Gerhard Schumacher - Wollschlägers

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Nicht jeder kann aus Lübeck stammen und nicht jede oder jeder hat einen Konsul oder Senator zum Vater.
Auch die Tochter eines Gastwirtes oder ein Posamentenhändler geraten trotzdem in den Strudel des täglich praktizierten Irrsinns.
Und wenn sich das Ganze in der hessischen Provinz und in den Wirren der Nachwendezeit am Ende des letzten Jahrhunderts abspielt, so steht auch dem würdevollen Untergang von Familiendynastien nichts mehr im Wege.
Es ist das unzweifelhafte Verdienst des vorliegenden Werkes, diesen Verfall mit Humor und Nachsicht in eine Familiensaga gefasst und so der Mit- und Nachwelt erhalten zu haben. Mit genügendem Optimismus, ausreichendem Lebensmut und einem gelegentlichen «Äbbelwoi» zur rechten Zeit überlebt frau/man so (fast) unbeschadet alle Irrungen und Wirrungen, die einem das Leben aufbürdet.

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Unabhängig davon kam er auf die Frage des Desserts zu sprechen und wollte gerade einen fulminanten Dialog verschiedener Früchte in Aussicht stellen, als Erika bat, sich einen lange gehegten Wunsch, nämlich Tiramisu, erfüllen zu dürfen. Diesmal zogen sowohl Luigi als auch der nette Herr von Traubenau ihre Augenbrauen um Weniges nach oben an, quittierten die Bestellung aber wohlwollend und ohne Widerspruch.

Fräulein Wollschläger wurde zusehends verwirrter in ihrem Kopf, was nur zu kleinen Teilen an dem herrlich perlenden Champagner liegen mochte. Vielmehr war sie einerseits sichtlich beeindruckt von der Sach- und Fachkenntnis, sowie der souveränen Art des in ihren Augen immer netter werdenden Herrn von Traubenau, andererseits hingegen fühlte sie sich zunehmend deplaziert in dieser Welt der Vino Nobile, Brunello, Lammrücken und Gratin Dauphinois, vom Muskat ganz zu schweigen, und ahnte, dass es nicht die ihre war, noch jemals werden würde. Zu groß erschien ihr der Graben, der sich ihr zwischen heimischem Presskopf und hiesigen Langustenstückchen auftat, als dass sie ihn zu überwinden sich zutraute. Diese Erkenntnis wiederum stimmte sie traurig, jedoch beschloss sie, das Essen, den Wein, den Abend insgesamt in vollen Zügen zu genießen, fürderhin aber als einen einmaligen in schöner Erinnerung und nur da, zu behalten, denn sie blieb sich der Mahnung ihrer lieben Mutter durchaus gewärtig, nur nach den Früchten sich zu strecken, die ihr auch erreichbar waren. Was überdies ja auch ein schönes Beispiel für die Nachhaltigkeit einer bodenständigen Erziehung, die auf dem Teppich zu bleiben wusste, darstellte.

So genoss Erika die feinen Speisen, noch um einiges mehr die exzellenten Weine, die sich ihr immer stärker erst im Blut, dann im Kopf festsetzten und plauderte sich mit dem netten Herrn von Traubenau durch die Stunden. Überließ sie anfangs noch ihrem Begleiter und dem geschwätzigen Padrone, der alle Nase lang an ihren Tisch trat und sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigte, den Hauptteil der Konversation, so übernahm sie mit der steigenden Anzahl getrunkenen Rebensaftes zunehmend selbst die Gesprächsführung, nannte den Padrone kichernd Luigi und ihren Kavalier Traugott, denn so hieß er.

Endlich war, weit nach der Mitte der Nacht, der Zeitpunkt des Aufbruchs gekommen, der letzte Tropfen Wein seiner Bestimmung zugeführt, hatte der letzte Teller seinen Weg in die Spülmaschine gefunden, als sie wohlige Müdigkeit umflorte. Nur undeutlich nahm sie noch wahr, wie Traugott von Traubenau die Rechnung beglich, deren Höhe sie nicht vollständig verstand, aber als eine sündhafte einordnete, dann schwebte sie am Arm ihres Begleiters, von wortreichen Komplimenten des Padrone begleitet, dem Ausgang des Ristorante zu.

Auf dem Weg dorthin bemerkte sie noch zwei Kellner, die verzweifelt einen hochgewachsenen Mann in langem Mantel und wirrem Haar abzuwehren sich bemühten, der mit lautem Organ über Posamenten sich ausließ, die er hier und jetzt dem Ort zum Heil bringen wollte. Sie wusste nicht, was das war, Posamenten, hatte das Wort noch nie gehört und gleich darauf, als sie in die laue Nachtluft trat, auch wieder vergessen. Mit Sicherheit.

Herr von Traubenau chauffierte die pausenlos plappernde Erika tadellos zu ihrem gemeinsamen Heim, half ihr noch die Treppen hoch, bedankte sich vor der Tür des Dachgeschosses für den wunderbaren Abend, den er mit ihr zu verbringen den Vorzug hatte, wünschte eine angenehme Nachtruhe und entschwand sogleich in seine Privatgemächer.

Erika selbst war zwar ein wenig enttäuscht über seine aufdringliche Unaufdringlichkeit, denn sie war in Stimmung, freute sich aber bei intensiverem Nachdenken darüber, dass die Seriosität ihres Gastgebers keine vorgetäuschte, sondern eine tatsächliche war.

Sie entkleidete sich, verschob die Abendwäsche auf den Morgen, kuschelte sich in das ausladende Doppelbett und fiel alsbald in tiefen Schlaf.

Die nächsten Tage plätscherten dahin wie die Erzählung des Chronisten, Erika fühlte sich wohl in ihrem Dachgeschoss, saß den lieben langen Tag in dem Sessel am Fenster, schaute auf die Mückenschwärme über der träge fließenden Nidda, schlenderte durch die schmalen Gassen von Kilianstädten und verbrachte den Rest des Tages von weißem Schaum umhüllt in der ausladenden Badewanne, die so reichlichen Platz bot.

Abends, wenn der nette Herr von Traubenau, von seiner Tätigkeit kommend, sein Heim betrat, nahmen sie zusammen das Nachtmahl ein, wobei ihr Gastgeber darauf bestand, es höchst selbst zuzubereiten, obwohl Erika sich mehrmals anbot, ihm hierbei zur Hand zu gehen, tranken die eine oder andere Flasche Wein dazu, bis Herr von Traubenau, unaufschiebbare Arbeit vorgebend, sich in sein häusliches Kontor begab, während sie vor dem Fernseher all die bunten Programme staunend sich besah, die sie aufgrund ihrer Äbbelwoi verteilenden Abendbeschäftigung im elterlichen Wirtshaus bislang nie zu Gesicht bekommen hatte. So vergingen die jeweils vierundzwanzig Stunden der Tage und die Nidda zog dahin.

2

Am fünften oder sechsten Tag ihres Daseins indes begab sich der wackere Referendar Wildgruber in sein Automobil und rauschte von Büdesheim nach Kilianstädten, das Erika zu finden und traf am Ende der Uferstraße, wo es rechts nach Niederdorfelden, links aber nach Hanau ging, auf eine recht windige Holzbude, die er nach kurzem Hinsehen als Imbiss wahrnahm.

Der Referendar lenkte seinen Kadett nach links den Berg hoch und fuhr dann auf den kleinen Parkplatz der in Fahrtrichtung gelegenen Gaststätte Hahn. Er wollte sich erfrischen und hoffte insgeheim, von der örtlichen Bevölkerung einige Auskunft über das Haus zu bekommen, in dem seine Erika seit Tagen Tisch und Bett gefunden hatte.

Als er die Gaststätte Hahn betrat, schlug ihm ein neobäuerliches, mit starken griechischen Elementen versehenes Interieur wuchtig entgegen. An den Wänden hingen farbenfrohe Naivitäten größerer Formate, hellenische Alltagsszenen mit Meer, Sonne und unzähligen, Netze verteilenden Fischerbooten, darstellend. Es roch nach zwiebligem Schnetzelfleisch, das die Türken Kebab, die Griechen hingegen Gyros nennen.

An der Theke hockten zwei ältere Gesellen eindeutig hessischer Herkunft, ansonsten war die gastliche Taverna bar jeden weiteren Besuchs. Wildgruber wollte schon den Rückzug antreten, als sein Blick auf eine adrette Weibsperson mittleren Alters fiel, die hinter der Theke mit frisch gespülten Gläsern hantierte, besann sich unbewusst eines Besseren, nahm an einem der in Nischen eingebauten Tische Platz und vertiefte sich scheinbar interessiert in die dort ausliegende kunstlederne Speisenkarte.

Nach kurzer Weile erschien das äußerst feminine Geschöpf und fragte höflich nach seinem Begehr. Der Referendar hob seine Nase aus der Plastikkarte und schaute der Bedienung ins liebliche Gesicht, nahm verschwommen zwei rehbraune Augen wahr und einen rot umrandeten Kussmund. Er fühlte plötzlich eine nicht unbedeutende Wärme in sich aufsteigen. Nach Sekunden verlegenen Schweigens klappte er die Karte zu und sagte in wenig flüssiger Sprechweise:

"Mein Name ist Wildgruber und ich hätte gerne einen Äbbelwoi, nein, warten Sie, doch lieber ein Bier, ja, bitte ein Bier, bitte."

Die Bedienung aber legte ein anziehendes Lächeln auf ihr Antlitz und hauchte:

"Sehr gerne, Herr Wildgruber, ein Henninger, ich bin die Frau Czerny und der Herr dort vorne rechts", sie deutete auf die beiden am Tresen sitzenden Gesellen, "ist der Röser Heinz und daneben sitzt der Linder Karl."

Beide Herren sahen sich zu ihm um, nickten freundlich und Herr Röser antwortete:

"E Gude, Herr Wildgruber."

Wenngleich sich der Chronist zu Beginn der Niederschrift geschworen hatte, den Fluss der Erzählung nicht durch eigene, meist nur ablenkende Kommentare zu stören, scheint es ihm an dieser Stelle dennoch angebracht, die selbst auferlegte absentia zu brechen, gilt es doch zwei Punkte zu klären:

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