Ulrich Magin - Der Tatzelwurm

Здесь есть возможность читать онлайн «Ulrich Magin - Der Tatzelwurm» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Tatzelwurm: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Tatzelwurm»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

LEGENDE ODER WIRKLICHKEIT?
Heute kaum mehr als eine folkloristische Reminiszenz, war der Tatzelwurm früher eine echte Gefahr: Das Reptil stürzte sich auf Menschen und spie sie mit seinem giftigen Atem an.
Für dieses Buch hat der Autor über 430 Augenzeugenberichte gesammelt und analysiert. Das Ergebnis ist eine aufregende zoologische Schnitzeljagd und zugleich eine spannende Traditionsgeschichte des gesamten Alpenraums. Bei der Lektüre der Berichte wird klar, dass der Tatzelwurm ein wandelbares Geschöpf ist – mal hat er den Kopf einer Schlange, mal den einer Katze, mal zwei, dann mehr Füße, mal hat er Flügel, mal keine, mal ist die Haut glatt, dann wieder schuppig. Er kann scheu oder aggressiv und giftig sein; manche empfehlen sogar seinen Genuss. Kryptozoologen, die sich mit unentdeckten Tieren befassen, sehen in ihm einen sogenannten Kryptiden, ein wissenschaftlich noch nicht erfasstes und bestimmtes, aber reales Tier.
" Spannend, amüsant und lehrreich
" Deckt den gesamten Alpenraum ab
" Mit zahlreichen Abbildungen

Der Tatzelwurm — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Tatzelwurm», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Man malt sich die drachen oder lintwürmer aus als ungeheure schlangen mit crocodilenrachen, zwei ungeheuren löwen- oder auch vogelfüssen (adlerklauen), mächtigen fledermausflügeln und einem stachlichen kamm, ähnlich der rückenflosse mancher grösserer fische, welche zu einer förmlichen schutzwaffe gegen raubfische wird. Von diesem ungeheuer berichtet Ulrich Campell († 1782) in seinem ersten buche rhätischer geschichte folgendes: ‚Das rhätische hochgebirg dient thieren der verschiedensten gattung zum aufenthalt. Unter den schädlichen und wilden nennen wir zuerst den drachen oder lintwurm, dessen Vaterland nach Plinius, Indien und Aethiopien sein soll. Einen lintwurm erlegte Struthahn von Winkelried [Ritter Heinrich von Winkelried, gestorben 1303], musste aber von dessen blute besprengt sterben.‘ Sehr bezeichnend ist, dass der alte ehrliche chronist den Schweizer Unterwaldner helden, der den 9. Juli 1386 durch seine todesmuthige aufopferung den sieg der Schweizer über Leopold von Oesterreich bei Sempach entschied, mit einem drachen kämpfen und durch dessen blut zu gründe gehen lässt.“ 18

Hier hat also die Sage einen historisch verbürgten Schlachtensieg in einen mythologischen Drachenkampf umgedeutet. Die Nachrichten bleiben diffus, aber wir haben es in jedem Falle mit einer großen Schlange zu tun, die Füße hat und Flügel, die einem Krokodil ähnelt, in Steinwüsten, Seen oder Sümpfen haust, und die der Begegnung mit Menschen eher zum Opfer fällt, als dass sie sie überlebt.

Der Schweizer Ritter Heinrich von Winkelried bezwang in Unterwalden beim Dorf - фото 2

Der Schweizer Ritter Heinrich von Winkelried bezwang in Unterwalden beim Dorf Wyler einen weithin gefürchteten Lindwurm. Stich nach Athanasius Kircher, 1678.

Drachen als Verkörperung einer Naturkatastrophe kommen häufig vor, insbesondere bei Überschwemmungen. So heißt es beispielsweise in einer Erzählung, die auf das Jahr 88 n. Chr. zurückdatiert wird:

„Alte Chroniken erzählen, wie [Bad] Goisern [Österreich] in der grauen Vorzeit eine große Stadt gewesen, die sieben Klöster, sechzehn Kirchen und einen Bischof gehabt habe. Nahe dabei auf dem Reichenstein war die Residenz der Könige, Goisernburg geheißen. Da befand sich aber auch ein Lindwurm, der eines Tages losgebrochen und so vieles Wasser mit sich gebracht, daß Land und Leute und die ganze Stadt verschüttet worden und gar elend zu Grunde giengen. […] Hernach hat es auf dem Wurmstein geheißen nach dem Lindwurm und heißt noch also, und das Wasser, so durch das Dorf rinnt, heißt bis heute der Wurmbach.“ 19

Nicht immer muss es einen konkreten Anlass für eine Drachenerzählung gegeben haben. Mittelalterliche Epiker flochten hin und wieder einen Drachenkampf in ihre Geschichten ein. In zwei zwischen 1280 und 1300 entstandenen Spielmannsdichtungen aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern, im „König Ortnit“ und dessen Fortsetzung „Wolfdietrich“, ist die Rede von Würmern am Ostufer des Gardasees. König Ortnit residiert mit seiner Gemahlin, der Königin Sidrat, in seiner Burg Garda. Er hatte sie dem Machorel von Syrien geraubt, und jener schickt zur Rache zwei Dracheneier, die bei Trient ausgebrütet werden; die Ungetüme verwüsten dann das Land. Der Drache ist hier ein Import aus dem exotischen Ausland, keine heimische Spezies. 20

Generell ist der Drache der Sagen ein Tier aus ferner Vergangenheit, aber manchmal knüpft sich eine Drachenerzählung auch an konkrete Funde, etwa Fossilien. Eine solche Konkretisierung kann viele Formen annehmen, zuweilen will sie nur einen Ortsnamen erklärlich machen, ein anderes Mal wird auf noch sichtbare Überreste des Ungetüms angespielt. So wurde auf der Alm Mitterbach über Weißenbach in Südtirol ein ungeheurer Drache erschlagen, und nach seiner Tötung blieb eine seiner Rippen liegen, hinter der 100 Schafe Schatten fanden! 21

Ab dem 19. Jahrhundert tauchen explizit auch Tatzelwurmsagen auf, die sich wenig von den echten Augenzeugenberichten unterscheiden. Sie spielen nicht im historischen Dunkel, sondern im Hier und Jetzt. So munkelt man im friaulischen Stolvizza, in der Höhle Grotta del Serpente verberge sich der Serpengatto, eine 20 Meter lange Schlange mit Fell und Katzenkopf, die das Land unsicher mache. 22

Der Journalist und Schriftsteller Rudolf Freisauff von Neudegg

„schildert in seinen ‚Salzburger Sagen‘ den Tatzelwurm, oder wie er ihn nennt, den Bergstutz als ein giftiges, äußerst gefährliches Tier, das beim Angriff sich aufrichtet und pfeift. Seine Länge beträgt 3 bis 5 Fuß [90 cm bis 1,50 m], seine Dicke erreicht die eines Bierkrügels. Die Zahl der Füße wird mit zwei oder vier, manchmal sogar mit sechs angegeben. Der kurze Schwanz soll wie abgehackt ausschauen.“ 23

Schließlich erzählen Sagen aus dem Wallis von einer fliegenden Viper mit schuppigem Leib, die auf dem Kopf ein goldenes Krönlein mit einem kostbaren Edelstein trug. Tagsüber schlief sie, nachts flog sie „zischend und flammend wie ein Komet“ und drang in die Keller der Häuser ein, wo sie den Wein wegtrank. 24

Erste Beweise?

Von Drachenbegegnungen, die bereits als Augenzeugenberichte überliefert wurden, sollen ein Stein und ein Ei stammen, die beide als Beweis für die entsprechende Erzählung dienen: Der Stein wurde in der Schweiz, nämlich in Luzern gefunden, das Ei stammt aus der Gegend um Madonna di Campiglio im heutigen Trentino (Italien).

Der Luzerner Drachenstein fiel im Sommer 1421 vom Himmel, die Primärquelle ist der Schweizer Geschichtsschreiber Johann Leopold Cysat, Neffe von Renward Cysat, der in seiner 1611 erschienenen „Beschreibung dess Berühmbten Lucerner= oder 4. Waldstätten Sees“ darüber schreibt. Um die Besitzrechte an dem Stein war 1509 ein Rechtsstreit zwischen dem Wundarzt Martin Schryber und dem Vorbesitzer des Steins Rudi Stempflin aus Rotenburg entbrannt. Stempflin war ein Nachkomme des Finders, er hatte dem Arzt den Stein als Pfand gegeben, und dieser wollte ihn nicht wieder herausrücken.

Der Finder, der Bauer Stempflin, mähte sein Feld in der Gegend von Rothenburg bei Luzern, als er plötzlich einen Drachen über sich sah, der vom Rigi nach dem Pilatusberg flog. Stempflin fiel in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kam, fand er einen Klumpen geronnenes Blut und darin den Drachenstein. Das Dokument der Auseinandersetzung überliefert den Bericht des Bauern:

Im Sommer 1421 verlor ein Drache einen Stein als er Luzern überflog Um den - фото 3

Im Sommer 1421 verlor ein Drache einen Stein, als er Luzern überflog. Um den Stein wurde später prozessiert. Stich nach Johann Leopold Cysat, 1661.

„Er habe auch von synen Vorderen gehört, daß sein Aeni [Großvater] diesen Stein funden hab, in einer Matten, als er gehewet hab, sye ein grausamer Drach kommen, in dem Luft schiessen, zu nechst bei ihme hin, von einem Berg genannt Rigi, in den andern Berg Frakmont, und ihm so nahend, von der Höhi herab kommen, daß ihm geschwunden und in Ohnmacht gelegen.

Als er aufstunde, funde er eine Schwäre Bluts, so von dem Drachen gesprützt war, daselbig Blut wäre zu stund an gestanden, als eine Sulz, in demselbigen Blut sye dieser Stein gelegen und funden worden, also sye der Stein […] in seinem Geschlecht geblieben, und sither, etlich Herren und Stätt, disen Stein wollen kaufen, aber seine Vorderen haben ihn nie wolle verkauften.“ 25

Den fliegenden Drachen bildete Cysat in einem Stich als langhalsiges, feuerspeiendes Monstrum mit Vogelschwingen, Löwentatzen und Krokodilschwanz ab. Der Aberglaube, dass sich im Kopf von Drachen und Schlangen besondere Steine oder Kristalle befänden, die Ruhm, Reichtum und Glück versprachen, war sicherlich der Grund dafür, dass die beiden vor Gericht zogen. Was aber war der Drachenstein? Fiel er vom Himmel oder wurde die Rahmengeschichte vom Drachen nur erfunden, um seinen Wert zu steigern? Wie so oft bei diesen jahrhundertealten Geschichten ist eine eindeutige Erklärung unmöglich: Man fand besondere Steine am Boden und hielt sie für Absonderungen von fliegenden, feuerspeienden Ungeheuern. Peter zu Käß, der Rat zu Luzern und Vogt zu Rothenburg, stellte 1509 jedenfalls fest, dass der Drachenstein heilsame Wirkung aufwies: Seit 30 Jahren

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Tatzelwurm»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Tatzelwurm» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Tatzelwurm»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Tatzelwurm» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x