Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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Denn so sah dieses Mädchen aus: dass es aufspringen und ihm den Rücken zukehren könnte, um dann ihre sittliche Grösse vor ihm in der Tiefe eines Wassers zu begraben. Und dann hätte er niemals mehr mit reinem Gewissen Recht sprechen können, — das fühlte er so mit der ganzen elementaren Wucht eines unbestechlichen Mannes.

So kam denn der Gang nach dem Standesamt, ein etwas heimlicher Gang mit zwei bezahlten fremden Zeugen, „Urkundenstatisten“, wie sie der Landgerichtsrat grimmig für sein Gedächtnisbuch getauft hatte. Lange hatte er geschwankt, ob er nicht wenigstens seinen Schwager, den Fabrikanten Netzbein, einen sonst besonnenen Mann, ins Vertrauen ziehen solle, aber der hatte den Fehler, alles seiner Frau zu erzählen, und wenn die liebe Schwester erst über ihre neue Schwägerin das Nähere erfuhr, dann fiel sie sicher in Ohnmacht, erholte sich aber schnell und teilte die Geschichte sofort halb Europa mit.

Es gab da auch einen Kollegen am Landgericht, der in ähnlicher Weise hängen geblieben war, also Verständnis für den Schicksalsgenossen hätte haben müssen; aber auch ihn umging Sonter, denn es erschien ihm als in der menschlichen Natur begründet, dass, wer einmal unbesonnen in eine Grube gefallen war, sich gerne freute, wenn einem anderen dasselbe passierte.

Wenn Landgerichtsrat Sonter an diesen Gang zum Standesamte dachte und sich dabei den trüben, regnerischen Tag vorstellte, die beiden, übrigens sonntäglich gekleideten „Individuen“ noch vor Augen hatte, die mit derselben Gleichgültigkeit sein Glück besiegeln halfen, wie sie es, ein Gewerbe aus dieser Not machend, schon bei einem Dutzend anderer Pärchen getan hatten (fast jedes Standesamt in Gross-Berlin hat mit derartigen Aushilfezeugen aufzuwarten), dann verfolgte ihn noch immer die Vorstellung, den Weg zum Richtplatz angetreten zu haben.

Leider war er am Leben geblieben, weil man ihn durch Handschlag und mit Glückwunsch zum friedlichen Aushalten auf diesem seltsamen Planeten, und zwar an der Seite einer frischen, unternehmend aussehenden Lebensgefährtin, begnadigt hatte, und das drückte ihn als die Moral davon.

Im übrigen hatte er noch in der Erinnerung, dass sich alles sehr kurz und sehr geschäftsmässig abgespielt hatte, ohne jede besondere Aufregung der anderen mitwirkenden Geister, woraus er schloss, dass der Herr Standesbeamte gegen derartige aussergewöhnliche Eheschliessungen bereits ganz abgestumpft gewesen sein musste.

Noch merkwürdiger aber fand es Landgerichtsrat Sonter, dass man bis heute so wenig Notiz von seiner Heirat genommen, dass sein Leben sich während dieses ganzen Jahres gleichmässig wie immer abgespielt hatte; dass trotz alledem keine Berufsstörung bei ihm eingetreten war, noch weniger sein scharfes Denken nachgelassen hatte. Und er hatte doch geglaubt, mindestens den Verstand verlieren zu müssen, hatte befürchtet, über Nacht zum Mittelpunkte gesellschaftlicher Verlästerung zu werden und einen Familienboykott zu erleben, was gleich einer privaten Verrufserklärung gewesen wäre. Es meldete sich aber niemand, am wenigsten von seinen Kollegen, der ihn auf den Isolierschemel hinwies, — im Gegenteil trat durchaus keine Veränderung in seinem Verkehr ein, denn wenn die üblichen Einladungskarten ins Haus kamen, so lauteten sie nach wie vor nur auf Herrn Landgerichtsrat Sonter allein, ganz ohne den Zusatz „und Frau Gemahlin“.

Zuerst hatte Sonter seine Verwunderung darüber nicht unterdrücken können und dahinter so etwas wie zarte Rücksichtnahme auf seine menschliche Verirrung erblickt, die man dem ausgezeichneten Richter nicht übelnehmen wolle; allmählich aber kam er zu der Einsicht, dass man, weil er niemand von seiner „Vermählung“ Kenntnis gegeben hatte, auch keine Notiz von der Existenz seiner „Gemahlin“ zu nehmen brauche, falls man überhaupt von seiner Ehe etwas wisse.

Als Landgerichtsrat Sonter zu dieser Überzeugung gekommen war, schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und nannte sich einen Narren, lobte aber zugleich die wundersamen gesellschaftlichen und sozialen Einrichtungen einer Grossstadt, die es ermöglichten, dass sich kein Mensch um das Privatleben des anderen bekümmerte, sobald es nicht an die grosse Glocke gehangen wurde.

So gab er sich selbst den schönen Titel „verheirateter Junggeselle“, während die, die es am meisten hätte angehen sollen, ihn nach wie vor für total ledig hielten.

Und das war nicht zuletzt der Bescheidenheit und Verschwiegenheit seiner „Geheimfrau“ zu verdanken, wofür er ihr im stillen auch nicht die Anerkennung versagte, weil gerade dadurch das Zusammenleben einigermassen erträglich wurde.

III.

Am anderen Tage, nachmittags zwischen fünf und sechs Uhr, als Sonter gerade ein neues Aktenbündel vorgenommen hatte, liess sich eine Dame bei ihm melden, was etwas ganz Ungewohntes war. Käthe überbrachte die Visitenkarte, so in einer Art, als wüsste sie selbst nicht, was sie dazu sagen solle. Natürlich hatte sie rasch die Aufschrift gelesen, nachdem die Besucherin von ihr in den Salon geführt war.

„Frau Doktor Julia Birkenheimer? Kenne ich nicht“, sagte Sonter etwas kurz, ohne sich vom Sitz zu rühren. Er war ärgerlich über diese Störung, denn er hatte bereits Toilette zum Ausgehen gemacht, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, denn seit neun Uhr morgens hatte er sich fast ununterbrochen mit den Auslassungen des streitsüchtigen Publikums beschäftigt.

„Eine sehr elegante Dame“, warf Käthe ein.

„Was wünscht sie denn?“

Käthe zuckte mit den Achseln. „Danach habe ich natürlich nicht gefragt, — das steht mir ja auch nicht zu. Wenn aber der Herr Landgerichtsrat wollen ...“

„Der Herr Landgerichtsrat wollen weiter nichts als ungestört sein“, äffte er sie an.

„Gut, dann werde ich es ihr sagen.“

„Käthe, du bist wohl verrückt?“

„Ja, das war ich mal“, sagte sie, nun auch ziemlich erregt, weil sie nicht wusste, wie sie sich in dieser Angelegenheit verhalten sollte.

Indem sie schon gehen wollte, erhob sich Sonter, um sich selbst zu der Dame zu bemühen, weil er sein Verhalten nun für unschicklich hielt. Ohne auf seine Frau noch Rücksicht zu nehmen, ging er, die Visitenkarte in der Hand, geradenwegs in den Salon. Käthe aber blieb mitten im Speisezimmer stehen und sah ihm nach, so im Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Schon seit gestern morgen empfand sie instinktiv, dass in ihm etwas Besonderes vorgehen müsse, was mit den Akten Goland kontra Goland zusammenhänge, denn gar zu sehr hatte er sich für diese Frau ins Zeug gelegt.

Draussen auf der Strasse lag die noch brennende Junisonne, und so ging Käthe auf den Balkon, um den durstigen Blumen etwas von dem Wasser zu geben, das die sorgsame Frau Klenke schon vorher hinausgestellt hatte. Käthe nahm das kleine, grün lackierte Giesskännchen, schöpfte damit aus dem Eimer und begann still die Blumen zu begiessen, wobei sie auf der Seite anfing, die dem Salon, dessen Fenster weit geöffnet waren, am nächsten lag.

Kaum war Sonter im Salon und hatte seine höfliche Verbeugung gemacht, als Frau Doktor Julia Birkenheimer, von dem grünseidenen Sessel aufhüpfend, ihm auch schon wie eine gute Bekannte entgegenrauschte und ihn, ohne seine Anrede erst abzuwarten, mit einem Schwall liebenswürdiger Worte zu benebeln begann, aus denen ihm vor allem die Entschuldigung im Ohre haften blieb, dass sie es wage, einen „vielbeschäftigten, in seinem Berufe so andauernd tätigen und“, wie man ihr gesagt habe, „schwer zugänglichen Herrn“, zu stören, — natürlich nur auf ein paar Minuten! Aber wenn der Herr Landgerichtsrat den Grund dazu erfahren haben werde, werde er diese unliebsame Störung gewiss verzeihlich finden. Ihr Mann habe ihr zwar gleich davon abgeraten, denn Richter seien keine juristischen Auskunftsbureaus, und besonders seien preussische Richter unnahbar in dieser Beziehung, namentlich wenn es sich um delikate Amtsdinge handle, aber was tue man nicht alles einer geliebten Schwester wegen, die zwischen Hangen und Bangen schwebe und eher den Tod vorziehen würde, als die Fesseln eines unwürdigen Ehejochs noch länger zu ertragen. Und eben deshalb ... und gerade deswegen — und so weiter.

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