Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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Frau Birkenheimer schien es eilig zu haben, das leuchtete ihm ein, und witterte sein gesunder Menschenverstand richtig, so steckte dahinter ihre Sehnsucht, das etwas aufdringliche Gespräch von neulich in der eigenen Häuslichkeit fortzusetzen.

Bevor Sonter Käthe davon unterrichten konnte, dass er am anderen Tage nachmittags in Gesellschaft sei und dass sie ihm daher alles Nötige zurechtlegen möge, wusste sie bereits von dem Ereignis. Er hatte die Briefkarte auf seinem Schreibtisch liegen lassen, und so war nichts einfacher, als dass sie ihre Neugierde daran befriedigte.

Lange stand sie davor, drehte das Büttenpapier von einer Seite zur anderen und begann immer wieder zu lesen. Solche Karten kamen ja genug ins Haus, die sie alle ziemlich gleichgültig gelassen hatten; diese hier aber brachte ihr Blut wieder in Wallung. Dahinter steckt doch etwas Besonderes, raunten ihr die Schläge des Herzens zu. Pass auf, sie wollen ihn dir wegfangen. Puck-puck, puck-puck ging das Herz immer stürmischer, und jeder Schlag lautete: Du — Schaf — du — Schaf.

Käthe lachte still vor sich hin. So leicht war das wirklich nicht, ihr den „Herrn“ wegzukapern, denn der sass fester, als sie alle glaubten! Dann erstarb plötzlich ihr Lachen, langsam, bis nur noch ein Zucken um die Lippen übrigblieb. Natürlich sollte er dort mit Frau Birkenheimers Schwester zusammentreffen, mit dieser Frau, über deren Aussehen sie sich schon allerlei Vorstellungen beim Lesen der Akten gemacht hatte, mit der sie sich aber die halben Nächte beschäftigen musste, bevor sie das brennende Gesicht in das einsame Kissen drückte, um endlich den Schlaf zu finden.

„Werden der Herr Rat den Smoking anziehen?“ fragte sie am Sonntag vormittag, als sich das Gespräch um diese Dinge drehte. „Und den hellen Paletot darf ich wohl auch herauslegen, es ist ganz kühl geworden.“

In der Nacht hatte es ein tüchtiges Gewitter gegeben; ein Dauerregen war gefolgt, so dass die Strassen in Nässe schwammen. Aber gerade dieses Wetter behagte Sonter, denn es erschien ihm mehr zu einer häuslichen Geselligkeit geeignet.

„Ich denke wohl, den Smoking, Käthe. Es ist zwar Sommer, aber ich bin zum erstenmal dort. Ausserdem habe ich keinen Besuch machen können, der Kürze der Zeit wegen nicht ... Was wirst du denn heute mit dem Sonntag machen, he?“

„Ich finde schon etwas, Herr Rat, um mit der Zeit auszukommen. Es muss doch auch jemand zu Hause bleiben.“

„Möchtest du nicht heute einmal ins Schillertheater gehen?“

Schon wiederholt hatte er sie auf diese Art auf andere Gedanken gebracht, weil es ihm manchmal leid tat, sie hier allein sitzen zu sehen.

„Ich danke, Herr Rat. Heute möchte ich lieber zu Hause bleiben. Ich habe Briefe zu schreiben.“

„Wie du willst, Käthe ... Bist du nicht eigentlich froh, dass meine Mutter heute noch nicht gekommen ist? Mir fiel so ein kleiner Stein vom Herzen.“

„Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, Herr Rat.“

Sonter stiess einen Seufzer aus. „Leider nicht. Vielleicht telegraphiert die gute Alte nochmals ab.“

Käthe, die den Smoking nach vorn gebracht hatte, um, weil es hier heller war, seine Tadellosigkeit zu prüfen, lachte kurz auf. „Das tut ja die gnädige Frau doch nicht. Die will gewiss sehen, wie es ihrem Herrn Sohne geht und dabei einmal gründlich Umschau halten.“

„Eben deswegen. Na, deshalb wollen wir uns die Laune heute nicht verderben.“

„Vielleicht ändert sich bis dahin noch manches, Herr Rat.“

„Du hast jetzt öfter solche Gedanken, Käthe“, sagte er und blickte sie prüfend an.

„Man kommt darauf, Herr Rat. Ewig können wir doch wohl nicht zusammenbleiben.“

Darauf schwieg der Landgerichtsrat, denn er wollte ihr diese Meinung nicht nehmen.

Als es nach dem eintönigen Mittagessen glücklich fünf Uhr geworden war und Sonter, in seinem Arbeitszimmer sitzend, beim Kaffee eine Zigarre rauchte und noch einmal die Zeitung überflog, bevor er sich in den Smoking werfen wollte, klingelte es an der Entreetür, so dass er einen leichten Schreck bekam bei dem Gedanken, es könnte ihn um diese Zeit ein unwillkommener Besuch stören. Er ging auf leisen Sohlen in den Korridor und blickte vorsichtig durch das Guckloch; dann, als er einen jungen, unbekannten, etwas „fremd“ aussehenden Mann beobachtete, öffnete er, entschlossen zur kurzen Abfertigung.

Es war Hermann Usen, ein Nachbarssohn aus Käthes Heimat, der vergangenen Herbst schon von den Soldaten losgekommen war, dann wieder zu den Eltern ging, und nun hier auftauchte, um sich nach der alten Freundin zu erkundigen. Alles das brachte er kurz und höflich hervor, immer den Hut in der Hand, so in geschulter Weise, die die militärische Dressur nicht verleugnen kann. Zugleich bat er um Entschuldigung für die Störung hier vorne; er sei bereits hinten gewesen, habe aber vergeblich geklingelt.

Sonter, der selbst nicht Soldat gewesen war, liebte diese Leute mit dem offenen, respektvollen Wesen, die niemals vergassen, vor Herren mit Ansehen Haltung anzunehmen; und da er überdies einen modisch gekleideten Mann erblickte, der auch im Gesicht nach etwas aussah, so rief er auch schon ins Zimmer hinein: „Käthe! Kommen Sie doch einmal her, hier ist jemand, der Sie sprechen will.“

Diesmal hatte er wirklich ganz vergessen, dass er eine Frau besass, weil ihn diese Szene an ähnliche, bereits früher erlebte, erinnerte, besonders zur Zeit der alten Köchin, die immer einen ganz ausgebreiteten Verwandtenbesuch zu erwarten hatte.

Käthe befand sich auf dem Balkon, wo sie die Blumentöpfe ins Trockene stellte. Sonter musste ins Speisezimmer gehen, um ihr das alles noch einmal zu sagen. Dann bekümmerte er sich nicht weiter darum und nahm wieder vor seiner Zeitung Platz. Als er aber Käthes Ausruf draussen hörte: „Hermann, Sie? Na, das is mal ’ne Überraschung!“ erhob er sich wieder, öffnete die Tür von hier aus, als er vernahm, dass der Besuch schon eingetreten war, und sprach im Gönnertone hinaus: „Hören Sie mal, Käthe — ich habe nichts dagegen, wenn Sie Ihren Besuch bewirten ... Lassen Sie sich nachher noch einmal sehen.“

„Schön, Herr Rat. Danke für die Freundlichkeit.“

Auch sie dachte in diesem Augenblicke gar nicht daran, dass sie von Rechts wegen Frau Sonter hiess. Glücklich darüber, ein liebes Gesicht aus der Heimat zu sehen, nickte sie Hermann Usen zu, ihr zu folgen und ging ihm voran nach der Küche, was Usen auch ganz selbstverständlich fand, denn wo ein Dienstmädchen ihr Reich hatte, da war auch der Aufenthalt von seinesgleichen.

Als nach einem Weilchen Sonter im Smoking dastand, schon den Zylinderhut auf, klingelte er nach Käthe.

„Ich will nun gehen, Käthe“, begann er, den Abglanz bester Laune auf den Zügen, weil seine Gedanken nun schon zu Frau Birkenheimer vorausgeeilt waren. „Es freut mich, dass du heute nicht so ganz allein bist und wenigstens jemand zum Plaudern hast. Der junge Mann wird dir gewiss viel aus deiner Heimat zu erzählen haben, wie?“

„Eigentlich spricht er ja nicht viel, aber sonst hat er es in sich“, sagte Käthe heiter und half ihm den Paletot anziehen.

Das brachte Sonters zerstreute Gedanken mit einem Rucke wieder zusammen. „Wie meinst du das, Käthe? Wie soll ich das verstehen? Doch nicht etwa so, dass er sich gegen dich etwas herausnehmen könnte, wie? Danach sah er mir eigentlich nicht aus.“

Käthe lächelte seltsam.

„Stille Wasser sind tief, Herr Rat.“

Sonter fasste unter den Paletot und zog mit einem festen Griffe den Smoking herunter, weil sein etwas kurzer Hals immer einen Kampf mit den Kragen der Kleidungsstücke führte. Dabei kam ihm zum Bewusstsein, dass es doch immerhin ein eigentümlicher Zustand sei, wenn er einen ihm unbekannten jungen Mann mit seiner Frau allein in der Wohnung lasse. Und so sagte er, plötzlich rot geworden, nicht bloss durch die körperliche Anstrengung: „Möchtest du ihn nicht doch lieber abschieben? Vielleicht war ich etwas voreilig mit der Einladung.“

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