B. Born - die gekachelte Sonne

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die gekachelte Sonne: краткое содержание, описание и аннотация

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"Dreckweiße Taxis preschten voran. Gelbes und rotes Licht zerteilte sich auf Peters Nickelbrille zu Sternen. Also nahm er sie ab und sah hoch, blinzelte, da die Regentropfen seine Augen trafen. Die Wolken spie­gelten das Licht der Straßen und glühten ihrerseits gelb-orange. In seiner Kurzsichtigkeit war die Stadt reines Licht. Das, was außerhalb lag, war das Nichts, unfassbar und nicht existent. Einige Prostituierte warteten quar­zend den Schauer in einem Hauseingang ab."
In einer sehr subjektiven und brutal ehrlichen Art wird der Alltag Peters und das Entstehen einer Künstlergruppe mit dem Namen 'die Zone' im West-Berlin der 1980er und 1990er Jahre skizziert. Der Roman handelt von Menschen, die sich von der Atmosphäre auf der Insel 'Westberlin' inspirieren lassen und genauso von solchen, die treiben oder nicht treiben, die ­straucheln, die außen vor stehen, die einen Neuanfang schaffen wollen, die aber nicht in der Lage sind, ihre mitgebrachten, klein­städtischen 'Alt-Lasten' abzuschütteln. Solchen, die viel zu viel oder viel zu wenig ris­kieren. Sie alle wollen 'trendy' und 'hip' sein, sind es aber meist nicht wirklich. Denn in Wahrheit verdorren sie im Alltag, in der Normalität, in Ängsten, Verlusten und im Schmerz.

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„Irre“, sagte Beate nicht sehr aufmerksam. „Hast du grad‘ was vor?“

„Na ja, ich wollt‘ zum Schuhmacher, zur Post und ...“.

„Ich will in den Pornoladen da drüben“, unterbrach Beate ihn und zeigte auf das Geschäft, das direkt gegenüber vom Standesamt neulich aufgemacht hatte. Im Fenster stand eine Frauenpuppe in Dessous und Strapsen vor einem dunkelroten Vorhang.

„Das ist nicht dein Ernst“, schmunzelte Peter.

„In letzter Zeit habe ich viel nachgedacht“, fuhr Beate fort, „und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ein seelischer Krüppel bin und frigide dazu.“ Peter sah sie erwartungsvoll an.

„Was ist nun?“, sagte sie wirsch, „ich hab‘ etwas Schiss da allein reinzugehen!“

„Okay, okay“, willigte Peter ein.

Die Ladentür klingelte freundlich beim Eintreten. Auf Auslagebrettern, akkurat nebeneinander ausgerichtet, lagen Pornomagazine. Weiter unten gab es Sachen wie Dildos und Gleitcremes. Die Frau hinter der Kasse am Eingang beäugte sie feindselig. Ihre Schminke war verkrustet und ihre hochgestützten Mammutbrüste stellten sich auf wie bei einer Oktoberfest-Zeltbedienung. Beate schlenderte betont lässig umher, während Peter mitten im Laden stehen blieb, seine Tasche mit den Stiefeln über die Schulter hängte und sein bestes Ichhabdamitnichtszutun-Gesicht machte.

„Ich suche was, was Frauen antörnt. Dies hier scheint mir alles mehr für Männer zu sein“, sagte Beate an die Verkäuferin gewandt. Die schlug ihre aufgeklebten Wimpern zu. Peter spürte, wie er rot wurde.

„Da inner Ecke Schätzchen sind Hefte speziell för die Dame. Jipt‘s och Komplett-Pakete“, sagte sie mit piepsiger Stimme.

Aus den hinteren Räumen erschien ein Goldkettchen-Muskelprotz. Er verschränkte seine Arme, sein T-Shirt spannte, sein Blick heftete sich an Peter und ruhte dort. Peter tat so, als würde er den Vorhang am Fenster ungemein interessant finden, bis ihm Beate ein ‚Komplett-Paket‘: ein Dildo, zwei Metallkugeln an einem Band und drei Pornohefte, unter die Nase hielt. „Viele Schwänze!“ stand mit großen Lettern auf einem Etikett. Peter fragte sich sofort, ob die Verkäuferin oder der Mann abends in der guten Stube Pornos nach Frauentauglichkeit durchblätterte und mit einem Plastikeinschweißgerät eintütete.

„Wofür sind wohl die Kugeln?“ fragte Beate und als Peter die Achseln zuckte, fragte sie die Kassiererin. Die erklärte in breitem Berlinerisch, dass sie aus China kämen und wie gut es wäre, wenn man sie ‚drinnen‘ hätte und zum Beispiel ‚einkoofen‘ ginge. Ohne länger zu zögern, zückte Beate die ausgepreisten 35 Mark aus ihrem kleinen Strickbeutelchen und legte sie, dabei ein zweites mal sorgfältig durchzählend, auf den Tresen.

„Ciao Kleene“, rief die Frau, als sie durch die Klingeltür, das Geschäft verließen.

„Kommst du noch mit zu mir?“ fragte sie als nächstes. Ängstlich blickte Peter in eine Seitenstraße, ob der Polizist noch irgendwo lauerte.

„Aber nur ganz kurz“, antwortete er und schon bereute er es.

„Kannst du das einpacken?“ fragte Beate und überreichte Peter die Pornotüte. Er stopfte sie zu den abgelatschten Stiefeln.

Die ganze Straße duftete nach türkischen Backwaren und sie kauften einige der klebrigen, mit grünen und weißen Raspeln bestreuten Teilchen.

In dem Eckhaus, in dem sie wohnten, Peter auf der einen Seite und Beate auf der anderen, war unten ein Möbelgeschäft. Sie feixten über die altmodischen und ultrahässlichen Sessel, Lampen, Zeitungsständer, Fußpucks und Regale. Der einzige Verkäufer in einem braunen Anzug zog eine Grimasse. Beate streckte ihre Zunge raus und Peter versuchte ihr den Mund zuzuhalten, was in einen neckischen Ringkampf ausartete.

Beate setzte den Wasserkessel auf und Peter knipste die Schreibtischlampe an - zweimal, da er erst dachte, sie sei kaputt, aber das Licht der Birne war so schwach, dass er es nicht wahrgenommen hatte. Er sank in einen Sessel, der in Hannover ihm gehört hatte. Rechts war er ein Klappaschenbecher befestigt, den er auf einer Interrail-Reise in einem griechischen Zug abgeschraubt hatte. Der Kater sprang auf seinen Schoß und Peter, der an einem Honiggebäck knabberte, sah in seinem Kopf Bilder von Thessaloniki nach dem Erdbeben. Das war im Juli 1978 gewesen. Der Bahnhof hatte einen Monat nach dem Beben soweit wieder funktioniert, dass Züge hielten. Der Rest der Stadt war aber in Trümmern gewesen. Es hatte wie nach einer Bombe ausgesehen. Er war mit Tobias und zwei anderen Freunden dort gewesen und man hatte sie daran gehindert, das Bahnhofsgelände zu verlassen. Der Kater schnurrte, streckte sich, tat so, als wolle er sich einrollen, bis er neurotisch seine Zähne in Peters Arm hackte. Aber die Jacke war zu dick für ihn und so schüttelte Peter ihn ab.

„Mal sehen, wie die Kugeln funktionieren“, sagte Beate, riss die Folie auf, nahm die Kugeln heraus und schlurfte in löchrigen Plüschpantoffeln zum Badezimmer.

Als sie wiederkam, hatte sie ein verkniffenes Gesicht.

„Und?“ fragte Peter amüsiert.

„Hm. Kalt und tut etwas weh. Muss man mehr damit rumlaufen?“

„Woher soll ich das wissen“, antwortete er.

„Sei nicht so gemein, schließlich mache ich das für dich“, sagte Beate.

„Für mich! Du spinnst wohl! Wieso für mich?“

„Damit ich einen hoch kriege und wir eine normale Beziehung haben können“, sagte Beate verlegen.

„Ich dachte, unsere Beziehung ist vorbei. Ein-für-alle-mal!“

Schluchzend warf sie sich hin. Peter eilte in die Küche, da der Kessel zu pfeifen angefangen hatte. Mit Tee kehrte er zurück. Da sie unverändert wimmerte, setzte er sich auf einen Stuhl und starrte den Tisch an. Der hatte eine Messingkante und runde Ecken. Das Glas der Platte war von unten schwarz lackiert und hatte feine Ziselierungen. Mit dem Finger drehte er Kreise und schielte in eine Telefonrechnung. Er zündete einige Kerzen an und knibbelte am Wachs. Da sie einfach nicht aufhörte zu heulen, gab er irgendwann widerwillig nach. Er setzte sich zu ihr hinunter und legte tröstend einen Arm um sie.

„Ich bin krank und keiner kann mir helfen“, wimmerte sie, das Gesicht nass mit von Schminke schwarzen Tränen.

„Du nimmst das alles zu ernst“, beruhigte er sie. „Irgendwann kommt der Richtige und alles ist in Butter.“

„Aber vielleicht bist du ja doch der Richtige“, erwiderte sie.

„Lass uns nicht wieder damit anfangen“, sagte er, „du weißt, es klappt nicht zwischen uns. Jedes Mal wenn wir dachten, wir probieren es noch einmal, ist der Traum in Nullkommanichts wieder zerplatzt. Ich hasse dieses ewige Trennen.“

Beate umklammerte ihn fester und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Draußen war es dunkel geworden und von den Kerzen brannte nur noch eine.

Als Peter die Nähe nicht länger aushielt, sprang er auf und sagte: „Lass mich schnell rüberhechten, ich hab‘ Sekt gekauft, den hol‘ ich.“

Beate trocknete mit dem Ärmel ihrer burgunderroten, Samtbluse ihr Gesicht und sah ihn fest an.

„Aber beeil‘ dich“, flüsterte sie.

Sie tranken und rauchten, bis die Wohnung nebelig geworden war. Beschwipst kochte Beate Spagetti und wärmte eine Büchse Erbsen und Möhren auf. Peter heizte den Kachelofen neu an und öffnete mit einem Zisch eine Dose Billigbier, die er gefunden hatte, als er stolz die Tamponbestände in ihrer Speisekammer kontrolliert hatte.

„Bitte bleib' heute Nacht bei mir“, flehte Beate nach dem Essen, „du kannst auch mit mir machen, was du willst.“ Sie zog ihre T-Shirts aus. Peter grübelte nach einer Ausrede, aber es fiel ihm keine geeignete ein. Nackt rannte sie ins Schlafzimmer und schlüpfte in ihr Bett. Zögernd zog er sich auch aus und folgte ihr. Sie blätterten zusammen in den Pornoheften. Er bemühte sich, bei den eigentlich ganz und gar abstoßenden Fotos, keine Erektion zu bekommen. Beate zog die Metallkugeln aus sich heraus und forderte Peter auf, den Dildo mit den beigelegten Batterien zu füllen. Das vibrierende Gerät machte ein ätzendes Motorengeräusch und sie verkrampfte sich. Peter nahm ihr die Maschine ab und streichelte ihr über den Rücken.

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