B. Born - die gekachelte Sonne

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"Dreckweiße Taxis preschten voran. Gelbes und rotes Licht zerteilte sich auf Peters Nickelbrille zu Sternen. Also nahm er sie ab und sah hoch, blinzelte, da die Regentropfen seine Augen trafen. Die Wolken spie­gelten das Licht der Straßen und glühten ihrerseits gelb-orange. In seiner Kurzsichtigkeit war die Stadt reines Licht. Das, was außerhalb lag, war das Nichts, unfassbar und nicht existent. Einige Prostituierte warteten quar­zend den Schauer in einem Hauseingang ab."
In einer sehr subjektiven und brutal ehrlichen Art wird der Alltag Peters und das Entstehen einer Künstlergruppe mit dem Namen 'die Zone' im West-Berlin der 1980er und 1990er Jahre skizziert. Der Roman handelt von Menschen, die sich von der Atmosphäre auf der Insel 'Westberlin' inspirieren lassen und genauso von solchen, die treiben oder nicht treiben, die ­straucheln, die außen vor stehen, die einen Neuanfang schaffen wollen, die aber nicht in der Lage sind, ihre mitgebrachten, klein­städtischen 'Alt-Lasten' abzuschütteln. Solchen, die viel zu viel oder viel zu wenig ris­kieren. Sie alle wollen 'trendy' und 'hip' sein, sind es aber meist nicht wirklich. Denn in Wahrheit verdorren sie im Alltag, in der Normalität, in Ängsten, Verlusten und im Schmerz.

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In der nächsten Zeit nutzte Peter jede Gelegenheit, um auszugehen. Er wollte, nie mehr, und das schwor er sich, ohne ein Wort gesprochen zu haben, ins Bett gehen müssen. So etwas sei widernatürlich und abstoßend. Er verabredete sich in der Uni zum Kaffee, spielte mit Ex-Hannoveranern Doppelkopf oder half Gogo und Sabrina beim Renovieren.

Er versuchte, in Szenekneipen Leute kennenzulernen: trieb durch gelbes Licht, rotes Licht, grünlich, bleiches Neonlicht, fackelndes Licht, Licht in Dreiecken, schummeriges Licht, stapfte durch nächtlichen Schnee, Schneematsch und Regen, hörte zerrissene Punkfetzen, jaulende Rockmusik und groovy Jazz, Trommeln die das Gehirn wegschlugen. Er trank Bier. Bier aus Plastikbechern, aus feinen Gläsern, aus Humpen, aus Tassen und Flaschen. Er beugte sich herunter, um zu quatschen. Weiche Haare und Schampooduft kitzelte seine Nase. Kirschige Lippen und oder weise Lippen sprachen zu ihm. Er gab sein Bestes, um geschickt zu antworten. Aber immer wieder entglitten sie ihm. Entweder in die Hände ihrer langjährigen Freunde, neuer Freunde, gerade kennengelernter Freunde oder nach Hause auf der Flucht vor ihm.

Am Tag schlief er bis eins, frühstückte und malte.

Er wollte Steinert besuchen. Das Gaslicht der Straßenlaternen durchflutete vom frischen Schnee reflektiert die Neuköllner Schluchten. Der Teer der selbstgedrehten Zigarette verklebte seine Fingerkuppe. Der Schnee knirschte wie Styropor. Mit Seitenstechen blieb er auf einer Brücke über dem Kanal stehen. Sie bildete die Grenze zwischen Neukölln und Kreuzberg. Das schwarze Wasser war an den Rändern mit grauem Eis überzogen. Enten hockten da, den Kopf unter die Flügel gesteckt. Er schlug die Hacken seiner Stiefel gegeneinander, bis die Schneeklumpen abfielen. Dabei sinnierte er über den Unterschied zwischen Kreuzberg und Neukölln nach und ärgerte sich, dass er in Neukölln wohnte, aber auch über den Kult, der um Kreuzberg gemacht wurde. Ein Doppeldeckerbus kroch vorbei, quetschte den Schnee durch das Profil seiner Räder.

An einem türkischen Café reckte er sich hoch, um über den Store zu sehen: Drei alte Männer spielten Domino, eine Fleischberge-auf-Spieß-Reklame, eine Bauchtänzerin auf einem Kalenderblatt und ein Fernseher in dem ein Sänger türkische Schlager trällerte. In einer Arbeitereckkneipe kaufte er bei einer keifenden Berliner-Schnauze-Frau vier Flaschen überteuertes Bier.

Vor Steinerts Haus stellte er die Flaschen in den Schnee, auch um sie noch etwas zu kühlen, da er sie zu warm fand. An den Balkonen waren große Teile vom Putz abgefallen. Neben der schweren Holztür legte er einen Finger in ein Einschussloch aus dem letzten Weltkrieg und bestaunte einen Steinengel mit zerschossenem Kopf.

Die Tür war angelehnt. Also drückte er sie auf und machte sein Feuerzeug an. Da er keinen Lichtschalter finden konnte, tastete er sich hoch bis in den ersten Stock. Dort löschte er das Feuerzeug schnell, schüttelte seinen versengten Finger und drückte einen Lichtknopf. Da aber kein Licht anging, schritt er vorsichtig, nicht die Hand vor Augen sehend, Stufe für Stufe nach oben. Im vierten Stock, klopfte er und Steinert öffnete ihm.

„Wie ist die neue Wohnung?“ fragte er geblendet und warf im Vorbeigehen einen Blick in die Küche: dreckiges Geschirr, Umzugskisten, ein Tisch und zwei Gartenklappstühle aus Metall mit verrotteten, weiß überlackierten Hölzchen. Im Zimmer neben der Küche stand ein altmodisches Bett und ein dritter Klappstuhl, darauf einige Bücher, eine Lampe und ein Wecker. Über dem Bett hing ein Poster von der Band ‚Rip, Rig and Panic‘. Es zeigte eine Hyäne komisch in der Hocke. Das dachte jedenfalls Peter. Aber dann sah er noch mal genauer hin: Es war eher ein Pavian der Weitsprung machte und dabei schrie.

Die Wohnung hatte Steinert grob übergetüncht. Die nackten Glühbirnen an den Decken waren voller weißer Farbe, auf den Holzdielen war die Farbe breitgetreten.

Im zweiten Zimmer öffnete Peter zwei Biere, indem er den Kronkorken der einen Flasche in den Kronkorken der anderen Flasche verhakte und sie weghebelte. Ein Stapel Bananenkisten mit Büchern neigte sich bedenklich zur Seite. Steinert hatte aus der Küche einen zweiten Stuhl geholt, er wirkte ausgemergelt. Sie setzten sich an eine freie Kante seines Schreibtischs dessen Schubladen vorne abgebrochen waren.

„Die Wohnung ist insgesamt kalt“, begann er das Gespräch, „es gibt nur Allesbrenneröfen und die gehen dauernd aus. Überhaupt war es ein Fehler alleine zu ziehen. Ich mag das überhaupt nicht.“

„Aber wieso denn? Ich dagegen kann mir gar nicht vorstellen, mit anderen Leuten zusammen zu wohnen“, erwiderte Peter.

„Ich habe schnell festgestellt, dass ich die Nähe von anderen benötige. Ich kann besser arbeiten, wenn in der Wohnung was los ist, wenn Besuch kommt und geht, wenn gequatscht wird. In dieser Wohnung werde ich leer. So leer wie die Wohnung. Ich sitze da, stiere vor mich hin und mir fällt nichts ein. Kein kreativer Gedanke und kein Studieren gelingt mir“, erklärte er und rauchte.

„Hm“, sagte Peter sprachlos. „Und hast du was von Katharina gehört?“

„Ach, Katharina. Sie war letztes Wochenende hier. Wir haben im Bett gelegen, uns gegenseitig gewärmt und sie hat geschnarcht. Sonst war eigentlich nichts. Sie war schrecklich müde von ihrer neuen Arbeit und der Reise. Am nächsten Tag haben wir gestritten. Über dies und das, ohne wirklichen Grund. Nur, weil wir uns nicht ausstehen konnten. Sie zieht in einem Monat von Hamburg nach Zürich und macht eine Ausbildung als Bühnenmalerin an einem Theater dort.“

„Vielleicht nimmt dir die noch größere Entfernung eine Entscheidung ab“, sagte Peter.

„Da bin ich eher skeptisch“, sagte Steinert und fuhr sich übers Kinn. „Seit klar ist, dass man eine sehr lange Reise in Kauf nehmen muss, um sich zu sehen, da vermisse ich sie. Nun ist es an ihr. Sie muss herausfinden, was sie will. Durch die Distanz könnte es sogar sein, dass ihre Gefühle für mich neu erwachen - durch die Abwesenheit gewissermaßen. Ich denke, wir werden viel in Briefen klären können und uns dann wieder zusammenraufen. Aber denke ich das nicht schon seit Jahren?“

„Lass uns aufbrechen, die Lesung fängt gleich an“, sagte Peter und Steinert zog einen schweren Mantel mit Hahnentrittmuster an.

Am Ende der Wrangelstraße am Schlesischen Tor war das ‚Fischbüro‘. In einem leerstehenden Laden hatten einige Leute ein Rednerpult gezimmert und veranstalteten abgedrehte Lesungen und Diskussionen.

Ein Typ mit zerzaustem Haar informierte über neue Projekte, Lesungen und Konzerte. Die Lesung hielt ein Mann, der sich Gustav nannte und eine kleine, nackte Puppe an den glattrasierten Kopf geklebt hatte. In seiner Rede informierte er über die Bedeutung von Fischen im Arbeitsalltag. Er untermauerte seinen Vortrag mit Bildern von Fischgerippen. Die Leute im Raum brüllten vor Begeisterung.

Hinterher schlitterten Peter und Steinert über den vereisten Schnee in den ‚Elefanten‘ am Chamissoplatz. Punks stampften auf den Tischen zu Pogorhythmen, kickten Biergläser umher, eine Frau zeigte Nippelpiercing - Holzstühle barsten.

Sie zogen ins ‚Wiener Blut‘. Durchgefroren und gierig tranken sie an der Theke stehend Weizenbier und sprachen darüber, ob sie sich im ‚Fischbüro‘ engagieren und vielleicht eine Lesung organisieren sollten. Steinert sagte, er arbeite an einer neuen Erzählung über wilde Beeren und lila blaue Himmel. Peter nickte und sagte, dass er eine Geschichte über eine Amsel schreibe, die auf der Fensterbank eines einsamen Mannes ein Nest errichtet habe. „Es entsteht dabei ein Zwiegespräch mit dem Fremden. Die ständige Präsenz des Vogels verändert das Leben des Mannes und er fängt an, sich komisch zu seinen Mitmenschen zu benehmen. Später bricht er aus, er wird wieder menschlich und macht sich über den Vogel lustig.

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