Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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Sonter fand nur ein Lächeln, obwohl er plötzlich wieder rot geworden war, denn nur zu wahr hatte sie gesprochen. Damals schon hatte Fräulein Hoffmeister seine Aufmerksamkeit erregt, die über das gewöhnliche Mass der Beachtung von seiten junger Männer hinausgegangen war, denn sonst hätte sich dieses Interesse wohl nicht auf die Akten Goland kontra Goland übertragen. Er fand es nun ganz merkwürdig, dass Frau Goland bei ihrem Auftauchen an Gerichtsstelle durch nichts diese früheren Beziehungen zu erkennen gegeben hatte, die nun hier in dieser Unterhaltung ein ganz anderes Gesicht bekamen. Obwohl es ihm als Richter nur angenehm hatte sein können, war er innerlich doch ein wenig ärgerlich darüber gewesen, weil die alten Gefühle für sie in ihm noch nicht erloschen waren.

„Ist das Ihrer Frau Schwester noch in der Erinnerung geblieben?“ sagte er dann. „Bei der grossen Zahl der Verehrer, die Fräulein Hoffmeister damals hatte, konnte ich in meiner Unscheinbarkeit unmöglich so sehr auffallen. Es war schon damals meine Stärke, mich immer im Hintergrund zu halten.“

„Sie wussten wohl auch weshalb, Herr Landgerichtsrat“, schmeichelte nun Frau Birkenheimer darauflos. „Grosse Männer lassen die Ereignisse an sich herantreten. Unscheinbarkeit? Ich bitte Sie? Wer Ihren Charakterkopf einmal gesehen hat, der vergisst ihn doch nicht. Der beste Beweis, dass Sie meiner Schwester in der Erinnerung geblieben sind.“

„Und danach ging sie hin und heiratete einen Herrn Goland“, warf Sonter etwas boshaft ein.

„Leider. Diesen Flachkopf, diesen Idioten, der nur ihr Geld durchbringen konnte.“

„Dazu scheint er aber Verstand genug gehabt zu haben“, unterbrach sie Sonter und sah unwillkürlich nach der gossen Standuhr in der Ecke, die mit brummenden Schlägen angezeigt hatte, dass mittlerweile eine halbe Stunde verronnen war.

Frau Julia hatte diesen Blick auf ihre Weise gedeutet, erhob sich elegant und schwenkte ihre knisternde Seidenrobe mit ein paar Schritten durch den Salon, weil sie absolut nicht lange auf einem Flecke stehen konnte. Sie tat das auch gerne, um ihre hübsche Figur mit der biegsamen Beweglichkeit in ein vorteilhaftes Licht zu rücken.

„Haben Sie vielen Dank für den liebenswürdigen Empfang, Herr Landgerichtsrat“, sagte sie dann und reichte ihm die Hand. „Ich gehe zwar ebenso klug von hier weg, wie ich gekommen bin, aber ich freue mich doch, Ihre persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben.“

„Diese Freude ist ganz auf meiner Seite, gnädige Frau“, diente ihr Sonter höflich. „Ich bedaure nur unendlich —“

Das gab Frau Julia wieder Mut. „Sagen Sie mal — Sie sind doch wirklich ein so scharmanter Herr —, können Sie mir nicht wenigstens Ihre Privatansicht als kleinen Trost mit auf den Weg geben? Eine kleine Freude möchte ich doch Cilly bereiten. Sie möchte so gern auf ein paar Wochen fort, schon des Jungen wegen. Darf ich übrigens um das Vergnügen bitten, Sie nächstens bei uns zu einer Bowle zu sehen? Es wäre reizend.“

Sonter verbeugte sich wie zum Dank, ohne jedoch darauf einzugehen. Ein Weilchen überlegte er, dann siegte sein Gefühl. „Wenn Sie meine Privatansicht wünschen, das ändert die Situation“, sagte er, die klugen, grauen Augen besonnen auf die nervöse Frau gerichtet. „In diesem Falle würde ich bitten, dass sich Frau Goland keine Sorge mache, möge sie ruhig die nächste Woche abwarten.“

„Das genügt mir, Herr Landgerichtsrat, tausend Dank. Auf Wiedersehen.“

Sonter öffnete ihr die Türe, die von hier aus direkt zum Korridor führte und begleitete sie bis zur Aussentür, durch die sie, mit einen nochmaligen: „Auf Wiedersehen“ ermunternd, das Rauschen der leichten Seide davontrug. Nur ihr starker Veilchenduft blieb zurück, der, aufgescheucht durch die Wellen des Luftzuges, nun auch den Korridor füllte.

Käthe hatte die Blumen ruhig weiter begossen; sie wollte sich schon der anderen Seite des Balkons nähern, als das Gespräch nebenan sie zu interessieren begann. Das Fenster stand weit offen, die Dame sprach laut und ungeniert, und auch Sonters Stimme liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die feinen, vorgezogenen Stores waren nicht dazu geschaffen, den Schall viel zu dämpfen, und so war es Käthe möglich, alles mit anzuhören, was sie um so lieber tat, als sie sich einbildete, als Frau ein gewisses Recht dazu zu haben, besonders da der Besuch sich beinahe wie eine gute Bekannte einführte und so aufdringlich liebenswürdig tat.

Einmal schlug Käthe das Gewissen, denn sie dachte an das Sprichwort: „Der Horcher an der Wand, hört seine eigne Schand!“ Denn es dünkte ihr beinahe wie eine Art Schande, dass Frau Birkenheimer sie für ein „Fräulein“ hielt, weil ihr dabei nur zu sehr zum Bewusstsein kam, wie sie als Sonters Frau gleichsam von ihm versteckt wurde, damit sein guter Ruf nur nicht unter dieser Ehe zu leiden habe.

Sie huschte von ihrem Lauscherposten hinweg und machte den Versuch, die Blumen weiter zu begiessen, aber das Giesskännchen zitterte in ihrer Hand. Es ging etwas in ihr vor, was sie bisher nicht empfunden hatte. Und diese sonderbare Empfindung verstärkte sich noch, als sie, unwiderstehlich zum Weiterhorchen angetrieben, nun noch hörte, dass ihr Mann das „Junggeselle“ ruhig einsteckte, ohne den Mut zu einer Richtigstellung zu finden.

Ihr Herz schlug heftig, und wenn sie nun Empörung empfand, so kam es daher, dass Sonter sie im Hause so offen zu einer Dame verleugnete, die aus jener Welt kam, in die sie niemals hineinkommen durfte, weil ihr Herr und Gebieter es so verlangte. Bisher hatte sie noch keine eifersüchtigen Regungen empfunden, was daher kam, weil ihr niemals Gelegenheit dazu geboten worden war. Nun aber passierte etwas anderes: Da war ein elegantes Weib erschienen, nannte sich Schwester der Frau Goland, erweckte in Sonter alte Erinnerungen an diese und lockte ihn schliesslich in ihre Wohnung.

Ei, dachte Käthe, da nimmt man dir ja eine schöne Binde von den Augen. Sie glaubte nun die Erklärung dafür zu haben, weshalb ihr Ehemann diese in Scheidung liegende Ehefrau verteidigt und sie so sehr als Dame herausgestrichen hatte, um den Unterschied zwischen ihr und seiner Frau festzustellen. Und das hatte sie am meisten gekränkt.

Was redet denn diese Person eigentlich noch so viel, er will doch fortgehen, dachte sie dann ganz aufgebracht, weil sie ihre Ohnmacht gegen diesen Zustand fühlte. Am liebsten hätte sie geklopft und hineingerufen: Herr Rat, Sie wollten doch Ihren Spaziergang machen!

Dann, als sie vernahm, dass Frau Birkenheimer nun endlich gehen wollte, ergriff sie hastig den leeren Wassereimer und huschte durch das Speisezimmer, hinaus über den Korridor.

Als sie dann mit einem vollen Eimer zurückkehrte, war Sonter gerade in sein Arbeitszimmer getreten.

Eine frische Zigarre zwischen den Lippen, trat er sacht auf den Balkon, wo sich Käthe gerade die Augen aussah, um noch etwas von der eleganten Dame zu erhaschen.

„Käthe, denken Sie nur, was alles vorkommt“, begann er, nun erfreut, eine geduldige Zuhörerin beim Ausschütten seiner kleinen Schmerzen zu haben.

Diesmal drohte nebenan nicht die fette Nachbarin, und so brauchte er wenigstens nicht auf seine Worte Rücksicht zu nehmen.

„Herr Rat sind ja so lange aufgehalten worden“, sagte sie mit dem Ausdrucke der Besorgnis, obwohl ihre Brust stürmisch ging. Ohne ihn anzusehen, begoss sie nun auf dieser Seite die Blumen, vorsichtig Topf für Topf.

„Es ging nicht anders. Denken Sie nur, kommt da eine Dame und will Auskunft von mir haben über einen schwebenden Prozess.“

„Ach was! Hätte ich das gewusst, so hätte ich sie gleich abgefertigt. Die Tür vor der Nase hätt’ ich ihr zugeschlagen.“

„Sie sind ja heute sehr zärtlich in Ihren Bemerkungen. Die Dame verlangte doch mich zu sprechen!“

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