Andreas Jurca - Die Liga der Loser

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Der 17jährige Wilhelm und sein bester Freund Leonard gehören nicht gerade zu den 'Coolsten' der Schule, doch eines Tages entscheidet sich Wilhelm diesen Umstand zu ändern, als er darin die einzige Möglichkeit sieht seinem Schwarm Lea näher zu kommen. Auch wenn es anfangs zu klappen scheint, kommt letztlich alles ganz anders. Eine Mischung aus verschmähter Liebe, Ausgrenzung, Verzweiflung und Hass führen zur Gründung der Liga der Loser, welche die Machtverhältnisse an der Schule völlig auf den Kopf stellt.

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Ich saß in meinem Zimmer und schaute aus dem Fenster. Meine Augen fixierten das Fenster meiner hübschen Nachbarin. Aber nur ihre weisse Blume war zu sehen, von ihr keine Spur. Ich hielt das Telefon in der Hand und wollte Leonard anrufen, aber mir ließ das mit meiner Mutter keine Ruhe. Warum hatte sie Vater angelogen? Ich verurteilte sie deswegen nicht; wenn es hart auf hart käme, würde ich mich immer für meine Mutter entscheiden. Dennoch fragte ich mich, warum sie so ein Geheimnis daraus machte. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, klingelte plötzlich das Telefon in meiner Hand. Leonards Stimme meldete sich am Apparat: "Heyo Willy. Hast du Lust heute Abend 'ne Konsolensession zu machen?" Im Hintergrund hörte ich Gewehrschüsse und Explosionen; er spielte wieder eines seiner Ego-Shooter-Games. "Hey Leo. Ich wollte dich gerade anrufen und dir was erzählen. Du glaubst es mir nicht, wenn ich es dir sage!" kündigte ich ihm an. "Du hast im Lotto gewonnen?" fragte er rhetorisch. "Nein, nicht ganz so gut." Ich machte eine dramatische Pause, die ihre Wirkung nicht verfehlte. "Na sag schon! ... Ah, verdammt! Jetzt haben die mich abgeknallt. Also komm, sag, jetzt bin ich ganz Ohr." Die Schüsse im Hintergrund verstummten. Er hatte auf Pause gedrückt. "Richard, der Richard aus der Elitenclique, hat mich auf seine Party eingeladen." Mit unverhohlenem Stolz proklamierte ich die Neuigkeit, doch die erwartete Reaktion blieb aus. Leonard sagte nämlich gar nichts. "Hey? Bist du noch dran?" fragte ich ins Telefon. Erst nach wiederholtem Fragen kam die Antwort: "Ja." Er klang nicht sonderlich begeistert. "Was ist denn los?" Ich war verwundert über seine Stille. "Ich halte nicht viel davon Willy. Die Leute in der Clique sind nicht ok, ich will nicht, dass sie dich verarschen." Es ärgerte mich, dass mein bester Freund es nicht für möglich hielt, mich könnten auch beliebte Leute mögen. "Was soll das heißen? Ich bin nicht gut genug für sie?" Ich merkte wie mein Ton schärfer wurde. Ich fühlte mich angegriffen und das auch noch von meinem besten Freund. "Nein, Mann! Im Gegenteil! Du hast richtige Freunde verdient, nicht solche selbstgefälligen Arschlöcher." sprach er beschwichtigend. Seine Worte beruhigten mich wieder, aber wirklich zufrieden war ich nicht. Es war als ob er einen wunden Punkt bei mir getroffen hätte. Ich wollte nicht mehr mit ihm reden. "Ich muss jetzt Schluss machen Leonard." Zögerlich antwortete er: "Ja... ja ist gut. Bis dann." Er klang etwas traurig. Als ich auflegte, tat es mir leid. Leonard war mein bester Freund und meinte es stets gut mit mir. Aber nichtsdestotrotz wollte ich das jetzt durchziehen. Es war für mich der einzige Weg, wie ich noch glücklich werden konnte. Ich wollte beliebt sein. Ich wollte etwas wert sein. Ich wollte geliebt werden. Ich wollte Lea.

Nervös beobachtete ich die Häuserreihen, die im Rot der Abenddämmerung leuchteten. Die untergehende Sonne strahlte mir ins Gesicht und ich zwickte unwillkürlich die Augen zusammen. Der Sonnenuntergang hatte etwas Beruhigendes in seiner stillen Schönheit. Als ich in die Gesichter der anderen Leute im Bus sah, konnte ich nur kalte Teilnahmslosigkeit entdecken. Jeder schien nur seine eigenen Probleme vor Augen zu haben. Bei diesem Gedanken musste ich auch an meine Probleme denken. Bin ich überhaupt willkommen? Wird jemand mit mir reden oder werde ich nur alleine in einer Ecke stehen und den anderen beim Feiern zusehen? Wird Lea da sein? Und wenn ja, wird sie mich überhaupt beachten? Ich griff mir mit beiden Händen in mein Haar und zwang mich zur Ruhe. "Es wird, wie es wird." versuchte ich mich langsam zu beruhigen. Heute war es ein sehr warmer Tag gewesen und auch jetzt konnte man noch ohne Jacke draußen herumlaufen. Der Himmel war auch dementsprechend klar und das letzte Licht umrahmte das Bild vor mir. Das Reichenviertel, in dem Richard wohnte, kündigte sich an. Die Häuser wurden immer nobler und die Gärten immer größer. Die Könbergstraße lag am äußersten Rand der Stadt, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass es wenig Verkehr gab und viel Grün. Die Leute in der Könbergstraße hatten sogar ihren eigenen kleinen Wald, deshalb nannte man das Viertel als Ganzes auch Waldviertel. Langsam kam der Bus zum Stehen und die gewohnte Stimmaufnahme, einer mir unbekannten Dame, kündigte mir die Endhaltestelle an: „Nächster Halt, Könbergstraße“. Ich stieg aus und sah dem wegfahrenden Bus hinterher. Hinter mir befand sich eine dünne Hecke, die gerade erst wieder aufblühte und mir verschwommen ein weißes Anwesen offenbarte. Ich versuchte mich daran zu erinnern, welche Hausnummer mir Richard heute früh gesagt hatte. Zehn, es war die Hausnummer zehn. Ich sah mich um. Hinter mir war die Hecke. Zu meiner rechten Seite und vor mir begann der Wald und zu meiner Linken war eine kleine Kreuzung. Nach Orientierung suchend ging ich auf sie zu und versuchte festzustellen wo ich wohl lang musste. Nach rechts geht es in Richtung Stadt, da kam ich her. Geradeaus war die Zollmutstraße und zu meiner Linken war die Könbergstraße ausgeschildert, also ging ich dort entlang. Mein Weg führte mich an riesigen Villen und Anwesen vorbei, die sich an Prunk gegenseitig übertrafen. Jeder kannte die Könbergstraße, aber nicht jeder war schon mal hier gewesen. Und bei mir war es heute auch das erste Mal. Auf der Straße waren keine Leute zu sehen und auch kaum Autos, nur einmal war ein Porsche an mir vorbeigefahren und darauf gleich der neueste 7er BMW. Obwohl Richard ziemlich am Anfang der Straße wohnen musste, dauerte es eine halbe Ewigkeit bis ich bei der Hausnummer zehn war. Die Gärten, falls man diese Felder überhaupt so bezeichnen darf, waren einfach riesig. Es dauerte ewig bis man ein, zwei Häusernummern vorankam. Und um mir gegenüber ehrlich zu sein, hatte ich mich auch nicht beeilt. Ich bestaunte natürlich alles ausgiebig. Dieser Reichtum war beeindruckend und vor allem einschüchternd. So auch Richards Haus. Die Fläche des Grundstücks schien eher bemessen im Vergleich zu den anderen Häusern, doch sein Haus hatte einen einmaligen Baustil. Es schien hauptsächlich aus Glas zu bestehen und eine kleine Brücke führte zur Haustür. Unter der Brücke führte ein kleiner Hang hinab, der bedeckt war von Grün. Erst als ich unsicher über die Brücke schritt, konnte ich das Äußere des Untergeschoßes sehen. Die Scheiben waren leicht verspiegelt. Man konnte nur schwer erkennen, was sich dahinter befand. Alle Scheiben des Hauses waren so. Das ganze Haus strahlte Offenheit aus, doch gleichzeitig machte man es einem neugierigen Spanner unmöglich nach innen zu sehen. Von innen waren bereits Stimmen und Musik zu hören und mit jedem Schritt mit dem ich näher an die Tür kam, wurde ich nervöser. Zögernd stand ich vor der Tür und schaute mich unsicher um. Vor der Garage, die etwas abseits vom Hauseingang lag, war ein Jaguar und Mercedes geparkt. Der Jaguar alleine war vermutlich mehr wert als unsere gesamte Wohnung. Ich stand immer noch unschlüssig vor der Tür und hatte eine Heidenangst. Plötzlich kam ich mir noch hässlicher und wertloser als sonst vor und verfluchte mich überhaupt hergekommen zu sein. Am liebsten hätte ich meiner Angst nachgegeben und den Rückzug angetreten, aber etwas in mir hielt mich zurück. Ich starrte auf die Klingel und versuchte mich dazu zu überwinden sie zu drücken, aber es ging nicht. Dann, als ich an gestern dachte und wie ich dazu gezwungen wurde Hundescheiße zu essen, fragte ich mich: "Was hast du noch zu verlieren?" Ich drückte die Klingel, dann wartete ich. Keiner schien das Läuten mitbekommen zu haben und es kostete mich erneute Überwindung die Klingel ein zweites Mal zu drücken. Kurz darauf öffnete ein blonder Junge, er war um die 18 Jahre alt, die Tür. In der Hand hielt er eine Champagnerflasche und er hatte eine beige Hose und ein weißes Hemd an. Er muss gerade über etwas gelacht haben, denn er sah mich mit einem fröhlichen Ausdruck an, der offensichtlich nicht mir galt. Sein Gesicht verzog sich nämlich abweisend als er mich erblickte: "Ja?" fragte er kurz angebunden. "Ich ... ich bin … mich hat Richard eingeladen." stotterte ich hervor. So viel zum ersten Eindruck. Das war mein erster Kontakt mit einem Menschen auf der Party und es hätte schlechter nicht laufen können. Er sah mich lange an und drehte sich dann ohne ein Wort um und ließ die Tür offen stehen. Ich hatte keine Ahnung was das nun bedeuten sollte. Holte er Richard? Oder sollte ich reinkommen? Schließlich entschied ich mich dafür reinzugehen und bereits im nächsten Moment verschlug es mir die Sprache. Ich weiß nicht ob das ein Wohnzimmer war, ein Aufenthaltsraum oder eine verdammte Aula. Auf jeden Fall war der Eingangsbereich sehr groß, aber dennoch verlor man sich nicht in seiner Größe. Der Raum war in zwei Ebenen aufgeteilt, die nur eine Treppe verband und einige Glasscheiben trennte. Fünf Meter vor mir tanzten drei wunderschöne Mädchen auf Musik, die aus allen Richtungen zu kommen schien. Ihre biegsamen Körper bewegten sich rhythmisch zur Musik und ihr ganzes Auftreten war eine einzige Verführung für Augen und Verstand. Es dauerte einige Zeit bis ich zwei von ihnen aus der Schule wiedererkannte, aber die Mädchen würdigten mich keines Blickes und wie sie sich da in ihrer vollkommenen Schönheit rekelten, fühlte ich mich auch keines Blickes wert. Neben ihnen standen zwei Kerle. Einer davon war der blonde Typ, der mich rein gelassen hatte oder besser gesagt, stehen gelassen hatte. Der andere war mir unbekannt. Beide starrten die Mädchen an, während sie den Champagner tranken, den der Blonde in zwei Gläser eingeschenkt hatte. Die untere Ebene war dominiert von einem großen, kreisförmigen Sofa, auf dem mehrere Leute saßen. Vor dem Sofa tanzten auch einige Mädchen. Die sahen auch umwerfend aus. Jede von ihnen auf ihre Art. Ein Mädchen war etwas kleiner als die anderen, hatte aber große Brüste und einen vollen, attraktiven Arsch. Eine andere war der typische Modelltyp: Groß, lange Beine, blondes Haar, himmelblaue Augen und ein entwaffnendes Lächeln. Auch die Jungs sahen alle gut aus. Eigentlich sahen hier alle, außer mir, gut aus. Ich fühlte mich wie in einem Film, in dem Stars spielten und ich der dämliche Statist war, der zur falschen Zeit durch die Szene läuft. Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass ein jeder weiß angezogen war. Als ob das Motto der Party 'weiß' gewesen wäre. Ich hingegen hatte ein schwarzes Hemd und blaue Jeans an und stach allein schon dadurch heraus und ich wollte alles, außer herausstechen. Ich war kurz davor Kehrt zu machen. Richard, der gerade die Treppe herunterkam, begleitet von zwei schönen Mädchen, sah mich jedoch und das zwang mich stehenzubleiben. Er kam mit einem charmanten Lächeln auf mich zu und ich spürte wie ich rot im Gesicht wurde, als mich die beiden Mädchen in seiner Begleitung ansahen. Eine von ihnen war die hübsche Blondine aus der Schule, die immer neben Richard war. Sie schien wohl seine Freundin zu sein. Die andere kannte ich nicht, aber es war leicht zu erkennen, dass sie Richards Schwester sein musste. Sie hatten sehr ähnliche Gesichter und fast identische grau-grüne Augen. Was sie aber dennoch sehr unterschied, war das rote Haar seiner Schwester. Sie durfte etwas jünger als die anderen Mädchen sein, aber sie hatte ein selbstsicheres Auftreten und sah mich aus distanzierter Arroganz an. "Ah, du bist also gekommen." Er schien nicht sehr begeistert, aber zumindest klang auch kein Bedauern aus seiner Stimme. Jetzt schien er zu registrieren, dass ich als einziger dunkle Sachen anhatte. "Oh, ich dachte ich hätte dir gesagt, dass es eine Mottoparty ist." Es war schwer für mich zu erkennen ob er es absichtlich nicht erwähnt hatte oder es schlichtweg vergessen hatte. "Na, ist jetzt auch egal. Mit der Einladung möchte ich mich bei dir revanchieren, also genieß sie. Wer weiß, wann du das nächste Mal dazu Gelegenheit hast." Er hatte mir soeben klargemacht, dass es das erste und letzte Mal sein würde, dass ich mit ihm zu tun hatte. Ich empfand Scham und Enttäuschung; die Drei kamen aber nicht mehr dazu diese Regungen zu bemerken, denn sie drehten sich um und ließen mich ohne ein weiteres Wort stehen. Unwillkürlich musste ich auflachen. Wie konnte ich nur so naiv sein und glauben, ich könnte mich mit solchen Menschen anfreunden? Aber jetzt war es auch egal. Ich war da und irgendwie erleichterte mich der Gedanke, dass ich nie wieder mit ihnen zu tun hätte und so entschloss ich mich, mir die Kante zu geben und die Party zu 'genießen', wie es mich Richard gebeten hatte. Ich konnte nicht genau abschätzen wie viele Leute da waren, da sich alle im Haus verteilten. Es konnten um die 50 Leute sein, es konnten aber auch nur 25 sein. Eine größere Gruppe war an der Couch und zwei kleinere auf der oberen Ebene, wo ich auch stand. Eine von den kleinen Gruppen waren die drei Mädchen, die ich zuerst gesehen hatte und die beiden Typen, die nun mit ihnen zusammen tanzten. Die andere Gruppe bestand aus drei Mädchen und einem Jungen. Sie waren neben einem Tisch auf dem mehrere Getränke standen. Es schien als seien mehr Mädchen als Jungs da. Auf den wenigen Partys, auf denen ich bisher gewesen war, waren immer viel mehr Jungs als Mädchen. Gut, aber solche Partys fanden nicht in einer Villa im Bonzenviertel statt. Ich ging schließlich auf den Tisch zu und sah mir die Auswahl an Getränken an. Es gab alles. Vom Wodka, über Bier bis zum Champagner. Und alles nur vom Feinsten. Kein Billigwodka von der Tanke, auch kein Kastenbier. Das Bier war nicht einmal deutsches Bier, sondern italienisches. Ich entschied mich einfach mal eines davon zu nehmen. Während dem ich den Flaschenöffner suchte, bemerkte ich, wie die Vier mich anschauten. Unsicher lächelte ich und wollte mich zu ihnen stellen, aber als ob sie meine Gedanken gelesen hätten, gingen sie sofort vom Tisch weg und ich stand wieder alleine da. Es verletzte mich. Ich kam mir einfach nur dämlich vor. Das Bier kippte ich in drei Zügen weg. Ich wollte mich nur noch betrinken und alles vergessen. Ungefähr 15 Minuten stand ich alleine am Getränketisch. Seit dem ich dort war, hatte sich auch keiner mehr getraut sich hier Nachschub zu besorgen. Es soll mir recht sein, dann betrink ich mich eben allein. Ich war auch schon bei meinem dritten Bier und begann mich auch schon wohler zu fühlen. Die Leute um mich herum feierten, tanzten und die ersten knutschten schon rum. Der blonde Kerl von vorhin machte mit einer von den tanzenden Mädchen herum. Ein riesen Neid baute sich in mir auf. Um mich selbst zu schonen, lenkte ich meinen Blick von den beiden weg und bemerkte neben mir am Tisch einen etwas kleinen, aber breitschultrigen Kerl. Er hatte schwarze, glatte Haare und fummelte konzentriert an einer Wodkaflasche herum. Scheinbar bekam er sie nicht auf. Ohne groß nachzudenken, stellte ich mein Bier ab, ging auf ihn zu und nahm ihm die Flasche aus der Hand. Er schaute mich überrascht an. Vermutlich war es unfreundlich was ich gerade tat, aber der Alkohol unterstützte mich insoweit es mir gleichgültig war. "Bei solchen Verschlüssen dreht die Windung gerne durch. Dann musst du etwas kräftiger ziehen beim Drehen." erklärte ich, während ich es praktisch demonstrierte und den Deckel von der Flasche brachte. Ich reichte sie ihm. Er sah mich lange an und lächelte. Das Lächeln hatte etwas Spitzbübisches, dass man nicht entschlüsseln konnte. So als ob er etwas ausheckt. "Wie heißt du?" Er hatte eine raue Stimme. Ich fand sie interessant. "Willy." antwortete ich. Es überraschte mich selbst, wie locker ich blieb, aber das war vermutlich den schnell getrunkenen Bieren zu verdanken. "Willy? Cooler Name." Ich wusste nicht ob er mich verarschte oder es ernst meinte. "Ich bin Claudius. Aber nenn mich einfach Claudi. Und jetzt komm, trinken wir einen." Er winkte mich mit. Ich folgte ihm freudig überrascht und er führte mich zum Sofa auf der unteren Ebene. Auch angetrunken bemerkte ich die unwillkommenen Blicke der Anderen. Aber Claudius schien es nicht zu interessieren. Er ging auf die große Couch zu und winkte zwei Jungs die darauf saßen zur Seite, so dass wir uns zwischen sie setzen konnten. Die beiden machten Platz ohne zu zögern. Als wir dann saßen und er zwei kurze Gläser vom Tisch vor uns beide herzog, fühlte ich wie meine Wangen rot wurden. Das war aber nicht wegen dem Alkohol, das war weil mich jeder förmlich anstarrte. Und jeder schien sich zu wundern, dass ich zusammen mit Claudius trank. Dieser sprach mit mir, als ob wir uns schon Jahre kannten und schenkte mir nebenher mein Glas voll. "Ich bin ein Wodkatrinker. Das ist etwas für echte Männer. Auf Champagner stehen nur Pseudoreiche." Mit diesen Worten schaute er verächtlich auf unsere beiden Nachbarn, die sich verlegen mit ihren Champagnergläsern verzogen. Es war erstaunlich mit welcher Selbstverständlichkeit er diese Leute beleidigte. Gut, er war selbst einer von ihnen, aber ich merkte gleich, dass er hier wohl mehr zu sagen hatte. "Also, auf Ex!" Instinktiv kippte ich das Glas herunter und musste sofort die Zähne zusammenbeißen und den Atem scharf einziehen, als sich der Alkohol meine Speiseröhre herunterbrannte. "Noch einen?" fragte mich Claudi. Ich nickte nur, weil ich wegen des Wodkas nicht sprechen konnte. Sofort schenkte er nach und beide kippten wir auch das zweite Gläschen herunter. Mir wurde übel von dem starken Alkohol und hastig schaute ich mich auf dem Tisch nach einem Getränk zum Nachspülen um. Ich nahm einen Becher mit Cola, der herrenlos auf dem Tisch stand und trank gierig daraus. Der süße, erfrischende Geschmack vertrieb die Übelkeit und mir ging es wieder besser. Claudi schenkte bereits den dritten Kurzen ein. Mir sollte es recht sein. Wir stießen an und kippten auch diesen herunter. Der Wodka war stark und trieb mir die Tränen in die Augen. Ich musste mir mit dem Handrücken über das Gesicht wischen um wieder einen klaren Blick zu bekommen. Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich einen Engel vor mir. Ungläubig blinzelte ich mehrere Male und wischte mir abermals über das Gesicht und erst dann erkannte ich diesen Engel als Lea wieder. Sie hatte ein kurzes weißes Kleid an, welches einen Blick auf ihre schönen braunen Beine gewährte. Ihre Haare wirkten natürlich und doch perfekt. Es schien als ob sie sich diese nicht gemacht hätte, aber dennoch sah sie besser aus als die anderen penibel hergerichteten Mädchen. Unsere Blicke trafen sich für einen Moment und ein Gefühl der Schwäche überkam mich bei ihren Augen. Ein anderes Mädchen tanzte mir in die Sicht und ich verlor den Blickkontakt zu Lea. "Sie sieht aus wie ein Engel." hörte ich Claudi neben mir sagen. Erschrocken schaute ich ihn an. Hatte ich etwa meine Gedanken laut ausgesprochen? "Keine Sorge, du bist nicht der Einzige, der auf sie steht. Schau dich um, jeder starrt sie an, wenn sie in der Nähe ist." Er deutete unauffällig auf die zwei Kerle, die er vom Sofa verscheucht hatte. Und ja, es war offensichtlich wem ihre Blicke galten. "Sogar diese aufgetakelten Möchtegernmodels bestaunen sie." Er zeigte auf die Mädchen, die vor uns tanzten. Und auch diese schauten Lea an; viel unauffälliger als die Jungs, aber sie taten es auch. Ich wusste zwar, dass Lea eine Ausnahmeschönheit war, aber dass sie die gleiche Wirkung auf andere, wie auch auf mich hatte, wollte ich nicht glauben. "Und du, gefällt sie dir nicht?" fragte ich Claudi mit einem Seitenblick. Er zog wieder dieses spitzbübische Lächeln und sah Lea lange an, bevor er sich mir zuwandte. "Sie ist meine Schwester." Erstaunt sah ich ihn an. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er hatte aber auch keine Ähnlichkeit mit ihr. Als ob er meine Gedanken lesen konnte, ergänzte er: "Halbschwester, um genau zu sein. Wir haben verschiedene Mütter." Ich bemerkte an seinem Ton, dass er nicht weiter über die Details sprechen wollte, also fragte ich auch nicht weiter nach und nahm stattdessen den Wodka und schenkte uns beiden ein. Nach seinem Grinsen zu urteilen, hatte ich genau das Richtige getan; wir kippten unsere Kurzen in einem Zug weg. Mittlerweile war ich auch schon betrunken. Ich genoss diesen Zustand. Alle Hemmungen, alle Angst war verschwunden. Ich fühlte mich stark, selbstbewusst und mir war die Ablehnung der Anderen gleichgültig. Und vor allem amüsierte ich mich mächtig mit Claudi. Er war sehr gesprächig und kein Stück arrogant, obwohl er eine sehr bestimmende Art an sich hatte, die mir aber gefiel. Die anderen Jungs hingegen schienen großen Respekt, wenn nicht gar Furcht vor ihm zu haben und die Mädchen suchten stetig Blickkontakt zu ihm. Aber er fand weder Interesse für die einen, noch für die anderen. Vor allem wunderte es mich, wie man so wunderschöne Mädchen, wie diese auf der Party, einfach so ignorieren konnte. Sein Interesse galt hauptsächlich unserem Gelage und unseren Gesprächen, die alles andere als oberflächlich waren. "Sag mal, wie groß ist deiner?" fragte er mich unverhohlen. Da ich dank des Alkohols überhaupt keine Scheu mehr empfand, antwortete ich frei heraus. "17 Zentimeter." Gut, ich hatte einen Zentimeter draufgelegt, aber wer tat das nicht? "Nicht schlecht. Ich hab' nur 15 Zentimeter, aber dafür ist er echt dick. Die Fotzen haben richtig Schmerzen wenn ich ihn reinstecke." Mit großer Neugier hörte ich ihm zu. Solche Themen faszinierten mich einfach, zumal ich nicht sonderlich viel Erfahrung in diesem Bereich hatte. "Wenn sie dann vor Schmerzen schreien, geht mir voll einer ab." Diese Vorstellung geilte mich persönlich nicht sonderlich auf, aber dennoch hörte ich ihm interessiert zu. "Wie steht's bei dir?" Das war der Moment der Wahrheit. Ich konnte lügen und so tun als ob ich schon oft Sex gehabt hätte und mich dann in weitere Lügen verstricken oder ich konnte ihm die Wahrheit sagen und ihm erzählen, dass ich nur ein einziges Mal Sex hatte und nach ein paar Sekunden bereits gekommen war, womit ich mich wahrscheinlich blamieren würde. Ich schaute mich um, und keiner war in Hörweite. Dann sagte ich ihm die Wahrheit: "Ich hatte bisher nur einmal Sex. Und es dauerte nicht länger als vier Sekunden." Claudi lachte herzhaft und klopfte mir freundschaftlich auf die Schulter: "Das müssen wir bei Gelegenheit ändern." Ich verstand nicht so recht was er damit meinte, aber ich war auch viel zu besoffen um darüber nachzudenken. Wir unterhielten uns noch eine Weile. Ich erfuhr, dass er auf der FOS war. Einer Schule auf der Realschüler ihr Abitur machen konnten und auch gerne viele Gymnasiasten abgingen, weil das Gerücht herrschte, das Abitur sei dort leichter zu machen. Er erklärte mir, dass es sich wirklich nur um ein Gerücht handelte, da er bereits die 11. Klasse dort einmal wiederholen musste und nun auch die 12. Klasse. Wenigstens war es möglich zwei Klassenstufen nacheinander zu widerholen, meinte er. Bevor wir uns weiter im Thema vertieften, stand er plötzlich auf und winkte mich mit. "Komm, ich stell dir meine Schwester vor." Zwar war ich betrunken, aber bei der Ankündigung ich würde gleich mit Lea sprechen, wurde ich so nervös wie ein Grundschuljunge. Aber großartig Zeit zum Zögern hatte ich nicht, da er mich, ohne mein Einverständnis abzuwarten, mitzog. Lea stand oberhalb der Treppe und sah uns bereits entgegen, während wir die Treppe hinaufstiegen. Total verschüchtert konzentrierte ich mich nur auf die einzelnen Stufen, welche sich gerade sowieso schwerer als sonst besteigen ließen. Was wohl daran lag, dass ich leicht schwankte. 'Gott, bin ich dicht' dachte ich. Erst als wir direkt vor ihr standen, traute ich mich aufzuschauen. Mir stockte das Herz. Es war das erste Mal, dass ich sie aus nächster Nähe sah. Und sie war noch schöner. Sofort vielen mir wieder ihre kleinen Sommersprossen auf, die ihr eine kindliche Unschuld verliehen. Das stand im krassen Kontrast zu ihrem großzügigen Dekolletee, welches einen vollen Busen präsentierte, was mir wiederum alle Willenskraft abverlangte um nicht hinein zu starren. "Willy, das ist Lea. Lea, das ist Willy." stellte er uns locker mit einer Hand gestikulierend vor. Die anderen beiden Mädchen, die neben Lea standen, beachtete er nicht, aber um ehrlich zu sein, ich auch nicht. Ich stand einfach nur wie hin zementiert da und schaute Lea verloren an. Mit einem überlegenen Ausdruck im Gesicht nickte sie. "Ich weiß." Gerade als Claudi ansetzte etwas zu sagen, unterbrach er sich selbst und eilte mit den entschuldigenden Worten "Ich bin gleich zurück." zu einem Mädchen, das gerade auf der Party angekommen war. Mit unterdrückter Panik, die mich nüchterner werden ließ, blickte ich hilflos Lea an. Was sollte ich nur sagen? Sie hingegen wirkte absolut entspannt und hob in einem ruhigen Tonfall an: "Du hast doch die Mathe-Ex verschwinden lassen, richtig?" Beruhigt, dass sie die ersten Worte gefunden hatte, um die Situation nicht peinlich werden zu lassen, antwortete ich ihr: "Ja, das war ich." Normalerweise hätte ich es mit etwas Stolz gesagt, aber in ihrer Gegenwart war ich auch betrunken absolut unsicher. "Wie hast du das angestellt?" fragte sie neugierig. Es war gut, dass sie danach fragte, denn so konnte ich mich in die Erzählung meines kleinen Abenteuers vertiefen ohne mich vor Nervosität übergeben zu müssen. Lea hörte gespannt zu, sogar die anderen beiden Mädchen hörten mir interessiert zu und ich fühlte weder Ablehnung, noch Verachtung und als ich geendet hatte und alle drei beeindruckte Kommentare von sich gaben, fühlte ich mich für einen kurzen Moment sogar beliebt. Aber wie es so mit den schönen Momenten in meinem Leben war, dauerten diese nie lange, denn ein Stoß von der Seite überraschte mich und ich flog hilflos zu Boden. Der harte Marmor breitete sich kühl unter mir aus und klarte meine trunkenen Sinne auf. Über mir sah ich Rick stehen, der mich im aggressiven Ton anmachte: "Was hast du Penner hier verloren? Und was quatscht du mit meiner Freundin?" Normalerweise hätte ich klein bei gegeben und wäre einfach liegen geblieben, aber es machte mich wütend, dass er mich vor Lea so bloßstellte. Der Alkohol tat den Rest und ich stand mutig auf. "Fick dich!" fuhr ich ihn an. Ungläubig verzog er das Gesicht. Scheinbar hatte er genau das, nicht von mir erwartet, aber lange beeindruckte es ihn nicht. Er packte mich mit einer Hand am Hals und ich wollte ihm ins Gesicht schlagen, da er aber viel größer war als ich und längere Arme hatte, kam ich nicht heran. Lea indessen schlug ihm mit den flachen Händen auf die Schulter und schrie ihn an, er solle mich loslassen, was er aber nicht tat. Mit den Händen kam ich zwar nicht an ihn heran, aber mit den Beinen und so trat ich ihm gegen das Schienbein. Als Reaktion darauf holte er mit der Faust aus und verpasste mir einen Schlag auf die Wange. Dadurch ließ er mich zwar los, aber ich war vollkommen benommen und taumelte, nach dem Gleichgewicht suchend, umher. Als ich wieder einen einigermaßen stabilen Stand hatte, wollte er mir schon die zweite Faust verpassen, ich konnte nur noch die Hände schützend vors Gesicht halten. Der Schlag wurde zwar von meinen Armen abgeblockt, doch hatte er so eine Wucht, dass ich wieder zu Boden ging. Betrunken wie ich war, versäumte ich es den Fall richtig abzubremsen und fiel auf den Rücken, was mir die Luft abschnürte. Ich konnte nur noch hilflos nach oben schauen und Rick dabei beobachten wie er auf mich zukam. Er wollte mich treten, aber der Tritt kam nie an. Claudius hatte sich zwischen uns gestellt und Rick davon abgehalten. "Verpiss dich Rick!" befahl er ihm förmlich. Claudius zeigte keinen Deut Angst und obwohl er viel kleiner war als Rick, schien dieser im Gegenteil Angst vor Claudius zu haben. Lea mischte sich wieder ein: "Ja, verschwinde!" Ungläubig schaute er sie an und zeigte mit ausgestreckter Hand auf mich. "Ihr wollt mich wegen diesem Loser wegschicken?" Das traf mich. Claudius zeigte sich aber unbeeindruckt und stieß ihn dann nach hinten. Claudius war zwar klein, aber offensichtlich ziemlich stark, denn Rick, so kräftig er auch war, konnte dem nicht standhalten und taumelte einige Schritte zurück. In seinem Stolz verletzt, wollte er Claudius wieder entgegentreten, aber dieser ging ebenso auf ihn zu und wartete nur darauf, dass Rick den ersten Schlag machte. Sie schauten sich in die Augen und Lea gab schließlich den Ausschlag indem sie ihren Bruder bat ruhig zu bleiben und Rick wegschickte. Dieser drehte sich zornig um und verschwand mit knallender Tür. Alle Leute auf der Party starrten natürlich zu uns herüber, aber Richard gab den perfekten Gastgeber ab und animierte alle zum Weiterfeiern. Mittlerweile war ich aufgestanden, aber ich fühlte mich irgendwie schuldig für den Ärger und so ging ich auf die beiden Geschwister zu und entschuldigte mich: "Tut mir leid, dass ich euch so einen Stress gemacht habe. Ich sollte wohl lieber auch gehen." Claudi tat meine Entschuldigung mit einer wegwischenden Geste ab und legte den Arm um mich. "Scheiß drauf. Du bleibst hier und säufst mit mir einen. Oder Leute? Machen wir Party!" Der Zwist war wie vergessen und wir gingen zu fünft in die Küche. Wir erwischten ein Pärchen beim Rummachen. Wären wir einen Tick später gekommen, hätte es auch peinlicher ausgehen können, aber so war es eher eine lustige Situation und die beiden verschwanden, sich ein anderes Plätzchen suchend. In der Küche war die Musik immer noch laut genug, um darauf tanzen zu können, aber man verstand sich schon wesentlich besser als im Wohnzimmer oder Partyzimmer, oder was auch immer das war. Die Küche war groß und hätte ohne weiteres als eine Hotelküche durchgehen können und so hatten wir reichlich Platz. Lea und ich setzten uns an den Tisch, während Lucy und Tina, wir hatten uns in der Zwischenzeit einander vorgestellt, miteinander tanzten. Claudi sagte, er wolle uns etwas zu trinken besorgen. Und da saß ich nun wieder mit Lea. Sie sah hinreißen aus und ich konnte nicht glauben wie nah ich ihr war und dass ich sogar mit ihr sprach. Sie zeigte sich mir gegenüber sogar sehr freundlich, obwohl ich gerade mit ihrem Freund aneinandergeraten war. "Ich hoffe du bist nicht sauer wegen vorhin." sagte ich. Sie schüttelte matt lächelnd ihren schönen Kopf. "Nein, Rick ist manchmal ein Arsch. Eigentlich müsste ich mich bei dir entschuldigen für sein Verhalten." Ich winkte verschüchtert ab. "Du sitzt in der Pause immer im Rondell. Gegenüber von unserem Platz, stimmt's?" fragte sie mich. Mit einem Nicken bejahte ich. "Und du hast so einen dicken Freund, mit lockigen Haaren." Sie vollführte eine wischende Geste über ihren Kopf. "Ja, Leonard heißt er." antwortete ich ihr. "Ich finde seine Frisur lustig." Sie zwickte kichernd ihre Augen zusammen. Am liebsten hätte ich sie jetzt geküsst. Erst spät bemerkte ich, dass ich sie zu lange angeschaut hatte und sie kräuselte amüsiert den Mund. Es schien ihr nichts auszumachen, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl ihr gefiel es wenn ich sie so anschaute. Bestimmt zog ich dabei ein dummes Gesicht. Gerade als die Stille drohte langweilig zu werden, beugte sie sich nachdenklich zur Seite, um durch die Küchentür schauen zu können. "Ist was?" fragte ich sie unsicher. Ihr Gesicht nahm einen ernsten Ausdruck an. "Mein Bruder." Ihre Stimme hatte einen besorgten Unterton. "Was soll mit ihm sein?" hakte ich nach. "Nicht mit ihm..." Ich verstand nicht was sie sagen wollte, bot ihr aber dennoch an ihn mit ihr zu suchen. Sie nickte lächelnd und wir gingen zurück in das große Partyzimmer, aber dort war keine Spur von Claudi. Nicht einmal am Getränketisch war er zu sehen. Wir sahen in den anderen Räumen nach. Das Haus war wirklich groß. Es hatte sogar ein eigenes Billardzimmer und sogar eine Art Herrensalon, der mit englischen Cognac und kubanischen Zigarren ausgestattet war. Aber keine Spur von Claudi. Erst als wir auf der Terrasse nachsahen, erblickten wir ihn im Garten. Draußen war es schon dunkel, aber sein weißes Hemd machte es leicht ihn zu erkennen. Er stand mit einem Mädchen an einem Baum und er schien sie zu bedrängen. Lea beschleunigte ihren Schritt und als Claudius uns bemerkte, ließ er das Mädchen wieder los. Erst jetzt konnte ich sie genauer in Augenschein nehmen und etwas an ihr war merkwürdig. Ja, sie war das einzige Mädchen auf der Party, das nicht schön war. Sie war auch nicht hässlich, aber sie machte einen eher unscheinbaren Eindruck. Sie hatte kurze braune Haare, ein nettes Gesicht und war klein und rundlich. Aber da war noch etwas. Sie kam mir bekannt vor, aber ich wusste nicht sofort woher. Nach einigem Nachdenken, wusste ich es wieder. Sie stand in den Pausen bei den Eliten, aber sie passte kein bisschen zu ihnen. Zumindest vom Aussehen nicht. Dann wären wir ja schon mal zwei, dachte ich. "Lass sie in Ruhe Claudi." sagte Lea. Er hob unschuldig die Hände in die Luft und deutete an, dass er ihr nichts antat. Das Mädchen selbst wirkte zwar nicht ängstlich, aber sehr verschlossen. Mir schien, dass sie traurig war. Sie ging dann ohne ein Wort weg. "Warum lässt du sie nicht in Ruhe?" fragte Lea ihren Bruder mit vorwurfsvoller Stimme. "Ich hab doch gar nichts gemacht!" protestierte dieser. Lea seufzte genervt und beließ es dabei. Schließlich gingen wir wieder rein. Ich war neugierig zu erfahren, was es mit den beiden auf sich hatte, aber ich wollte keinen mit Fragen belästigen, die störend aufgenommen werden konnten. Deshalb sah ich mich nach dem Mädchen um, konnte sie aber nirgends sehen. Nachdem ich allerdings mit dem Wodka fortfuhr, interessierte es mich auch nicht mehr. Ich genoss es mit den angesagtesten Leuten der Schule, nein, der Stadt, zu feiern. Keiner sah mich mehr ablehnend an. Claudius und Lea akzeptierten mich und es schien dann auch sonst niemanden mehr zu stören, dass ich mit ihnen trank und tanzte. Aber Augen hatte ich nur für Lea und sie hatte auch Augen für mich. Die Party verlagerte sich nach draußen und nachdem Claudi und ich in voller Kleidung in den Whirlpool sprangen, lösten sich die Hemmungen auch bei den anderen und bald waren auch schon die ersten bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Als ich selbst nur noch in Boxershorts im Whirlpool saß, umringt von schönen Mädchen, wusste ich wie der Himmel aussehen musste. Und als Lea mir, nur mit ihrem Tanga und BH, in den Schoß sprang, wusste ich nicht mehr ob das Traum oder Realität war. Für einen kurzen Moment trafen sich unsere Augen. Dieser intensive Blickkontakt erschütterte mein Innerstes und ließ mich spüren, dass es kein Traum war. Leider dauerte er nur kurz an, da mehr und mehr Leute in den Whirlpool sprangen und wir uns fast schon stapelten. Richard schien das alles nichts auszumachen, er feierte selbst eifrig mit. Die Zeit schien zu verfliegen und ich genoss jede Sekunde. Es war als ob sich alle meine Wünsche erfüllt hatten. Aber schließlich protestierte mein Körper nachdem ich bereits direkt aus der Flasche das Russengesöff trank. Völlig besoffen taumelte ich weiter in den Garten hinein und kotzte in die Hecke. Ich war nur in Boxershorts, halb nackt und fror fürchterlich, aber betrunken nahm man den Schmerz anders wahr. Es macht einem nicht so viel aus. Ich dachte auch es läge am Alkohol als mir plötzlich wärmer um den Rücken wurde. Doch es war etwas Anderes. Ich bemerkte, dass mir jemand ein großes Handtuch über die Schultern gelegt hatte und hinter mir stand. Ich beugte mich auf und erkannte Lea. "Das ist mir jetzt aber peinlich." lallte ich. Sie lachte auf und ich sah sie verwundert an. "Hab ich was Falsches gesagt?" Sie schüttelte lachend den Kopf. "Nein, nein. Ich fand es nur lustig." Benebelt kratzte ich mich am Kopf. "Achso." Wir gingen wieder in das Haus hinein. Erschöpft legte ich mich auf das große Sofa und mir war, als hätte ich ein Streicheln auf meinem Kopf gespürt. Ich war aber zu müde um die Augen zu öffnen und schließlich schlief ich ein.

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