Liane Sanden - Im Schatten einer Frau

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Michael Heinsigk, der Mann der großartigen Schauspielerin Stella Hollmers, erhält in den Filmen, in denen seine Frau der große Star ist, immer kleine Nebenrollen, denn sie verlangt stets seine Mitverpflichtung. Analytisch exakt erkennt er, dass sein Talent gegen das seiner Frau nur eine kleines Licht ist, aber kann die Erkenntnis spielerisch nicht umsetzen und leidet gewaltig darunter – denn er liebt seine Frau von Herzen. Schließlich beginnt er die Geschichte seines Leben an der Seite der begnadeten Frau aufzuschreiben. Als Hollywood auf Stella Holmes zukommt und sich weigert, ihren Mann, wie sonst üblich, ebenfalls zu engagieren, geht sie in Zwiespalt ins Hotelzimmer und findet dort einen Manuskriptteil ihres Mannes. Es handelt sich um einen leidenschaftlichen Liebesbrief an eine – wie sie meint – fremde Frau. Sie geht ohne ihn nach Hollywood und wendet sich von ihm ab. Eine Freundin liest das Buch, ist begeistert und überredet ihre große Liebe, einen Buchbinder und Verleger, dieses Buch herauszubringen – natürlich unter Pseudonym. Stella, im fernen Hollywood, schneit dieser Bucherfolg auf den Tisch, sie liest sich fest und findet wortwörtlich den Liebesbrief in diesem Buch. Nun beginnt sie, den Autor zu suchen …-

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Der Junge in einem fadenscheinigen, aber sehr sauberen Anzug streckte eine magere Hand aus, flüsterte etwas. Es war die gewohnte Gebärde des Bettelns. Michael kannte sie von all den vielen her, die in einer Zeit der Not und Arbeitslosigkeit an den Strassenecken standen. Aber etwas so Schamhaftes war in dieser Gebärde, dass er stehenblieb und sagte:

„Hast du zu mir gesprochen, mein Junge? Willst du etwas?“

Die Lippen des Jungen formten ein paar Worte, wollten etwas sagen. Aber es war nur ein Flüstern, das Michael nicht verstand.

Hatte es geklungen wie Hunger? Schon zog Michael seine Geldtasche.

Da sah er, wie der Junge zusammenschrak. Seine angstvollen, glänzenden Augen schauten dem Schupo entgegen, der da langsamen Schrittes die Strasse herabkam, nun vor den beiden stand.

„Hier wird nicht gebettelt“, sagte er barsch, mass den Knaben. Der schlug die Augen nieder, murmelte wieder etwas und ging vorwärts. Schon schritt der Schupo weiter mit seinen breiten, gleichmässigen Schritten.

Michael schaute dem Jungen nach. Wie eigentümlich er ging. So locker im ganzen Körper, als hätten die Knochen nicht rechte Kraft. Und nun wirklich: er schwankte, taumelte, lehnte sich kraftlos an die Wand eines Hauses.

Michael eilte nach, stand vor den Jungen. Der hatte die Augen geschlossen. Grünlich-bleich waren seine Züge. Dunkle Schatten gingen von der Nase zu Mund.

„Holla“, sagte Michael Heinsigk, „nicht schlapp machen, mein Junge. Hunger?“

Der Knabe vermochte nicht zu sprechen. Er nickte nur.

Michael überlegte einen Augenblick. Dann winkte er eine Autotaxe heran, die gemächlich vorüberfuhr.

„So, nun komm erst einmal mit. Ich sorge dafür, dass du etwas in den Magen bekommst, armer Kerl. Und dann reden wir weiter.“

Er fasste den Jungen, der nur mit aller Gewalt die Augen öffnete, unter den Arm, schob ihn in die Droschke, gab die Adresse eines kleinen stillen Lokals an, in dem er ab und zu zwischen zwei Proben einen Imbiss zu sich zu nehmen pflegte.

Der Junge sass neben ihm zusammengesunken. Er sprach nichts. Nur ab und zu klirrten seine Zähne wie im Frost aufeinander. Michael fasste besorgt nach seiner Hand. Nein, Fieber hatte er nicht. Die Hand war kühl. Es war offenbar nur der Hunger, der diesen scheinbaren Fieberzustand in ihm erzeugte.

Nun öffnete der Junge die Augen, versuchte zu sprechen. Aber Michael wehrte ab.

„Jetzt wird erst gegessen und dann geredet, erzählen kannst du mir später noch genug.“

Sie hielten vor dem kleinen Restaurant. Michael half dem Taumelnden aussteigen. Schon sassen sie in der kleinen Nische des Lokals. Es war in dieser Stunde ganz menschenleer. Die Büfettdamen hinter der Theke und die Kellner sahen erstaunt auf Michael, den sie kannten, und auf den eigentümlichen Gast, den er da mehr hereintrug, als dass er neben ihm ging.

„Eine Bouillon mit Ei“, sagte Michael zu dem Kellner, noch ehe er sass, „aber etwas schnell. Für mich suche ich dann noch aus.“

Der Junge sass in der Ecke. Seine Augen waren auf einmal mit einem beinahe wilden Glanz auf den Brötchenkorb gerichtet. Michael sah, wie er den Mund öffnete, wie die Zähne sich zusammenbissen, wie die Hand eine unwillkürliche Bewegung nach dem Brötchenkorb machte, um dann erschreckt wieder zurückzugleiten.

So viel Feinheit und Beherrschung lag darin, dass Michael wusste, er brauchte nicht mehr viel zu fragen. Dieser Junge war arm, war unglücklich, aber die Atmosphäre des Elends war nur äusserlich. Die seelische Atmosphäre war eine andere.

„Gedulde dich einen Augenblick“, beruhigte er, „es ist besser, erst die Bouillon für einen hungrigen Magen als Brot.“

„Bringen Sie doch schon endlich“, rief er ungeduldig zu dem Kellner herüber, der gaffend an der Theke lehnte.

Schon kam auch die Bouillon aus der Küche. Der Kellner flog mit ihr heran.

„Eine zweite Tasse“, befahl Michael, „sehen Sie denn nicht, dass das viel zu heiss ist?“

Die Nasenflügel des Knaben weiteten sich. Er atmete den Duft der Bouillon sehnsüchtig ein.

Michael nahm einen Löffel und löffelte vorsichtig ein Teilchen der Flüssigkeit in eine leere Tasse.

„Langsam“, mahnte er, „sonst verbrennst du dich.“

Mit einer nie gekannten Freude sah er, wie der Junge das kräftige heisse Getränk schlürfte, wie schon nach den ersten paar Schluck das grünlich-bleiche Antlitz sich belebte, ein seliger Ausdruck der Befriedigung in die verzweifelten Augen kam. Michael hatte sich auch etwas bestellt, schob die Tasse nun seinem Schützling hin, „jetzt kannst du schon trinken“, ermunterte er und begann selbst zu essen, um den Jungen nicht in Verlegenheit zu bringen.

Der Knabe trank bis zum letzten Rest. „Ich danke“, sagte er dann. Ein Lächeln erhellte das ganze Gesicht, machte es kindlich und aufgeschlossen.

„Na, und was nun? Worauf haben wir nun Appetit“, fragte Michael freundlich.

„Ich glaube, ich bin schon satt“, meinte der Junge.

„Das meine ich nicht“, lächelte Michael, „wir haben ja Zeit. Wie wär’s mit einem schönen Filet-Beefsteak?“

„Fleisch“, fragte der Junge. Es war etwas in seinem Ton, was Michael erschütterte.

„Also bringen Sie“, sagte er dem Kellner und bestellte.

„So, mein Junge, und nun bist du wohl so weit und kannst mir ein bisschen erzählen, ja? Hast du Vertrauen zu mir?“

Wieder sah ihn der Junge an. Aufgeschlossenheit, Glaube und Dankbarkeit stand in seinen Zügen.

Als der Kellner die bestellten Speisen brachte, erzählte er. Stockend, leise, von Scham erfüllt. Oft musste Michael eingreifen und mit einem aufmunternden Wort die verschüchterte Seele des Jungen wieder aufschliessen. Aber endlich wusste er Bescheid. Zu dreien waren sie: der Junge, Frieder Heuschner, die verwitwete Mutter und eine Schwester. Sie hatten eine kleine Buchbinderei vom Vater übernommen. Die Schwester Lena hatte das Buchbinderhandwerk richtig gelernt. Zusammen mit der Mutter hatte sie den kleinen Laden fortgeführt. Die Kundschaft des Vaters war ihnen treu geblieben, bis die allgemeine Wirtschaftsnot einsetzte. Da waren der Kunden immer weniger geworden. Man hatte nicht rationell einkaufen können. Die Lieferanten hatten gestundet, dann Zahlung verlangt, schliesslich gepfändet. Zum Schluss wurde der Laden versteigert. Es war ein Schicksal, alltäglich fast in der jetzigen Zeit der Not. In den Zeitungen, dachte Michael, las man über so etwas hinweg. Aber was sich hinter diesen Alltagsnachrichten verbarg an persönlichem Jammer, elender Verzweiflung, das fühlte er jetzt in diesem Augenblick. Der Junge hatte die Schule besucht und dann keine Lehrstelle gefunden.

Nun war die Mutter krank, das Mädchen auf die geringe Wohlfahrtsunterstützung angewiesen, er selbst ohne Arbeit.

Die paar Pfennige Unterstützung reichten nicht hin und her. Der Hauswirt drohte, sie zu exmittieren. Der Junge war herumgelaufen Tag für Tag, um irgendeine Gelegenheitsarbeit zu suchen. Seit gestern hatte er nichts mehr gegessen. So hatte Michael ihn gefunden. Das war der kurze Bericht Frieder Heuschners. Und er war gerade damit fertig, als der Kellner die Fleischspeise brachte.

„Nun machen wir erst einmal wieder mit der Unterhaltung Schluss. Es war Michael ganz lieb, dass der Junge in die Gegenwart zurückgeführt wurde und er selbst seine eigene Erschütterung in sich verarbeiten konnte.

„Also nun zugelangt, mein Herr.“

„Ich trau mich gar nicht“, sagte Frieder und legte Gabel und Messer wieder hin.

„Ja und warum nicht?“

Frieders Lippen zuckten.

„Die Mutter“, sagte er hilflos, „und Lena, vorhin Herr, Herr —“

„Heinsigk. Ach so, ich habe mich dir noch nicht vorgestellt“, sagte Michael schnell, „also was ist mit der Mutter und mit Lena?“

„Vorhin, wie die Suppe kam, Herr Heinsigk, da habe ich nichts denken können. Da hatte ich nur schrecklich Hunger. Aber jetzt, wo der vorbei ist, kann ich denken. Die Mutter und Lena haben nichts. Nicht einmal ein paar Kartoffeln waren im Hause. Und wir hätten sie ja auch nicht kochen können. Das Gas ist ja abgesperrt. Und ich soll hier so was Schönes —“

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