Ricarda Huch - Deutsche Geschichte

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Ricarda Huch widmete sich seit den 1910er Jahren der italienischen, deutschen und russischen Geschichte. Ihr Hauptwerk zur deutschen Geschichte entstand zwischen 1934 und 1947 und umfasst sowohl das Mittelalter als auch die Frühe Neuzeit.Diese Sammlung fasst in neuer deutscher Rechtschreibung erstmalig alle 3 Bände zusammen:Band I – Römisches Reich Deutscher NationBand II – Das Zeitalter der GlaubensspaltungBand III – Untergang des Römischen Reiches Deutscher NationNull Papier Verlag

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Den Ruhm der jun­gen Hei­li­gen ver­brei­te­ten be­son­ders die Brü­der vom Deut­schen Hau­se, de­ren Deutschmeis­ter bald nach ih­rem Tode ihr Schwa­ger Kon­rad wur­de. Als im Jah­re 1190 Ak­kon be­la­gert wur­de, ver­ei­nig­ten sich Kauf­leu­te der Städ­te Bre­men und Lü­beck mit deut­schen Rit­tern, um ein Ho­spi­tal zur Pfle­ge der Kran­ken zu grün­den. Daraus ent­stand eine rit­ter­lich-mön­chi­sche Bru­der­schaft, die sich Rit­ter des Ho­spi­tals Sankt Ma­ri­en der Deut­schen in Je­ru­sa­lem nann­te; es war näm­lich ein äl­te­res Spi­tal in Je­ru­sa­lem mit dem von Ak­kon ver­ei­nigt wor­den. Die Tracht der Or­dens­rit­ter war ein wei­ßer Man­tel mit schwar­zem Kreuz. Es lässt sich nichts den­ken, was so sehr den Idea­len der Zeit ent­spro­chen hät­te, als die Ve­rei­ni­gung des Rit­ter­li­chen mit dem Mön­chi­schen in ei­nem Or­den. Die Wehr­lo­sig­keit der Klos­ter­leu­te hat­te zu man­cher­lei Schwie­rig­kei­ten und Stö­run­gen ge­führt. Um­ga­ben sich die Äbte mit krie­ge­ri­schen Dienst­leu­ten, so wur­den sie durch die Pf­licht zur Hee­res­fol­ge, durch die Über­grif­fe und das wüs­te Trei­ben ih­res Ge­fol­ges in welt­li­che Hän­del ver­strickt; die Vög­te, die sie be­schir­men soll­ten, gin­gen meis­tens bald dazu über, sie zu be­drücken und zu be­rau­ben. Der Rit­ter­or­den tat die Wer­ke der Barm­her­zig­keit und be­schirm­te sich selbst. Nun konn­te der jun­ge Ad­li­ge, das Kreuz in der einen, das Schwert in der an­de­ren Hand, den An­sprü­chen, die Kir­che und Sit­te und die ei­ge­ne Über­zeu­gung stell­ten, ge­nug­tun, ohne auf die Freu­den und Ehren des Rit­ter­tums zu ver­zich­ten.

Als der Or­den nach dem Fall von Ak­kon in­fol­ge der reich­lich flie­ßen­den Schen­kun­gen sich bald durch das gan­ze Reich ver­brei­te­te, wur­de er in Bal­lei­en ge­teilt, de­ren jede ein Kom­tur lei­te­te. Von den zwölf deut­schen Bal­lei­en stan­den acht un­ter dem Deutschmeis­ter, sämt­li­che un­ter dem Hoch­meis­ter. Er re­gier­te den Or­den, un­ter­stützt von sei­nen höchs­ten Be­am­ten, den Ge­bie­ti­gern, und dem Ge­samt­ka­pi­tel. Auch in den ein­zel­nen Bal­lei­en tag­ten jähr­li­che Kon­ven­te. Zur Auf­nah­me zu­ge­las­sen wur­den nur Deut­sche von ehe­li­cher Ge­burt, die rit­ter­mä­ßig und von vier Ah­nen her Wap­pen­ge­nos­sen, rein in ih­rem Wan­del, un­be­fleckt in ih­rer Ehre, un­be­rüch­tigt an ih­rem Na­men wa­ren. Sie soll­ten ge­sund und lie­ber jung als alt sein, um den Krieg ge­gen die Hei­den, eine der haupt­säch­li­chen Auf­ga­ben des Or­dens, mit vol­ler Kraft füh­ren zu kön­nen. Bei der Auf­nah­me tat der jun­ge Rit­ter die­sen Schwur: »Ich ver­hei­ße und ge­lo­be Keusch­heit mei­nes Lei­bes und ohne Ei­gen­tum zu sein und Ge­hor­sam Gott und Sankt Ma­ri­en und Euch, dem Meis­ter des Or­dens des Deut­schen Hau­ses und Eu­ren Nach­kom­men nach der Re­gel und Ge­wohn­heit des Or­dens, dass ich Euch ge­hor­sam sein will bis an mei­nen Tod.« Durch dies Ge­lüb­de war der Rit­ter für im­mer ge­bun­den. Be­vor­zugt wur­den sol­che Rit­ter, die bei Kö­ni­gen und großen Her­ren gut an­ge­se­hen wa­ren, da­mit der Or­den die Gunst der­sel­ben ge­wän­ne. Auf welt­li­che Vor­zü­ge die­ser Art wur­de mehr Wert ge­legt als auf Bil­dung; doch wünsch­te man, dass die Rit­ter ei­ni­ge Kennt­nis von der Be­schaf­fen­heit der Län­der, ih­rer Rech­te und Ge­wohn­hei­ten be­sä­ßen, also die­je­ni­ge Bil­dung, die den gu­ten Re­gen­ten und Ver­wal­ter macht. Au­ßer dem die­nen­den Ge­sin­de gab es ne­ben den Rit­tern Pries­ter­brü­der, die Äm­ter über­neh­men konn­ten und mit den Rit­tern ge­mein­sam aßen und schlie­fen; sie brauch­ten nicht ad­lig zu sein. Ob­wohl die Bil­dung hier bis zu ei­nem ge­wis­sen Gra­de den Adel er­setz­te, wur­de doch von den Pries­tern nicht viel mehr ver­langt, als dass sie mit den got­tes­dienst­li­chen Ge­bräu­chen Be­scheid wuss­ten. Die kämp­fen­den Rit­ter und die zu ver­pfle­gen­den Kran­ken soll­ten sie in Ver­bin­dung set­zen mit dem Strom der gött­li­chen Gna­de, da­mit sie in Lei­den und Ta­ten freu­dig tod­be­reit wä­ren. Sie soll­ten, heißt es in ei­ner Vor­schrift, in der Zeit des Frie­dens wie Glänz­ster­ne ne­ben ih­nen um­lau­fen und in Kriegs­zei­ten sie stär­ken zum Streit und sie dar­an mah­nen, dass Gott auch den Tod durch sie litt am Kreuz.

Ger­ma­ni­sche und christ­li­che An­schau­ung ver­ei­nig­ten sich in den Or­den, um ein mensch­li­ches Vor­bild von edels­ter Schön­heit zu schaf­fen: den Rit­ter, der, von Frau­en­lie­be un­be­rührt, ge­hor­sam sei­nem himm­li­schen und sei­nem ir­di­schen Herrn, mit blan­kem Schild und blan­kem Schwert, furcht­los in Kampf und Tod geht.

Wie sehr die Ge­sin­nung des Vol­kes mit den durch die Deut­schrit­ter ver­tre­te­nen Ge­dan­ken über­ein­stimm­te, zeig­te sich in dem Ent­ge­gen­kom­men, das sie über­all fan­den. Am ers­ten und freu­digs­ten in Thü­rin­gen, wo­her auch Her­mann von Salza, vier­ter Hoch­meis­ter des Or­dens, stamm­te. Dass die Be­güns­ti­gung des Or­dens in der land­gräf­li­chen Fa­mi­lie her­kömm­lich war, ver­an­lass­te wohl Eli­sa­beth, vor ih­rem Tode zu be­stim­men, dass ihr Ho­spi­tal den Brü­dern vom Deut­schen Hau­se an­ver­traut wer­de. Das Ver­mächt­nis wur­de zu­nächst von den Schwä­gern der Ver­stor­be­nen, Hein­rich und Kon­rad, so­wie vom Erz­bi­schof von Mainz an­ge­foch­ten; da trat plötz­lich ein Um­schwung ein, in­dem Kon­rad, den man nur als einen un­bän­di­gen, ge­gen die Kir­che re­spekt­lo­sen Kriegs­mann ge­kannt hat­te, in den Or­den ein­trat und bald nach­ein­an­der Kom­tur und Hoch­meis­ter wur­de. Man weiß nicht, wie er zu sei­ner Schwä­ge­rin, so­lan­ge sie leb­te, ge­stan­den hat; das Bild der hol­den To­ten scheint ihn tief und dau­ernd er­grif­fen zu ha­ben. Er war es haupt­säch­lich, der ihre Hei­lig­spre­chung so­wie den Bau der schlan­ken go­ti­schen Kir­che be­trieb, die ihr Grab auf­neh­men soll­te. Als das Werk so­weit vor­ge­schrit­ten war, dass dies ge­sche­hen konn­te, wur­de das Ho­spi­tal, in des­sen Ka­pel­le sie be­stat­tet war, ab­ge­ris­sen. Ne­ben der Kir­che er­stan­den die Ge­bäu­lich­kei­ten des Or­dens, die mit dem neu­en Ho­spi­tal, von Mau­ern um­schlos­sen, zu ei­nem klei­nen Staats­we­sen zu­sam­men­wuch­sen.

Die Schwach­heit der mensch­li­chen Na­tur brach­te es mit sich, dass die Rit­ter in­ner­halb Deutsch­lands all­mäh­lich eben­so und noch är­ger ver­sumpf­ten, als die Mön­che, da sie ja nicht ein­mal die Wis­sen­schaft hat­ten, um sich auf an­stän­di­ge Wei­se die Zeit zu ver­kür­zen. Was sie sich als ei­gent­li­che Auf­ga­be ge­setzt hat­ten, die Be­kämp­fung der Hei­den, dazu war, nach­dem sie aus dem Hei­li­gen Lan­de ver­trie­ben wa­ren, zu­nächst kei­ne Ge­le­gen­heit mehr, bis ih­nen Kö­nig An­dre­as II. von Un­garn, der Va­ter der hei­li­gen Eli­sa­beth, an­bot, das Bur­zen­land in Sie­ben­bür­gen zu ko­lo­ni­sie­ren und ge­gen die heid­nischen Völ­ker in der Moldau und Walachei zu ver­tei­di­gen. Hier zeig­te der Or­den die dem Mit­tel­al­ter ei­gen­tüm­li­che Nei­gung und Kraft, selbst­stän­di­ge, ab­ge­schlos­se­ne staat­li­che Ge­bie­te zu bil­den, zu­gleich aber auch die Ab­nei­gung, sie ei­nem hö­he­ren Mit­tel­punkt un­ter­zu­ord­nen. Die Or­dens­rit­ter schal­te­ten in dem ih­nen über­las­se­nen Lan­de als Her­ren, bau­ten Bur­gen und grün­de­ten Städ­te, ohne den Kö­nig zu fra­gen, und um ihre Un­ab­hän­gig­keit ihm ge­gen­über zu si­chern, nah­men sie es vom Papst, der gern dar­auf ein­ging, zu Le­hen. Des­halb vom Kö­nig von Un­garn ver­trie­ben, war der Or­den wie­der hei­mat­los und ziel­los ge­wor­den; da bot sich ihm noch ein­mal eine Ge­le­gen­heit zu ge­eig­ne­ter Wirk­sam­keit: Her­zog Kon­rad von Ma­so­vi­en, ei­ner der Teil­her­ren des pol­ni­schen Lan­des, for­der­te ihn auf, die heid­nischen Be­woh­ner Preu­ßens, die er ver­geb­lich be­kriegt hat­te, zu un­ter­wer­fen. Als Ent­gelt ver­sprach er ihm das Land Kulm zu dau­ern­dem Be­sitz und auch die Erobe­run­gen, die sie von dort aus im preu­ßi­schen Lan­de ma­chen wür­den. Hoch­meis­ter war da­mals Her­mann von Salza, der treue Freund Kai­ser Fried­richs. Nach dem un­glück­li­chen Er­leb­nis im Bur­zen­lan­de leg­te er Wert dar­auf, für die neue Schen­kung, die so sehr ge­fähr­det, ganz am Ran­de des Rei­ches lag, den kai­ser­li­chen Schutz zu ge­win­nen; aber sein Stre­ben nach Au­to­no­mie war doch so we­nig ge­min­dert, viel­leicht auch sei­ne Ab­nei­gung, Reichs­las­ten zu über­neh­men, so groß, dass er das zu er­wer­ben­de Ge­biet nicht mit dem Reich in Zu­sam­men­hang brin­gen woll­te. Nach dem Pri­vi­leg, das Fried­rich II. im Jah­re 1226 Her­mann von Salza er­teil­te, soll­te der Or­den das Kul­mer­land und das zu er­obern­de Land der Preu­ßen in vol­ler Frei­heit und Im­mu­ni­tät, mit vol­ler Ge­richts­ho­heit, im Ge­nuss al­ler Re­ga­li­en be­sit­zen, so un­ab­hän­gig also wie die üb­ri­gen Reichs­fürs­ten ihr Ge­biet. Aber wäh­rend die Reichs­fürs­ten im­mer­hin mit ih­rem Ge­biet in Le­hens­ab­hän­gig­keit vom Kai­ser stan­den, wenn sie auch erb­lich ge­wor­den wa­ren, so emp­fin­gen Her­mann von Salza und sei­ne Nach­fol­ger nur per­sön­lich ohne Ge­gen­leis­tung das Kul­mer­land und das zu er­obern­de Preu­ßen als Schen­kung, über die sie nie­man­dem Re­chen­schaft schul­dig sein soll­ten. Ge­gen das Ver­spre­chen des Schut­zes von sei­ten des Kai­sers über­nahm der Or­den die ein­zi­ge Ver­pflich­tung, die heid­nischen Preu­ßen zu be­keh­ren. Nach fort­wäh­ren­den Ver­hand­lun­gen mit Kon­rad von Ma­so­vi­en und mit dem deut­schen Bi­schof Chris­ti­an, der seit dem Jah­re 1215 der Mis­si­on un­ter den Preu­ßen, vom Paps­te be­auf­tragt, vor­stand, über­schritt end­lich im Früh­jahr 1231 der ers­te Land­meis­ter von Preu­ßen, Her­mann von Balk, mit ei­ni­gen Rit­ter­brü­dern und Kreuz­fah­rern die Weich­sel und grün­de­te auf ei­nem Hü­gel über ei­ner großen Ei­che die Burg Torn. Zwei Jah­re spä­ter ent­stand wei­ter ab­wärts die Burg Ma­ri­en­wer­der. Dass in die­ser Zeit der Bi­schof Chris­ti­an von den heid­nischen Preu­ßen ge­fan­gen wur­de, er­mög­lich­te es dem Or­den, in un­mit­tel­ba­ren Ver­kehr mit Rom zu tre­ten und sich mit­samt al­len künf­ti­gen Erobe­run­gen un­ter den Schutz des Paps­tes zu stel­len; die geist­li­che Au­to­ri­tät, die sich vor dem Er­schei­nen des Or­dens in Preu­ßen ge­bil­det hat­te und sei­ne Au­to­no­mie be­schrän­ken konn­te, war da­mit aus­ge­schal­tet. Wie viel Wert der Or­den aber auch auf Un­ab­hän­gig­keit leg­te, tat­säch­lich war er im ho­hen Maße ab­hän­gig vom deut­schen Volk und Reich; denn aus ei­ge­ner Kraft konn­ten die Or­dens­rit­ter an die Erobe­rung ei­nes großen, von ei­nem tap­fe­ren Vol­ke be­wohn­ten Ge­bie­tes nicht den­ken. Erst als Fürs­ten und Rit­ter aus al­len Tei­len Deutsch­lands her­bei­ström­ten, wur­den im Lau­fe von Jahr­zehn­ten Po­me­sa­mi­en und die nörd­li­chen Tei­le von War­nei­en und Na­tan­gen ge­won­nen. Der Frie­de von Christ­burg im Jah­re 1249 ver­bürg­te den Preu­ßen die­ses Ge­bie­tes nach An­nah­me des Chris­ten­tums per­sön­li­che Frei­heit und so­gar Gleich­be­rech­ti­gung mit den Deut­schen nach ih­rem Ge­burts­stan­de; doch hat­ten sie dem Or­den Kriegs­dienst zu leis­ten. Ob die­se wohl­tä­ti­gen Be­din­gun­gen von Sei­ten des Or­dens in­ne­ge­hal­ten wur­den, lässt sich nicht fest­stel­len; nach­dem sie von Sei­ten der Preu­ßen durch Auf­stän­de auf­ge­ho­ben wa­ren, wur­den sie es nicht mehr. Es ist na­tür­lich, dass haupt­säch­lich der Nord­wes­ten und der Os­ten des Rei­ches, Mei­ßen, Bran­den­burg, Böh­men, Schle­si­en, Lü­beck, Mag­de­burg, Braun­schweig, sich an der Erobe­rung und Be­sied­lung des neu­en Ge­bie­tes be­tei­lig­ten. Im Jah­re 1252 wur­de die Me­mel­burg be­grün­det und in ih­rem Schut­ze ei­ni­ge Jah­re spä­ter die Stadt, wo­bei Lü­beck be­son­ders mit­tä­tig war. Zur Erin­ne­rung an die be­waff­ne­te Hil­fe, die Kö­nig Ot­to­kar von Böh­men dem Or­den leis­te­te, ent­stand im Jah­re 1255 am Ufer des Pre­gel die Burg Kö­nigs­berg. Die Erobe­rung des Sam­lan­des war wich­tig, weil an sei­ner west­li­chen Küs­te ein Ju­wel, gelb wie Gold, leicht wie Flaum, ge­fun­den wur­de, das schon im Al­ter­tum Han­dels­leu­te in die­se Wild­nis lock­te, der Bern­stein, den das Meer ans Ufer spül­te, der aber auch durch Ab­bau ge­won­nen wur­de. Zum Schut­ze die­ses Be­trie­bes er­rich­te­te der Or­den am Fri­schen Haff die Burg Lochs­tedt, von der sich zwei Flü­gel er­hal­ten ha­ben. Die Ver­las­sen­heit der Rui­ne ist nicht so schau­rig, wie die Wüs­ten­ein­sam­keit die­ser Stät­te ge­we­sen sein muss, als die Or­dens­rit­ter hier zu­erst ein höl­zer­nes Haus bau­ten. Nicht weit da­von ist nach der Über­lie­fe­rung der Ort, wo einst, am Ende des zehn­ten Jahr­hun­derts, der hei­li­ge Adal­bert, als er den Hei­den das Wort Got­tes pre­di­gen woll­te, er­schla­gen wur­de; man bau­te dort zu sei­nem Ge­dächt­nis eine höl­zer­ne Kir­che. Jetzt war die Feind­se­lig­keit der Ein­woh­ner, durch Rach­sucht ge­sta­chelt, viel­leicht noch un­ver­söhn­li­cher; nir­gends war ein Ort und nie kam eine Stun­de, wo man nicht des Über­falls ge­wär­tig sein muss­te. Und war der mensch­li­che Geg­ner zu­rück­ge­drängt, so blieb das maß­lo­se, grau­en­vol­le feind­li­che Land. Rings kei­ne Spur trau­li­chen Da­seins, kein Punkt ge­sel­li­ger An­knüp­fung, nichts als das ein­tö­ni­ge Don­nern der Bran­dung, das Krei­schen der Mö­wen, das Knar­ren und Sau­sen der Kie­fern. Es be­durf­te der stren­gen Or­dens­re­gel, der Ge­wöh­nung an Ge­hor­sam und Ent­beh­rung, des An­se­hens ver­eh­rungs­wür­di­ger Füh­rer, da­mit die Brü­der nicht nur zu Ta­ten, son­dern auch zu grau­em Lei­den und Ent­beh­ren be­reit wa­ren. In­des­sen ist es so, dass Op­fer stets gern ge­bracht wer­den, so­lan­ge sie im Na­men ei­nes ho­hen Ideals und zur Er­rei­chung ei­ner großen Auf­ga­be ge­for­dert wer­den; zur Erobe­rung fehl­te es den Men­schen nie an Kraft, erst im Be­sitz be­ginnt sie zu er­lah­men. Be­wun­de­rungs­wür­dig schnell be­gann der lee­re Raum sich zu fül­len, er­wuch­sen durch die zu­strö­men­den Bür­ger und Bau­ern Städ­te und Dör­fer. Im Lau­fe von zwei Jahr­hun­der­ten sind bei­nah hun­dert Städ­te und über tau­send Dör­fer im Ge­biet des Deut­schen Or­dens ent­stan­den. Der Wohl­stand, der sich hier un­ter gu­ten Be­din­gun­gen ent­wi­ckel­te, konn­te nur eins nicht er­set­zen: das ge­heim­nis­vol­le Wur­zel­ge­flecht der Ge­schich­te. Dies war nicht Hei­mat­land, son­dern Fremd­lings­land, Aben­teu­er­land, Ame­ri­ka des Reichs; noch so man­ches un­vor­her­zu­se­hen­de Aben­teu­er konn­te ihm be­vor­ste­hen. Zu­nächst aber wuchs es fort und brei­te­te sich aus. Mit Po­len blie­ben dank des ge­mein­sa­men Ge­gen­sat­zes ge­gen die Preu­ßen die Be­zie­hun­gen freund­schaft­lich. Trotz der An­häng­lich­keit an Kö­nig Ot­to­kar von Böh­men, den der Or­den ge­gen Ru­dolf von Habs­burg un­ter­stütz­te, brach­ten es die Hoch­meis­ter als gute Di­plo­ma­ten fer­tig, nach dem Stur­ze Ot­to­kars die Ver­bin­dung mit dem Kai­ser zu er­hal­ten. Ru­dolf er­neu­er­te im Jah­re 1277 das Pri­vi­leg, das Fried­rich II. dem Or­den er­teilt hat­te.

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