mochte mich nicht länger in der Faktorei wohnen lassen. Den Leuten, die mich in jener Nacht dorthin trugen, blieb nichts anderes übrig, als mich wieder wegzutragen. Schließlich ließen sie mich am Straßenrand liegen. Es regnete, und so lag ich fast den ganzen Tag im Schlamm des regennassen Bodens. Der ängstliche, aber gutherzige Colbert fürchtete vermutlich, ich könnte mich davon nicht mehr erholen, und so sah er sich gezwungen, mich doch wieder in mein Zimmer bringen zu lassen, damit ich dort genäse. Er ließ sogar den französischen Arzt der 13 Faktoreien kommen, um mich zu behandeln.

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