52 v. Chr. führte der gallische Häuptling Vercingetorix einen Aufstand einheimischer Stämme gegen die römische Eroberung von Gallien (Frankreich) an. Bei der Schlacht von Alesia im ostfranzösischen Burgund bauten die römischen Truppen unter Julius Cäsar eine geniale ringförmige Befestigung um die Stadt, wodurch sie Vercingetorix einschlossen und gleichzeitig ein Bollwerk gegen gallische Verstärkungen schufen. Der Häuptling musste sich ergeben und wurde nach fünf Jahren in Gefangenschaft auf Befehl Cäsars erdrosselt.
DIE RÖMER EROBERN BRITANNIEN
(43 n. Chr.)
43 n. Chr. landete auf Befehl von Kaiser Claudius ein römisches Invasionsheer in Britannien. Trotz des Widerstands durch lokale Häuptlinge wie Caratacus und eines späteren Aufstands durch die Icener unter ihrer Anführerin Boudicca beherrschte Rom schließlich ganz England bis zur schottischen Grenze und nach Wales hinein. Die Römer regierten Britannien bis etwa 410; sie gründeten Städte, bauten ein Straßennetz, förderten den Handel mit Metallen und Getreide und führten Neuerungen wie Bodenheizungen und Zement als Baumaterial ein.
CHINA WIRD IN DREI REICHE GETEILT
(220 n. Chr.)
Die letzten Jahre der Han-Dynastie in China waren von erbitterten Kämpfen geprägt, die 220 n. Chr. zur Teilung des Landes zwischen drei konkurrierenden Kaisern führten, die alle die rechtmäßige Nachfolge der Han beanspruchten. Die drei Reiche – Wei im Norden, Wu im Süden und Shu im Westen – kamen zu einer recht stabilen territorialen Übereinkunft, bis die rivalisierende Jin-Dynastie sie ab 263 bekämpfte und schließlich besiegte. Diese Kriege hatten verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung.
DIE KLASSISCHE PERIODE DER MAYA BEGINNT
(250 n. Chr.)
Die Kultur der Maya erreichte im 3. Jh. n. Chr. ihre klassische Phase, geprägt durch zahlreiche Städte in Mexiko und Guatemala, in denen typische Tempel in Form von Stufenpyramiden mit eingemeißelten Daten aus dem komplizierten Maya-Kalender errichtet wurden und die ein großflächiges Handelsnetz verband. Die größte Stadt war Teotihuacán in Zentralmexiko, doch auch Tieflandstädte wie Tikal waren mächtig. Die Maya-Kultur hat in Nord- und Mittelamerika bleibende Spuren hinterlassen und beeinflusste spätere Völker wie die Azteken.
IM REICH VON AKSUM WERDEN OBELISKEN ERRICHTET
(4. Jh. n. Chr.)
Im 4. Jh. n. Chr. errichteten die Bewohner der äthiopischen Stadt Aksum große Steinstelen, die zum Kennzeichen ihrer Kultur werden sollten. Aksum beherrschte die Seehandelswege um das Horn von Afrika und in den Indischen Ozean hinein. Diese für Händler entscheidende Verbindung zwischen Asien und dem Mittelmeer brachte dem Königreich beeindruckenden Reichtum. Die bis zu 33 m großen Obelisken waren wahrscheinlich Denkmäler für berühmte Persönlichkeiten. Sie sind ein Zeugnis der Macht dieses frühen afrikanischen Reichs und seiner Entwicklung einer eigenen Hochkultur. Die Obelisken sind Symbole der fortdauernden afrikanischen Kultur geworden.
CHLODWIG VEREINIGT GALLIEN
(spätes 5. Jh. n. Chr.)
Chlodwig, der Anführer der Salfranken, besiegte 486 die Römer unter Syagrius und besiegelte so das Ende der römischen Herrschaft in Gallien. Chlodwigs Sieg folgte denen seines Vaters Childerich und brachte praktisch ganz Frankreich nördlich der Loire unter die Kontrolle seiner Dynastie, der nach seinem Großvater Merowech benannten Merowinger. Diese herrschten etwa 300 Jahre lang und verwirklichten die Idee eines geeinten, unabhängigen Frankreichs.
DIE WELT DES MITTELALTERS
500 –1492
536
Die Armee des Oströmischen Reichsunter Belisar erobert Rom zurückund vertreibt die Ostgoten
762
Mit Gründung Bagdadsdurch den Abassidenkalifen al-Mansur beginnt die Blütezeit des Islam. Die Stadt ist ein Zentrum muslimischer Gelehrsamkeit
800
Der fränkische König Karl der Großewird in Rom zum Kaisergekrönt. Als weltlicher Führer der Christenheit vereinigter einen Großteil Westeuropas
1120
In Kambodschabeginnen die Arbeiten am riesigen Hindutempel Angkor Wat, der der größte religiöse Bauder Welt wird
UM 610
Mohammedverkündet, er habe eine göttliche Offenbarung erhalten, und gründet den Islam. Innerhalb von 20 Jahren dominiertdie Religion die Arabische Halbinsel
793
Wikingerkrieger überfallenbrutal ein Kloster auf der heiligen Insel Lindisfarnein Nordengland – der erste von vielen Wikingerüberfällen
1099
ChristlicheRitter erobern Jerusalemvon den Muslimenund gründen Kreuzfahrerstaatenin Palästina und Syrien
1192
Minamoto Yoritomo wird Shogunund begründet eine Abfolge von Militärherrschern, die Japan für die nächsten 650 Jahreregieren
1215
König Johann von England unterzeichnet die Magna Charta, die besagt, dass alle Individuen, auch der König, den geltenden Gesetzen unterliegen
1324
Mansa Musa, der reiche Herrscher von Mali, begibt sich auf einen viel beachteten Hadsch nach Mekka, und der Islamverbreitet sich in Westafrika
1347
Die vermutlich aus Asien stammende Beulenpesterreicht Europa. Innerhalb von zwei Jahren tötet sie über ein Drittelder europäischen Bevölkerung
1443
Zur Förderung der Schriftkundigkeit führt der koreanische König Sejong ein neues, einfacheres Alphabetfür die koreanische Spracheein
1275
Der Venezianer Marco Poloerreicht den Hof des Kublai Khan; der Mongolenherrscher erobertvier Jahre später Südchina
1325
Die Aztekengründen ihre Hauptstadt Tenochtitlan in Zentralmexiko. Die Inkaserrichten eine Hochkultur in Peru
1368
Hongwu wird nach dem Sieg über die Yuan-Dynastie zum ersten Kaiser der Ming-Dynastieernannt. Es folgen fast 300 Jahre des Wohlstandsund der Stabilität
1492
Ferdinand und Isabella von Spanien erobern Granadaund beenden so 800 Jahre muslimischer Herrschaftauf Iberischer Halbinsel
Historiker nennen die Epoche von 500 bis 1500 das »Mittelalter«, da sie zwischen der Antike und der Neuzeit liegt. In Wirklichkeit gab es jedoch nie einen klaren Bruch mit der antiken Welt. Im östlichen Mittelmeerraum bestand das Römische Reich nach dem Niedergang Roms als Byzantinisches Reich noch fast 1000 Jahre weiter. Die alte Tradition eines geeinten, von einem Kaiser regierten Chinas wurde im 6. Jh. wiederbelebt und dauerte – mit einigen Unterbrechungen – bis zur Ming-Dynastie an. Sogar in Westeuropa, wo der Zusammenbruch nach dem Untergang des Römischen Reichs am deutlichsten war, überlebte die christliche Religion in Rom als wichtigstes Kennzeichen für die Unterscheidung zwischen »zivilisierten« und »barbarischen« Völkern.
Die Gründung des Islam im 7. Jh. war ein umwälzendes Ereignis, und die davon inspirierten arabischen Armeen veränderten die politische Landschaft: Der muslimische Herrschaftsbereich erstreckte sich bald von Spanien bis Zentralasien. Christentum und Islam prägten diese Epoche.
Obwohl kein geeintes Kalifat aufrechterhalten werden konnte, sorgte der Islam für kulturelle Kontinuität, selbst als die Macht sich von den Arabern zu anderen Völkern wie den Türken verlagerte. Die großen Städte der muslimischen Welt übertrafen die der Christenheit an Größe und Entwicklungsstand; muslimische Gelehrte bewahrten das Wissen der alten Griechen und bauten darauf auf. Während des ganzen Mittelalters blieb die islamische Kultur dynamisch und expansiv.
Читать дальше