Gunter Preuß - Rufe in die Wüste

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In «Rufe in die Wüste» finden sich Interviews mit Gunter Preuß und Aufsätze von ihm aus dem Zeitraum von 1973 bis 2009. Darin wird die eigene Befindlichkeit immer wieder kritisch an den gesellschaftlichen Gegebenheiten gemessen. Es ist auch ein Gang durch die Zeit und zwei Gesellschaftsordnungen, wobei der sich beharrlich zu Wort meldende Schriftsteller in seinem Kunstschaffen nicht am Alltagsgeschehen vorbeikommt. Mag mancher Text auch noch so privat erscheinen, er ist ein politischer Text, weil der Autor nicht Kunst von Leben und Individuum nicht von Gesellschaft trennen will. Die persönliche Zeitreise, die einen Lebenslauf kennzeichnet, sollte auch für andere Zeitgenossen interessant sein.

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Das Schönste für mich ist, dass ich im Ensemble trotz manchmal sehr gegensätzlicher Meinung, viel Offenheit und menschliche Wärme erfuhr. Ich denke, bei den Schauspielern steht mir immer eine Tür offen.

Zum Schluss noch eine Frage, die ich allen Autoren, mit denen wir es am Theater zu tun haben, gerne stellen möchte. Das Theater hat gewisse Gewohnheiten und Erfahrungen, mit Autoren umzugehen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Autoren wieder haben mit den unterschiedlichen Theatern, mit denen sie es zu tun haben, ebenso unterschiedliche Erfahrung. Gibt es jetzt aus Ihrer Sicht Wünsche, die Sie für die Zukunft hätten, wie Theater mit ihren Autoren oder wie konkret das Leipziger Theater mit seinen Autoren arbeiten sollte?

Ich würde gern in den Entstehungsprozess eines anderen Stücks hineinsehen. Wie machen das andere? Wie ist deren Arbeitsweise? Wie begegnen sie den auftretenden Problemen? Wir haben etwas allein gestanden, bestimmt auch durch den erheblichen Widerstand im Haus gegen das Stück. Ich habe das immer wieder zu spüren bekommen, obwohl sich da vieles hinter verschlossenen Türen abspielte. Sie haben ja schonend zu vermitteln versucht, weil Sie das Stück unbedingt auf die Bühne bringen wollten. Wir haben durch die Büroscharmützel und Abwürgungsversuche doch an Kraft und Zeit verloren, die wir dringend für die eigentliche Arbeit benötigt hätten. Es wäre nicht nur besser, sondern notwendig gewesen, ein Gespräch in einem größeren Kreis zu führen und die Dinge beim Namen zu nennen. Und für mich als Anfänger in der Theaterarbeit wäre ein früheres Zusammentreffen mit dem Regisseur und den Schauspielern wünschenswert gewesen; aber andererseits gab es ja auch noch viel am Text zu arbeiten und es wäre vielleicht alles zerredet worden. Vielleicht war aber auch das meiste richtig so. Wenn der Erfolg wirklich recht gibt, dann dürfen wir nicht meckern. Für die Zukunft jedenfalls habe ich genügend Theaterluft geschnuppert, um schon Suchtsymptome zu zeigen. Mal sehen, wo das hinführt.

Hielten Sie es für möglich, dass das Theater, was ja unter den Künsten die eine Eigentümlichkeit hat, eine kollektive Einrichtung zu sein, zu einem geistigen Zentrum auch für all jene wird, die von ihrer Arbeitsweise her freischaffend oder überwiegend allein schaffend sind? Dass beispielsweise Autoren, die als Dramatiker arbeiten, im Moment vielleicht gar nichts Dramatisches machen, dort Gelegenheit haben, ihre Arbeiten vorzustellen – vor Öffentlichkeit in den Räumen des Theaters, wo sie mit Publikum zusammenkommen können oder mit anderen Autoren? Dass man dort in einem ständigen Gespräch bliebe?

Ein Theater sollte immer ein offenes Haus sein, nicht nur zu den Vorstellungen. Da wäre eine kleine Experimentierbühne wünschenswert, wo Angefangenes, Halbfertiges eben, eine Szene oder auch zwei, drei vor einem kleinen Publikum vorgestellt und diskutiert werden könnte. Die Künstler in Leipzig wünschen sich schon lange eine Begegnungsstätte, wo über Leben und Kunst, die ja Gott und die Welt umfassen, gesprochen und dazu ein gerühmter sächsischer Kaffee getrunken werden kann. Die Kunstdisziplinen überschreitend könnten Kontakte entstehen zwischen Grafikern, Musikern, Schriftstellern und Theaterleuten, die den Kollegen und ihrer Arbeit bestimmt gut tun würden. Das fehlt einfach, aber überall fehlt es an Räumen. Haben Sie eine Idee?

4. Rigorose Frage nach unserer Identität (1982)

Zu Ullrich Hachullas Bild „Das Fest“

Das Leben: ein Fest. Es will gefeiert sein. Weihnachten gar. Mein Zuhause: eine heile Welt. Des Tages Arbeit ist getan. Die Familie sitzt zusammen. Freunde sind gekommen. Die übers Jahr verschlossene Tür steht offen. Wer kommen will, wer kommen kann, hat Zutritt. Essen und Trinken sind auf dem Tisch. Im Zimmer ist es warm. Man hat sich modisch gekleidet. Ich und du sind versorgt. Und über uns schwebt der Barlachsche Friedensengel.

Der Raum ist eng begrenzt, er hat Mauern, eine niedrige Decke (Latex-Weiß auf Raufasertapete), und unter den Füßen liegt ein roter Teppich. Das gibt doch Geborgenheit. Hierin kann sich keiner verlieren, kann uns keiner verloren gehen.

Das Leben ein Fest. Eine Idylle. Wohl kaum. Hachulla ist ein Bildermaler (Jahrgang 43), ein Mann des Auges, das aus einer beunruhigten Seele schaut. Er misstraut der Oberfläche, will das Dahinter erfahren, wenn es auch schmerzt. Sollen doch Farben und Schönheit schwinden, wenn nur eins sichtbar wird: Wahrheit. Der schmerzvolle Prozess des Werdens, der zugleich auch Lust am Dasein ist. Hachulla weiß darum, er will uns nahe bringen, was er gesehen und erkannt hat, damit wir uns im einen oder anderen wiedererkennen und Fragen in uns laut werden.

Da sitzt einer am gedeckten Tisch, die lachende Weihnachtsmannmaske vorm Gesicht. Er schaut uns an, der gütige Alte, er will uns beschenken, uns die frohe Botschaft überbringen. Haben wir anderen, die wir uns am Tisch zusammengefunden haben, nicht auch Masken auf? Und der Friedensengel, der so stark und sicher über uns hängt, ist er nicht auch maskiert?

Am Tisch wird geschwatzt. Der Witz geht um. Wir haben kräftig zugelangt. Die Mägen sind voll. Es soll gelacht werden.

Im Hintergrund des Raumes sprechen zwei miteinander. Sie haben sich etwas zu sagen. „Du?“, flüstert der eine dem anderen zu. „Wie sind wir eigentlich hier hineingeraten? Es muss doch einen Weg wieder hinaus geben...“ Neben ihnen ruft einer. Er schreit. Aber niemand hört ihn. Was soll er uns auch zu sagen haben, das wir nicht schon gehört haben. Wir feiern. Es ist Weihnachten. Himmel, wir sind Atheisten, aber lasst uns unsern Gott!

Da bläht es die Gardine. Da weht frische Luft herein. Ein Mann greift in den Vorhang. Hat er das Fenster geöffnet? Oder will er es schließen? Ängstigt ihn das Drinnen oder das Draußen? Der Friedensengel blickt zum Fenster. Es brauchte nur einer aufzustehen und dem Engel die Maske vom Gesicht zu ziehen. Warum steht denn keiner auf? Gleich wird einer rufen: „Fenster zu! Es zieht!“ Und seine Stimme wird gehört werden. Es wird die des freundlichen alten Mannes sein. Und wer behauptet, er hätte eine Maske vorm Gesicht, der ist ein böswilliger Ignorant, ein Miesmacher und Nestbeschmutzer, dem nicht einmal die heilige Sache heilig ist!

Wir feiern Weihnachten, es braucht ein Fest zur Besinnung.

„Glaube“, sagt uns Goethe, „ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen aufs Unmögliche, Unwahrscheinliche.“

5. Vergessen und Erinnern (1983)

50. Jahrestag der Bücherverbrennung

Meine Damen und Herren,

wir Menschen besitzen eine Eigenschaft, die uns oft das Überleben sichert: Böse Geschehnisse schieben wir alsbald auf sichere Entfernung und schließlich sperren wir sie in den Tresor unseres Unterbewusstseins. Wir maßen uns an die Welt zu beherrschen und sind doch so leicht zerbrechliche Wesen. Schon im Mutterleib leben wir auf der Schwelle zum Tod. Ein fallender Dachziegel, ein zu spät bremsendes Auto, eine verlorene Liebe - man muss schon auf sich aufpassen, wenn man am Leben bleiben will. Ein großer Teil der Menschheit ist den Kinderschuhen entstiegen, der Garten Eden ist nur noch ein schönes Märchenbild, das wir uns schamhaft vor Augen führen, wenn die Realität uns im Alltagsgrau zu ersticken droht und fortdauernde Gewalttaten uns das Gruseln lehren. Wir vertrauen auf die Zeit, dass sie uns heilt, die Verhältnisse bessert und uns eine Zukunft beschert, wir meinen, ihr Fluss, der uns mitzieht, hat magische Heilkraft. Und in dem wir uns treiben lassen, bleibt uns oft nichts anderes als zu vergessen, denn der starke Mensch ist ein schwacher Mensch. Zum Überleben brauchen wir das Vergessen, zum Leben aber benötigen wir das Erinnern.

Wir haben uns heute im altehrwürdigen Festsaal des Alten Rathauses versammelt, um uns zu erinnern. Wir sind zusammengekommen, weil die Geschichte uns beigebracht hat, dass wir auf die Lehrjahre der Vergangenheit nicht verzichten können, wenn wir eine Gegenwart gestalten wollen, die unseren Kindern eine friedvolle Zukunft sichert.

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