Walther von Hollander - Kleine Dämonen

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"Aber ich greife etwas vor, weil ich mich, ehrlich gesagt, ein wenig fürchte, Tessys Geschichte, die jetzt erzählt werden muß, hinzuschreiben. Ich sprach gestern mit ihr darüber, was ich hinschreiben dürfe und solle und was ich verschweigen müsse. Sie sagte mit ihrer hintergründigen Listigkeit: ›Schreib nur alles, was du weißt.‹" Hollanders flott und unterhaltsam, doch stets auch mit einem leisen melancholischen Unterton geschriebener Roman um Manuela und Hesseling, Vittorio und Tessy, um Mann und Frau, Liebe und Trennung, die menschliche Seele und den ganzen Rest, gehört zu den Meisterwerken Walther von Hollanders. Der unvergleichbare, ungewöhnliche Stil, die vollendete Erzählgabe und Hollanders Meisterschaft im Ausspinnen schwebender Stimmungen machen die Lektüre zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. «›Noch eine Frage, Tessy: Warst du damals glücklich?‹ Sie nickte, und nach einer Pause setzte sie hinzu: ›Gott bewahre mich davor, daß ich jemals wieder glücklich werde.‹»-

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Zunächst freilich vertrieb uns der alte preußische Geist aus Rönitz. Man hatte uns Quartier gemacht in dem zehn Kilometer entfernten kleinen Dorfe Wallberg. Das Armeeoberkommando ließ gerade für unsere kriegsentscheidenden Aufgaben eine Feldtelephonleitung nach Wallberg legen und stellte uns eine Reihe von LKWs zur Verfügung, mit denen wir unsere Möbel, Büromaschinen, Akten und Koffer hinaufbefördern konnten. Bis das alles geordnet war, standen wir in der Sonne dieses angenehmen Februar ages am Ufer der vom Tauwasser kräftig strömenden Rönitz und sahen zu, wie die Schuljungen, die natürlich längst keine Schule mehr hatten, nach Forellen angelten, die angeblich um diese Zeit in großen Mengen die Rönitz durchschwimmen sollten. Aber es wurde nicht eine einzige Forelle gefangen.

Hinter unserem Rücken ging unterdes das Kriegsspiel weiter. Prächtige Autos, mit wohlgekleideten, frisch aussehenden Offizieren, kamen an und fuhren ab. Der Oberkommandierende, ein straffer, älterer Herr mit weißem Bürstenschnurrbart und blitzenden Orden, begab sich in einer ganzen Autokarawane zur Front, Die Front schien nicht sehr weit entfernt zu sein. Denn nach knapp drei Stunden, gerade als wir unsere endlich beladenen Lastwagen bestiegen, war er wieder da. Und gleich darauf, während wir schon zwischen unseren Koffern hockten, kam ratternd und tutend ein riesiger LKW mit Anhänger durch die Straße. Vom Führersitz winkte lachend Vittorio Trenti und sah sich einen Augenblick suchend um. Fräulein Schütze stürzte winkend auf den Wagen zu, stutzte und wurde dann etwas widerstrebend von Vittorios starken Armen hineingezogen. „Ich will nicht“, hörten wir sie rufen. Aber das schien nichts zu nützen. Sie blieb verschwunden, und der Lastzug setzte sich nach Wallberg zu in Bewegung. Wir folgten langsam und in Abständen. Die Straße war ziemlich steil und kurvenreich. Es lag auch noch an den schattigen Stellen Schnee. Die Wagen kamen nur langsam vorwärts, und wir mußten einen, der steckengeblieben war, durch Vorlegen von Buschholz und Säcken wieder flottmachen. So wurde es schon dämmerig. ehe wir in Wallberg ankamen.

Gleich im ersten Haus, einem stattlichen, breitfenstrigen Bauernhaus, sahen wir Vittorio in Manchesterhosen, bis zum Knie geschnürten neuen Stiefeln, weißem Pullover und hellblauem, weißgepunktetem Halstuch (genau in der Farbe seiner Augen) eifrig hantieren. Die Fenster waren trotz strengen Verdunklungsbefehls strahlend erleuchtet. Als wir ihn anriefen, kam er vergnügt herausgelaufen. In einer Viertelstunde sei er fertig eingerichtet, und wir müßten alle am Abend zu ihm kommen, allein schon, um Manuela kennenzulernen. „Es gibt Bergamotte, Genever und Kümmel“, sagte er fröhlich. „Vielen Dank“, antwortete ich, „aber es gibt nur einen mäßigen deutschen Weinbrand.“ Er verstand mich sofort und lachte schallend, sein unwiderstehliches tenorales Südländerlachen: „Ihr verfluchten Hunde! Das nennt ihr zu treuen Händen. Na ... dann bringt wenigstens den Kognak mit. Weiß nicht, ob ich bis heute abend schon was Besseres habe.“ Damit lud er von seinem Lastwagen einen großen Packen Teppiche und tänzelte damit ins Haus.

In der Gastwirtschaft fanden wir Fräulein Schütze beim Gastwirt und Bürgermeister Gruber vor dem Quartierplan. Die Schütze hatte Heulsäcke unter den Augen und war schnippisch und bösartig. Sie hatte offensichtlich über ihrer Privataffäre die Quartiersache vernachlässigt. Spernser, der schon seit zwei Tagen da war, kam uns zu Hilfe. Er saß, wie er berichtete, mit den Damen Zacke und Didi Seifert im zweitbesten, Haus. Das beste hatte er durch einen Flüchtigkeitsfehler übersehen. Aber Vittorio hatte es mit seiner Photographenspürnase gleich herausgeschnüffelt und saß nun fest drin.

„Da gehört Kölle hinein“, rief die Schütze dazwischen, „schließlich ist er der Chef.“

„Fernhinzielende Schützin, sagittaria auf lateinisch“, rief Spernser, „du magst mit listigem Pfeil alle Feinde töten können. Aber Manuela aus ihrem Besitz vertreiben — und ihr gehört alles, wohin sie nur einmal die Spitze ihres zierlichen Tanzfußes gesetzt hat ...“

„Quatsch keine Opern, Spernser, ich habe Kölle schon hingeschickt. Es gibt gar kein anderes Quartier für ihn.“

„Soviel bayrische Geschichte solltest du selbst als landfremde Ostpreußin kennen, sagittaria ... gegen Tänzerinnen kämpfen Könige selbst vergebens.“

Die Schütze wollte wieder grob erwidern, wurde aber von einem hysterischen Schluchzen gepackt und rannte hinaus. Bürgermeister Gruber betrachtete seufzend und gähnend mit vielen „Ja mei“ und „Hols der Teifi“ den Quartierplan. Bei der tauben Vroni sei noch ein ganz nettes Hinterstübchen für den Herrn Direktor. Man müsse zwar Vronis Schlafzimmer durchqueren, aber sie und der Herr Direktor seien ja wohl über alle Sünden hinaus.

„Da hast du es“, flüsterte Spernser, „auch der Gruber ist der Manuela schon verfallen. Ein süßes Lächeln ... schon hat sie Kölles Quartier.“

„Wieso, vertragen die sich denn schon Wieder nach allem, was vorgefallen ist?“ wollte ich wissen.

„Nichts ist vorgefallen“, lachte Spernser, „außer natürlich, daß Manuela ihren Vittorio mit dem Einsatz ihrer ganzen Person aus den Gestapokellern herausgeholt hat. Viktor Dreißig hat es mir selbst mit allen Einzelheiten erzählt, und er wird auch dich nicht damit verschonen. Spar’s dir also jetzt.“

„Aber zunächst hat sie ihn doch reingebracht? Oder nicht?“

„Du bist unlogisch, mein Freund“, sagte Spernser mitleidig. „Ist Vittorio frei oder nicht? Er ist frei. Wer hat ihn befreit? Manuela. Mit der guten Tat ist die schlechte ausgelöscht. Ja, nicht einmal gewesen. Heiße Liebe beiderseits. Tränen der Rührung in Vittorios Gräfinnenaugen. Gütige, verständnisvolle Verzeihung auf Manuelas Seite.“

„Aber zum Donnerwetter, was verzeiht sie ihm denn? Daß sie ihn verpfiffen hat?“

„Rede doch nicht immer wieder über diese versunkenen Berliner Kleinigkeiten. Die Geschichte mit der Schützin mußte sie ihm doch verzeihn. Sie bekam sie gleich in Rönitz ad oculos cum lacrimis demonstriert. ‚Mein Armer ...‘, sagte sie, ‚ich war ja nicht da. Da konnte dich diese unverschämte Person leicht herumkriegen. Aber ich bin dir nicht böse, obwohl ich allen Grund hätte. So ein häßliches Mädchen an meiner Stelle ... na ja, die Männer‘.“

„Und der SS-General“, beharrte ich, „hat sie mit dem etwa ‚Mein Kampf‘ gelesen?“

„Du bist unverbesserlich“, schloß Spernser, „immer in der Vergangenheit herumgraben. Manuela ist die Gegenwart selbst, unbelastet von allem, was je geschah. So tänzelt sie leichten Sinnes durchs Leben. Herrlich. Na ... du wirst ja sehn.“

6

Die Kälte dauert an. Sie dringt unaufhaltsam durch alle Mauern. Langsam bezieht sich die Ostwand des Zimmers mit einer Eisschicht, die tagsüber manchmal auftaut, wenn wir was zu heizen haben. Dann werden die Tapeten feucht. Sie lösen sich langsam von den Zimmerwänden, rollen sich, hängen in Buchten und Beuteln, aus denen es leise tropft. Aber wir haben nicht mehr viel zu heizen. Gestern erwischte ich allerdings einen Zentner Kohlen für hundert Mark und vier Zigaretten. Vier Tage wird es einigermaßen warm bleiben. Wenigstens im Zimmer. Über den Dachboden fegt ein eisiger Wind. Denn irgendeiner der anderen Dachbodenmieter, die Gesangspädagogin Pisarri (italienische Schule) oder Herr Kallumeit, D. P., d. h. displaced person, von Beruf Schwarzmarkthelfer, von Aussehen Kellner, seiner Behauptung nach ehemaliger Gutsbesitzer — irgendeiner hat das Dachbodenfenster herausgefeilt und weggetragen. Folge: der Lokus ist eingefroren und die Wasserleitung auch. Wasser kann man Gott sei Dank noch im Parterre kriegen, bei Stirrks, zwischen neun und zehn Uhr. Tessy holt es jeden Morgen in zwei Eimern. Denn ich wache immer zu spät auf. „Laß es mich nur machen“, sagte sie tröstend. „Ich habe da meine Vorteile. Stirrks sind gegen mich sehr zuvorkommend. Die anderen dürfen nicht.“

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