Jan Pelzer - Indiskretionen

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Der 50jährige Fürst von Frost und Zeul ist nach einem ausschweifenden Leben schwer herzkrank. Es gibt für ihn kaum Hoffnung seine Krankheit und seinen finanziellen Ruin zu überstehen. Eine engagierte Psychotherapeutin versucht ihm zu helfen und ihm einen neuen, solideren Lebenswandel nahe zu legen. Ein Aufenthalt in einem Kloster und die Liebe zu einer jungen Frau haben Einfluss auf eine Besserung seiner Gesundheit. Leider holen ihn seine Vergangenheit in Gestalt eines unehelichen Sohnes und einer verflossenen Geliebten wieder ein und erschweren die weitere Normalisierung seiner Verhältnisse.

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Ich musste Carlotta tatsächlich gestehen, dass ich von all diesen Missständen nichts wusste. ‚Ich habe nie die Hütten meiner Arbeiter besucht’, sagte ich ihr, ‚ich habe auch nie längere Gespräche mit den Arbeitern führen können, weil ich immer, wenn ich hier war, geschäftliche Probleme zu erledigen hatte. Ich musste Bilanzen prüfen, Änderungen in den Plantagen mit meinen Verwaltern besprechen, neue Absatzmärkte finden, Warentermingeschäfte absegnen, Steuerprobleme meistern und hatte keine Zeit, um mich noch um das Privatleben meiner Arbeiter zu kümmern. Ich dachte, dass liege bei meinen Verwaltern in den besten Händen, und habe auch nie irgendwelche Klagen oder Beschwerden von den Arbeitern gehört.’ ‚Weil du nur in deinen abgehobenen Gesellschaftskreisen verkehrst und du dich für die Alltagsprobleme der Arbeiter, die dir dein Vermögen erarbeiten und erarbeitet haben, nicht interessierst’, erwiderte Carlotta. ‚Wahrscheinlich ist dir noch nie der Gedanke gekommen, dass dein Sternenflug nur möglich ist, weil dir deine Arbeiter als Raumschiff dienen.’

Das war so eine der typischen Carlottaschen Formulierungen! Ich konnte ihr wirklich nicht böse sein, wenn sie mich auf eine solche Weise anfauchte, aber ich wusste auch nicht, wie ich mich verhalten sollte, um ihren Zorn zu beschwichtigen. Meine Farm wurde nach marktwirtschaftlichen Prinzipien geführt und war zur damaligen Zeit fast das einzige meiner Unternehmen, das nicht mit Verlust arbeitete. Was also sollte daran geändert werden? Und mit den Landarbeitern? Sie hatten ihre Parzelle Land bekommen. Sie lebten am Fluss, hatten Wasser, konnten Fische fangen und ihre Feldfrüchte gegen Geld eintauschen, das ihnen irgendwelche Touristen, die ihre Ausflüge auf dem Fluss machten, gerne abkauften, und wurden letztlich auf meiner Fazenda nicht schlechter behandelt als auf anderen Fazendas auch. Sollte ich diesen Zustand ändern wollen, musste ich zum Revolutionär werden, musste mich mit Gleichgesinnten verbünden und mich in den Urwald zurückziehen, um den mörderischen Milizen meiner, über solches Vorgehen empörten Fazendakollegen zu entgehen. Dazu fühlte ich mich nun ganz und gar nicht berufen. Ich sagte Carlotta dann auch einige Worte in diesem Sinne.

Das kam bei ihr nun gar nicht an. ‚Soweit ich das von deinen Verwaltern erfahren habe, liegen fast neun Zehntel deines Landes brach. Der größte Teil davon könnte beackert werden. Du brauchst dieses Land nicht, weil du nach deiner eigenen Aussage mit dem Zehntel, das bearbeitet wird, gute Profite machst. Also könntest du doch wenigstens die Hälfte deiner Brache an bedürftige Bauern verteilen oder ihnen doch wenigstens ohne Pacht auf Lebenszeit zur Nutzung überlassen.’ ‚Und wo nehme ich dann meine Landarbeiter her?’, fragte ich. ‚Die hätten ja als Erste eine solche Landzuteilung verdient und ich müsste sie dann auch als Erste mit Land ausstatten.’ ‚Ganz richtig’, sagte Carlotta, ‚aber du könntest sie verpflichten, so lange ihre Arbeit zu tun, bis Ersatz für sie gefunden ist. Und solch ein Ersatz würde sich ja leicht finden lassen, wenn die neuen Arbeiter wüssten, dass sie in zehn Jahren auch mit einer Landzuteilung rechnen könnten.’

‚Das brächte mich um mein ganzes Land! Oder glaubst du, dass die Flut noch zu stoppen wäre, wenn einmal der Damm gebrochen ist? Wenn ich einen Teil meines Landes unter die landlosen Bauern verteile, so werden ihnen Tausende folgen und den restlichen Teil besetzen. Wahrscheinlich würden sie mir von meinem Zehntel auch noch was wegnehmen. Und keine Macht der Welt könnte von ihnen oder ihren Kindern das Land noch einmal zurückfordern, auch die staatliche Justiz nicht. Ich müsste ebenso wie meine Kollegen eine Söldnertruppe engagieren und bezahlen, um meine Rechte mit Gewalt zu verteidigen und dann wäre der Bürgerkrieg da.’

‚Alles Vermutungen, Theorien, die du nicht beweisen kannst und die deine Untätigkeit rechtfertigen sollen’, antwortete Carlotta. ‚Du müsstest auch mit kleinen Schritten anfangen, so dass dein Vorgehen überhaupt nicht überregional bekannt würde’, meinte sie, ‚aber du müsstest anfangen, sonst ist wegen dieser schreienden sozialen Ungerechtigkeit mit viel größerer Wahrscheinlichkeit mit einem Bürgerkrieg zu rechnen als im Falle einer von dir initiierten Landreform. Und dann läufst du wirklich Gefahr, deinen ganzen Besitz zu verlieren.’

‚Ich werde den Teufel tun und freiwillig meinen Besitz abgeben und auf meine Rechte verzichten!’, erwiderte ich. ‚Alle meine geschäftlichen Tätigkeiten sind darauf ausgerichtet, Geld zu verdienen und meinen Besitz zu vergrößern. Es wäre doch verrückt, wenn ich jetzt anfinge, mein Land, meinen Besitz zu verschenken. Eine Umgestaltung der Besitzverhältnisse des brachliegenden Landes kann auch nur im Rahmen eines Gesamtplanes organisiert werden. Da sind auch volkswirtschaftliche Gesichtspunkte zu beachten. Für bestimmte landwirtschaftliche Produkte gibt es schon jetzt Absatzschwierigkeiten. Wenn von heute auf morgen sich die landwirtschaftliche Produktion verdoppeln oder verdreifachen würde, sänken die Preise so in den Keller, dass sich für keinen Bauern, ob Klein- oder Großagrarier die Arbeit noch lohnen würde. Unsere Wirtschaft müsste kollabieren und wir hätten ein größeres Heer von Arbeitslosen und Hungerleidern als heute. Also überlassen wir die Regelung dieser Angelegenheiten weiter den Politikern, aber kümmern wir uns um das Wohlergehen unserer eigenen Arbeiter!

Ich werde die Verwalter anweisen, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter menschenwürdige Behausungen bekommen mit Strom und fließendem Wasser und dass auch ein Arzt und eine Krankenschwester für die Fazenda eingestellt werden und dass eine Fazenda eigene Schule eingerichtet wird, so dass diese schrecklichen Missstände, von denen du mir berichtet hast, verschwinden. Ich kann auch noch ein Zweites tun und die Parzellen meiner Arbeiter auf die doppelte Größe verändern lassen, aber mehr kann ich nicht tun – außer darauf hinzuweisen, dass diese Veränderungen auf dein Konto gehen, dass du sie veranlasst hast.’

Als ich dies gesagt hatte, gab mir Carlotta zum ersten Mal einen Kuss. ‚Ich wusste ja, dass du nicht so schlecht bist wie dein Ruf. Aber ruf jetzt bitte deine Verwalter zu dir und setz deine Pläne sofort ins Werk.’ Ich gab denn auch sofort die nötigen Anweisungen, und Carlotta und ich waren die nächsten Tage ununterbrochen damit beschäftigt, die sozialen Veränderungen, die ich so unbedacht in den Mund genommen hatte, in Gang zu bringen.

Es dauerte dann doch länger, als ich gedacht hatte, aber nach einem halben Jahr waren alle Vorhaben verwirklicht. Sie kosteten mich nicht wenig, brachten mir auf die Dauer aber sogar Gewinn. Denn das Arbeitsklima wurde dadurch auf meiner Fazenda erheblich verbessert und damit auch die Qualität und Produktivität des ganzen Betriebes, der heute zu den besten in ganz Brasilien auf diesem Sektor gehört. Von da ab verschonte mich Carlotta auf meiner Fazenda mit weiteren revolutionären Ideen, und wir hatten eine sehr harmonische und sogar glückliche Zeit miteinander, obwohl auf sexuellem Gebiet nichts zwischen uns passierte.

Wir flogen von Blumenau wieder zurück nach Rio und traten unsere Reise an. Carlotta hatte sich einen weißen Tropenanzug zugelegt, den sie fast immer trug. Aus Solidarität folgte ich ihrem Beispiel und so absolvierten wir unsere Reise ganz in Weiß. Carlotta hatte sich die Haare nicht mehr schneiden lassen, seit sie in Brasilien war, und trug ihre Haarpracht schulterlang, so dass sie mit ihren blonden Locken und ihrem weißen Anzug wie ein Engel aussah.

Zunächst machte sie mit ihrer Erscheinung kein Aufsehen, da wir zuerst die Wasserfälle von Iguacu besuchten und uns also in die Schar der üblichen Touristen einreihten. Als sie aber in Ouro Preto ihr erstes Konzert mit den Goldberg Variationen von Bach gegeben hatte, schwärmte die Presse bereits von ‚Engelsmusik’, von ‚himmlischen Harmonien’, von der ‚Harfenistin des Herrn’, die ‚auf die Erde hernieder gestiegen’ sei und den Konzertsaal in Ouro Preto für anderthalb Stunden in ein ‚überirdisches Paradies’ verwandelt und die Zuhörer in ein ‚Elysium der reinsten Freude’ entrückt habe.

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