Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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„Na, wenn du es schon nicht lassen kannst ... Vielleicht ist es auch besser so. Dja. Dann bleibe doch einfach bei Herr Rat. Meinetwegen sage nur Herr Sonter. Mich geniert’s nicht, wenn wir allein sind.“

„Ich will es mir merken, Herr Rat.“

„Das freut mich, Käthe. Denn siehst du, — ich will gar kein Hehl daraus machen, — manchmal habe ich so die Empfindung, als wenn sich hinter deiner ewigen Dienerei so etwas wie Mucken versteckt. In solchem Falle weiss ich eben nicht, was ich mit dir anfangen soll.“

Käthe, die, nur auf der Kante des Stuhles sitzend, die Hände in den Schoss gelegt hatte, schüttelte mit dem Kopf und lächelte.

„Dabei denke ich mir nun gar nichts, Herr Landgerichts — — Herr Sonter. Das ist mir nur alles so geläufig geblieben.“

„Ich will es dir glauben. Aber du wirst mir auch glauben, dass ich das auf die Dauer furchtbar langweilig finde. Nun, wie du willst. Deswegen keine Feindschaft zwischen uns. Und nun zur Hauptsache.“

Als Käthe ihn so sprechen hörte und daraus nur die Vorwürfe entnahm, war sie der Meinung, dass sie als seine Frau auch gewisse Ansprüche auf Pflichten erheben dürfe. Auf Rechte hatte sie, ihrer Dienerinnatur folgend, ganz von selbst verzichtet.

„Herr Rat haben mir ja von Anfang an verwehrt, so zu sein, wie es eigentlich zwischen Eheleuten — Ich kann mich im Augenblick nicht so ausdrücken.“

Sonter lachte zu ihrer Verlegenheit.

„Das ist nun wieder ganz schief von dir aufgefasst, Käthe. Du ganz allein hast mir den Weg dazu erschwert, indem du bei deinen alten Gewohnheiten geblieben bist. Der beste Beweis dafür, dass du mich soeben erst wieder indirekt angeredet hast.“

„Ich kann’s mal nicht anders.“

Käthe biss sich auf die Lippe, blickte zu Boden und sass da wie eine Sünderin, die sich selber zürnt.

Sonter betrachtete sie so ein paar Augenblicke, ohne jedoch ihre inneren Empfindungen dabei ergründen zu wollen.

„Denk’ nur, Käthe, wen wir am Sonnabend als Logiergast bekommen“, sagte er plötzlich. „Meine hochverehrte Mama. Und deshalb wollte ich eigentlich mit dir reden.“

„Herrje!“ Käthe fuhr in die Höhe, und sofort war jede Spur von Geknicktheit von ihr gewichen. „So ganz plötzlich kommt die gnädige Frau?“

Sonter nickte heiter. „Und ganz ungerufen dazu. Nun müssen wir einmal beraten, wie wir das machen. Es wird ja nur ein paar Tage sein. Ich denke, ich räume ihr mein Zimmer ein und schlafe einstweilen hier vorn auf dem Sofa, das ist ja zum Ausziehen.“

Er hatte schon die Worte auf den Lippen: Du bist natürlich das „Fräulein“, als er sich noch rechtzeitig besann. Er schämte sich seiner Feigheit, hielt es auch für würdelos, sich von dieser Seite zu zeigen, und so wollte er erst lieber abwarten, was Käthe dazu sagen würde.

Ihr Gesicht hellte sich auf, denn sofort hörte sie heraus, dass Frau Sonter von der heimlichen Ehe noch nichts wisse, also nicht etwa nur erscheine, um den Skandal darüber ins Haus zu tragen. Sie durfte auch nichts erfahren, das stand bei Käthe sofort fest, und so war sie auch schon mit ihrem Plane fertig.

„Nein, das geht nicht, Herr Rat, das dulde ich auf keinen Fall. Das wäre ja noch schöner. Ich könnte ja doch nicht ruhig schlafen. Gnädige Frau bekommt mein Zimmer, und ich schlafe in der Mädchenkammer. Das ist doch sehr einfach, nich? Ich werde gleich morgen alles in Ordnung bringen. Frau Klenke kann heute schon das Gerümpel aus der Kammer schaffen. So wird uns allen geholfen, nich?“

Als sie sich nun eilig erhob, als müsste sie sofort an die Arbeit gehen, sprühte sie beinahe vor Freude, denn sie merkte Sonter wohl an, dass er dagegen nichts einzuwenden habe.

In der Tat erfreute ihn dieser Einfall, wenn er ihm auch wie eine kleine Komödie erschien, wie das Leben sie als Notbehelf tagtäglich schafft. So überhörte er denn Käthes weiteren Vorschlag, dass sie ebenso gern auch auf ein paar Tage das Haus verlassen würde, wenn der Herr Rat vielleicht sonstige Unannehmlichkeiten befürchte. Er überhörte es mit Absicht, weil die Komödie zu rasch in eine Tragikomödie überzugehen drohte, in welchem Falle er sich wiederum scheute, die richtigen Worte dafür zu finden; und überdies: er konnte doch am allerwenigsten ohne Bedienung sein, wenn die Frau Hotelbesitzerin Gast bei ihm war.

„Gut, gut, Käthe, wir reden noch darüber“, schnitt er alle weiteren Erörterungen ab, schon zufrieden, das nötige Verständnis bei ihr gefunden zu haben. Und als müsste er ihr gleichsam im Augenblick eine Belohnung zuteil werden lassen, zog er sie plötzlich an sich, beugte ihren Kopf nach hinten über und küsste sie auf die roten, schwellenden Lippen, die ihn gar zu verführerisch dazu eingeladen hatten. Es war so plötzlich über ihn gekommen, dass er sich gleich darauf selbst darüber wunderte, wie er sich zu dieser Zärtlichkeit wieder hinreissen lassen konnte, nachdem er sich fest vorgenommen hatte, diese Zwangsehe nur als ein Nebeneinanderleben zweier verirrter Menschen zu betrachten.

„Es war wieder recht dumm von mir, Käthe, mich so zu vergessen“, sagte er sofort, wie zur Entschuldigung, als er das fast leidenschaftslose Verhalten der Überrumpelten bemerkte.

„Wieso, Herr Rat?“ fragte Käthe, die, ganz rot geworden, heftig atmend vor ihm stand. „Wir sind doch Mann und Frau.“

„Eben deshalb“, erwiderte Sonter verdriesslich. „Wenn ich dich jetzt ärgern wollte und du wärst eben eine andere, als du bist, dja, so müsste ich einfach sagen: keine Spur von Leidenschaft, kein Verständnis für meine gute Laune ... Geh’ nur.“

Sonter raste durch das Zimmer, so in der Art eines Mannes, der sich unmöglich ganz äussern darf, um in seinen Empfindungen richtig begriffen zu werden.

„Ich bin gewiss nicht schuld daran. Herr Rat haben doch selbst gewünscht, dass ich mich in keiner Weise nähern soll. Wenn ich nur wüsste, was daraus noch werden soll.“

Ohne weiteres machte sie kehrt und ging hinweg, aber doch mit stolzer Haltung, was er, als er sie mit seinen Blicken durch die offene Tür verfolgte, deutlich bemerken konnte. Er sah, wie sie den Kopf in den Nacken warf und hörte dann noch, wie sie die Tür des Speisezimmers, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, ziemlich laut schloss.

In Sonter überwogen nun die Selbstvorwürfe den offenen Ärger, denn er sah ein, dass er diese Szene, die eigentlich nur zu seiner eigenen Pein diente, unüberlegt heraufbeschworen hatte, und das gerade zu einer Zeit, wo er des grössten seelischen Gleichgewichtes bedurfte. Und es lag nur zu nahe, dass er sich in seiner aufgeregten Gedankenwelt alles zurückrief, was ihm zur Erklärung seiner ehelichen Verbindung mit Käthe Schlegel hätte dienen können.

Da war zuerst der Umstand, dass Käthe, als sie vor etwa zwei Jahren, noch in der alten Wohnung, zu ihm zog, sofort den Eindruck auf ihn machte, kein Dienstmädchen gewöhnlicher Art zu sein, dem man erst sozusagen das Benehmen eintrichtern müsse, damit es sich den Gewohnheiten und den Umgangsformen der jeweiligen Herrschaft hübsch anpasse. Sie hatte erst einen Dienst bei einem Fabrikdirektor gehabt, von dem sie ein ganz vortreffliches Zeugnis mitbrachte. Ihr Vater war Landmesser in der Niederlausitz gewesen, der seine liebe Not gehabt hatte, für die grosse Familie anständig zu sorgen. Weil zwei ihrer Schwestern verheiratet waren, litt es Käthe nicht mehr zu Hause, da eine Freundin ihr schrieb, sie möchte nur nach Berlin kommen, wo tüchtige Mädchen ihr gutes Fortkommen fänden. Es war auch Zeit, dass sie sich ihren Unterhalt selbst verdiente, wie es die Schwestern vor ihrer Verheiratung schon getan hatten.

Sonter sah ein frisches, aufgewecktes Mädchen vor sich, das kluge Antworten zu geben verstand, sich willig und bescheiden zeigte, das noch keinen Bräutigam hatte und die Sonntage nicht dazu benutzte, in die Tanzlokale zu gehen und sich dem ersten besten Mann an den Hals zu werfen. Irgendwo in einer Vorstadt Berlins sass eine Tante von ihr, der allein ihre Besuche an freien Tagen galten. Pünktlich um elf Uhr war sie zu Hause, so wie er es angeordnet hatte, und kam sie durch eigenes Verschulden später, so sprach sie am anderen Tage freiwillig ihre Entschuldigung aus.

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