Ricarda Huch - Deutsche Geschichte

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Ricarda Huch widmete sich seit den 1910er Jahren der italienischen, deutschen und russischen Geschichte. Ihr Hauptwerk zur deutschen Geschichte entstand zwischen 1934 und 1947 und umfasst sowohl das Mittelalter als auch die Frühe Neuzeit.Diese Sammlung fasst in neuer deutscher Rechtschreibung erstmalig alle 3 Bände zusammen:Band I – Römisches Reich Deutscher NationBand II – Das Zeitalter der GlaubensspaltungBand III – Untergang des Römischen Reiches Deutscher NationNull Papier Verlag

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In ei­nem Ge­wöl­be der stei­ner­nen Burg Lochs­tedt be­fin­den sich noch Über­res­te eins­ti­ger Be­ma­lung, dar­un­ter in einen Spitz­bo­gen ein­ge­glie­dert ein Bild des hei­li­gen Mi­cha­el: mäd­chen­schlank, mäd­chenz­art, mit schma­ler as­ke­ti­scher Wan­ge, lä­chelnd, sei­nes Sie­ges ge­wiss, wie eine bieg­sa­me Klin­ge flammt er zwi­schen den Dra­chen­häup­tern, die ihn um­zün­geln, Licht ge­gen Fins­ter­nis. So sa­hen die Or­dens­meis­ter nicht aus, von de­nen es Ab­bil­dun­gen gibt: das wa­ren fes­te, ge­drun­ge­ne Ge­stal­ten mit lan­gen Bär­ten, das Ge­sicht von Sor­gen und Mü­hen ge­furcht, und auch die jun­gen Rit­ter wer­den meis­tens sehr viel der­ber und plum­per aus­ge­se­hen ha­ben und ge­we­sen sein. Den­noch mö­gen sie sich in ih­ren höchs­ten Au­gen­bli­cken, wenn sie sich dem Kampf und dem Tode weih­ten, so ge­fühlt ha­ben: mit so viel Feu­er woll­ten sie so viel Rein­heit ver­ei­ni­gen.

Geistiges Leben

Im Zeit­al­ter Bar­ba­ros­sas ent­fal­te­te sich der rit­ter­li­che Stand zur Blü­te. Es ent­stand eine welt­li­che Bau­kunst, das Kunst­ge­wer­be ver­fer­tig­te schö­ne Ge­gen­stän­de zum Schmuck von Bur­gen und Sch­lös­sern und Per­so­nen, eine welt­li­che Li­te­ra­tur ent­stand, die das Le­ben des Rit­ters und sei­ne Zie­le, Kriegs­zü­ge, Erobe­run­gen, Her­ren­dienst und Frau­en­lie­be wi­der­spie­gel­te. Die Wis­sen­schaft war im­mer noch im Be­sitz der Geist­lich­keit und hat­te theo­lo­gi­schen Cha­rak­ter; aber dem An­spruch ge­mäß, dass Ita­li­en das Sa­cer­do­ti­um, Deutsch­land das Im­pe­ri­um, Frank­reich das Stu­di­um zu­kom­me, stand Deutsch­land in der Wis­sen­schaft hin­ter den ro­ma­ni­schen Nach­bar­län­dern zu­rück. In Ita­li­en hat­te welt­li­che Wis­sen­schaft nie ganz auf­ge­hört, im zwölf­ten Jahr­hun­dert wur­den die Uni­ver­si­tä­ten Bo­lo­gna und Pa­do­va als Rechts­schu­len be­rühmt. Äl­ter und be­rühm­ter war die Uni­ver­si­tät von Pa­ris, eine Hoch­burg der or­tho­do­xen Theo­lo­gie. Da­ne­ben reg­te sich in Pa­ris zu­erst ein von der Dog­ma­tik un­ab­hän­gi­ges Den­ken über die Voraus­set­zun­gen des Chris­ten­tums, der auf den frei­en mensch­li­chen Ver­stand ge­stütz­te Zwei­fel. Ein Geist­li­cher war es, Abälard, der es wag­te, das er­ha­be­ne Ge­bäu­de der ka­tho­li­schen Leh­re auf sei­ne Halt­bar­keit zu un­ter­su­chen. Nicht wie ein un­gläu­bi­ger Hei­de rann­te er da­ge­gen an, son­dern als ein Kun­di­ger, ein Ein­ge­weih­ter, be­leuch­te­te er es mit dem Licht des theo­lo­gisch ge­schul­ten Ver­stan­des, ließ sei­nen Wi­der­spruch in alle Rit­zen schlüp­fen und kam zu dem Schluss, dass die über dem Fun­da­ment der gött­li­chen Of­fen­ba­rung in Jahr­hun­der­ten aus­ge­bau­te Leh­re er­setzt wer­den kön­ne aus der Ver­nunft und dem Ge­wis­sen der Men­schen. Lehr­te Chris­tus ir­gen­det­was, was nicht die Wei­sen und Gu­ten un­ter den Hei­den auch ge­lehrt hat­ten? frag­te er. Lehr­te er et­was, was un­se­rer Ver­nunft wi­der­spricht? Könn­te selbst Gott et­was tun oder ver­kün­den, was nicht in Ein­klang mit der mensch­li­chen Ver­nunft wäre? Und wenn et­was ge­lehrt wür­de, was der Ver­nunft wi­der­sprä­che, könn­te und dürf­te das ge­glaubt wer­den? Wozu also, wenn die Re­li­gi­on als na­tür­li­che Kraft in der mensch­li­chen Ver­nunft liegt, be­durf­te es dann der Of­fen­ba­rung? Abälard kam zu dem Schlus­se, dass die durch das Er­schei­nen Chris­ti geof­fen­bar­te Re­li­gi­on den Zweck er­füllt habe, die Un­ver­nünf­ti­gen und Un­ge­bil­de­ten zu be­leh­ren, die be­reits er­kann­te Wahr­heit über die gan­ze Erde zu ver­brei­ten. Das Auf­wer­fen sol­cher Pro­ble­me in ei­ner Zeit, wo alle ge­wöhnt wa­ren, sich der Au­to­ri­tät zu un­ter­wer­fen, wirk­te be­rau­schend. Der dem Men­schen an­ge­bo­re­ne Trieb zu er­ken­nen, sich selbst Wege des Er­ken­nens zu bah­nen, der durch die Kir­che ge­bun­den war, spann­te die Flü­gel und spiel­te in den Lüf­ten. So­gar der Papst und die Kar­dinäle fühl­ten sich durch Abälards neue Wis­sen­schaft an­ge­zo­gen, der sich hü­te­te, die geof­fen­bar­te Re­li­gi­on an­zu­tas­ten, au­ßer dass er sie etwa für über­flüs­sig er­klär­te, oder gar sich an der Kir­che zu ver­grei­fen. So­wohl die Klar­heit des gal­li­schen Geis­tes wie der For­ma­lis­mus des rö­mi­schen wa­ren für die Wis­sen­schaft Abälards emp­fäng­lich. Den Kampf ge­gen ihn un­ter­nahm Bern­hard von Clair­vaux, der wuss­te, dass Glau­ben nicht auf dem Den­ken, son­dern auf dem Wil­len be­ruht, und der viel­leicht fühl­te, dass Abälard, in­dem er an dem his­to­ri­schen Chris­tus vor­über­ging, das le­ben­di­ge und le­ben­schaf­fen­de Ele­ment des Chris­ten­tums aus­schal­te­te. Die Ge­fahr, die es für die Kir­che be­deu­te­te, wenn dem mensch­li­chen Ver­stan­de ge­stat­tet sein soll­te, über re­li­gi­öse Wahr­heit zu ent­schei­den, wenn ne­ben der Wahr­heit des Chris­ten­tums eine Wahr­heit an­er­kannt wer­den soll­te, die aus an­de­rer Quel­le stamm­te, war zu au­gen­schein­lich, als dass nicht die Kir­che die­sem Leh­rer hät­te Schwei­gen ge­bie­ten sol­len.

Es gab wohl auch deut­sche Stu­die­ren­de, die in Pa­ris von Abälards auf­rüh­re­ri­schen Ge­dan­ken er­grif­fen wur­den; aber im All­ge­mei­nen er­reg­te sei­ne Leh­re in Deutsch­land nur Wi­der­spruch, so­weit sie über­haupt be­ach­tet wur­de. Die Ge­lehr­ten hiel­ten sich an das Dog­ma, ohne sich da­durch ver­ge­wal­tigt zu füh­len, oder sie be­weg­ten sich, wie Ru­pert von Deutz, in Ge­dan­ken­gän­gen, die we­der scho­las­tisch noch dog­ma­tisch tiefer in das We­sen des Men­schen oder in das Le­ben ein­zu­drin­gen such­ten. Gott war für die­se Den­ker die selbst­ver­ständ­li­che Voraus­set­zung, der Mensch ein Ge­schöpf Got­tes, in dem sich Gott of­fen­bart, die Schöp­fung, in de­ren Mit­te der Mensch steht, müh­ten sie sich als ein Gan­zes, Sinn­vol­les zu be­grei­fen. Gott zu er­le­ben war ih­nen wich­ti­ger als über Gott und gött­li­che Din­ge nach­zu­den­ken. Der Auss­pruch des Ru­pert von Deutz, es sei für die mensch­li­che See­le schwer, et­was nicht zu lie­ben, zeigt sein war­mes Herz und sei­nen für al­les of­fe­nen Geist, be­leuch­tet aber auch das We­sen des da­ma­li­gen Deut­schen, sei­ne Gläu­big­keit, sei­ne Fan­ta­sie, sei­ne Be­ga­bung für das Über­sinn­li­che. Denn Lie­be ist ja eine über­ir­di­sche Be­geg­nung, die Fä­hig­keit, et­was in sei­ner tiefs­ten Wur­zel, in sei­ner ewi­gen Be­deu­tung zu er­fas­sen. Mit der auf das Über­sinn­li­che ge­rich­te­ten Fan­ta­sie des Deut­schen, mit sei­ner Sehn­sucht aus­zu­drücken, was Wor­te aus­zu­spre­chen nicht im­stan­de sind, hängt sei­ne stärks­te schöp­fe­ri­sche Be­ga­bung, die für Mu­sik, zu­sam­men. Es lässt sich nicht ge­nau ver­fol­gen, wel­che For­men sich die­se Be­ga­bung da­mals schuf; aber ge­wiss ist, dass sie den be­nach­bar­ten Na­tio­nen auf­fiel. Bern­hard von Clair­vaux ver­miss­te, als er Deutsch­land ver­ließ, den Ge­sang sei­ner deut­schen Beglei­ter, und der hei­li­ge Fran­zis­kus hat­te Freu­de an den deut­schen Brü­dern, die sin­gend durch Ita­li­en pil­ger­ten. Die Deut­schen san­gen am Pflu­ge, sie san­gen in der Kir­che, sie san­gen in der Schlacht. Als der Kai­ser Lo­thar Apu­li­en er­obern woll­te, zwang ihn der Her­zog von Bay­ern, sein Schwie­ger­sohn, den Plan auf­zu­ge­ben da­durch, dass er im Heer eine be­stimm­te Wei­se an­stim­men ließ, die das Zei­chen zur Heim­kehr be­deu­te­te. Wenn die­se Wei­se durch die Rei­hen des Hee­res ging, wur­de das Heim­weh, das es im­mer er­füll­te, so über­mäch­tig, dass es un­mög­lich war, es zu­rück­zu­hal­ten. Dem Ta­ge­werk wie dem Tod gab die Mu­sik den Glanz; sie war das Licht des grau­en Lan­des. Durch die größ­ten Dich­tun­gen des Mit­tel­al­ters, so­wohl durch das Ni­be­lun­gen­lied wie das Gu­drun­lied, wild­heid­nische Bal­la­den, perlt Mu­sik als der ge­wal­tigs­te Zau­ber: Vol­ker singt mit sei­ner Gei­ge die tod­ge­weih­ten Bur­gun­der in Schlum­mer, und Horand be­rückt mit sei­nen Lie­dern die Her­zen, dass sie sich wehr­los in sei­ne Hand ge­ben.

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