Geschichte erzählen. Strategien der Narrativierung von Vergangenheit im Mittelalter

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Die Beiträge dieses Bandes gehen auf eine internationale Tagung zurück, die 2017 in Manchester stattgefunden hat. Sie untersuchen die Darstellung von Geschichte in der mittelalterlichen deutschen Literatur auf der Basis von aktuellen erzähltheoretischen Forschungsansätzen. Dabei wird ein breites Spektrum an Texten, Gattungen und Diskursen in den Blick genommen; als Angelpunkt für zahlreiche relevante Fragestellungen erweist sich die im 12. Jahrhundert entstandene ›Kaiserchronik‹. Geleitet von der Erkenntnis, dass Vergangenheit erst im Erzählen zu Geschichte wird, analysieren die Beiträge einschlägige narrative Strategien.

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In geistlichen und weltlichen Erzählungen des Mittelalters wurden seitens der Literaturwissenschaft durchaus unterschiedliche Konzepte und Denkmodelle unter dem Begriff der Heilsgeschichte subsumiert, wie die Vorstellung von Zeitaltern der Weltgeschichte, typologische Verfahren der Bedeutungsgenerierung, allgemeiner Denkmuster von Prüfung und Erlösung und die Vorstellung einer generellen Entwicklung der Welt zum endgültigen Heil.2 Das Konzept Heilsgeschichte wird jedoch kaum diskutiert, sondern zumeist als Konsens vorausgesetzt, was insbesondere bei der Arbeit mit weltlichen Texttypen nicht immer unproblematisch ist.3

Das sich in der Vielzahl der Beiträge zeigende Interesse deutet jedoch insgesamt darauf hin, dass es lohnenswert sein könnte, die Frage, was heilsgeschichtliches Denken eigentlich ist und wie es in narrativen Zusammenhängen funktioniert, deutlich zu stellen und an einer methodischen Schärfung zu arbeiten. In diesem Sinne werde mich in Folgenden dem chronologischen Zentrum der christlichen Heilsgeschichte, der Lebenszeit Jesu, zuwenden und am Beispiel Johannes des Täufers der Frage nachgehen, wie sich ein heilsgeschichtliches Interesse in der mittelhochdeutschen Dichtung entfalten kann und wie es zu dem für Dichtung insgesamt typischen Interesse an Lebensgeschichten, am biographischen Erzählen von Figuren,4 in Beziehung tritt.5 Gleichermaßen ist zu fragen, wie die narrative Arbeit an Lebens- und Weltgeschichte in Bezug zu theologischen Interessen an der jeweiligen Figur in einer systematischen Perspektive treten. Aus der Beobachtung des Zusammenspiels von biographischen, historiographischen und theologischen Interessen an der Figur des Johannes und seiner Geschichte erhoffe ich mir Erkenntnisse über die Möglichkeiten heilsgeschichtlichen Erzählens in der deutschsprachigen Bibeldichtung des Mittelalters und vielleicht auch darüber hinaus.

I. Johannes der Täufer in den Evangelien

Die Evangelien berichten drei Abschnitte aus dem Leben des Täufers: Kindheit, Wirken und Tod.1 Nur Lukas erzählt, wie Zacharias und Elisabeth nach der Verkündigung des Engels Gabriel in hohem Alter doch noch einen Sohn bekommen. Noch im Mutterleib hüpft Johannes vor Freude, als die ebenfalls schwangere Maria seine Mutter besucht. Sein Vater Zacharias verliert durch sein Zweifeln am Gotteswort zunächst seine Stimme, wird nach der Geburt seines Sohnes jedoch zum Propheten. Als Mann lebt Johannes asketisch in der Wüste, predigt das Herannahen des Weltenendes und ruft zu Reue und Umkehr auf. Er tauft seine Anhänger, zu denen zumindest für eine Zeit auch Jesus gehört, im Jordan. Bei der Taufe Jesu offenbart sich die Göttlichkeit des Täuflings durch eine Erscheinung. Mit seinem Finger weist Johannes auf Jesus und nennt ihn das Lamm Gottes. Als Johannes die Ehe von König Herodes mit dessen Schwägerin Herodias kritisiert, lässt ihn das Königspaar ins Gefängnis werfen. Von dort aus sendet er seine Jünger zu Jesus, um sich dessen Identität als Messias zu versichern. Bei einem Hoffest des Herodes ringt die schöne Tochter der Herodias ihrem Stiefvater durch einen Tanz ein Blankoversprechen ab und fordert in Absprache mit ihrer Mutter den Kopf des Täufers. Johannes wird hingerichtet und von seinen Jüngern bestattet. Jesus lobt Johannes als den größten unter den von Frauen Geborenen.

Ohne hier auf die vielfältigen Unterschiede in den Darstellungen der vier Evangelien eingehen zu können,2 zeichnen sich mehrere Interessen an der Figur des Täufers ab. Zum einen wird Johannes in historischer Perspektive als Vorläufer Jesu gezeichnet, als Wegbereiter und als Brücke von der Zeit der Propheten hin zur Zeit der Erlösung durch Christus. Zum anderen zeigt sich ein Interesse an christlichen Glaubensinhalten, also ein dogmatisches, daran, dass die Bedeutung der Figur in ihrer Zeugenschaft für die Göttlichkeit Jesu und in der Stiftung des Taufsakraments begründet ist.3 Damit sind zwei Dimensionen heilsgeschichtlichen Denkens angesprochen, die mir auch für die Bearbeitungen des Mittelalters prägnant erscheinen: Heilsgeschichte kann zum einen verstanden werden als eine geschichtliche Entwicklung des Heils, die beschrieben werden kann und gerade in dieser Prozessualität von Interesse ist. Sie kann aber auch verstanden werden als historische Fundierung der überzeitlichen Heilsgewissheit, die in wiederkehrenden Prozessen des Kirchenjahres oder in den Sakramenten im Leben des einzelnen Gläubigen aufgerufen wird.4

Diese beiden heilsgeschichtlichen Perspektiven sind für die einzelnen Evangelisten unterschiedlich wichtig. Mit dem Ausbau der Kindheitsgeschichte legt Lukas das Gewicht eher auf die historische Bedeutung des Täufers als Vorläufer Jesu, wohingegen das vierte Evangelium fast ganz auf eine solche Entfaltung in der Zeit verzichtet und die theologische Bedeutung als Christuszeuge deutlich in den Vordergrund stellt. Allen Evangelien ist jedoch die Tendenz gemeinsam, Johannes in seinen Funktionen für Jesus zu beleuchten und das Leben des Täufers in seinen Eigengesetzlichkeiten und Hintergründen zurücktreten zu lassen. Dennoch vermitteln sie, auch mit dem, was sie nicht erzählen, eine Geschichte des Täufers, die der christlichen Funktionalisierung durchaus Widerständiges entgegenstellt.

Denn auch in der Darstellung der Evangelien ist Johannes ein erfolgreicher Bußprediger vor und unabhängig von Jesus, das Volk hält ihn für den wiedergeborenen Elias und den verheißenen Messias. Sein asketisches Leben fernab jeder Zivilisation zieht zahlreiche Anhänger an. Jesus kommt noch als Unbekannter zu ihm und schließt sich – zumindest kurzzeitig – der Bewegung des Täufers an.5 König Herodes fühlt sich von ihm so sehr bedroht, dass er ihn einkerkern und schließlich töten lässt. Auch nach Johannes’ Tod bleiben ihm seine Jünger treu, bestatten seinen Leichnam und fechten ihre Differenzen mit den Anhängern Jesu aus.6 Zwischen den Zeilen erscheint Johannes als der schärfste Konkurrent Jesu in einer politisch und religiös höchst instabilen Zeit großer Unruhe und Umwälzungen.7 Religionsgeschichtlich zeigt sich diese Konkurrenz in der devianten Interpretation der Mandäer, die Johannes den Täufer als wichtigsten Propheten verehren und Jesus als falschen Propheten ablehnen.8

Die Darstellungen der Bibel bieten also vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten für eine narrative Auseinandersetzung mit Johannes dem Täufer, die von den Autoren späterer Jahrhunderte sehr unterschiedlich genutzt werden. Im Mit- und Gegeneinander von biographischem, historiographischem und theologischem Interesse entsteht im christlichen Mittelalter eine Vielzahl von Johanneserzählungen. Deren Schwerpunktsetzungen und Techniken ließen sich vom Evangelienbuch Otfrids und dem Heliand über die Werke Avas, den Baumgartenberger Johannes , den Johannes des Priesters Adelbrecht, die Legendare des 13. und 14. Jahrhunderts bis hin zu den Johannesdramen des 16. Jahrhunderts zeigen.9 Im Folgenden werde ich mich auf zwei Werke konzentrieren, die etwa zur gleichen Zeit verfasst wurden, aber beinahe paradigmatisch unterschiedlichen Wegen folgen, mit dem Leben des Täufers umzugehen. Das Passional und Der Saelden Hort sind beide um 1300 entstanden und erzählen umfangreich von Johannes dem Täufer.

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