Weder lernte ich am Sonntag, noch traf ich mich wie versprochen mit Leonard. Ich war nämlich erst um 7 Uhr morgens völlig betrunken Zuhause angekommen. Mein Geld war in der Disco innerhalb von nur einer Stunde komplett ausgegeben, danach füllte mich Claudi ab und als ich besoffen war, animierte er mich dazu halbnackt auf dem Tisch zu tanzen. Ich wollte mich gar nicht daran erinnern welcher peinlichen Aktionen ich mich noch schuldig gemacht hatte und dank eines neuerlichen Filmrisses tat ich es auch nicht mehr. Den ganzen Sonntag schlief ich durch, nur einmal wachte ich auf, um mich zu übergeben, mir was zum Trinken zu holen und mir eine Kopfschmerztablette einzuwerfen. Mein Vater gab nur irgendwelche dämlichen Kommentare von sich und Mutter sorgte sich, wie immer. Aber wenigstens ließen sie mich in Ruhe schlafen. Als ich mich am Montagmorgen auf den Weg zur Schule machte, fühlte ich mich wie überfahren, aber zumindest hatte ich keine Kopfschmerzen mehr und musste nicht gleich kotzen, wenn ich was zu essen sah. Vom Unterricht bekam ich nicht viel mit. Mein Kopf war immer noch benebelt und wenn ich an etwas dachte, dann an die vergangenen Tage. Es war so viel passiert, dass ich gar nicht einschätzen konnte, was das nun für mich bedeutete. In der zweiten Schulstunde musste ich in den Mathekurs. Es war das erste Mal, dass mich Richard von sich aus grüßte und das auch gar nicht mal so unfreundlich. Lachend resümierte er meine peinlichsten Aktionen im Pi, um mich daraufhin wieder zu beruhigen und mir zu versichern, dass er es absolut cool fand. Die anderen Leute aus unserem Kurs sahen mich und Richard verwundert an. Natürlich wussten sie wer Richard war und natürlich wussten sie wer ich war, was die immense Verwunderung in allen Gesichtern hervorrief. Den ganzen Mathekurs über schauten Tanja und Isa so gezwungen unauffällig zu mir herüber, dass es schon wieder auffällig war. Und immer wieder tuschelten sie etwas. Aber nicht nur sie sahen mich merkwürdig an, fast die ganze Klasse tat es und ich fragte mich, ob ich irgendetwas Komisches im Gesicht hatte. Der Gong beendete die Stunde und markierte gleichzeitig die Pause. Müde schleifte ich mich in Richtung Pausenhof und überlegte mir, wie ich mich bei Leo entschuldigen sollte. Ich hatte ihn schließlich das zweite Mal versetzt und nicht einmal den Anstand gehabt ihn anzurufen, um abzusagen. Leonard saß bereits an unserem Platz im Rondell und hob die Hand, sachte winkend. Das erleichterte mich. Er war also nicht sauer. Ich wollte gerade die großen Steinstufen heruntergehen, um über die Mitte zu unserem Platz zu kommen, als mich jemand an der Schulter zurückzog. Unwillkürlich zuckte ich zusammen, aus Schreck es könnte Rick sein, der mir eine verpassen will. Aber als ich mich umdrehte, sah ich zwei belustigte Gesichter. Es war Richard mit seiner hübschen Freundin Nicole. Ich hatte sie mittlerweile auch kennengelernt. "Warum bist du so erschrocken?" fragte er. Ich hob die Schultern und winkte ab, als Zeichen dafür, dass es unwichtig sei. Richard deutete zum Elitenplatz. "Komm doch zu uns." Ich sah ihn ungläubig an. "Ich?" fragte ich und deutete mir mit dem Zeigefinger auf die eigene Brust. "Ja, du, wer denn sonst?" lachte er. "Klar, ich komme." Das war unglaublich. All die Jahre habe ich immer nur zu diesen coolen Leuten herüber gestarrt und mich immer gefragt, wie es wohl wäre, beliebt zu sein. Wie es wohl wäre, die hübschesten Mädchen der Schule zu kennen. Wie es wäre mit Lea zusammen zu sein. Lea, sie lächelte mich an. "Hallo Willy." Wieder sagte ich mir, dass alles zu schön war um wahr zu sein. Ich war nun dort, wo ich immer sein wollte, aber etwas stimmte nicht. Ich sah zu dem Platz, wo ich sonst immer saß und erblickte Leonard. Er saß alleine da.
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