Ernst von Wolzogen - Die kühle Blonde. Erster Band

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Zum ersten Mal begleitet Lori von Drenk ihren Vater, den pommerschen Rittergutsbesitzer und Reichstagsabgeordneten von Drenk, nach Berlin. Das Theater begeistert sie, das gut gefüllte Restaurant, das sie im Anschluss an die Aufführung besuchen, verunsichert sie. Und es geschieht noch etwas Einzigartiges. Sie fühlt sogleich das Auge des stadtbekannten Kritikers Dr. Gisbert Renard auf sich gerichtet, für den sie eine reizvolle «kühle Blonde» ist. Schnell verliebt sie sich in seine elegante Erscheinung. Es vergeht nicht viel Zeit und die beiden sind verheiratet. Doch jetzt beginnt eine schwere Zeit für Lori. Die Provinzlerin erfüllt nicht die Erwartungen des Salonlöwen Renard, es kommt zu Auseinandersetzungen, unsaubere Geschäfte des Ehemannes drängen an die Oberfläche. Und zu guter Letzt wählt der mittlerweile auf seinem Gute ziemlich vereinsamte Vater eine junge, attraktive Polin zur Mamsell. Sorgen über Sorgen!-

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An der Ecke der Friedrichstrasse, unter einer Laterne, holte er die drei ein. Er zog seinen Hut und sagte verbindlich: „Gestatten die Herrschaften — ein ehrlicher Finder! Ich bin so glücklich gewesen, diesen Spitzenshawl zu retten. Ich glaube, mich nicht zu irren — das gnädige Fräulein trug ihn um den Kopf, als Sie das Restaurant betraten.“

Die Baronesse nahm mit einer anmutigen Neigung des Hauptes das Tuch aus seiner Hand entgegen, während ihr Vater in ihrem Namen dankte: „Allerdings, Herr Doktor, wir sind Ihnen sehr verbunden.“

„Ah, ich habe das Vergnügen, von Ihnen gekannt zu sein!“ rief Renard stutzend.

Der alte Freiherr lupfte nochmals seinen Hut und sagte: „Wir haben ‚Genie und Sittlichkeit‘ gelesen, meine Tochter und ich, und mein Neffe, Herr von Schlichting, machte uns darauf aufmerksam, dass der Verfasser in unserer Nähe sitze. Mein Name ist Baron Drenk, Gutsbesitzer und zur Zeit Abgeordneter.“

Doktor Renard verbeugte sich gegen die ihm auf diese Weise Vorgestellten und sagte: „Von heute ab werde ich anfangen stolz zu werden auf mein bisschen Schriftstellerei, da sie mir eine solche Bekanntschaft verschafft hat. Ich hätte nie zu hoffen gewagt, dass meine trockne Abhandlung auch schöne Leserinnen finden werde.“

Wieder nahm der Freiherr für seine Tochter das Wort: „Wir sind zwei einsame Leutchen, meine Tochter und ich. Wir teilen alles miteinander, und so auch unsere Lektüre. Meine Tochter hat eine ganz besondere Vorliebe für populär gehaltene philosophische Abhandlungen und dergleichen.“

„Es macht mich wahrhaft stolz, dass es mir vergönnt war, mit meiner bescheidenen Arbeit auch einmal Ihre nachdenkende Teilnahme für einige Zeit gefesselt zu haben — das heisst wenn mir das wirklich gelungen ist!“ wandte sich Renard an das Fräulein. Er besass ein wohlklingendes starkes Organ.

„Gewiss, Herr Doktor,“ versetzte Lori, „ich habe viel nachgedacht über Ihre Ansichten; aber ich darf nicht darüber urteilen, denn an mir selbst ist nichts Geniales und von der Welt verstehe ich auch wohl nichts — besonders seit gestern.“

„Seit gestern?“

„Ja, gestern sind wir hier angekommen. Ich bin zum erstenmal in Berlin,“ erklärte Lori auf seine erstaunte Frage.

Der Referendar ergriff die günstige Gelegenheit, sein unfreiwilliges Schweigen zu brechen, indem er dem Doktor mit versteckter Ironie von dem Hauptinhalt ihrer jüngst gepflogenen Unterhaltung Andeutungen gab und besonders das Verhalten seiner Base im Theater schilderte. „Ist es nicht merkwürdig?“ schloss er: „Wir gehen aufs Land, um unsere Nerven zu stärken, und wenn diese kerngesunden Herrschaften aus der Provinz zu uns kommen, dann zeigen sie sich nervöser als unsere mattesten Badeflüchtlinge.“

„Ich glaube, Sie ziehen da einen falschen Schluss,“ entgegnete Renard. „Es ist gerade ein Zeichen der nervösen Abspannung, wenn selbst die starke Leidenschaft nicht mehr zu erschüttern, das Schöne nicht mehr zu begeistern und das Hässliche nicht mehr Abscheu zu erregen vermag. Und gerade die Kunst wird ihre Wirkungen viel stärker auf den Gesunden ausüben, als auf den Kranken. Der blasierte Mensch spottet gern der tragischen Erschütterung, weil sie ihn vor sich selbst beschämt; der Gesunde empfindet sie als einen Genuss, weil sie ihn im Glauben an das Grosse stärkt — meinen Sie nicht auch, mein gnädiges Fräulein?“

„Gewiss,“ versetzte Lori, indem sie lächelnd zu ihm aufblickte. „Das ist auch immer meine Empfindung der Kunst gegenüber gewesen. Es ist trostlos, dies gedankenlose Behagen an lauter gefälligen Nichtigkeiten, aber es ist herrlich, sich so recht als Zwerg empfinden zu dürfen, wenn die Kunst einem das Grosse einmal mit wirklicher Kraft gegenüberstellt.“

Sie waren unter solchen Gesprächen bis an die Ecke der Französischen Strasse gekommen, als ein lärmender Auftritt sie hässlich unterbrach. Vor dem Café National schlugen zwei aufdringlich modern gekleidete Damen mit ihren Regenschirmen aufeinander los. Garstige Schimpfworte flogen herüber und hinüber und erregten das rohe Gelächter des rasch anwachsenden Zuschauerkreises.

„Da haben Sie ein Gegenstück zu Genie und Sittlichkeit,“ scherzte der Referendar: „Die ungenierte Unsittlichkeit!“

Der Freiherr war mit seiner Tochter rasch abgebogen, um die andere Seite der Strasse zu gewinnen.

„Das ist abscheulich!“ flüsterte Lori ihrem Vater zu, indem sie sich fester an seinen Arm klammerte. „Wollen wir nicht eine Droschke nehmen?“

Er that nach ihrem Begehren und sie bestiegen den nächsten besten Wagen. Die beiden Herren verabschiedeten sich und Schlichting rief dem Kutscher zu: „Nach dem Askanischen Hof!“

Die Droschke rasselte davon und nun nahmen auch die beiden Herren voneinander Abschied, da der Referendar in der entgegengesetzten Richtung zu wohnen vorgab. Er ärgerte sich ein wenig darüber, dass der andere ihn so kühl behandelte und besonders seinen Witz so schweigend aufgenommen hatte. Renard bestieg nun gleichfalls eine Droschke und fuhr davon, während der junge Rechtsgelehrte die gute Gelegenheit, Berliner Sittenstudien zu machen, nicht versäumte und erst noch das Ende des Zweikampfes jener beiden Heldinnen abwartete, bevor er selber — das Nachtcafé betrat. — —

Doktor Renard pflegte um diese frühe Stunde — es war noch nicht einmal Mitternacht — sonst fast regelmässig das Café Kaiserhof zu besuchen, wo er unter den Herren von der Börse, von der Litteratur, von der Börsenlitteratur und der Litteraturbörse gleich gern gelitten war, obwohl er nicht den Vorzug hatte, sich zu den „geehrten Herren Kollegen“ zählen zu dürfen. Es war ihm heute nicht danach zu Mute, über den neuesten Witz zu lachen oder den neuesten Skandal zu glossieren; das blonde Landfräulein hatte ihn mit seinem Ernst aus der Stimmung gebracht. Er fuhr direkt nach der Drakestrasse, wo er eine mittelgrosse, höchst modern ausgestattete Mietwohnung im zweiten Stock eines neuen Hauses inne hatte.

Das Wachskerzchen, mit dem er sich die Treppen hinaufgeleuchtet hatte, brannte gerade lange genug, um ihm im Vorflur zu leuchten, bis er sich seines Ueberziehers entledigt hatte. Er zündete die Lampe nicht an, sondern warf sich in seinem dunklen Studierzimmer auf den wunderbar bequemen Schlittendiwan. Er verschränkte die Arme unter dem Kopf und schloss die Augen, um ein wenig zu träumen. Und wirklich, da stand sie vor ihm, die liebliche Erscheinung, die er hatte heraufbeschwören wollen! Gegen einen hellen Lichtkreis hoben sich die Umrisse der schlanken Gestalt plastisch ab — er sah sie mit zurückgebeugten Oberarmen, mit leicht vorgeneigtem Haupte dastehen, so wie er sie in dem Restaurant gesehen hatte, als sie sich anschickte, den Mantel umzunehmen. Aber jetzt zwang sein Wille sie, ihm stillzuhalten, wie dem Maler sein Modell. Langsam schlürfend wie ein Weinkenner, sog er das schöne Bild in seine Seele ein. Und dann, als es endlich zerflossen war, drängte ein ausgelassener Maskenzug wie aus einem geöffneten Thore aus jenem Lichtkreis heraus. Alle die Frauen und die Mädchen, die er einst geliebt oder zu lieben geglaubt hatte, tauchten hervor, suchten seine Aufmerksamkeit durch die kecksten Gebärden und die leuchtendsten Blicke zu fesseln, ohne dass doch eine den Nachdrängenden länger als ein paar Sekunden standzuhalten vermocht hätte. Keine dieser Damen vertrug es, näher gekannt zu sein, sagte sich Renard, und mit einem bösen Lächeln entliess er eine nach der andern aus seiner Erinnerung. Zum Schluss behauptete seine entlaufene Frau allein das Feld. Er suchte sie unbefangen mit kritischem Blick zu betrachten. O ja, sie war hübsch, sehr hübsch, trotz des dunklen Schattens auf der Oberlippe, trotz des etwas zu grossen, zu schwellenden Mundes. Zum zweitenmal würde er sich nicht in ein solches Gesicht verlieben; aber amüsant war sie doch gewesen, leichten schlagfertigen Geistes, Ohne je etwas Ordentliches gelernt zu haben. Man hatte ihn beneidet um die Frau, so lange, — bis man ihn bemitleidete oder auslachte! Was hatte die Frau aus ihm gemacht, aus seinem Hause, aus seiner Familie!

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