Julia Walton - Wörter an den Wänden

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Eigentlich sollte es einfach sein, Einbildung und Wirklichkeit zu trennen. Doch für Adam, der auf eine Highschool in den USA geht, ist dies eine schier unlösbare Aufgabe, denn er leidet unter Schizophrenie. Er sieht Menschen, die nicht existieren – zum Beispiel Rebecca, eine schöne junge Frau, die ihn wie eine Schwester versteht, oder einen tyrannischen Mafiaboss mit seiner Tommy Gun. Aber ein neues experimentelles Medikament gibt ihm Hoffnung. Jetzt scheint alles möglich – sogar die Liebe zur ungestümen, gnadenlos intelligenten Maya. Für sie will er der großartige Mensch sein, den sie in ihm sieht. Doch dann verliert das Wundermedikament seine Wirkung, und Adam unternimmt alles, um sein Geheimnis vor Maya zu bewahren …

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Sie zeigte auf einen Stapel Klemmbretter bei der Tür.

»Coach Russert hat mich gebeten, die Dinger mitzunehmen, weil ich auf meinem Weg zum Englischunterricht am Sportsekretariat vorbeikomme«, sagte sie.

»Und da hast du beschlossen, eine Runde zu schwimmen?«, fragte ich. Meine Nase blutete inzwischen ziemlich heftig, aber sie schaute mich immer noch wütend an.

Dann zeigte sie auf einen umgestürzten Stapel Rettungswesten. »Ich bin gestolpert«, sagte sie tonlos.

Die Situation wurde sehr schnell ziemlich peinlich. Uns wurde nämlich gleichzeitig bewusst, dass wir beide klatschnass auf dem Boden der Schwimmhalle neben einer Pfütze aus Mayas Erbrochenem lagen, während Blut aus meiner Nase strömte. Wirklich unangenehm. Aber das Gute daran war, dass die ganze Peinlichkeit sie milder zu stimmen schien.

»Tut mir echt leid«, sagte sie und zeigte auf mein Gesicht.

»Ist schon okay«, antwortete ich. Ehrlich gesagt war es überhaupt nicht okay. Meine Nase tat höllisch weh, aber ich hatte nicht vor, ihr das mitzuteilen.

Wir standen auf und blieben erst mal verlegen an Ort und Stelle stehen. Wenn sich so etwas in Filmen abspielt, folgt danach entweder eine dramatische Liebesszene oder zumindest ein Schwur der ewigen Freundschaft. Aber wir beide starrten uns nur stumm an. Irgendwann sagte sie schließlich: »Danke, dass du mir das Leben gerettet hast«, was wesentlich weniger dramatisch ist, als Disney einem weismachen will.

»Gern geschehen«, erwiderte ich. Für einen Sekundenbruchteil huschte ein Lächeln über ihr Gesicht und der Effekt war atemberaubend. Aber ich durfte ihn nicht lange genießen. Sie rannte los und verschwand in der Mädchenumkleide. Ich blieb am Beckenrand stehen und fragte mich, was zum Henker gerade passiert war.

War ich dem Platschgeräusch nachgerannt? Oder war ich nur Rebecca gefolgt?

Ist das überhaupt wichtig?

Am vergangenen Freitag habe ich in St. Agatha meine erste Beichte abgelegt. Alle Jahrgangsstufen wechseln sich dabei ab, was ich erstaunlich finde, weil das Ganze so ewig dauert. Erst mal wartet man eine Stunde und fünfundvierzig Minuten, bis man an der Reihe ist. Es folgen fünf Minuten mit dem Priester und danach noch mal fünf Minuten auf den Knien. Das ist eine Menge Zeit, in der man eigentlich was lernen könnte.

Ich bin zwar Katholik, aber ich war vorher erst ein einziges Mal bei der Beichte gewesen, und zwar mit ungefähr acht Jahren. Das ist das normale Alter für die erste Beichte. Es versteht sich von selbst, dass ich nichts zu beichten hatte. Achtjährige sündigen nicht besonders viel. Aber ich hatte trotzdem Schuldgefühle, also erzählte ich dem Priester ein paar Sachen, wegen denen ich ein schlechtes Gewissen hatte, und das schien ihm zu reichen.

Ich verstehe nicht, warum irgendjemand den Drang verspürt, einem vollkommen Fremden all seine Sünden zu beichten (sage ich, während ich Ihnen hier meine Probleme aufschreibe). Aber was noch wichtiger ist: Ich glaube keine Sekunde lang, dass es wirklich jemand macht.

Die Leute erfinden einfach ein paar Sünden, während sie vor dem Beichtstuhl anstehen.

Manchmal frage ich mich, wie andere Menschen Schuld empfinden. Ich glaube nämlich, ich mache es falsch. Normalerweise fühle ich mich nicht wegen der Dinge schuldig, die ich tue – sondern deshalb, weil ich mich dafür eben NICHT schuldig fühle. Gestern zum Beispiel habe ich einen langen inneren Monolog darüber gehalten, wie gerne ich meine Schizophrenie weitergeben würde, wenn ich könnte. Ich würde mir jemanden aussuchen, der sie verdient hat, und mich danach großartig fühlen, weil ich nichts mehr mit ihr zu tun haben müsste.

Ich wäre ungeheuer erleichtert, und einen Moment lang machte mich der Gedanke, meine Probleme auf jemand anderen abzuwälzen, richtig glücklich. Aber dann bekam ich ein schlechtes Gewissen, weil ich deshalb überhaupt keine Schuldgefühle hatte. Denn das macht mich zu einem schlechten Menschen, stimmt’s?

Ich schaute in die Gesichter meiner Mitschüler, die alle auf die Beichte warteten. Sie wirkten gelangweilt.

Maya saß in der Bankreihe auf der anderen Seite des Mittelgangs. Sie lächelte mir zu und verdrehte dann die Augen, als wolle sie mir sagen: So ein Blödsinn, was? Ich tat es ihr nach. Wem sagst du das? , sollte meine Miene bedeuten. Aber ich weiß natürlich nicht, wie mein Gesicht in diesem Moment tatsächlich ausgesehen hat. Vielleicht las sie etwas ganz anderes darin. Oder gar nichts. Es war unsere erste Begegnung, seit ich sie aus dem Pool gezogen hatte, aber aus unerfindlichen Gründen fühlte es sich überhaupt nicht peinlich an.

Der Chor probte gerade für die Sonntagsmesse und ich verzog das Gesicht, als sie zu singen begannen. Ich habe herausgefunden, dass es ziemlich einfach ist, Informationen an mir vorbeigleiten zu lassen, wenn ich es will oder wenn sie einfach langweilig sind. Außer, sie sind in ein Kirchenlied verpackt. Dann brennt sich der Scheiß für alle Ewigkeit in mein Hirn ein.

Als ich an die Reihe kam, ging ich in den Beichtstuhl und kniete mich hinter das Trenngitter. Ich sagte die vorgeschriebenen Worte: »Vergib mir, Vater, denn ich habe gesündigt. Meine letzte Beichte war vor acht Jahren.«

»Warum hast du so lange gewartet, mein Sohn?« Es war der Priester mit dem irischen Akzent, der manchmal statt Father Benjamin die Messe liest. Ich hasse es, wenn Leute »mein Sohn« zu jemandem sagen, der nicht ihr Sohn ist. Das finde ich gruselig. Aber er ist ein waschechter Ire, was ihn zumindest ein bisschen interessanter macht als den amerikanischen Durchschnittspriester. Eine Art irischer Kobold, der Wünsche erfüllt. Ich stellte mir vor, wie er am Ende des Regenbogens auf einem Topf voll Gold hockte, und ich versuchte, mich deshalb schuldig zu fühlen. Aber das klappte nicht. Die Vorstellung war einfach zu witzig.

»Meiner Meinung nach ist es Zeitverschwendung, jemandem seine Sünden zu beichten.«

Ich hörte, wie er auf seinem Stuhl nach vorne rutschte. Wahrscheinlich war es ziemlich unhöflich, so etwas zu sagen, aber in der Beichte zu lügen wäre sicher noch schlimmer gewesen.

»Zeitverschwendung?«, fragte er.

»Genau«, sagte ich. »Tut mir leid.«

Ich wartete darauf, dass Father Patrick die Hände durch das Gitter streckte, um mich zu erwürgen, aber nichts passierte. Das Schweigen dauerte so lange, dass ich mich irgendwann genötigt fühlte, es zu brechen.

»Haben Sie wegen mir einen Herzinfarkt bekommen?«

Als er lachend mit »Nein« antwortete, war ich erleichtert.

»Kommen alle anderen hier rein, beichten Ihnen ihre Sünden und gehen dann wieder?«

»Meistens schon«, sagte er. Ich konnte hören, dass er immer noch lächelte.

»Aber manchmal kriege ich auch Kids wie dich, die wissen wollen, was das Ganze soll.«

»Und was sagen Sie denen?«, fragte ich.

»Dass jemand, der seine Sünden beichtet – sie aufrichtig beichtet –, sich damit seiner Unvollkommenheit bewusst wird.«

»Glauben Sie im Ernst, dass wir uns für makellos halten? Und dass wir uns deshalb ständig unsere Fehler vorhalten müssen?«

Er schwieg eine Zeit lang. Dann sagte er: »Würdest du es akzeptieren, wenn ich dir sage, dass dies nur eine weitere Möglichkeit ist, mit Gott zu kommunizieren?«

»Und wenn ich nicht an Gott glaube?«

Er rutschte wieder auf seinem Stuhl herum. Wahrscheinlich, weil Leute wie ich seine Jobsicherheit bedrohen.

»Dann nutze die Zeit doch, um darüber nachzudenken, welche Art von Mensch du sein möchtest. Und glaube wenigstens an dich selbst«, sagte er dann leise.

Das hatte ich nun wirklich nicht von ihm erwartet, aber ich machte trotzdem, dass ich aus dem Beichtstuhl kam, bevor er mir irgendwelche Gebete aufdrücken konnte. Nach seiner erstaunlich schlüssigen Abwägung hätte ich sonst den Drang verspürt, sie tatsächlich zu sprechen.

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