Walther von Hollander - Der Granatapfelbaum

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Henri Wyndthausen, der vielgerühmte Schauspieler, schenkt seiner jungen Kollegin Christine Meßwarb zu Beginn ihrer Begegnung, aus der bald eine tiefe Liebe wird, einen Granatapfelbaum – Symbol der Liebe, der Vergänglichkeit und des Todes. Der Roman erzählt die Geschichte dieser Liebe, die unbedingt und vorbehaltlos ist, eine zeitlose Leidenschaft, ernst und heiter zugleich. Zugleich wird in diesem Buch der antike Mythos von Persephone, die im Winter in der Unterwelt weilt und nur im Sommer zu ihrem irdischen Gemahl aufsteigen darf, auf doppelter Ebene neu erzählt: Denn den Rahmen des Geschehens bildet eine Reisebühne, die mit dem antik-modernen Stück «Persephone» durch die Lande zieht. Ein zugleich heiteres und besinnliches Spätwerk eines großen deutschen Erzählers.-

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Christine befreite sich aus seinem heftigen Griff. Sie trank den zweiten Demeter-Korn. Sie schaute ihn, wie sie meinte, undurchdringlich an. Er sagte leise: »Du liebst mich also?« Sie senkte ihre Augen. Er wiederholte seine Frage. Sie antwortete spöttisch: »Verzeih’, was das Schicksal mir angetan hat.« Er sagte: »Ist das ernst oder lächerlich?« Sie antwortete: »Ziemlich lächerlich.« Gleich darauf gingen sie. Sie fuhren durch die frühabendliche Stadt. Es war erst kurz nach neun Uhr. Sie kamen am Kino vorbei. Das Plakat mit Wyndthausen im Frack war noch erleuchtet. Er sprang aus dem Wagen, stellte sich mit seinem gelben Pullover und den flaschengrünen Hosen neben den Wyndthausen im Frack und Zylinder, der da als Stehfigur ausgestellt war. Und seltsam: der Herr im gelben Pullover glich in diesem Augenblick völlig dem Herrn in Frack und Zylinder. Welche Kraft der Verwandlung, dachte Christine neidisch. Dabei brauchte er in Diederichsens Stück nur einen immer gleichen, unverwandelten Mann zu spielen, den Triptolemos. Und sie mußte sich aus dem Mädchen Kore in die strenge Persephone, die Gattin des Hades-Herrschers, diese wiederum sich in die liebende Frau des Triptolemos verwandeln.

Als Wyndthausen wieder neben ihr saß, fragte er: »Was hast du eben gedacht?« Sie antwortete: »Daß ich drei Herzen haben müßte.« Er fragte, indem er sie sanft, zärtlich-weich anfuhr: »Und für wen das dritte, wenn ich fragen darf?« Sie antwortete: »Für Kore, das Mädchen. Aber davon verstehn Sie nichts!«

7

Lautlos fuhren sie in den Hof von Hennikes Gasthof. Es waren wieder mehr Autos geworden. »Pluto ist angekommen«, sagte Wyndthausen und löschte die Wagenlampen. »Wen meinst du?« fragte sie erschrocken. »Es hat nichts mit dir zu tun. Ich meine den Geldfürsten. Den Herrn der Schätze.« – »Körner, der Manager?«

Er nickte. »Ich hab’ noch keinen Vertrag«, erzählte sie. »Mein Mann fand das sehr leichtsinnig ...« Er faßte sie zärtlich um die Schulter: »Du stehst unter meinem Schutz.« Sie schaute zu ihm auf. Das Licht vom Hintereingang traf seinen goldenen Schopf. Sein Gesicht blieb im Halbdunkel, seine Miene unerkennbar. Sie sagte nekkend: »Du weißt doch, daß Triptolemos nichts ausrichten kann, wenn die Rosse des Hades herangaloppieren.«

Er legte ihr Gesicht fester an seine Schulter: »Mag sein. Aber solange du auf Erden bist, gehören wir zusammen.« Sie flüsterte: »Auf der Bühne mußt du eine goldene Frisur tragen.« Er nickte: »Eher bronzen als golden. Und vom Sturm nach hinten geweht.« Sie flüsterte: »Du hast es wohl noch nicht gemerkt: wir sind angekommen.« – »Nein, noch weiß ich’s nicht.« Man hörte Lärm und Geschrei, Klavierspiel und das Bumsen einer Pauke. »Die Herren Totenrichter, die Abgerutschten. Radamanthys hackt auf dem Klavier herum, Minos schlägt die Pauke, Anakos tutet auf dem Kamm. Und die Götter und Halbgötter blöken dazu.« Sie schmiegte sich an ihn: »Sei nicht so streng. In der Schattenwelt ist alles farblos und zum Fürchten still. Das kannst du mir glauben.« Sie horchten auf den Lärm und das Gegröhle. Er sagte leise: »Auf unserer Schule mußten wir die Flüsse der Unterwelt auswendig lernen. Aber ich hab’ sie vergessen. Nein, zwei kann ich noch. Styx, der Haßfluß, Acheron, die Wehströmung.« Sie plapperte stolz weiter: »Pyriphlegethon, der Feuerstrom, Kokytos, der Tränenstrom, Lethe, der Strom des Vergessens.« Er lachte: »Wie alt warst du eigentlich, als du Abitur machtest? Dreizehn oder fünfzehn?« – »Ich bin ein ganzes Jahr älter als du«, sagte sie. »Deshalb ist es so hübsch, unter deinem Schutz zu stehen. Unter dem zarten Schatten des jungen Baumes ... wer hat das gedichtet?« – »Wenn man’s nicht weiß, ist es meist ein alter Chinese.«

Schröder, der Radamanthys unter den Totenrichtern, kam aus dem Hintereingang heraus. Er brüllte zu Wyndthausens Wagen hinüber. Irgendetwas von Großkopfeten, die sich der kleinen Leute auch mal annehmen sollten. Da Wyndthausen nicht antwortete, ging er ins Haus zurück und schmetterte die Hoftür so heftig hinter sich zu, daß das Hoflicht erlosch und die beiden im Dunkeln saßen. Jetzt endlich wandte er ihr sein Gesicht zu. Er küßte sie auf Stirn und Schläfen. Dabei deklamierte er kindlich: »Vorbei am Haßfluß über die Wehströmung weg, am Feuerfluß entlang, den Tränenbach durchwatend.« Und indem er ihre Augen küßte »... kommst du zu Lethe.« Er unterbrach sich, schwieg. Sie lächelte: »Zum Strom des Vergessens.« Sie löste sich aus seinen Armen. Sie gingen zusammen durch den dunklen Hof. Sie schlichen die alte, gemuldete Holztreppe hinauf, Arm in Arm. Vor ihrer Tür ließ er sie los. Er verbeugte sich stumm und schlüpfte in sein Zimmer. Wieder dieser seltsame, grußlose Abschied!

Sie stand in ihrem Zimmer. Sie hatte die Deckenbeleuchtung angeknipst. Eine blecherne Seerosenlampe mit vier Glühbirnen, von denen zwei nicht brannten. Sie betrachtete sich bei dem bleichen Licht im Spiegel. Ihr Blick war leer und fahrig. Aber sie sah sehr jung aus, ungefähr wie damals, vor vier Jahren, im ersten Engagement, als sie tollkühn und unwissend die Penthesilea gespielt hatte, die Mörderin des Ajax, die Nichtentflammbare und schließlich Entflammte. Damals hatte sie erkannt, warum sie Schauspielerin werden sollte: um die Vielfalt des menschlichen Schicksals, die Untiefen des wandelbaren Charakters darzustellen, die zu durchmessen man zu feige war oder zu bequem. Und Magnus, ihr Mann, dem sie davon erzählte, hatte hinzugesetzt: »Und um zu entdecken, wer man eigentlich ist.« Nein ... man wurde nicht Schauspieler, um zu wissen, wer man eigentlich ist. Das erkannte man auch, wenn man auf den Wegen des gewöhnlichen Lebens, auf den Schattenbrücken, den Traumstegen des unbewußten, unbeschienenen Daseins die Ströme der Unterwelt überquerte. Also warum wollte sie nocheinmal versuchen, eine gute Schauspielerin zu werden?

Sie blickte sich um. Sie hatte das Gefühl, die Klinke habe sich bewegt. Nein ... sie hatte nur den Wunsch gehabt, er sollte die Tür öffnen und hereinkommen, ein übermächtiger, unmöglicher, ganz und gar nicht zu ihr passender Wunsch. Sie drehte mit einem Ruck den Türschlüssel um. Eine überflüssige Geste! Er brauchte nur zu klopfen. Dann würde sie aufmachen. Das wußte sie, und es war ihr auch recht so.

Sie zog sich langsam aus. Aus ihrer Manteltasche kramte sie die Hornbrille heraus. Sie betrachtete sich prüfend in dem großen Spiegel. Da stand etwas sehr Hübsches im Spiegelraum. Das mußte sie zugeben. Leider sehr zierlich, sehr niedlich. Das hatte sie immer gekränkt. Denn sie wollte die schweren Charaktere spielen, die Königinnen, die nie zierlich und – woher kam dieser Gedanke? – nie zärtlich sind.

Sie lag im Bett. Der Wasserhahn tropfte eilig. Ihr Herz klopfte im gleichen Rhythmus mit. Sie hatte mehr getrunken, als ihr bekam. Sie hatte vor allem mehr geschwätzt, mehr gefragt, sich weiter vorgewagt, als ihr zukam. Jetzt hörte sie, daß (endlich) die Klinke leise heruntergedrückt wurde. Sie schaute gespannt zu, wie die goldene, schlangenköpfige Messingklinke zwei-, dreimal auf und ab ging. Lautlos und langsam. Sie legte sich in die Kissen zurück. Sie lächelte. Sie dachte an einen Vers des griechischen Dichters Ibykos. Ja, es war der Ibykos aus Schillers Bürgschaft. Wie lauteten sie doch? Sie wußte es nicht mehr. Sie holte das kleine Bändchen aus ihrer Handtasche. Magnus hatte es ihr noch am letzten Tag geschickt. Sie schlüpfte wieder ins Bett. Sie hatte die Verse angestrichen. Hier waren sie:

Wieder unter schwarzen Wimpern

Mit betörenden Augen

Schaut mich Eros an.

Nichts weiter. Ein Fragment. Unverständlich: warum hatte sie das vor 14 Tagen angestrichen? Sie löschte das Licht. Sie sprach die Verse in die Dunkelheit hinein. Nochmals und nochmals: Wieder unter schwarzen Wimpern, mit betörenden Augen schaut mich Eros an.

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