Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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Bisher hatte Sonter eine ältere Köchin gehabt, die ihm zugleich die Wirtschaft führte. Als er nun hörte, dass das neue Mädchen gut bürgerlich kochen könne, wozu sie ihre frühere Dienstherrin während eines Jahres allmählich angelernt habe, musste er sich erst recht gestehen, einen guten Griff getan zu haben; denn gewöhnt an häusliches Behagen, hatte ihm die Frage, wie sich nun alles zur Zufriedenheit seines Magens gestalten würde, bereits erhebliche Sorge gemacht. Besonders war er gegen jedes Mittagsmahl im Restaurant, schon weil es sich mit seinen Dienststunden so wenig vertrug und er nicht aus einer Aufregung in die andere kommen wollte. Deshalb konnte er doch ausschwärmen, wie und wann er Lust hatte, was so eine Folge seines ganzen Berufes war, den er zwischen öffentlichem Amt und häuslicher Arbeit teilen musste.

Sonter war in Wirtschaftsdingen etwas genau, was er von seiner Mutter hatte. Er rechnete gern mit Pfennigen, zum Ärger der guten, alten Köchin. Käthe Schlegel dagegen hatte Verständnis dafür, und so konnte es nicht ausbleiben, dass er bald der lieben Mama, die auch in ihren Briefen auf das Wohl ihres Sohnes bedacht war, schreiben konnte, er habe jetzt ein „Mädchen für alles“ gefunden, das geradezu als das Ideal eines bequemen Junggesellen gelten könne.

Denn schliesslich brachten es die Gewohnheit und die Leutseligkeit seines Wesens mit sich, dass er Käthe als eine Art Hausvertraute betrachtete, zu der er sich über allerlei kleine Familienzwiste und Berufssorgen offen aussprechen konnte.

Diese Art des kameradschaftlichen Verkehrs wurde erst bedenklich, als der etwas weiberscheue Sonter die Entdeckung machte, dass ein hübsches und sauberes Dienstmädchen auch ihre gefährlichen Reize haben könne, besonders in einer Stunde, wo die aufgepeitschte Phantasie eines Mannes mit seiner gesunden Vernunft durchzugehen die unleugbare Absicht habe.

Das war an einem sehr denkwürdigen Sonntagabend im Sommer gewesen, als der Landgerichtsrat von einem Herrendiner kam, bei dem der Sekt ihm das nötige Feuer durch die Adern getrieben hatte.

Diesem Sektteufel war es wohl zu verdanken, dass er sich mit Käthe, die ihm in ihrer duftigen Batistbluse heute ganz besonders verführerisch erschien, in ein Scherzgeplänkel einliess, das dann eine ganz verfängliche Richtung nahm.

Er sah nicht sein Dienstmädchen in ihr, sondern nur das Weib, und sie vergass ganz den Brotherrn und Landgerichtsrat und hörte immer nur den verliebten Mann sprechen, der ihre Sinne aufstachelte und ihr eine ganz neue Welt offenbarte.

Halb zog er sie, halb sank sie hin ...

Auf diese Art war es um ihn geschehen.

Folgender Dialog schwebte ihm noch wie ein stets sichtbares Menetekel vor Augen, das am anderen Tage mit elementarer Gewalt in seinen moralischen Katzenjammer hineinplatzte.

„Herr Landgerichtsrat haben mir die Ehe versprochen und mir Ihr Ehrenwort gegeben, mich zu heiraten.“

„Ich? Aber Käthe, Sie träumen wohl?“

„Aber der Herr Landgerichtsrat müssen das doch ebensogut wissen, wie ich.“

„Das kann ich wirklich nicht mehr wissen, Käthe. Sie müssen doch gleich gemerkt haben, dass ich mich in bedenklicher Sektstimmung befand.“

„Gewiss. Herr Landgerichtsrat hatten einen kleinen Schwips weg, sprachen aber doch ganz vernünftig. Sie haben mich ja förmliche beäthert mit Liebenswürdigkeiten.“

„Deshalb brauche ich Ihnen doch nicht gleich die Ehe versprochen zu haben. Für so unvernünftig müssen Sie mich nicht halten. Du lieber Himmel, ich habe eben eine kolossale Dummheit gemacht, das gebe ich zu. Sie aber auch.“

„Ich? Aber Herr Landgerichtsrat! Sie haben ja beinahe auf den Knien vor mir gelegen, so dass ich mich kaum zu retten wusste. Ich wollte ausreissen und war schon an der Tür, da haben Sie so viel gebeten ... Und dann haben Sie den Riegel vorgeschoben und mich gleich umarmt und geküsst, dass ich wehrlos war. Herr Landgerichtsrat wissen, dass ich noch nie gelogen habe ... Mein Gott, wenn das nun meine Mutter erfährt. Dann gehe ich einfach ins Wasser.“

Diese Worte schwammen in einem Tränenbach, der die Empfindung zu echt lockerte, als dass sie der Landgerichtsrat als bloss gemacht betrachten durfte. Hier offenbarte sich die Natur eines einfältigen Menschenkindes, die ausser der herkömmlichen Reihe an einen Ehrenmann herantrat und sein Gewissen ganz überwältigend aufschreckte.

„Gut, Käthe, — beruhigen Sie sich nur, ich werde darüber nachdenken.“

Mit diesem schon halben Eingestehen seiner Schuld ging er in seine Studierstube und dachte gründlich über den „Fall Käthe“ nach, bis ihm allmählich die Überzeugung kam, dass dieser Fall Käthe eigentlich ein „Fall Sonter“ war. Diese Überzeugung kam ihm wenigstens als Richter, nicht als Mensch. Denn nach menschlichen Begriffen hatte Käthe ebensoviel schuld wie er, wenn von einer Schuld bei einem Liebesrausche überhaupt die Rede sein konnte. Denn kein Mensch musste müssen, am allerwenigsten im Spiel der Leidenschaften.

Jedoch lag dieser Fall wesentlich anders, weil hier ein unbescholtenes und unerfahrenes Mädchen unter dem passiven Zwang ihrer Dienstbotenabhängigkeit gestanden und gesündigt hatte, er somit von dem Vorwurfe der Ausnutzung der Vertrauensseligkeit nicht freizusprechen war.

Der Richter geriet mit dem Menschen in Konflikt, obwohl schliesslich der Richter mit der Ansicht kam, sein leidenschaftliches Vergessensein sei auf Grund des Paragraphen 51 des Strafgesetzbuches zu entschuldigen, der bekanntlich gewisse in einem Zustande von Bewusstlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit begangene Handlungen, durch welche eine freie Willensbestimmung ausgeschlossen ist, für straffrei erklärt.

Landgerichtsrat Sonter fand aber diese Selbstbeschönigung so blamabel, dass er die Gedankenberufung auf den berühmten Paragraphen sofort ausschaltete und nur den menschlichen Standpunkt walten liess.

Was war geschehen? Ein Herr hatte den Weg zu seiner hübschen Dienerin gefunden und, statt Dank zu ernten, zum mindesten Verständnis, war er mit einer vernichtenden Anklage überschüttet worden, die sogar das fürchterliche Gespenst einer notgedrungenen Eheschliessung an die Wand malte. Zehn andere hätten vielleicht darüber gelacht und sich mit dem Humor der Situation abgefunden, — Leopold Sonter dagegen verspürte die Tragik des Vorfalls, wenn er auch, in Selbstironie übergehend, die Bezeichnung „Tragikomödie“ als die allein richtige erachtete.

Drei Tage nahm sich Sonter Zeit, über die etwaigen Folgen dieser ad hoc - Eheschliessung, wie er sie nannte, gründlich nachzudenken, bis er zu der Einsicht kam, dass sie immerhin das kleinere Übel sein würde gegenüber den ihm drohenden Nachteilen, wenn dunkle Mächte ihn nicht nur um sein ganzes Ansehen als Mensch, sondern auch als preussischer Richter, brächten.

In seiner bedauerlichen Gemütsverfassung sah er bereits eine gefundene Mädchenleiche, einen öffentlichen Skandal und schliesslich sein Scheiden aus dem Staatsdienst, was gleichbedeutend auch mit seiner Lebensvernichtung gewesen wäre, denn er war Richter mit Leib und Seele.

Noch einmal schreckte er vor allem zurück, als sich die kalte Vernunft höhnisch an ihn herandrängte und ihm sein durchgeistigtes Napoleongesicht als lächerlich wirkende Fratze zeigte.

Als er aber die sonst lebenslustige Käthe still und weltfremd umherschleichen sah, wie sie ihm absichtlich aus dem Wege ging und jedesmal rot unter seinem forschenden Blicke wurde; sie dann eines Abends in ihrem Kämmerlein verloren weinen hörte, als sänge sie schon auf diese Art ihr Abschiedslied von der Welt, fand er nicht den Mut zu einer Beruhigung durch irdische Güter. Er schämte sich auch ein wenig, auf diese Art seine Ehre zu Markte zu tragen und zu dem Geständnis seiner Schuld auch noch die Verachtung mit in den Kauf zu nehmen.

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