Andreas Jurca - Die Liga der Loser

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Der 17jährige Wilhelm und sein bester Freund Leonard gehören nicht gerade zu den 'Coolsten' der Schule, doch eines Tages entscheidet sich Wilhelm diesen Umstand zu ändern, als er darin die einzige Möglichkeit sieht seinem Schwarm Lea näher zu kommen. Auch wenn es anfangs zu klappen scheint, kommt letztlich alles ganz anders. Eine Mischung aus verschmähter Liebe, Ausgrenzung, Verzweiflung und Hass führen zur Gründung der Liga der Loser, welche die Machtverhältnisse an der Schule völlig auf den Kopf stellt.

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Die Fahrt verging schnell. Mir tat immer noch alles weh von gestern, ich hatte auch noch leichte Kopfschmerzen. Gegen 19 Uhr war ich bei Leonard und mit einem freudigen Lächeln winkte er mich rein. Leonard wohnte in einer Reihenhaussiedlung. Es war gemütlich bei ihm und seine Mutter mochte ich sehr. Eli, wie ich sie immer nannte, war eine feiste Dame, die immer dafür sorgte, dass alle in ihrem Haus immer mit Essen und süßen Leckereien versorgt waren. Und sie kochte auch herrlich. Meine Mutter kochte zwar auch gut, aber Leonards Mutter war eine Meisterköchin. Mir lief jedes Mal das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an der Küche vorbeikam. Selbst wenn ich schon etwas gegessen hatte, sagte ich nie nein, wenn mir bei Leo was aufgetischt wurde. Vermutlich waren die Kochkünste seiner Mutter auch an seiner Leibesfülle schuld und vermutlich wäre ich an seiner Stelle genau so ein Dickerchen, aber das Essen war einfach zu gut um nein zu sagen. Nachdem wir einen deftigen Hackbraten serviert bekommen hatten, verzogen wir uns in sein Zimmer. Sein Zimmer lag im Keller und war die reinste Spielhölle. Er hatte drei verschiedene Konsolen, zwei PC's und einen Laptop. Was Spiele und Computer anging, war Leonard der absolute Crack. Man konnte ihn alles fragen. Vom Computervirus, über Programmierung nutzvoller und nutzloser Programme, bis hin zum Lösungsweg bei der Raketenquest in Final Fantasy VII. Das war sein Hobby, seine Leidenschaft, sein Leben. Und er war glücklich damit, bis auf den Umstand, dass er sich mal ein echtes Mädchen wünschte, statt seiner virtuellen 3D-Mädchen. Ich konnte ihn verstehen, mir ging es ähnlich. Wir spielten gerade eine Shooter-Kampagne in HALO im Co-Op, da sagte Leonard etwas, das nichts mit dem Spiel zu tun hatte: "Willy, ich muss dir etwas erzählen, was du nicht glauben wirst." Ohne vom Bildschirm aufzuschauen, antwortete ich lächelnd: "Du hast im Lotto gewonnen." Er lachte daraufhin. "Nein, besser." Ich wollte ihn gerade fragen, was geschehen sei, da klingelte plötzlich mein Handy. Wir sahen uns beide verwundert an, weil sonst nur wir beide uns auf dem Handy anriefen. Vermutlich war es meine Mutter, also ging ich ran. "Hi, was machst du?" Claudius' Stimme ertönte. Ich brauchte erst einige Zeit um meine Überraschung zu verdauen. Ich hatte ja erwartet, dass er anruft, aber nicht so schnell. "Äh... Hi, ich bin gerade bei einem Freund; zocken." antwortete ich. "Ach, das ist doch langweilig. Komm lieber mit uns ins Pi." Das Pi, auch bekannt als Guinea Pig, war die wohl absolut angesagteste Disco der Stadt. Dort kam man nur rein, wenn man Bekanntschaften hatte, viel Geld besaß oder weiblich und gutaussehend war. Aber nicht jedes x-beliebige, gut aussehende Mädchen kam rein. Man musste schon wirklich hammergeil sein, um reinzukommen. "Aber wie willst du da reinkommen?" fragte ich ihn. Ich hörte Lachen am anderen Ende. "Da mach dir mal keine Sorgen. Also, ich hol dich dann in einer Stunde ab." Was sollte ich denn darauf antworten außer "Alles klar, bis dann."? Nachdem ich aufgelegt hatte, stand ich die ersten Sekunden wie benommen da. Dann kam alles auf einmal. Ich brauchte Geld für heute Abend und gute Klamotten hatte ich keine mehr. Ich ging ins verdammte Pi und hatte nichts Passendes zum Anziehen! Und zu allem Übel, würde mich Claudius schon in einer Stunde von Zuhause abholen. Ich musste los. Hastig griff ich nach meinem Rucksack und erklärte Leo beim Zusammenpacken, wo ich heute Abend hinwollte. Mit meiner eigenen Begeisterung beschäftigt, übersah ich vollkommen seinen enttäuschten Gesichtsausdruck. Er protestierte aber auch nicht und erst als er mich zum Ausgang begleitet hatte, wurde mir klar, dass ich ihn sitzen ließ. "Hey, tut mir leid Leo. Aber du weißt wie wichtig mir das ist. Morgen machen wir beide dann was zusammen, versprochen!" Er hob verstehend die Hand und verabschiedete sich. Ich würde heute Abend mit den angesagtesten Leuten der Schule, in die angesagteste Disco der Stadt gehen!

Ich hatte mich im Eiltempo geduscht und umgezogen. In meinem Schrank fand ich schließlich doch noch ein weißes Hemd, das ich anziehen konnte. Aber ich musste dieselbe Jeans, wie auf der Party anziehen. Die anderen Hosen waren unten alle ausgefranzt oder einen Tick zu breit. Gerade als ich fertig wurde, rief Claudi auf dem Handy an und hieß mich runterkommen. Schnell zog ich noch meine Jacke an und nahm Geld mit. 50 €, das Taschengeld für einen ganzen Monat. Er wartete schon unten auf mich und ich stieg eilig ins Auto ein. Im Auto waren noch zwei andere Typen. Einer davon kam mir bekannt vor. Ja, es war der Blonde von der Party. Ich konnte ihn nicht leiden. Er sah mich immer so abwertend an. Der andere wirkte lässig. Er schaute mich weder interessiert, noch unfreundlich an. Claudi stellte mir den Blonden als Matthias und den anderen, er schien ziemlich groß zu sein, da seine Beine kaum Platz im Auto hatten, als Mike vor. Auf dem Weg dorthin unterhielten sich hauptsächlich die Drei untereinander und ich hörte nur still zu. Aus ihren Gesprächen konnte ich erfahren, dass Lea auch kommen sollte, aber mit ihrem Freund. Zwei Himmelscheinwerfer, die schon von weiten zu sehen waren, gaben den Standort des Guinea Pig an. Als wir am Eingang vorbeifuhren, war eine riesen Schlange zu sehen. Mindestens 30 Leute warteten darauf, eingelassen zu werden und jeder war schicker als der andere. Der Parkplatz war genau gegenüber vom Eingang und in der ersten Reihe stand eine Nobelkarosse neben der anderen. Wir parkten in der zweiten Reihe. Als wir ausstiegen und direkt auf den Eingang zugingen, fühlte ich mich beobachtet. Die Leute aus der Schlange schauten uns an und ich verstand nicht, weshalb wir uns nicht hinten anstellten. Claudi ging nämlich direkt auf die Türsteher zu, die stetig etwas in ihr Headset sprachen. Einer der beiden war ein massiger Schwarzer mit rasiertem Kopf, den Claudi vertraut grüßte. Der andere hatte auch einen rasierten Kopf, war zwar kleiner als der Schwarze, aber sein Gesicht sah noch grimmiger aus. Nach den markanten Gesichtszügen zu urteilen, ein Russe. Bevor ich mich versah winkte uns der Schwarze durch und zum ersten Mal in meinem Leben, hatte ich das Gefühl beneidet zu werden. Die Leute aus der Schlange starrten uns ungläubig hinterher. Man musste bedenken, dass dort sogar 30jährige standen. Und ein paar Minderjährige Typen wie wir, durften vor ihnen rein. Housemusik tönte uns entgegen, während wir durch den Vorraum gingen. Hier waren nochmals drei Türsteher und ich wollte eigentlich zum Schalter, um zu zahlen, aber Claudi winkte mich hinterher. Keiner der Türsteher sagte etwas, es schien als ob er sie alle kannte. Ich hingegen war absolut steif. Der Hauptraum war dunkel und wurde nur durch Lichteffekte der Lampen und Scheinwerfer beleuchtet. Überall tanzten Menschen. Wir blieben aber nicht lange im Hauptraum sondern gingen um die Tanzfläche herum, an der langen Bar vorbei, an der sich unzählige Menschen tummelten, auf einen abgesperrten Bereich zu. Ein Securitymann im Anzug stand vor der Absperrung und Claudi schüttelte ihm die Hand, bevor er uns schließlich passieren ließ. Wir stiegen eine breite, sich nach innen windende Treppe empor und befanden uns in einem Raum, der sich über der Tanzfläche des Hauptraums befand. Die ganze Frontseite war eine einzige Glasscheibe. Da erinnerte ich mich an die verspiegelten Fenster, die ich vom Hauptraum aus gesehen hatte. Das war die Innenseite. Man konnte auf die Tanzfläche schauen und alle Leute beobachten, selbst war man aber nicht sichtbar für sie. Dieser VIP-Bereich hatte seine eigene Musik, seine eigene Bar und seine eigenen Gäste. Als wir ankamen hörten wir schon grüßende Rufe aus einer Sofaecke. Dort waren einige Leute, die ich auf der Party gesehen hatte und einige Leute, die auch aus der Schule kannte. Lea war auch da. Sie hatte einen kurzen schwarzen Rock an und hochhackige Schuhe. Heute hatte sie sich einen stechend roten Lippenstift aufgetragen, was sie noch Verführerischer machte. Meine Stimmung ging den Bach herunter, als ich Rick neben ihr erkannte und der sah mich auch nicht gerade erfreut an. Lea hingegen stand auf und umarmte mich sogar. Sie roch herrlich und ihre Haut fühlte sich heiß an. In diesem Moment hatte ich Angst, sie könnte meinen Herzschlag hören, der in meinen Ohren sogar das Bassklopfen der Boxen übertönte. Sie schien aber nichts zu bemerken und lächelte mich fröhlich an. Da es auch hier etwas laut war, musste sie aus nächster Nähe zu mir sprechen und dabei hauchte sie mir jedes Mal gegen die Wange. Ich hatte Angst vor Verlangen einzugehen. Viel sprachen wir nicht. Sie sagte nur, dass sie sich freute mich wieder zu sehen und fragte wie es mir geht, da ich auf der Party ja einiges weggekippt hatte. Dann trat eine lange Gesprächspause ein und bevor es drohte peinlich zu werden, fragte ich sie ob sie etwas trinken wolle. Für einen kurzen Moment schien sie zu zögern, doch schließlich nickte sie lächelnd und wir gingen zur Bar. Sie wollte einen Cocktail und ich bestellte mir ein Bier, obwohl ich gar keine Lust auf Alkohol hatte. Aber ich war immer noch viel zu nervös und mit Alkohol würde ich die ganze Sache etwas entspannter angehen können. Als sich der Barmann zu mir herüber beugte und mir den Preis sagte, dachte ich, ich hätte mich verhört. Er wollte 30 € Euro für einen Cocktail und ein Bier! Aber er hatte es schon ausgeschenkt und vor Lea konnte ich jetzt nicht geizen, also bezahlte ich ohne mir etwas anmerken zu lassen. Als sie dankbar lächelte, vergaß ich meinen Ärger über den Preis wieder. Wir wollten gerade zur Couch zurück, als uns Rick entgegenkam. Ich erwartete schon einen Schlag in die Fresse, aber stattdessen fuhr er Lea an, weshalb sie mit mir sprach. "Er hat mir doch nur was ausgegeben!" protestierte sie. Rick sah mich lange an und nahm Lea den Cocktail aus der Hand. Er roch daran und fragte lauernd: "Du kaufst meiner Freundin Drinks?" Ich antwortete nicht darauf, sondern sah ihn nur stumm an. Was sollte ich schon sagen? Ich hatte jetzt auch keine Lust auf eine Auseinandersetzung. Er führte den Cocktail zum Mund und wollte einen Schluck nehmen, doch dann machte er einen Schritt vor und kippte mir das Cocktailglas über mein weißes Hemd. Mit ausgebreiteten Armen schaute ich nach unten, auf den großen, roten nassen Fleck der nun mein Hemd zierte. Rick sah mich schadenfroh an. "Hoppla." Lea gab ihm eine Ohrfeige mit den Worten "Du bist so ein Arschloch!", und verschwand die Treppe hinunter. Er eilte ihr hinterher und ich stand blamiert da. Ich wandte mich zum Barmann und der deutete mir verstehend zur WC-Tür. Angepisst, wegen Ricks Aktion, ging ich mit gesenktem Kopf auf die Toilette. Die Tür führte in einen kurzen Gang mit zwei weiteren Türen und ich nahm die erste. Im Waschraum war niemand, worüber ich auch froh war. Ich hatte keine Lust angegafft zu werden. Es dauerte etwas bis das Wasser, das aus dem Hahn lief warm wurde. Ich zog mein Hemd aus, um die Stelle besser waschen zu können. Die Farbe ging nur schwer raus, aber zumindest verblasste das Rot ein wenig und so rieb ich den Stoff weiter aneinander unter dem laufenden Wasser. Was hatte dieses blöde Arschloch nur für ein Problem mit mir? "Du musst das Wasser heißer stellen." Eine Frauenstimme erklang hinter mir und riss mich aus den Gedanken. Ich zuckte dabei erschrocken auf und sah nach hinten. Sie musste mein Staunen bemerkt haben, denn sie lächelte kurz. Sie war wunderschön. Es dauerte zwar etwas, aber ich erkannte sie wieder. Sie war ein bekanntes Fotomodel. Ich interessierte mich zwar nicht für solche Sachen, aber sie hatte ich schon mehrere Male im Fernsehen gesehen. Sie hatte ein rassiges Aussehen: Dunkle Haare, dunkle Haut und dunkle Augen. Als sie neben mich trat und mir das Hemd aus den Händen nahm, bemerkte ich, dass sie einen halben Kopf größer war als ich. Sie stellte das Wasser heißer und begann den Stoff zu reiben. "Verschüttet?" frage sie mit einem Seitenblick. "Naja, ja. Jemand hat es über mich geschüttet." antwortete ich. Sie war mir vom ersten Augenblick an sympathisch. Ihre Art war umgänglich und nahm mir die Nervosität, was mich ziemlich verwunderte. "Ist mir oft passiert. Du glaubst nicht was für gemeine Zicken Models sein können." sprach sie mit einem vertraulichen Lächeln, das mich unwillkürlich auch zum Lächeln brachte. "Du hast ein nettes Lächeln." sagte sie mir und sofort wandte ich verschüchtert mein Gesicht ab. "Und wenn du so schüchtern wegschaust, dann bist du noch süßer." sprach sie mit einem Lachen. Peinlich berührt rieb ich mir den Hinterkopf und wusste nicht mehr zu sagen als "Danke". Sie hob das Hemd nach oben und schaute auf den Fleck, der nur noch vage zu erkennen war. Dann hielt sie es unter den Händetrockner und sah über die Schulter. "Nachdem es trocken ist, wird keiner mehr den Fleck sehen." Ich bedankte mich nochmals. Erst jetzt registrierte ich, dass wir ja auf dem Männer-WC waren und so fragte ich mit unschuldiger Neugierde: "Was machst du eigentlich auf dem Männerklo?" Sie runzelte die Stirn auf meine Frage hin und prustete dann aus vor Lachen. "Auf dem Männerklo? Du bist bei den Frauen." antwortete sie, immer noch vor sich hin lachend. Ich musste wirklich dämlich geschaut haben, als ich zu den Toiletten sah und an den fehlenden Pissbecken erkannte, dass ich mich wirklich bei den Frauen befand. Meine Wangen wurden noch röter als sie es ohnehin schon waren und ich entschuldigte mich kleinlaut. Sie winkte belustigt ab und gab mir das Hemd zurück. Darauf ging sie, noch immer leise lachend. Ungläubig schaute ich ihr hinterher. Mir hatte gerade ein Topmodel auf dem Frauenklo das Hemd gewaschen. Als ich mich wieder daran erinnerte, dass ich auf der Frauentoilette war, zog ich mein Hemd hastig wieder an und ging sofort raus. Zurück im VIP-Raum, wollte ich mein Bier holen, das ich auf dem Tresen hatte stehen lassen. Natürlich war es längst verschwunden. Mich überkam das Gefühl, ich hätte doch lieber bei Leonard bleiben sollen, zumal ich nicht einmal in Partystimmung war. Claudi winkte mich an den Tisch heran und ich nahm neben ihm Platz. Von meinem Ärger mit Rick und dem Fleck auf dem Hemd schien er wohl nichts mitbekommen zu haben. "Sieh dir mal das scharfe Teil an." Er deutete auf die kleine Tanzfläche des VIP-Raums. Aber ich wusste nicht wen er meinte, denn es waren mehrere 'scharfe Teile' zu sehen. Im VIP-Raum waren sowieso nur gutaussehende Frauen unterwegs. Jede einzelne war eine Augenweide, aber keine von ihnen interessierte mich. Ich wollte nur Lea. "Und? Was sagst du dazu?" Seine Stimme lenkte meine Aufmerksamkeit zurück auf die Tanzfläche und jetzt konnte ich sehen, wen er meinte. "Das ist doch das Model." sagte Tina, eine von Leas Freundinnen, die ich auf der Party kennengelernt hatte. "Stimmt! Die schaut in Echt ja noch schöner aus!" bestätigte Lucy begeistert. Tina und Lucy hatte ich bisher immer nur gemeinsam gesehen. Die beiden schienen unzertrennlich zu sein. "Ja, sie sieht gut aus." räumte ich mit monotoner Stimme ein. "Sieht gut aus?" äffte mich Claudi ungläubig nach. "Die ist der Wahnsinn!" Ja, sie sah auch sehr gut aus, aber ich konnte seit der Party kein Interesse mehr für andere Mädchen aufbringen. In stillen Momenten kehrten meine Gedanken unwillkürlich zu Lea zurück. Dass ich dieses Model auf der Frauentoilette kennengelernt hatte, verschwieg ich ihnen. Tom und Dennis, die Freunde von Rick, waren auch da. Tom war Lucy's Freund und Dennis war mit Tina zusammen. Die beiden, Tom und Dennis, konnten mich natürlich nicht leiden, aber wenigstens ignorierten sie mich und versuchten mich nicht wie Rick, bei jeder Gelegenheit bloßzustellen. Aber, dass ihnen meine Anwesenheit ein Dorn im Auge war, war unschwer zu erkennen. Tom sprach Claudi provozierend an: "Wetten du traust dich nicht sie anzugraben." Claudi schien sich wirklich herausgefordert zu fühlen, denn er blickte entschlossen zur Tanzfläche. "Ich grab sie an und mach sie sogar klar!" gab er entschlossen zurück. Ich persönlich hätte mich so etwas nicht getraut, aber wenn ich ein gutaussehender Millionärssohn wie Claudius wäre, dann hätte ich es mich vermutlich auch getraut. Das hübsche Model tanzte mit einer Freundin, die ihr vom Aussehen in nichts nachstand, inmitten eines Rings von Männern. Wie ich das mitbekam, suchte die halbe Männerschaft Blickkontakt zu ihr, aber sie ignorierte alle geflissentlich und tanzte nur amüsiert mit ihrer Freundin. Claudius ging alleine auf die Tanzfläche und begann langsam zu tanzen. Man konnte sehen wie er sie anpeilte, sich ihr näherte und sie schließlich antanzte. Mit einer abweisenden Geste, begleitet von einem Kopfschütteln schob sie ihn von sich weg. Er hob entrüstet die Hände und sagte etwas zu ihr. Diesmal wandte sie sich einfach nur von ihm ab und ließ ihn dumm dastehen. Sie hätten sowieso kein gutes Paar abgegeben; Claudius war einen guten Kopf kleiner als sie. Mit einem düsteren Gesicht kam er zurück. Er war es wohl nicht gewohnt Abfuhren zu kassieren und war auch dementsprechend beleidigt als er sich wieder neben mich setzte. Die anderen machten sich lustig über ihn, woraufhin er sie alle anfuhr und schließlich mich anvisierte: "Probier es du doch mal!" Es war mehr eine Forderung als ein Vorschlag. Diese Art kannte ich noch nicht an ihm und ich mochte sie auch nicht. Obwohl ich eingeschüchtert war, war die Vorstellung ein Model, das einen gutaussehenden Kerl nach dem anderen abserviert, gerade mit mir tanzen sollte, absurd. Also fragte ich ungläubig: "Ich soll sie ansprechen?" Unsanft schob er mich an. "Ja! Auf geht's!" Ich blickte in die anderen Gesichter. Die Mädchen sahen mich mitleidig an, wohingegen Tom und Dennis vorfreudig über meine anstehende Blamage grinsten. Ja, gut, ich hatte zwar mit ihr zuvor gesprochen, aber das musste nichts heißen. Ihr würde es sicher peinlich sein mit einem Typen wie mir zu sprechen oder zu tanzen. Aber zurück zur Couch konnte ich nicht, Claudi signalisierte mir durch seinen Gesichtsausdruck, dass ich erst nach einem Versuch wieder zurückkehren könnte. Gerade als ich mich in Richtung Tanzfläche bewegen wollte, ging sie mit ihrer Freundin zur Bar. Ich blickte nach hinten und breitete fragend die Arme aus. Mit ungeduldigen Handbewegungen scheuchte Claudi mich zu ihr hin. Aber direkt zu ihr hin traute ich mich einfach nicht, also stellte ich mich zunächst ans andere Ende der Bar und blickte unauffällig zu den beiden Frauen. Sie waren mindestens fünf Jahre älter als ich. Mir entfuhr ein Seufzer als ich mir alle möglichen peinlichen Szenarien durch den Kopf gehen ließ, welche auf meine Anmache folgen könnten. Ich gehe hin und sie würde mich nur abfällig anschauen. Oder ich spreche sie an und sie lachen mich aus. Oder vielleicht würde sie mich fragen, wie ich hässlicher Kerl mich überhaupt traute sie anzusprechen. Und so weiter. Der Barkeeper kam zu mir und fragte mich, was ich trinken wolle. Ich verneinte nur und blickte wieder unauffällig zu den beiden hinüber. Mittlerweile gesellte sich ein Mann im Anzug zu ihnen und sprach einige Worte, doch das hübsche Model schüttelte nur den Kopf und der Mann ging wieder mit einem bedauernden Lächeln. Wenigstens bin ich nicht der Einzige, der eine Abfuhr kassiert, dachte ich mir. Aber ich konnte einfach nicht los. Ich schaute immer wieder nervös herüber, aber ich brachte nicht einen Schritt in ihre Richtung zustande. Schließlich grub ich halb verzweifelt meinen Kopf in die Hände und starrte auf den Tresen. Ich wollte zurück, aber ich wollte Claudius nicht enttäuschen. Außerdem wollte ich die schadenfrohen Gesichter der anderen Jungs nicht sehen und noch weniger das Mitleid der Mädchen. Es gab nichts Schlimmeres als von einem Mädchen bemitleidet zu werden. Ich konnte nicht vor, ich konnte nicht zurück. Ein erneutes Seufzen entfuhr mir. "Warum so traurig?" Ich blickte auf und sah, dass sie zu mir gekommen war. Ich war zu überrascht um etwas zu sagen und so erhob sie wieder das Wort: "Immer noch traurig wegen dem Hemd?" Ihre freundliche Stimme wirkte beruhigend auf mich und ich fand wieder die Kontrolle über mich. "Nein, nicht deswegen." Sie nickte und hob fragend die Brauen: "Warum dann?" Ich weiß nicht was mich dazu veranlasste die Wahrheit zu sagen. War es ihre vertrauliche Art? Weil sie nett zu mir war? Ich weiß es nicht. "Meine Freunde wollen, dass ich dich anspreche und mit dir tanze. Aber ich will das eigentlich gar nicht." Meine Aussage war missverständlich und so wirkte es, als ob ich sie nicht als ansprechenswert befand. Hastig fügte ich an: "Damit will ich nicht sagen, dass du nicht gut aussiehst! Also ich würde natürlich liebend gern mit dir tanzen, aber ich will dich nicht nerven." Sie sah mich ernst an und ich befürchtete schon, ich hätte sie beleidigt, doch anstatt mich anzufahren, nahm sie meine Hand und sagte: "Tanz mit mir!" Hilflos stammelte ich "aber, aber...!" während sie mich auf die Tanzfläche zog und mich an sich drückte. Ich wusste, dass uns alle beobachteten, was mir total unangenehm war, aber ihr schien es nichts auszumachen. Sie lächelte mich nur auffordernd an und das wiederum beruhigte mich. Schließlich brachte ich Bewegung in meine Hüften und tanzte mit ihr. Ein schnelles Lied wurde gespielt und sie drehte ihren wunderbaren Hintern zur mir und lehnte sich mit ihrem Rück gegen meine Brust. Ihr dunkel gelocktes Haar fiel mir ins Gesicht. Es roch dezent nach Früchten. Wir tanzten ganze zwei Songs durch, bis sie mich schließlich erlöste, indem sie meine Hände nahm und mir einen Kuss auf die Wange gab. Leicht benommen von dieser tollen Frau kehrte ich zur Couch zurück. Die Jungs grölten vor Begeisterung und die Mädchen sahen mich mit großen Augen an. Vor allem Claudi war außer sich. Er legte mir den Arm um die Schulter und fragte wie ich das nur angestellt hätte. Ich antwortete ehrlich auf die ganzen Fragen mit: "Ich habe gar nichts gemacht." Es fühlte sich toll an im Mittelpunkt zu stehen. Aber unter all den anerkennenden und begeisterten Gesichtern, stach eines heraus: Leas Gesicht. Ich konnte Eifersucht herauslesen.

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