Gerhard Schumacher - Vermintes Gelände

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Die Beerdigung eines ihrer Mitstreiter führt fünf ehemalige '68er zusammen, die vierzig Jahre zuvor gemeinsam in einer Kommune lebten und die Welt revolutionär verändern wollten.
Ein jeder von ihnen hat danach eine bürgerliche Karriere gemacht und fragt sich jetzt, am absehbaren Ende des Lebens, wie es kommen konnte, dass nicht sie das System veränderten, sondern Teil desselben wurden.
Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Frage, ob der bewaffnete Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse in unserer Gesellschaft ein adäquates Mittel des Widerstands sein kann.
Dokumente der Zeit und Aussagen führender Protagonisten ergänzen das szenische Geschehen des Roman.

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Denkt immer daran: bei allem geht es nur um eins: um das Kapital und seine Vermehrung.

Weder die Scharlatane, die Heilsversprecher noch die Gaukler, schon gar nicht die Herrschenden interessieren sich für die Menschen, sondern lediglich für den Profit, den sie aus ihnen herauspressen können.

Das Kapital aber geht über Leichen. Es braucht Kriege, um zu überleben. Das ist der einzige Grund, warum Soldaten in deutschen Uniformen in aller Herren Länder Leben vernichten wie in alten Zeiten.

Das ist der Grund, warum deutsche Waffen und Kriegstechnik Tod und Verderben in der Welt verbreiten.

Das ist der Grund, warum Deutschland weltweit zum drittgrößten Waffenexporteur aufgestiegen ist.

Das ist der Grund, warum dem Kapital das Elend der Menschen gleichgültig ist.

Das ist der Grund, warum der Regierung, jedwelcher Couleur, das Schicksal der Menschen gleichgültig ist.

Das ist der Grund, warum Kapitalismus und Regierung abgeschafft gehören und mit ihnen das System, aus dem sie gekrochen sind, das System, das ihnen ihre Mörderarbeit ermöglicht.

Schafft Reinheit in euren Köpfen und ordnet die Gedanken. Seht die tatsächlichen Gegebenheiten offenen Auges und empört euch gegen sie. Es ist nicht die Zeit der Furcht, sondern die Zeit des Kampfes.

Und glaubt nicht, unser Kampf sei hoffnungslos. Entscheidend ist unser Bemühen darum. Schritt für Schritt: so können wir obsiegen, wenn wir es denn wirklich wollen.

Eins aber ist sicher: es rettet uns kein höheres Wesen!

(Text eines Flugblatts, von der Balustrade des Theaters während der Aufführung von Berthold Brechts Mutter Courage ins Parkett geworfen. Die beiden Täter, eine junge Frau und ihr gleichaltriger Freund konnten vom Sicherheitsdienst festgenommen und der Polizei übergeben werden. Beide sitzen in Untersuchungshaft wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und erwarten ihren Prozess, günstigstenfalls lediglich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Sogenannte christliche, sozialdemokratische, liberale und grüne Politiker fordern ein hartes Durchgreifen und noch härtere Strafen, die Staatsanwaltschaft kündigt selbiges an.

Die Berichterstattung in den Medien ist so einschlägig wie die Medien selbst es sind. Das Gericht erklärt sich in eben diesen Medien für unabhängig, keineswegs beeinflussbar oder gar befangen und avisiert einen fairen Prozess.

Die beiden Angeklagten werden mit Handfesseln in den Gerichtssaal geführt. Der Saal wird auf Veranlassung des Richters geräumt, nachdem bei der Verlesung der Anklage Pfiffe, Buhrufe und vereinzelte Parolen zu hören waren, die den Prozess ins-gesamt als Farce denunzierten.

Die Gerichtsverhandlung dauert an. Die Öffentlichkeit bleibt ausgeschlossen.)

3 Ansatz eins: Kolb

Mein Name ist Lorenz Kolb. Von Beruf bin ich Arzt für Allgemeinmedizin, besser gesagt: ich war es in einem früheren Leben.

Ich bin jetzt sechsundsechzig Jahre alt, vor drei Jahren habe ich meine Hausarztpraxis an einen jüngeren Kollegen verkauft und mich in das anstrengende Leben eines Privatiers zurückgezogen, obwohl ich noch fünf Jahre Zeit zum Praktizieren gehabt hätte. Doch es hat sich so gefügt, die Alternative hätte weder mich noch meine Patienten weitergebracht.

Wie auch immer, seitdem habe ich noch weniger Zeit als vordem, mein Tag ist bestens ausgefüllt. Ich beschäftige mich vornehmlich mit kulturellen Dingen, schreibe viel, lese noch mehr und versäume kaum eine namhafte Ausstellung, die in der Stadt gezeigt wird. Darüber hinaus gibt es noch eine erfreulich hohe Anzahl guter Theater und Schauspielhäuser, deren Vorstellungen die Abende kurzweilig gestalten.

Seit sich meine Frau vor etwa zehn Jahren von mir getrennt hat (sie trug keine Schuld daran, dass wir es auf Dauer nicht miteinander ausgehalten haben, es lag wohl eher an mir und einer gewissen Eigenwilligkeit in der Betrachtungsweise bestimmter Dinge), lebe ich alleine in einer viel zu großen Wohnung, die mit Büchern und Bildern überfrachtet ist.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich das Dasein als Einzelner alleine zu schätzen gelernt und kann heute ohne Übertreibung von mir behaupten, zufrieden zu sein.

Nein, ich kokettiere nicht um Zustimmung, es verhält sich wirklich so. Zumal ich neben den üblichen altersbedingten Gebrechen bislang noch keine ernsthaften Krankheiten an meinem Körper feststellen wollte. Aber was ich heute noch nicht will, kann sich morgen ganz plötzlich anders darstellen. Außerdem lege ich, zugegeben, bei der Diagnose der eigenen Symptome nicht die gleiche Sorgfalt an den Tag, wie ich sie bei meinen früheren Patienten walten ließ. Bestimmte Dinge will ich eben nicht wissen und wache vielleicht erst auf, wenn es bereits zu spät ist. Eine der Eigenschaften übrigens, die meine Frau wenig schätzte und die ihr die Trennung von mir erleichterten. Aber das sind Geschehnisse, die hinter mir liegen und über kurz oder lang der Vergessenheit anheim fallen.

Der Brief lag am greinenden Donnerstag vor Ostern in meinem Postkasten. Es dauerte einen Moment bis die Erinnerung das Vergangene aus dem Gedächtnis gekramt hatte und ich den Absender zuzuordnen in der Lage war.

Zu sechst wohnten wir während der hitzigen Zeiten in einer geräumigen Altbauwohnung im Westberliner Stadtteil Neukölln und nannten uns Kommune. Das kam uns damals einigermaßen verwegen vor. Andreas Hornung, der auf dem Kuvert als Absender fungierte, war einer unserer Mitbewohner.

Der Brief enthielt ein nüchtern gehaltenes Schreiben, in dem auf die beiliegende Todesanzeige und den Termin für die Trauerfeier verwiesen wurde, an dem wir uns wiedersehen würden. Es waren diese knappen Worte charakteristisch für Hornungs Denkweise. Es kam ihm erst gar nicht in den Sinn, einer von uns könnte verhindert sein, weil er es als eine Selbstverständlichkeit ansah, was er als angemessen und richtig empfand.

Die Zeitungskopie zeigte schwarz umrandet den Tod von Ralf Böhme an, ebenfalls ein Bewohner unserer vormaligen Gemeinschaftswohnung und gab noch Ort und Zeitpunkt der Trauerfeier bekannt. In stillem Gedenken trauerte Magda Böhme, offensichtlich die Witwe des Verstorbenen. Ich kannte sie nicht, wusste nichts von einer Heirat. Wir hatten schon sehr lange keinen Kontakt mehr untereinander.

Neben dem verstorbenen Böhme, dem Briefschreiber Hornung und mir selbst lebten noch Andrea Lenz, Paul Strecker und Monika Bergmann in der Wohnung an der Hermannstraße. Ich weiß nicht mehr, ob es sieben oder acht Räume waren, die wir großzügig unter uns aufteilten. Lediglich ein sogenanntes Berliner Zimmer ist mir erinnerlich, weil ich, aus dem eigenen kommend, über den Flur dort hindurch musste, um auf die Toilette zu gelangen. Was nicht immer angenehm war, da ich nachts öfter irgendwelche Besucher störte, die davon ebenso peinlich berührt waren wie ich selbst und dennoch unverkrampfte Freizügigkeit vorschützen mussten, um nicht in die falsche, gehemmte Ecke des Spießertums gezwungen zu werden. Die Theorie spielte im Schwanz sicher eine größere Rolle, denn im Kopf.

Wir wollten damals den Muff dieser Republik, die wir nicht mochten, abschütteln, ihre Intoleranz und verstaubte Enge sprengen, ja, wir wollten eine neue Gesellschaft, gerechter und direkter als die Replik der Naziordnung.

Das System, das Ulrike Meinhof wenig später als eins der Schweine bezeichnete, musste weg, darüber waren wir uns im Klaren. Nur wussten wir lediglich verschwommen, welches neue an die Stelle des alten treten sollte.

Das Wort Sozialismus spukte in unseren Köpfen, rot war die Farbe der Zukunft, der dicke Chinese mit der Warze am Kinn schaute plakativ auf das Chaos in den Küchen und Arbeitszimmern.

Doch schnell stellte sich heraus, dass das große Wort unterschiedlich interpretiert werden, die Farbe Rot durchaus nuanciert daherkommen und statt des dicken Chinesen auch andere Götter auf die Berge schmutzigen Geschirrs im Abwaschbecken herabblicken konnten.

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