Jürgen Petschull - Der Märtyrer

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Der Gefangene mit der Nummer «FLA DOC 086590» im Staatsgefängnis von Florida ist ein junger Araber und zugleich «der gefährlichste Terrorist, der je hinter amerikanischen Gittern gesessen hat». Als Chef eines Selbstmordkommandos hat er ein US-Verkehrsflugzeug nach Beirut entführt und die Regierungen der USA und Israels erpresst. Nun wartet auf ihn der elektrische Stuhl. Oder etwa doch nicht …? Petschulls Debüt als Thrillerautor zeigt ihn noch heute als Meister des anspruchsvollen Spannungsromans, der den Vergleich mit den ganz Großen des Genres nicht zu scheuen braucht. Sein zuerst 1986 erschienener, akribisch recherchierter und überaus spannend erzählter Tatsachenroman über den internationalen und islamistischen Terrorismus ist gerade heute wieder auf beklemmende Weise aktuell geworden …-

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Als er über den Julia Tuttle Causeway fuhr, eine auf Stelzen gebaute Brückenstraße, die das vorgelagerte Miami Beach mit Miami verbindet, kreuzten bereits Motorjachten mit schäumenden Bugwellen über das blaue Wasser der Biscayne Bay. Erst auf der Schnellstraße zum International Airport wurde der Verkehr von Auffahrt zu Auffahrt dichter.

Meller erreichte den Flughafen, als der Radiosprecher die Sieben-Uhr-dreißig-Nachrichten verlas.

New York: An den Börsen der Wall Street hat der Dow Jones Index einen neuen Höchststand erreicht.

Beirut: Keine Fortschritte bei den Bemühungen um die Freilassung von sechs amerikanischen Geiseln, die in der libanesischen Hauptstadt von schiitischen Terroristen gekidnappt worden sind.

Washington: Präsident Ronald Reagan fordert die westeuropäischen Verbündeten zu stärkeren Anstrengungen beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus auf.

Victor Meller stellte seinen Wagen auf einem der Parkdecks am Flughafengebäude ab und reihte sich in den Strom der Passagiere ein. Am Schalter der »Piedmont Aviation«, einer Fluggesellschaft, die hauptsächlich im Südosten der USA fliegt, händigte ihm die Bodenstewardeß das für ihn bereitliegende Ticket aus: Miami-Gainesville und zurück.

»Die Maschine wird pünktlich sein«, sagte sie.

Die Boeing 737 mit der Flugnummer PI 808 hob um acht Uhr in Miami ab. Die Kabine war nur zur Hälfte besetzt. Müde, mürrische Geschäftsreisende blätterten lustlos in Zeitungen und Akten. Um 8.59 Uhr landeten sie in Gainesville, einer Provinzstadt im Norden Floridas.

Bei der »Avis«-Autovermietung holte Victor Meller die schon bereitliegenden Schlüssel und Wagenpapiere für einen Mietwagen ab. Er steuerte auf den vierspurigen Highway 301, der nach Nordwesten führt. Nach knapp 40 Meilen erreichte er das Ortsschild von Starke.

Victor Meller parkte am alten backsteinroten Gerichtsgebäude, das unter Denkmalschutz stand. Die Luft war dunstig und schwül. Er überquerte die Temple Avenue, an der sich ein halbes Dutzend kleiner Gotteshäuser zwischen Tankstellen und Motels drängte.

In der Walnut Street betrat er das Gebäude der »Community State Bank of Starke«. Zwei Hausfrauen mit Einkaufstüten drehten sich nach ihm um: der Mann mit dem dunklen Anzug sah so aus, als wolle er eine Menge Geld einzahlen oder abheben. Victor Meller meldete sich beim Bank-Manager und verlangte den Inhalt seines Schließfaches. Er zog eine flache, mit einem Zahlenschloß gesicherte Aktenmappe heraus, bedankte sich bei dem Bankangestellten und ging auf die Straße zurück. Der Mann wünschte ihm noch »gute Geschäfte«.

Am alten Gerichtsgebäude wartete jetzt ein schwarzer Kleinbus vom Typ Dodge Van mit dunklen, von außen nicht einsehbaren Scheiben. Der Fahrer öffnete die Tür. Victor Meller stieg ein. Seine Uhr zeigte Viertel nach neun.

Der Wagen fuhr in Richtung Jacksonville, hielt an der zweiten Ampel und bog links in die Raiford Road ab. Saubere kleine Häuschen, wie sie von den meisten der fünftausend Bürger bewohnt wurden, säumten zunächst die Straße, dann folgten Pinienwälder, Erdbeerplantagen, Obstgärten und Viehweiden und schließlich eine sumpfige Wiesenlandschaft, über die noch am späten Morgen warme Nebelschwaden waberten. Der Fahrer mußte die Scheibenwischer und das Licht einschalten. Zehn Meilen hinter Starke passierte das Fahrzeug einen steinernen Bogen, der die öffentliche Straße halbrund überspannte. Darauf stand: »Florida State Prison«.

Auf dem Rücksitz des Kleinbusses öffnete Victor Meller jetzt die Aktenmappe, holte ein sorgfältig zusammengelegtes Bündel Stoff hervor und zog mit einigen linkischen Verrenkungen eine vom Hals bis zu den Füßen reichende schwarze Robe an. Dann stülpte er sich eine oben spitz zulaufende Kapuze über den Kopf, bis nur noch seine Augen und sein Mund zu sehen waren.

Der Fahrer beobachtete ihn dabei im Rückspiegel, drehte sich um und sagte: »Ich soll Sie heute zuerst ins Büro des Chefs bringen, Mister.«

Der Wagen mit dem vermummten Fahrgast fuhr nun am Alligator Creek entlang, einem Bach, in dem hin und wieder noch Reptilien geschossen wurden. Aus dem dünner werdenden Nebel tauchte ein haushoher, stählerner Wasserturm auf und ein Kraftwerk mit Transformatoren und Hochspannungsmasten, dann Wachttürme, aus deren Schießscharten Gewehrläufe ragten, dann sechs hintereinanderliegende, dreistöckige Zellengebäude. Zwischen zwei Sicherheitszäunen glitzerten mannshohe Drahtrollen mit rasierklingenscharfen Zacken im fahlen Morgenlicht. Hinter dem ersten Zaun hechelten Schäferhunde hin und her und bellten wütend den Wagen an, der langsam auf der kleinen Asphaltstraße am äußeren Zaun entlang zum Haupttor rollte. Schließlich stoppte er vor dem Verwaltungsgebäude des Staatsgefängnisses. Der Fahrer schob die Seitentür zurück. Victor Meller, der Henker des US-Bundesstaates Florida, stieg aus.

Als er mit wehender Robe durch die Eingangshalle zum Büro des Gefängnisdirektors eilte, sah er durch die Augenschlitze in seiner Kapuze zwei von Aufsehern bewachte Gefangene in grauer Anstaltskleidung, die den Fußboden bohnerten. Sie blickten ihm mit entsetzten Gesichtern nach, als ginge der Teufel leibhaftig vorbei.

Die Uhr an der Stirnseite des holzgetäfelten Raumes zeigte halb zehn.

Der Mann in der Todeszelle kniete auf einem Handtuch, das er auf den nackten Betonboden gelegt hatte. Hussein Ali Bakir verrichtete sorgfältig das Ritual des moslemischen Gebetes. Er verneigte sich mehrfach nach Osten, in die Richtung, in der jenseits des Atlantiks in 12 000 Meilen Entfernung Mekka liegt.

Er wies das üppige Frühstück zurück, das ihm angeboten wurde. Statt dessen bat er nur um ein großes Glas Milch mit Honig, ein altes Mittel gegen seine leicht entzündeten Stimmbänder, wie er den Aufsehern freundlich erklärte. Man servierte ihm das Getränk aus Sicherheitsgründen in einem Pappbecher.

Gegen halb zehn wurde die Gittertür aufgeschlossen. Vier Männer drängten herein und stürzten sich auf den jungen Moslem. Zwei hielten ihn fest, die anderen zogen ihn aus. Dann drückten sie ihn in einen mitgebrachten Armlehnstuhl und banden seine Hände und seine Fußgelenke daran fest. Hussein Ali Bakir leistete keinen Widerstand. Er sagte etwas auf arabisch. Es klang, als wolle er sich selber beruhigen.

Einer der uniformierten Wärter erklärte ihm in einem Ton, der um Verständnis bat, man müsse ihn nun von Kopf bis Fuß rasieren – eine leider unumgängliche Maßnahme, damit später auf dem elektrischen Stuhl seine Haare nicht verbrannt werden würden. Der Gefängnisfriseur und sein Assistent seiften den Todeskandidaten ein, dann schabten sie mit scharfen Rasiermessern sorgfältig seine Haare ab: auf dem Kopf, an der Brust, unter den Achselhöhlen, am Geschlechtsteil und an den Beinen, zuletzt den Schnauzbart.

Die Prozedur dauerte eine dreiviertel Stunde. Während der ganzen Zeit hielt Hussein Ali Bakir seine Augen geschlossen. Auch als das Messer versehentlich einige Male seine Haut ritzte, kam kein Laut über seine Lippen.

»Zieh das an«, sagte einer der Wärter, nachdem sie den geschorenen Mann losgebunden hatten. Er warf ihm ein paar Kleidungsstücke zu, eine weite schwarze Hose, ein weißes Kittelhemd, ein Paar Sandalen.

»Ich habe gehört, daß du etwas Besonderes sein sollst, aber du mußt trotzdem in den gleichen Klamotten sterben wie alle anderen auch.«

Der Henker betrat das Vorzimmer des Gefängnisdirektors, in dem sich viele Besucher drängten. Victor Meller erkannte durch die Sehschlitze seiner Kapuze den Chef der Sicherheitsabteilung, der in eines der Telefone sprach; der Anstaltsgeistliche unterhielt sich mit dem Sheriff von Bradford County, zu dessen Bezirk das Gefängnis gehört; zwei Herren mit Werkzeugtaschen auf den Knien warteten auf einem Kunstledersofa; mehrere mit schweren Dienst-Colts bewaffnete Beamte gingen heftig gestikulierend auf und ab. Aus den Funkgeräten in ihren Gürteln piepsten, krächzten, blubberten unverständliche Töne. Die Sekretärin rief so laut in die Gegensprechanlage, die sie mit dem Chefzimmer verband, daß es alle hören konnten:

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