Walther von Hollander - Der Granatapfelbaum

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Henri Wyndthausen, der vielgerühmte Schauspieler, schenkt seiner jungen Kollegin Christine Meßwarb zu Beginn ihrer Begegnung, aus der bald eine tiefe Liebe wird, einen Granatapfelbaum – Symbol der Liebe, der Vergänglichkeit und des Todes. Der Roman erzählt die Geschichte dieser Liebe, die unbedingt und vorbehaltlos ist, eine zeitlose Leidenschaft, ernst und heiter zugleich. Zugleich wird in diesem Buch der antike Mythos von Persephone, die im Winter in der Unterwelt weilt und nur im Sommer zu ihrem irdischen Gemahl aufsteigen darf, auf doppelter Ebene neu erzählt: Denn den Rahmen des Geschehens bildet eine Reisebühne, die mit dem antik-modernen Stück «Persephone» durch die Lande zieht. Ein zugleich heiteres und besinnliches Spätwerk eines großen deutschen Erzählers.-

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Sie richtete sich auf, sie öffnete die Augen. Hatte Magnus recht? Konnte man offenen Auges nur das Dunkele sehen? Sie lugte über den Rand der Mulde, über den blauen Teppech der Leberblümchen hinweg, durch die weißen Birkenstämmchen hinunter in die gläsern-blaue Ferne. Warum konnte das für ihren Mann, für Magnus, kein Trost sein, so ein Bild des lieblichen Friedens? Warum sahen seine dunklen Augen immer nur die dunkle Welt? Warum verbreitete er Schatten um sich, schwere, lastende Schatten, die alle Freuden aus dem Hause trieben? Warum konnte sie ihm nicht helfen? Liebte sie ihn nicht genug? Nein, sicher nicht. Oder konnte Liebe nichts gegen Melancholie ausrichten? Jetzt erst erkannte sie das, was sie schon lange gefühlt hatte, nämlich, daß ihre Seele verkümmert war, daß ihr Leben blumenlos, farblos geworden war, daß sie tatsächlich in der Unterwelt auf den sonnenlosen, bleichen Wiesen gelebt hatte und daß das nun vorbei war.

Sie hob den Kopf. Sie mußte hell auflachen. Sie sah unten, auf dem Sandweg, dreißig oder fünfzig Meter entfernt, eine flaschengrüne Samthose auftauchen, einen Pullover, kückengelb, der wie eine Fahne wehte. Sie sah Henri Wyndthausen im Trabe über den Weg laufen und dorfzu verschwinden. Sie zog sich eilig an. Sie mußte ihn sprechen, damit sie erfuhr, daß er nicht mit der Stimme ihres Mannes sprach, sondern mit seiner eigenen, metallischen, klingenden hellen Stimme.

5

Er war in die Stadt gefahren mit Gertrude Schwarz, der Psyche. Das erzählten ihr sogleich zwei der Totenrichter, dann eine der Horen. Das berichtete Olga Berliner, die Souffleuse, bei der Probe. Auch Ellen Heß teilte es ihr spöttisch lächelnd mit. »Ehrlich gesagt, ich versteh’ ihn nicht«, wisperte sie, »dies fade Nichts, dies herzlose Herzchen.« Bossard, der Pluto, meinte grinsend, daß Wyndthausen sich als Seelentröster oder besser als Psychenkäufer betätige, und Diedrichsen hielt einen ironischen Vortrag über die bayerische Katholizität, die nach der Beichte um so fröhlicher sündige. Christine ertrug das Geschwätz geduldig. Sie wußte, warum man es ihr erzählte. Aus Gutherzigkeit, aus Tücke, aus Klatschsucht. Niemand begriff, daß es sie wirklich und wahrhaftig gar nichts anging. Leider verlief die Probe unlustig. Mumbo Petersen hatte zu viel gegessen. »Ihr habt keinen Murks in den Knochen«, sächselte er ein paar Mal und wiederholte die Szene am Lethe-Fluß immer wieder. Ein bißchen tückisch brüllte er einmal: »Kind, du mußt vergessen, nun vergiß schon endlich.« Endlich klappte die Szene. Aber, na ja, sie klappte eben nur. »Geht nach Hause, Kinder«, sagte Petersen abschließend. »Es ist nichts los mit euch. Wir machen Beleuchtungsprobe.«

Christine ging mit Diedrichsen essen. »Es war gräßlich«, sagte sie. »Ich bin eine ganz schlechte Schauspielerin.« – »Sie haben Kummer«, bohrte Diedrichsen, »irgendwas quält Sie. Warum können Sie nicht vergessen?« – »Vergiß, wenn du kannst«, sagte Christine. »Das ist der großartige Titel eines ganz schlechten Romans. Aber ich habe nur ein bißchen viel in der Sonne gelegen.« Der Dichter sah sie mit seinen kurzsichtigen Augen prüfend an. »Ich habe das ganze Stück nur um das Vergessen herumkomponiert, sagte er. »Und dadurch habe ich’s gelernt. Ich kann vergessen. Jedenfalls wenn ich neben Ihnen sitze.« »Ja?« sagte Christine zerstreut und abwesend. »Das muß merkwürdig sein. Aber ich versteh’ es nicht.« Und plötzlich lächelte sie strahlend. Es war wunderbar, es war herrlich, daß Wyndthausen wieder da war, daß sie ihn bald sehen würde, daß sie morgen früh neben ihm auf der Szene stehen durfte und mit ihm die große Liebe des Triptolemos zu Persephone spielen mußte, das Wiedersehen und sein Wiederkommen, nein, ihre Liebe zu Triptolemos. »Worüber lächeln Sie?« fragte Diedrichsen erstaunt. »Was finden Sie denn so herrlich?« Sie legte freundlich ihre Hand auf seine breite, etwas kraftlose Hand. Sie sagte eifrig: »Ich glaube, jetzt habe ich’s kapiert, und ich werde großartig spielen.« Es wurde ein langer Abend. Die Petersens kamen noch an ihren Tisch. Bossard, der dröhnende Held und die hungrig paffende Olga Berliner, die große Biere in sich hineinschüttete. Die Totenrichter klopften mechanisch ihren Skat. Mumbo und Bossard zechten um die Wette. Sie erzählten sich Bühnenanekdoten, Unfälle und Zwischenfälle, wie Bossard z. B. einmal als Siegfried in Hebbels Nibelungen mit blonder Perücke und gehörntem Helm durch eine zu niedrige Tür aufgetreten war, wie ihm Helm und Perücke heruntergerissen wurden und er in germanischer Rüstung mit Pomadenscheitel dagestanden hatte. Sie lachten viel und tranken Demeter-Schnaps.

Christine kam erst gegen Mitternacht in ihr plüschenes Hotelzimmer hinauf. Auf dem Tisch in der dunklen Ecke brannte eine Kerze in einem alten Zinn-Leuchter. Hinter der Kerze stand ein antiker Handspiegel, vor dem Licht ein Granatapfelbäumchen mit roten Blüten. Ein kleines, zierliches Töpfchen, das durch den Spiegel verdoppelt war. Daneben ein Zettel Wyndthausens. Er hatte mit seiner großen Schrift darauf gekritzelt: Das Bäumchen des Vergessens. Der Granatapfelbaum. Sie knipste die Dekkenbeleuchtung an, die bronzen-schimmelige Seerosenlampe aus. Sie schob das Tischchen mit dem Spiegel und dem Granatapfelbaum an ihr Bett. Sie gurgelte den Schnaps aus ihrer Kehle und wusch den Rauch von ihrer Haut, übersprühte sich mit Kölnischem Wasser, zog ihr schönstes Nachthemd an, ein beigefarbenes, hauchdünnes Gebilde, sehr lang, fast mit Schleppe. Sie stieg gravitätisch ins Bett, streckte sich wohlig und schaute zufrieden in den sanft erleuchteten Spiegel hinein. Es war ein venezianischer Spiegel mit den Figuren von Eros und Psyche an den beiden Seiten, die, durch das Glas getrennt, vergeblich nacheinander zu greifen versuchten und mit einer dritten Gestalt in der oberen Rundung, die sie nicht zu deuten wußte. Christine wunderte sich über seine Unbekümmertheit, daß er ihr gerade einen Spiegel mit einer Psyche schenkte. Sie sah in dem etwas matten Glas des Spiegels, wie sich ihr durch den langweiligen Wirtshausabend angespanntes Gesicht entspannte. Ihre Ungeduld war schuld gewesen, daß sie den Abend mit den anderen verbracht hatte, statt mit dem Warten auf seine Rückkehr. Sie gab sich endlich zu, daß sie auf ihn gewartet hatte. Drei Tage lang und drei Stunden lang an diesem Abend, und er war unterdessen dagewesen, hatte ihr einen Geschenke-Tisch aufgebaut. Sie hatte ihn nicht getroffen. Schade ... und vielleicht gut so. Sie schaute noch ein paar Minuten zufrieden auf den im Spiegel gedoppelten Leuchter und die still brennenden Kerzen – die wirkliche hier im Zimmer und die genauso stark leuchtende drinnen im Spiegelraum und auf das zweifache Granatapfelbäumchen, das Vergessensbäumchen. Vielfach war sie an diesem Tage gemahnt worden. Lehte, den Vergessensfluß hatte sie am Nachmittag auf der Probe wieder und wieder überschritten, und jetzt stand das Bäumchen der Vergessenheit vor ihr. Vergessen ... vergessen ... vergessen. Die Augen fielen ihr zu. Sie schlief ein.

6

Obwohl Wyndthausen fast lautlos die Tür öffnete, hörte sie ihn hereinkommen, und obwohl seine Schritte nicht zu hören waren, wußte sie, daß er am Fußende ihres muschelgeschmückten Bettes stand und sie betrachtete. Zuerst, zwischen Schlaf und Wachen, dachte sie, daß es ein Traum wäre. Ein Wunschtraum und ein Angsttraum zugleich. Sie lag mit geschlossenen Augen. Sie spürte seine Nähe als angenehm. Nicht mehr, nicht weniger. Es war gut, daß er endlich da war. Er trat zu ihr. Er strich mit einem Finger über ihre Hand. Und jetzt streifte er den Turmalinring, den sie immer, und wie zum Schutze trug, von ihrem Finger. Endlich schaute sie ihn an. Er drehte den Ring zwischen zwei Fingern und betrachtete ihn neugierig. Er trug einen schwarzseidenen Hausmantel, weiß eingefaßt, einen Mantel, der gut in die Unterwelt paßte, fand sie. Das weiße Halstuch, geknüpft wie eine Reiterbinde, gehörte allerdings der Oberwelt zu. Er sagte jetzt endlich: »Ich sah noch Licht bei Ihnen. Deshalb kam ich rein.« Sie nickte: »Guten Abend. Setz dich doch.« Er setzte sich auf den Bettrand. Sein Gesicht war schattig und starr. Sie kannte dieses Maskengesicht nicht. Im Schlaf, dachte sie, wird er manchmal so aussehen. ›Wenn das Herz hervorbricht und sich deiner bemächtigt.‹ Das war ein Vers – aus Persephone natürlich – an den sie erinnert wurde. Sie sagte herzlich: »Dank dir auch schön. Das ist ja wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.«

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