Gerhard Schumacher - Vermintes Gelände

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Die Beerdigung eines ihrer Mitstreiter führt fünf ehemalige '68er zusammen, die vierzig Jahre zuvor gemeinsam in einer Kommune lebten und die Welt revolutionär verändern wollten.
Ein jeder von ihnen hat danach eine bürgerliche Karriere gemacht und fragt sich jetzt, am absehbaren Ende des Lebens, wie es kommen konnte, dass nicht sie das System veränderten, sondern Teil desselben wurden.
Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Frage, ob der bewaffnete Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse in unserer Gesellschaft ein adäquates Mittel des Widerstands sein kann.
Dokumente der Zeit und Aussagen führender Protagonisten ergänzen das szenische Geschehen des Roman.

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Während die anderen gingen, blieb ich für mich alleine im Lokal sitzen und überdachte diesen merkwürdigen Tag, wie er sich in Trennen und Vereinigen teilte. Dass wir fünf nach vielen Jahren wieder zueinander gefunden haben, war dem Tod des sechsten geschuldet. Doch abgesehen von dem negativen Anlass waren es eben dessen positive Auswirkungen, die mich, jetzt, als die anderen gegangen waren, ins Grübeln brachten.

Was sollte sie bewirken, die Zusammenkunft in kaum drei Wochen, der auch ich so eilfertig zugestimmt hatte? Ich war davon überzeugt, dass Hornung schon mit dem festen Vorsatz zur Trauerfeier gekommen ist, diese Begegnung zu arrangieren. Auch wenn wir mehrere Jahrzehnte keinen Kontakt mehr miteinander hatten, traute ich ihm in Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit ein solches Verhalten durchaus zu. Was wollte er damit erreichen?

Es stellte sich mir die Frage nach Sinn und Zweck einer derartigen Gedenkveranstaltung, denn auf eine solche würde das Treffen hinauslaufen, da meinte ich, sicher zu sein. Würden wir angesichts unserer Entwicklung von der Fröhlichkeit der verklärten Erinnerung in die Depression der ernüchternden Gegenwart fallen? Angesichts des Anspruchs, den wir damals mit starken Worten aggressiv und in abgeschauten Ritualen vor uns hertrugen, war die gelebte Wirklichkeit eine Umkehrung ohnegleichen, die allen ursprünglichen Vorsätzen Hohn lachte. Wir hatten es nicht einmal geschafft, in uns selbst den neuen Menschen zu schaffen, den wir so radikal wie unverständlich von anderen forderten. Das musste zu Spannungen führen, Streit geben, wir würden uns in den drei Tagen bei Hornung zerfleischen. So viel war mir klar.

Aber vielleicht hatte ich auch nur zu viel Schnaps und Bier getrunken. Natürlich wusste ich so gut wie nichts von den Werdegängen meiner ehemaligen Genossen. Dennoch ging ich davon aus, dass sich die ihren in den wesentlichen Punkten nicht allzu sehr von meinem unterschieden.

Na dann also wären wir wieder beim Zerfleischen angelangt. Das eigene Scheitern einzugestehen ist bekanntlich ein schwieriges Unterfangen. Für das Ego ist es unverdächtiger, die Schuld auf andere abzuwälzen, auf das System zum Beispiel, die Gesellschaft oder, noch einfacher und kaum zu widerlegen, auf die allgegenwärtigen Sachzwänge, die für Gott und die Welt herhalten müssen, um eigenes Versagen zu entschuldigen.

Kurze Zeit überlegte ich, das geplante Treffen abzusagen und mich in mein Schneckenhaus zurückzuziehen, verwarf den Gedanken dann alsbald aber wieder. Um mich der Gegenwart zu stellen, die mich Tag für Tag immer mehr verunsicherte und bedrückte, musste ich mich mit der Vergangenheit beschäftigen. Und gerade auch mit dem Weg von gestern bis heute, den ich beschritten hatte. Das mochte schmerzhaft sein, im Streit Zerwürfnisse provozieren, alte Freundschaften zerstören oder gar mehr. Jedoch war mir klar, dass ich den Rest meines Lebens kaum mit erhobenem Kopf durchschreiten konnte, wenn ich mich nicht der Verantwortung vor mir selbst stellte. Jedenfalls jetzt nicht mehr, da mich die Begegnung mit den ehemaligen Mitbewohnern entsprechend sensibilisiert hatte. Es war der berühmte Tisch, der von angesammeltem Schrott überbordete und rein gemacht werden wollte.

In diesem Sinne hatte Hornung recht getan mit seiner Initiative, die keiner von uns ablehnen konnte, einmal unterstellt, er hegte ähnliche Motive, wie sie mir vor dem inneren Auge abliefen. Vielleicht auch war sogar das, was meinen ehemaligen Genossen jetzt durch die Köpfe ging von gleicher Art. Damit wäre dem Geist der Zusammenkunft schon einigermaßen geholfen und mochte dazu beitragen, die Messer weniger scharf und ausdauernd über den Wetzstein zu ziehen.

Kaum war davon auszugehen, es wäre Ralf Böhme noch vergönnt gewesen, entsprechende Überlegungen, so er sie denn gehabt hat, zu einem für ihn halbwegs zufriedenstellenden Ende zu führen ehe es ihn dahinraffte.

Genug der Vermutungen, den Spekulationen ein Ende.

Ich bin bereit, die Zeche zu zahlen, sagte ich laut vor mich hin, was wiederum den Wirt mit seinem Zettelblock herbeirief, obwohl ich ihn in diesem Moment gar nicht gemeint hatte. Als er mir die Rechnung aufmachte, musste ich laut lachen. Keiner meiner vormaligen Mitbewohner hatte sein flüssiges Labsal bezahlt, bevor er die Kneipe verließ. Es erinnerte mich an früher und ich war mir nun endgültig sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Außerdem war ein Zurück nicht mehr möglich, schließlich musste ich die Schulden bei den anderen wieder eintreiben. Das Prellen der Zeche, so unterschiedlich sie auch ausfallen konnte, gehört nicht zum moralischen Sinnbild einer neuen Gesellschaftsordnung. Wie immer diese auch beschaffen sein mochte. Zechprellerei ist keine revolutionäre Tat.

4 Freitag: Ankunft

Als er klingelte schlug der Hund an. Strecker hörte Hornungs Stimme im Haus.

Halts Maul Müller und das Gebell ging in verärgertes Knurren über.

Strecker hatte ein etwas sehr differenziertes Verhältnis zu vierbeinigen Tieren. Von der Existenz eines Hundes hatte Hornung nichts gesagt als er sie in sein Haus einlud. Strecker bekam sofort eine Gänsehaut auf den Armen. Die Tür wurde geöffnet.

Strecker, schön Dich zu sehen. Du bist der Erste des Ensembles, willkommen in meiner Hütte alter Kampfgefährte, tritt ein.

Hornung zeigte auf einen mittelgroßen Mischling mit grauem Fell, das ist Müller, wenig Hund, viel Mensch, große Klappe, nichts dahinter. Er lachte.

Dann nahm er seinem Gast die Reisetasche ab, führte ihn die Treppe hoch durch einen langen Korridor, von dem links und rechts verschiedene Zimmer abgingen. Das Haus wirkte von innen betrachtet wesentlich größer als man es von außen vermuten würde.

Hornung zeigte Strecker sein Zimmer für die Tage seines Aufenthalts. Das Bad befände sich hinter der roten Tür an der Stirnseite des Flurs. Strecker sollte sich ohne Zeitdruck frisch machen und anschließend auf ein erstes Glas nach unten in die Bibliothek kommen. Mit einer flüchtigen Geste der linken Hand winkte er Strecker zu und stieg daraufhin die Treppe wieder hinab.

Sie saßen in ledernen Clubsesseln inmitten von Regalen, die bis an die Decke reichten und alle vier Wände einnahmen, lediglich die Tür und das große Fenster waren ausgespart. Es mussten einige tausend Bücher sein, die in den Gestellen standen oder übereinander lagen und einen Eindruck chaotischer Ordnung hervorriefen.

Wieviel sind es, fragte Strecker.

Hier im Raum, vier- oder fünftausend vielleicht, ich habe sie nie gezählt, nur überschlagen. In meinem Arbeitszimmer gibt's noch mehr, im Schlafzimmer auch und einige musste ich in den Keller auslagern. Gott sei Dank ist der trocken. Ab und zu tausche ich sie ein wenig aus, hundert gehen runter, dafür kommen hundert wieder rauf. Der Versuch, so etwas wie einen Kreislauf zu simulieren. Es kommen ja auch ständig Bücher dazu, antiquarisch und neu, je nachdem. Der Markt ist sehr produktiv. Gut, das meiste davon ist Schrott, aber es bleibt noch genügend Qualität übrig, die mir aus platztechnischen Gründen das Leben schwer macht. Aber was soll's, das ist mein Schicksal, da muss ich durch. Hornung macht wieder diese flüchtige Geste mit der linken Hand.

Wie bist du eigentlich an unsere Adressen gekommen, wollte Strecker wissen. Ich meine, wir hatten fast vierzig Jahre keinen Kontakt mehr miteinander.

Das war nicht weiter schwierig, antwortete Hornung. Zunächst ist da das Internet. Wer dort einmal drinsteht, der bekommt den Eintrag nie wieder raus. Man muss nur die richtigen Fragen stellen. Aber das brauchte ich gar nicht. Im Netz habe ich Andrea gefunden. Sie ist Anwältin, es war eine Kleinigkeit für ihre Kanzlei, eure Adressen herauszubekommen. So einfach ist das. Und wenn ich nicht gleich auf Andrea gestoßen wäre, ich bin Autor, vergiss das bitte nicht, Recherche ist mein tägliches Brot.

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