Walther von Hollander - Kleine Dämonen

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"Aber ich greife etwas vor, weil ich mich, ehrlich gesagt, ein wenig fürchte, Tessys Geschichte, die jetzt erzählt werden muß, hinzuschreiben. Ich sprach gestern mit ihr darüber, was ich hinschreiben dürfe und solle und was ich verschweigen müsse. Sie sagte mit ihrer hintergründigen Listigkeit: ›Schreib nur alles, was du weißt.‹" Hollanders flott und unterhaltsam, doch stets auch mit einem leisen melancholischen Unterton geschriebener Roman um Manuela und Hesseling, Vittorio und Tessy, um Mann und Frau, Liebe und Trennung, die menschliche Seele und den ganzen Rest, gehört zu den Meisterwerken Walther von Hollanders. Der unvergleichbare, ungewöhnliche Stil, die vollendete Erzählgabe und Hollanders Meisterschaft im Ausspinnen schwebender Stimmungen machen die Lektüre zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. «›Noch eine Frage, Tessy: Warst du damals glücklich?‹ Sie nickte, und nach einer Pause setzte sie hinzu: ›Gott bewahre mich davor, daß ich jemals wieder glücklich werde.‹»-

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Daß Trenti ganz besonders im Mittelpunkt stand, hatte seinen Grund auch darin, daß er gerade erst aus den Gestapokellern in der Albrechtstraße entkommen war. Im Gegensatz zu allen anderen, die, wenn sie von dort herkamen, sich in ein angstvolles Schweigen verkrochen, sprach er offen und heiter von dieser Zeit. Anscheinend hatte er selbst die Gestapowachtmeister und -häuptlinge bezaubert. Ihm war jedenfalls nichts geschehn. Und genau an dem Tage, an dem der Transport aus Berlin abging, erschien er frisch, heiter und wie aus dem Ei gepellt mit umgehängter, schußbereiter Kamera in unserem Zug. Was er allerdings sonst aus den Kellern berichtete, war weniger heiter. Er erzählte ohne sonderliche Empörung und darum um so eindrucksvoller von Martern und Hinrichtungen, mit denen wir uns unsere Geschichte nicht weiter beschweren wollen. Denn Trenti selbst war durchaus nicht beschwert oder beeindruckt davon. Wenn man es auf eine Formel bringen will, was Trenti eigentlich dachte oder besser empfand — denn ich glaube nicht, daß er sich jemals mit Denken abgegeben hat—, so wird es etwa folgendes sein: Das Leben heute ist sehr interessant. Überall stehn Fallen, die den Harmlosen fangen, aber wer heute harmlos lebt, ist eben dumm. Man muß sehr genau aufpassen. Man muß leben wie das Wild im Walde, in ständiger Witterung. Dann lebt man genau so frei wie das Wild und kann die ungeheure Weite des Lebens trotz aller Gefahren genießen.

Trenti war wegen einiger unbedachter Äußerungen festgesetzt worden, wegen harmloser Schimpfereien, wie sie damals eigentlich jeder machte, und weil er auf besonders gute Art und in erschreckender Weise genau den Propagandaminister sowohl körperlich wie stimmlich imitieren konnte. Fräulein Schütze, die in den Koburger Tagen seine Freundin war, erzählte mir, daß seine Berliner Geliebte, eine Tänzerin, ihn verpfiffen habe. Damals hörte ich zum erstenmal den Namen Manuela.

Die Schütze ist ein guter Kerl, frisch, tüchtig, dumm und von jener angenehmen Heiterkeit, die in Zeiten wie den unsern nur die Dummen haben können. Ich gab deshalb nicht allzuviel auf ihr eifersüchtiges Geschwätz. Aber Spernser, der ein paar Tage nach uns eintraf — natürlich in einem wundervollen Ford-Acht-Zylinder, wie es sich für einen Sachverständigen in Frauenfragen gehört, und mit zwei überaus eleganten Frauen im Fond des Wagens, Frau Herma Zacke und Didi Seifert, Generaldirektorsfrauen mit Handkoffern voll Schmuck, die ihre kostbare Existenz zu retten entschlossen waren und dafür sogar dem häßlichen Spernser zulächelten, ihm vertraulich auf die breiten Schultern klopften, ihn ab und zu burschikos umarmten und ihn Herzblatt nannten —, Spernser bestätigte Fräulein Schützes Angaben im wesentlichen. Die Sache war nach seiner Darstellung sogar noch übler. Manuela, die es mit der Treue besonders ungenau nahm, verlangte von Trenti, dem die Feen zu den anderen Gaben die Gabe der Treue gleichfalls nicht in die Wiege gelegt hatten, daß er ihre Eskapaden ihr nachsehn, selbst aber keine andere Frau ansehn dürfe. Sie hatte ihre besondere Gunst einem höheren SS-Offizier geschenkt, der seinerseits auf Trenti naturgemäß sehr eifersüchtig war. Und als Manuela nun ihrem Vittorio auf eine Geschichte „draufkam“ — wie sie als Bayerin wohl sagte —, lieferte sie ihn ihrem SS-Offizier aus, der sich dieses „unerhörten“ Falles mit großer Energie annahm. Soweit Spernser.

„Und wie ist er wieder herausgekommen?“ fragte ich. „Du weißt doch alles.“

„Weiß ich auch“, sagte Spernser. „Trenti hat es mir genau erzählt, mit weit aufgerissenen blanen Gräfinnenaugen, gläubig wie ein Kind. Ich habe schon vor Jahren geschrieben: Don Juan ist dumm. Er lernt aus keiner Erfahrung. Sonst könnte er ja nicht immer wieder von jeder Frau begeistert sein.“

„Ich möchte nicht wissen, was Spernser geschrieben hat“, sagte ich ungeduldig, „denn das weiß ich sowieso. Was erzählt Trenti?“

„Natürlich, daß Manuela ihn wieder herausgeholt hat“, brummte Spernser. „Er will jetzt nach Berlin zurück, um sie zu retten. Das wäre zumindest seine Dankespflicht. Er schwimmt in Rührung.“

„Und schläft mit Fräulein Schütze. Der eine ist des anderen wert. Und Spernser, der Frauenkenner, bekommt bei dieser Geschichte die Augen eines gerührten Hundes.“

„Lerne du erstmal Manuela kennen! Wenn du nicht sofort auf deinem moralischen Roß davonreitest, bist du verloren. Das sage ich dir.“

„Eine glutäugige Kastagnettenklapperin also, eine Männerfrühstückerin, eine Unwiderstehliche! Mann, Spernser, sowas habe ich schon mein Leben lang gesucht und nirgends gefunden. So eine, für die sich die Männer die Brillanten gegenseitig aus der Brusttasche reißen, bebend ungedeckte Schecks verschenken, Familien kalt pfeifend im Sumpf versinken lassen ...“

„Ja, so ähnlich“, sagte Spernser etwas spitz, „jedenfalls eins steht fest: Sie ist unserm Viktor Dreißig (so nannte er Vittorio Trenti zu dessen Wut immer) mindestens gewachsen. Bin gespannt, wie das ausgeht.“

„Aber das ist doch aus ... nach diesen Gemeinheiten ...“

„Gemeinheit schützt vor Liebe nicht“, lachte Spernser. „Die beiden kommen nicht voneinander los ... bis daß der Tod sie beide scheidt.“

Tatsächlich war Vittorio am nächsten Tag nach Berlin abgereist, angeblich um den neuernannten Verteidiger Berlins, der übrigens ein Bayer war, soweit ich mich erinnere, zu photographieren. Fräulein Schütze lief mit verquollenen Augen durch die Gänge unseres komischen Hotels, hockte nach Tisch mit Spernser in einer dunklen Ecke des Speisesaals und trank mit ihm eine halbe Flasche Orangenlikör, Trentis Spezialmarke, die sie aus seinem Kleiderschrank gestohlen hatte. Oder sagen wir besser: entnommen. Denn Trenti, äußerst schlampig in allen Angelegenheiten des äußeren Lebens, hatte ihr die Verwaltung aller seiner Angelegenheiten übertragen. Es war das, wie ich erst später erfuhr, eine Art von leichtsinniger, aber ritterlicher Kapitulation vor dem weiblichen Geschlecht. So sehr er die Fügung und Lösung seiner Freundschaften beherrschte, so sehr ließ er sich in den Dingen des Alltags von der jeweiligen Freundin beherrschen. Die Auslieferung aller Schlüssel an die Königin der Situation war so ein vertracktes Symbol für seine Unterwerfung unter das weibliche Geschlecht an sich. Aber da die Herrscherinnen sehr schnell zu wechseln pflegten, kann man sich denken, wieviel Verwirrungen dadurch in Vittorios Leben angerichtet wurden. Er pflegte übrigens allen Damen gegenüber kein Geheimnis aus dem Stande seiner Gefühle zu machen. Er schwärmte, wie er oft betonte, für Ehrlichkeit und Wahrheit. So hatte er auch, wie mir Spernser gleich danach mit vor Orangenlikör schwimmenden Augen berichtete, dem unglücklichen Fräulein Schütze mitgeteilt, daß er nach Berlin fahre, um Manuela „diesem SS-Knilch schleunigst abzuknöpfen“. Denn bei der Lage der Dinge sei ja diese Verbindung für sie äußerst gefährlich. Spernser und Fräulein Schütze waren am Ende der halben Flasche Orangenlikör zu dem Ergebnis gekommen, daß Vittorio schneidig und edelmütig zugleich handele. Die brave Schütze war am Abend vollständig betrunken. Da sie aber von ihrer ostpreußischen Heimat her gewohnt war, sich gut und gerade auf den Beinen zu halten, merkte man das nur an ihrer ungewöhnlichen Redseligkeit und der Hartnäckigkeis, mit der sie mir immer wieder versicherte, Vittorio werde Manuela zwar retten, weil er eben schneidig und edelmütig sei, aber er werde sie nicht einmal mehr mit dem Hintern angucken. Da sie diesen kräftigen Satz im Laufe des Abends etwa fünfzehnmal wiederholte, sehr zur Freude der Generaldirektorsfrauen Didi Seifert und Herma Zacke, und da der Orangenlikör unerschöpflich war, verlief dieser Abend in einer verschwimmend-eintönigen Langeweile. In den alkoholischen Nebel hinein brachte der kleine, glatzköpfige Direktor Kölle, der anscheinend in seinem Zimmer mit seinem Kofferapparat eifrig die feindlichen Sender abhörte, immer neue sensationelle Schreckensnachrichten. Die Amerikaner seien nur noch achtzig Kilometer von Koburg, die Russen hätten die Oder überschritten. Die telephonische Verbindung mit Berlin sei abgerissen, und schließlich sei ein Blitztelegramm des Verlages eingetroffen, das uns den Befehl gebe, uns in den nächsten Tagen weiter nach Süden abzusetzen.

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