Max Kretzer - Der irrende Richter

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Landgerichtsrat Sonter liebt seine häusliche Idylle. Als ewiger Junggeselle kann er sich ohne Familie ganz seinem Amt als Richter widmen. Sein Engagement gilt sowohl dem juristischen Recht als auch der moralischen Gerechtigkeit, die für ihn selbst Lebensmaxime ist. Obwohl: So ganz frei ist er nicht von der Heuchelei der oberflächlichen Gesellschaft. Dass er verheiratet ist, weiß nämlich niemand. Für alle ist die patente, resolute und ziemlich intelligente Käthe nur die etwas brummige Wirtschafterin seines Haushaltes. Die Ehe, die als Konsequenz einer etwas beschwipsten Nacht geschlossen wurde, funktioniert prächtig. Man versteht sich fast ohne Worte, aber: Für Käthe bleibt es beim «Sie», beim «Landgerichtsrat» und bei der gleichen dienstwilligen Distanz wie vorher. Eines Tages bringt ein neuer Fall Unruhe ins Haus. Dabei scheint die Gerichtslage klar zu sein: Frau Goland wurde von ihrem Mann angegriffen und hat die Scheidung eingereicht. Doch die Affäre Goland stellt das Leben des scheinbar abgeklärten Richters komplett auf den Kopf.-

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„Herr Rat haben nichts zu befürchten, ich weiss schon, wie ich mich zu verhalten habe.“

Ärgerlich schwenkte sie durchs Zimmer, und aus der Art, wie sie einen Stuhl geraderückte, merkte er ihr an, dass sie sich gekränkt fühlte.

„So meinte ich das ja nicht“, lenkte er ein. „Aber sieh mal, — da er nicht weiss, dass wir verheiratet sind, so — du, mein Gott, ich brauche mich doch wirklich nicht erst näher darüber auszulassen.“

„Ich weiss schon. Herr Rat sehen in mir immer noch das Dienstmädchen.“

„Es wird mir eben schwer, Käthe, davon loszukommen. Du wirst doch nicht etwa denken, dass ich eifersüchtig bin, wie? Das wäre denn doch geradezu eine Beleidigung, die ich mir selbst zufügen würde. Meine Achtung vor dir bleibt immer dieselbe. Adieu, Käthe. Und mach mit deinem Besuch, was du für gut hältst.“

„Ich wünsche Herrn Rat viel Vergnügen.“

„Danke, Käthe.“

Zum Zeichen seines Wohlwollens gab er ihr die Hand und ging dann, nachdem er sich zuvor durch einen Blick in sein Arbeitszimmer überzeugt hatte, dass sämtliche Akten verschlossen waren.

Käthe begleitete ihn bis zur Korridortür, schloss sie ab, schob den Sicherheitsriegel vor und ging dann in das Speisezimmer zurück. Aber nicht wie sonst eilte sie auf den Balkon, um ihm nachzublicken; vielmehr blieb sie stehen, verschränkte die Hände über dem Leib und starrte zu Boden.

Noch niemals hatte sie so das Gefühl der Verlassenheit und Überflüssigkeit auf der Welt gehabt, wie jetzt; aber auch nie zuvor hatte sie Ähnliches in ihrem Herzen entdeckt: dass ihr nämlich trotz dieser ehelichen Missachtung und häuslichen Tyrannei Sonter viel mehr war, als es das ganze Verhältnis zwischen ihnen bedingte. Sie hatte sich schon in alles gefunden gehabt, wollte ihm Dienerin bleiben und weiter nichts, und nun litt sie unter einem ganz elenden Seelenzustande, den allein seine eben ihr bewiesene restlose Gleichgültigkeit geschaffen hatte.

Denn so deutlich war er noch nie gewesen, indem er ihr einfach wie zum Hohne zu verstehen gab, dass sie sich nicht etwa einbilden solle, sie könne ihn eifersüchtig machen. Und dass er ihr das gerade in einer Stunde gesagt hatte, da er einen neuen Lebensweg zu wandeln gedachte (dass es so sei, fühlte sie instinktiv), — das traf sie wie ein Backenstreich, der sie noch tiefer erniedrigte.

In diesem Zustande der Wehrlosigkeit kamen ihr wieder ein paar Tränen, die sie rasch wegwischte, weil sie sich entsann, dass in der Küche jemand sass, der auf ihre Rückkehr wartete.

Als sie wieder hinten auftauchte, waren Hermann Usens erste Worte: „Na, ist der Alte fort? So ein Junggeselle macht doch immer seine Sperenzen, ehe er geht.“

Sie hatte ihm Kaffee vorgesetzt, und so sass er am Küchentische, die langen Beine weit von sich gestreckt, kaute den Rest der geschmierten Schrippe und blickte sie dabei ganz vergnügt an, so mit einem Ausdruck, als wollte er die Bestätigung von ihr haben, dass sie nun, Gott sei Dank, allein seien und machen könnten, was sie wollten. Beim Militär hatte er verschiedene Liebschaften gehabt, und so bildete er sich etwas darauf ein, immer gleich den richtigen Ton den Mädels seines Umgangskreises gegenüber zu finden.

Käthe sagte vorerst nichts, weil sie überlegte, ob sie ihm nicht gleich eine Ohrfeige geben und ihn hinauswerfen solle. In der Stimmung dazu war sie, besonders wenn sie erwog, dass sie Frau Rat war. Dann aber siegte die Klugheit und so machte sie ihrem Groll in Worten Luft.

„So dürfen Sie vom Herrn Landgerichtsrat nicht reden, Hermann, das dulde ich nicht“, sagte sie und setzte ein paar Tassen hin, dass es klirrte. „Sie haben doch gleich gesehen, wie gut er es meint. Ein anderer hätte gesagt: Nehmen Sie hübsch wieder die Hintertreppe.“

Der frische Usen lachte auf. „Sie? Nanu, Käthe, seit wann denn Sie? Nanu wird’s Tag. Die würden ja brüllen vor Lachen zu Hause, wenn sie das hörten.“

Ihre Sauberkeit, ihr blühendes Wesen, das in der hellen Sonntagsbluse etwas ungemein Appetitliches hatte, waren ihm gleich beim ersten Anblick aufgefallen, und so hatte er sich zugerufen: Die oder keine andere in Berlin. Nun erst recht davon eingenommen, gereizt von diesem Widerstande, sprang er auf und versuchte, den Arm um ihre Taille zu legen. Da bekam er auch schon einen kleinen Stoss und sah im nächsten Augenblick eine Kelle in ihrer Hand.

„Damit kriegen Sie eins, wenn Sie sich nicht ruhig verhalten. Das lassen Sie sich gesagt sein, Hermann. Und wenn Sie wollen, können Sie gleich wieder gehen. Sie müssen nämlich wissen, dass ich hier etwas mehr bin, als Mädchen für alles.“

„Ach so, Sie sind was Feines geworden“, sagte nun Usen ganz verändert, aber doch so in einer Art, aus der sie die Spitze deutlich heraushörte. „Das wusste ich nicht, entschuldigen Sie nur. Unsereins kann so hoch nicht langen, uns fehlt das glatte Gesicht.“

Er griff nach Hut und Schirm, um kurzweg zu gehen, aber Käthe bat ihn, zu bleiben. Ihr gutes Herz siegte, und es tat ihr leid, weil ihr die ganze Jugendzeit, die sie mit diesem hübschen Burschen verlebt hatte, wieder vor Augen stand. Auch wollte sie nicht, dass er nun mit dem Gedanken wegginge, sie treibe etwas Schlechtes in diesem Hause, wodurch sie ihrer Familie und den Verwandten gegenüber in kein gutes Licht gerückt worden wäre.

„Was Sie denken, ist nicht“, beruhigte sie ihn. „Der Herr Landgerichtsrat ist ein hochanständiger Herr, das sollten Sie ihm doch gleich angesehen haben. Ich koche ihm und wirtschafte ihm, das ist alles. Übrigens, hören Sie mal, — von wegen ‚Alter‘, das lassen Sie nur. Der ist erst vierzig und ein hübscher Mann. Wenn der wollte, dann bekäme er an jedem Finger zehn, und darunter welche von achtzehn Jahren. Haben Sie ’ne Ahnung, wie es unter solchen Herrschaften zugeht.“

„Na ja, das glaub’ ich schon“, sagte Usen, nun leicht aufatmend, denn schnell war ihm das üble Misstrauen genommen. Er setzte sich wieder, hielt aber die Beine manierlicher, denn Käthes Aufmucken hatte ihm Respekt eingeflösst. Im Gegenteil befriedigte es ihn nun, sie als etwas Besseres wiedergesehen zu haben, was seinen Ehrgeiz sofort aufstachelte.

„Weshalb heiratet denn der Herr nicht, Fräulein Käthe“, fragte er, nun sofort den besseren Ton findend. „Das habe ich übrigens schon zu Hause gehört, dass Sie es hier sehr gut haben sollen.“

„Na, sehn Sie, daran liegt es eben“, fand Käthe die nötige Ausrede, ohne ihn jedoch anzublicken, weil sie sich dieser Verlogenheit dem offenen Menschen da gegenüber ein wenig schämte. „Ich habe es hier so gut, weil ich unentbehrlich bin. Dadurch hat es auch der Herr Rat so gut, deshalb heiratet er nicht.“ Bei sich aber dachte sie: Ich werde mich schön hüten, ihn blosszustellen, eher sterbe ich ja.

Hermann Usen wagte nun nach Art seines Schlages einen kecken Vorstoss, was seiner Ansicht nach Käthe nur schmeicheln konnte. „Da muss eben jemand kommen und Sie hier wegheiraten, damit die Geschichte ein Ende nimmt“, sagte er lachend und zeigte dabei seine zwei Reihen kerniger Zähne, was er übrigens gerne tat, weil er wusste, dass ein solches Lachen ihm gut stand.

„Wenn das nur so einfach wäre“, ging Käthe auf diesen Ton unwillkürlich ein. „Aber sehn Sie, Hermann, ich habe einen längeren Vertrag, und den muss ich doch halten. Aus diesem Vertrage kann mich nur der Herr Landgerichtsrat entlassen.“

„Na, das würde er doch sicher tun, wenn er guten Ersatz bekäme“, sagte Usen und rührte schon in der zweiten Tasse Kaffee.

Käthe seufzte unmerklich. „Ja, das würde er wohl gerne tun“, erwiderte sie dann, wobei sie aber etwas ganz anderes im Sinne hatte als ihr Gast.

„Na also. Das wissen Sie doch wohl, Fräulein Käthe, dass jeder Dienst sofort ein Ende hat, wenn ein Mädchen heiraten will.“

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