Fritz Krebs - Blind am Rande des Abgrundes

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Die mit historischen Daten unterlegten Erinnerungen des Autors führen den Leser durch einen bewegten Abschnitt deutscher Geschichte. Nach einer behüteten Kindheit in den politisch unruhigen Jahren vor Hitlers Machtergreifung erlebte der Schüler Fritz Krebs die systematische Vorbereitung der damaligen Jugend auf die Aufgaben und Pflichten des Soldaten. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges militarisierte sich das Leben der Menschen in Deutschland total. Immer mehr Männer mussten in den Menschen verschlingenden Krieg ziehen. Schließlich kam auch für die männliche Jugend seines Jahrganges der Tag, an dem sich ihr die Kasernentore öffneten. Damit tat sich vor diesen Jungen ein Abgrund auf. Als Schulklasse feierten sie noch einen lautstarken Abschied voneinander, bevor sie auseinander gingen und jeder an einen anderen Ort des vom Krieg heimgesuchten Europa verschlagen wurde. Der Autor selbst erlebte das Kriegsgeschehen zuerst an der Ostfront und später auch noch an der deutschen Westgrenze. Er wurde verwundet, geriet in Gefangenschaft, in der er fünf Jahre ausharren, oftmals hungern und über lange Zeit eine harte Arbeit verrichten musste, ehe er seine Heimatstadt wieder sah.

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Das Mietshaus in dem ich aufwuchs Rasephaser Straße 11 in AltenburgThür Es - фото 4

Das Mietshaus, in dem ich aufwuchs; Rasephaser Straße 11 in Altenburg/Thür.

Es wurde dann mitten auf der Fahrbahn Völkerball, Fußball, Fangspiele aller Art oder „Räuber und Gendarm“ gespielt. Bei letzterem oder beim Versteckspiel wurden auch noch alle Anliegergrundstücke mit in das Geschehen einbezogen, denn zu jedem der Häuser gehörten noch Hof und Gartengrundstücke. Das ging zwar nicht ab ohne gelegentliche Kollisionen mit den Hausbesitzern aber es gab keinen Erwachsenen, der das wirklich unterbinden konnte. Auf dem Bürgersteig schoben die kleineren Mädchen ihre Puppenwagen, die Jungs fuhren Trittroller oder mit dem Selbstfahrer, einem nur wenigen Kindern verfügbaren Holzfahrzeug, das mit einem Hebelmechanismus per Hand fortbewegt wurde. Zunächst war ich unter den Kindern, die den Bürgersteig und die nächstgelegenen Nachbargrundstücke bevölkerten. Wie schnell aber vergeht die Zeit, wenn man täglich so viel erleben kann wie es für uns Kinder in der kleinen Welt einer solchen Vorstadtstraße der Fall war. Die Grenzen, an die man da stößt, lassen sich ja auch immer weiter nach außen verschieben. Unsere Straße war dafür so recht geeignet, weil sie ebenso wie die daneben liegende Bahnstrecke in eine uns unbekannte Ferne zu führen schien. Sie kam zu uns in einer rechtwinklig verlaufenden Kurve aus einer Bahnunterführung heraus, bevor sie das erste der nebeneinander aufgefädelten Häuser erreichte. Nach dem zwölften der zwei- und dreistöckigen Häuser verließ sie wieder den Parallellauf zum Bahngelände, um einige hundert Meter davon entfernt in das nahegelegene Dorf Rasephas hineinzuführen. Kurz davor musste sie noch eine kleine Brücke überqueren, unter der ein schmutziger Bach mit dem bemerkenswerten Namen „Blaue Flut“ hindurchfloss. Derselbe schlängelte sich durch Gärten und Wiesen hindurch, plätscherte weiter mit den Abwässern unserer Stadt durch freies Land nach Norden, bis er sie an seine größere Schwester mit dem schon bekannteren Namen „Pleiße“ weitergeben konnte. Wer in dieser Straße aufwuchs musste eines Tages zwangsläufig entlang dieses Wasserlaufes den Weg in ein grünes Paradies finden, das ideale Möglichkeiten für alle Arten von Kinderspielen bot. Wiesen, der gewundene Lauf des Baches, eine Sandgrube, zwei Gehölze und ein alter verlassener Bahndamm konnten uns manchmal jedes Zeitgefühl verlieren lassen. Es kam vor, dass wir dort die rechtzeitige Rückkehr zum Abendessen verpassten, was natürlich seine Konsequenzen nach sich zog. Wer jemals einen Nachmittag lang als Winnetou, Old Shatterhand oder Nibelungenheld durch den Busch gesprungen ist, der weiß nur zu gut, wie schwer man sich dabei nach einem Terminplan von Erwachsenen in das pünktlich zuhause erwartete Kind zurückverwandeln kann. Heute scheint es mir, als hätte ich seitdem nie wieder Wiesen mit so hohem Gras und so vielerlei Arten von Pflanzen gesehen wie gerade hier. Als ich älter wurde, begann ich mich für Botanik zu interessieren. So weiß ich, dass die nun selten gewordene Pechnelke, die Kuckuksnelke und viele Arten von Glockenblumen hier blühten. Im Frühling suchten wir an den Rändern der Gehölze Buschwindröschen, Veilchen und Primeln. Selbstverständlich wurden die Blumensträuße zum Muttertag von den Kindern damals in freier Natur selbst gepflückt.

2. Gewalt

Unserem Wohngebiet war im Osten eine Anhöhe vorgelagert, über die eine Fernverkehrsstraße von Leipzig her auf die Stadt zuführt. Sie ging an den früheren Kasernen vorbei, in deren gelben Backsteingebäuden man nach dem Ersten Weltkrieg Notwohnungen für die Ärmsten der Stadt eingerichtet hatte. Der Bedarf war so groß, dass man zusätzlich dazu noch Baracken aufstellen musste. Die Kinder der dort zusammengepferchten Menschen wurden von denen anderer Wohngebiete gemieden. Auch die Erwachsenen grenzten sich ab. Es waren damals wie heute dieselben Gründe, die dazu führten: Die Armut der einen und die Verständnislosigkeit der anderen. Zwischen den Halbwüchsigen beider Lager entstanden daraus Feindschaften, die sich zu regelrechten „Kriegszuständen“ entwickeln konnten. Sie wurden ziemlich oft brutal gegeneinander ausgetragen.

Es kamen die letzten Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Die zunehmenden Spannungen und Aggressionen in der Gesellschaft wirkten sich zum Teil auch auf die Kinder und Jugendlichen aus. Mit meinen sechs oder sieben Jahren begriff ich in Wirklichkeit nicht, weshalb man sich prügelte. Natürlich wusste ich, dass Nazis, Sozis und Kommunisten nicht gut aufeinander zu sprechen waren. Es gab ja in unserer Straße auch eine große Plakatwand, auf der die Parteien ihre Gehässigkeiten sehr anschaulich gegeneinander vortrugen. Die gegensätzlichen politischen Meinungen der Erwachsenen konnte man manchmal mit anhören ohne mehr zu verstehen als, dass alle gegen alle waren. Eines Tages lernte ich auch die besondere Art Feindschaft zwischen Sozis und Nazis fürchten. Ich spielte mit Wolfgang Rank, einem Nachbarsjungen, der mit mir 1931 eingeschult worden war, auf dessen elterlichen Grundstück. Das Scheppern eines Blechgefäßes vor dem Gartentor weckte unsere Neugier und wir liefen auf schnellen Füßen dahin, von wo das Geräusch kam. Voller Schrecken drehten wir wieder bei, als wir sahen, dass sich zwei Männer prügelten. Beide schlugen mit Zaunlatten aufeinander ein. Sie bluteten schon. Es war das erste Mal, dass ich mit ansah wie sich Erwachsene prügelten. Der Vorfall war am nächsten Tag Straßengespräch der Erwachsenen. Dadurch erfuhren wir, welche politischen Parteien in diesem Zweikampf vertreten waren.

Es kam der 30. Januar des Jahres 1933 heran. Wir hatten schneelose Wintertage. Ich kann mich noch deutlich daran erinnern, dass mich eines Tages die seltsame Art der Beflaggung der Häuser in unserer Straße beeindruckte. Als Achtjähriger nahm ich damals auch sonst nur die äußeren Erscheinungen des Geschehens wahr. Ich hatte ja schon viele Tage erlebt, an denen die Häuser Flaggenschmuck trugen. An diesem Tage fand ich es sehr merkwürdig, dass sich allein die Hakenkreuzfahnen in den kaltblauen Himmel reckten. Sonst waren jedenfalls die fahnenreichen Tage viel bunter. Da hob sich gewöhnlich ein Haus in unserer Straße durch besondere Farbenvielfalt heraus. In seinem ersten Stockwerk zeigte es sonst eine schwarz-weiß-rote und im zweiten Stockwerk eine schwarz-rot-goldene Fahne. Aus den beiden Wohnungen im obersten Stock hingegen wurden an Feiertagen jeweils eine rote Fahne mit und eine rote ohne Hakenkreuz nebeneinander gezeigt. Diesmal fehlte diese vertraute Vielfalt. Vielleicht hatte ich schon damals ein Gefühl für Beständigkeit, vielleicht fand ich es einfach nur langweilig. Jedenfalls gefiel mir die kalte Straße mit ihren vielen kalten Hakenkreuzen nicht sonderlich. Ich wusste noch nicht, wie leicht man sich an sowas gewöhnen kann, wenn es einem lange genug vor die Nase gehalten wird. Jedenfalls kannte ich die Bewohner jenes sonst so farbenprächtig geschmückten Hauses alle recht gut. Herr K., dessen Hakenkreuzfahne heute als einzige aus der oberen Etage wedelte, schnitt mir manchmal in seiner Wohnstube die Haare. Er war arbeitslos und hatte mehrere erwachsene Söhne. Familie Boost nebenan lebte in denselben ärmlichen Verhältnissen. Ihre Fahne fehlte heute. Die alten Leute lebten mit einer unverheirateten erwachsenen Tochter und deren Sohn Herbert zusammen. Mit ihm ging ich in die gleiche Schulklasse. Ich weiß noch, dass er gut zeichnen konnte. Besonders gern malte er Pferde, die er sehr liebte. Die Leute mit den beiden anderen Fahnen hielt ich für „vornehm“. Dieses Eigenschaftswort hatte ich bei den Erwachsenen aufgeschnappt, ohne dass ich recht wusste ob es mehr den Verstand oder den Besitzstand bezeichnen sollte. In die genannte Kategorie gehörte für mich jedenfalls der Hausbesitzer mit seiner schwarz-weiß-roten Fahne. Sie war später noch häufig neben der Hakenkreuzfahne zu sehen, bis sie sich eines Tages in eine ebensolche umgewandelt hatte. Jetzt schien sie noch als Ausnahmefall geduldet. Ein kalter Wind pfiff mir entgegen, als ich durch die Bahnunterführung ging, um irgendeine Besorgung zu erledigen. Von ferne trug der Wind Marschmusik aus der Stadt herüber. Lange hat mich der beobachtete Flaggenwechsel sicher nicht beschäftigt. Auch die Erwachsenen taten in den folgenden Tagen was sie immer schon getan hatten. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Menschen, wie sonst ihre Ansichten zum Geschehen dieser Tage untereinander austauschten. Bestimmt wichen ihre Meinungen darüber ebenso weit voneinander ab wie ihre eingerollten Fahnen, die sie von nun an nicht mehr sehen ließen. Was meine Eltern vom Tage der Machtergreifung durch Hitler hielten, erfuhr ich ebenso wenig. Sie sprachen in meiner Gegenwart nicht über Politik. Mein Vater, inzwischen Lokheizer bei der Deutschen Reichsbahn geworden, war sicher froh, noch Arbeit zu haben. Eine Fahne besaß er jedenfalls nicht. Für einen angehenden Beamten war das vermutlich auch das Vernünftigste. Aus einem Vorfall, der sich einige Jahre vorher zugetragen hatte, möchte ich schließen, dass Hitler und seine Leute bei Wahlen wahrscheinlich nicht die Favoriten meiner Eltern gewesen sind. Ich war vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, da zeigte mir der jüngste Sohn der Familie K., wie man Hakenkreuze malt. Schließlich stiftete er mich dazu an, mit diesem mir unverständlichen Zeichen die Zaunlatten vor unserem Nachbarhause zu verzieren. Da ich den Jungen gut leiden konnte, tat ich was er verlangte. Die Reaktion meiner Mutter auf diese mühsame Kreidemalerei war ungewohnt heftig. Ich verstand meine sonst milde und gütig reagierende Mutter damals überhaupt nicht.

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