Kendran Brooks - Moskau und zurück
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»Er ist ein Oligarch der ersten Stunde, einer, der sich seine ersten Milliarden bereits Anfang der neunziger Jahre verdient hat.«
»Seine ersten Milliarden? Ich dachte, Russland war damals noch ein kommunistischer Staat? Wie kann da jemand Milliarden zusammenraffen?«
»Sokolow hat es mir einmal ausführlich erzählt. Damals muss es für einen entschlossenen Mann lächerlich einfach gewesen sein, ein großes Vermögen zu verdienen. Über seine guten Verbindungen zur Parteizentrale konnte er einige Verwaltungsbeamte bestechen. So erhielt er Importlizenzen für verschiedene technische Geräte aus dem Westen. Anfang der 1980er Jahre begann er zum Beispiel im großen Stil Faxgeräte in Europa und den USA aufzukaufen. Du musst wissen, damals waren Faxgeräte etwas recht Neues. Sie revolutionierten die Kommunikation zwischen den Unternehmen, vielleicht nicht so stark, wie das Internet mit seinen Emails ein paar Jahre später, aber immer noch gewaltig. Denn plötzlich konnte man innerhalb von Minuten detaillierte Informationen austauschen oder Verträge abschließen, wofür man zuvor viele Tage benötigt hatte. In Russland waren Faxgeräte damals Mangelware und heiß begehrt. Die meisten Unternehmen besaßen aber nicht die notwendigen Importbewilligungen, verfügten auch nicht über westliche Devisen. Dies wusste Sokolow selbstverständlich und hat darum als Bezahlung für die Geräte Naturalien akzeptiert, vor allem Schrott.«
»Schrott? Wie kann man mit Schrott Milliarden verdienen?«
»Es kommt bloß auf die Menge an. Ein Faxgerät kostete ihn damals im Einkauf rund tausend amerikanische Dollar. Verkauft hat er die Geräte dann für beispielsweise sechzig Tonnen erstklassigen Stahlschrott oder zwanzig Tonnen Aluminiumschrott. Du weißt sicher, dass die mangelhafte wirtschaftliche Koordination im zentral geführten Sowjetreich zu ruinösen Fehlleistungen führte. Doch in diesem gewaltigen Land gab und gibt es so viele natürliche Ressourcen, dass man sich nie um Verschwendung scheren musste. Der anfallende Schrott wurde deshalb gar nicht wiederverwertet wie im Westen. Jahrzehntelang stellte man nur neuen Stahl und neues Aluminium her, während sich die ausrangierten Fahrzeuge und Maschinen auf riesigen Schrottplätzen anhäuften. Sechzig Tonnen Stahlschrott oder zwanzig Tonnen Aluminium besaßen damals im Westen einen Gegenwert von etwa fünftausend Dollar. So kaufte Sokolow also ein Faxgerät für tausend ein und verkaufte es für fünftausend. Kein schlechtes Geschäft, wenn du daran denkst, dass die Sowjetunion in wenigen Jahren hunderttausende von diesen Geräten benötigte. Und wenig später folgten dem Fax viele Millionen Personal Computer. Sokolow verdiente über all die Jahre hinweg sein Geld wie Heu und ohne das geringste wirtschaftliche Risiko.«
Alabima sah ihren Ehemann ungläubig an.
»Millionen von Computern?«
»Vergiss nicht, die Wirtschaft der Sowjetunion war damals in zehntausende von Kolchosen mit Millionen einzelner Unternehmen aufgeteilt. Der Bedarf nach modernen Bürogeräten und später, nach der Öffnung der Grenzen zum Westen, auch nach hochwertigem Büromobiliar, war einfach gigantisch. Ich habe selbst erlebt, wie Mitte der neunziger Jahre in Europa die Lieferfristen für Büromöbel von vier auf zwölf Wochen anstiegen, weil der größte Teil der Produktion zu Fantasiepreisen in den Ostblock verscherbelt wurde. Der Schrotthandel der Sowjetunion mit dem Westen erreichte in diesen Jahren solch enorme Ausmaße, dass die Preise weltweit auf die Hälfte zusammenbrachen. Eisenerzminen und Stahlhütten in ganz Europa wurden für Jahre unter starken finanziellen Druck gesetzt, mussten ihre Produktion verringern oder gar geschlossen werden. Dass die Stahlpreise weltweit in den letzten zehn Jahren wieder angestiegen sind, liegt weniger an der ungebrochenen Nachfrage als an den aufgelösten Schrottlagern der Sowjetunion, die heute leer stehen. So fehlt der billige Nachschub und die Preise können endlich wieder steigen. Doch Sokolow und andere Oligarchen hatten ihre Milliarden längst im Trockenen.«
Jules sah Alabimas Stirn an, dass sie sich dies alles vorzustellen versuchte, wie Russland durch einige entschlossene Männer in wenigen Jahren ausgeplündert wurde, wie der während der Sowjet-Zeit angesammelte viele Millionen Tonnen wiegende Schrott nach und nach zu Dumpingpreisen in den Westen gelangte, wie die Stahlindustrie weltweit von diesem Segen aus dem Osten bedrängt wurde. Und so ergänzte Jules: »So etwas passiert eben überall dort, wo der Staat seine Märkte vor dringend benötigten Importen künstlich abschottet, gleichzeitig gewisse Hintertürchen offenstehen lässt. Es treten dann immer Profiteure auf, die in wenigen Jahre riesige Vermögen anhäufen. Eine Variante davon findest du beispielsweise im Verkauf von Medikamenten in Afrika. Viele Staaten kennen dort eine strickte Devisenbewirtschaftung. Für die meisten Güter bestehen wertmäßige Beschränkungen für den Import, so auch für die teuren Medikamente aus dem Westen. Der Bedarf im Land übersteigt jedoch die vorgesehenen Import-Mengen. Doch weil der Staat nicht über genügend viele Devisen verfügt, muss er auf eine flächendeckende Versorgung seiner Bevölkerung verzichten. Sobald jedoch eine Regierung abgewählt wird, schmieren die Pharmakonzerne noch rasch die alten Minister und erhalten im Gegenzug eine Sonderbewilligung für zusätzliche Importe. Später muss dann die neue Regierung einen Weg finden, wie sie den massiven Abfluss an Devisen anderweitig stoppen kann, um ihre eigene Währung stabil zu halten.«
»Ist das etwa auch in meinem Heimatland so?«
Alabima blickt Jules sichtlich besorgt an.
»Ja, es wäre wahrscheinlich auch bei deinen Leuten so, wenn die Regierung jemals wechseln würde. Aber dank des Wahlbetrugs von 2000 und 2005 steht die EPRDF ja weiterhin an der Spitze deines Landes. Und so spart sich Äthiopien wenigstens diese teuren politischen Ablösekosten«, meinte Jules sarkastisch.
»Und was ist dieser Sokolow für ein Mensch?«
»Du wirst ihn mögen, denk ich. Er ist sehr gebildet, wie viele Russen. Er kennt sich in der Literatur aus und umgibt sich gerne mit ausgesuchten Kunstwerken. Mittlerweile ist er weit über sechzig Jahre alt und sicher etwas ruhiger geworden. Manchen Menschen erscheint er wohl ein wenig überheblich, was aber bei einem Selfmade-Milliardär nichts Besonderes ist.«
»Und seine Geschäfte laufen heute immer noch problemlos?«
»Er hatte damals eine Vereinbarung mit Jelzin getroffen. Der ließ ihn in Ruhe. Bestimmt hat er später auch mit Putin einen Weg gefunden. Er wird wohl der Partei einen angemessenen Anteil an seinen Gewinnen überlassen und zusätzlich viel Geld für soziale Belange spenden. Soviel ich weiß, hat er sein Vermögen heute vor allem im Erdgassektor und in russischen Banken angelegt. Forbes schätzt ihn zurzeit auf acht bis zehn Milliarden Dollar.«
»Und so ein Mann lädt uns einfach so zu sich nach Hause ein?«
»Sokolow ist zwar einiges älter als ich. Doch wir verstanden uns auf Anhieb ausgezeichnet. Er war damals noch ein echter Pirat, oder vielleicht besser ausgedrückt ein Freibeuter, der die Umstände seines Landes genau kannte und danach handelte. Er ist immer noch mit seiner ersten Frau Irina verheiratet, eine Seltenheit im modernen Russland, wo die Reichen ihre Frauen öfters wechseln, als wir unsere Autos. Sie haben einen Sohn, der Nikolai heißt, und zwei Töchter, die etwa in deinem Alter sind, Jelena und Natascha.«
»Und wo leben die Sokolows? Direkt in Moskau oder außerhalb?«
»Wo sie wohnen? Sie werden bestimmt ein paar Häuser oder Wohnungen in der Stadt besitzen. Doch ich denke, sie leben immer noch die meiste Zeit über auf ihrer Datscha, etwa dreißig Kilometer außerhalb von Moskau.«
»Eine Datscha? Ist das nicht ein russisches Wochenendhaus?«
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