Julia Walton - Wörter an den Wänden

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Eigentlich sollte es einfach sein, Einbildung und Wirklichkeit zu trennen. Doch für Adam, der auf eine Highschool in den USA geht, ist dies eine schier unlösbare Aufgabe, denn er leidet unter Schizophrenie. Er sieht Menschen, die nicht existieren – zum Beispiel Rebecca, eine schöne junge Frau, die ihn wie eine Schwester versteht, oder einen tyrannischen Mafiaboss mit seiner Tommy Gun. Aber ein neues experimentelles Medikament gibt ihm Hoffnung. Jetzt scheint alles möglich – sogar die Liebe zur ungestümen, gnadenlos intelligenten Maya. Für sie will er der großartige Mensch sein, den sie in ihm sieht. Doch dann verliert das Wundermedikament seine Wirkung, und Adam unternimmt alles, um sein Geheimnis vor Maya zu bewahren …

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»Die meisten Leute haben Angst vor sich selbst, Adam. Diese Angst nehmen sie überall mit hin und hoffen, dass es niemandem auffällt.«

Bevor ich ihn fragen konnte, was das bitte schön mit meiner Situation zu tun haben sollte, lachte er los. Er hatte ein dröhnendes Lachen, das zu unpassenden Momenten wie eine explodierende Fanfare ertönte. Meine Mom sagte, als Baby sei ich davon begeistert gewesen.

Obwohl man seine Krankheit nie diagnostiziert hat, weiß ich, dass er genauso war wie ich. Der einzige Unterschied ist, dass er ein wirklich gütiger Mensch war. Es ist egal, wie verrückt jemand ist, einem aufrichtig netten Menschen verzeihen die Leute alles.

Sie haben mich mal gefragt, wovor ich Angst habe. Damals antwortete ich nicht, weil ich keine Lust dazu hatte. Wenn ich es ausspreche, höre ich mich an wie ein Weichei. Aber es ist spät und ich kann nicht schlafen. Und das Gefühl, das sich in meine Gedanken schleicht, wenn ich nicht schlafen kann, ist wieder hier.

Ihnen ist inzwischen wahrscheinlich aufgefallen, dass ich mich so ziemlich gegen alles verteidigen kann, was nachts in mein Zimmer torkeln könnte. Trotzdem habe ich die Hände zu Fäusten geballt und scanne hektisch den Boden, weil ich unbedingt wissen will, woher das Kratzgeräusch unter den Dielenbrettern kommt. Ein Teil von mir glaubt nämlich immer noch, dass die Dinge, die ich sehe und höre, real sind. Dass etwas hinter mir her ist.

Ich erinnere mich an eine Geschichte, die ich mal gelesen habe. Es ging um einen Mann in einem Zug, der davon überzeugt war, dass seine Mitreisenden ihn umbringen wollten. Er hatte sich eingeredet, sie könnten seine Gedanken lesen, wollten ihn am nächsten Bahnhof aus dem Zug zerren und zu Tode prügeln.

Er schloss sich mehr als eine Stunde lang im Klo ein.

Als der Zug endlich am nächsten Bahnhof ankam, rannte er schreiend aus seinem Abteil, hechtete in Richtung Bahnsteig, rutschte ab und schlug sich an der vereisten Kante den Schädel ein.

Er war siebenunddreißig. Ziemlich jung, um zu sterben.

Die meisten Geschichten, zumindest diejenigen, die ich in der Schule gelesen habe, ähneln sich darin, dass Züge beinahe immer etwas bedeuten. Entweder Abenteuer oder Tod.

In einer Ecke meines Zimmers sehe ich einen schattenhaften Mann stehen. Er trägt eine schwarze Melone und hat einen Gehstock mit gekrümmtem Griff bei sich. Alle paar Minuten blickt er auf seine Uhr und schaut mich dann an.

»Es ist beinahe an der Zeit«, sagt er immer wieder halblaut. »Du musst rennen. Der Zug kommt.«

»Was ist an der Zeit?«, will ich ihn fragen.

Doch er lächelt und sagt nichts. Das muss er auch nicht.

Aber obwohl er gruselig ist und ich will, dass er verschwindet, ist nicht er es, vor dem ich Angst habe.

Ich fürchte mich vor dem Zustand von damals, als ich ihn noch für real gehalten habe.

Ich habe Angst, dass ich eines Tages die Halluzinationsparade nicht mehr anschauen kann, ohne zu tun, was sie mir befiehlt. Weil das Medikament nicht mehr wirkt. Davor habe ich Angst. Und davor, dass meine Mitmenschen dann auch aus gutem Grund Angst vor mir haben könnten.

8

Dosierung: 1,5 mg. Unverändert. Keine Veränderung im Verhalten.

3. Oktober 2012

Der nackte Mann besucht mich gelegentlich. Er ist wahrscheinlich meine schrägste Wahnvorstellung. Größer als ich. Und splitterfasernackt. Freilufttheater. Ich habe ihn Jason getauft. Ohne besonderen Anlass, er sieht einfach aus wie ein Jason.

Eigentlich ist er ziemlich nett. Er erinnert mich daran, anderen die Tür aufzuhalten. Mich zu bedanken. So was eben. Aber eine tiefere Beziehung haben wir nicht. Jason ist einfach eine riesige, nackte Gestalt, die durch die Flure meiner Schule spaziert. Sogar für eine Halluzination ist das ziemlich verrückt.

Ich darf mich eigentlich nicht mehr verrückt nennen. Das stand in einem der Bücher, die meine Mom nach meiner Diagnose gekauft hat. Bücher, in denen steht, dass man sein Freak-Kind lieben soll, egal, wie viele unsichtbare Freunde es hat.

Der nackte Jason und ich saßen also vor meinem Kursraum, als Ian und ein anderer Typ an uns vorbeiliefen. Sie trugen einen Eimer mit der Aufschrift ABFALL aus dem Biolabor. Offensichtlich waren sie gerade dabei, die klumpigen Überreste zu entsorgen, die sie nicht in den Ausguss gießen konnten, und ich schaute erst auf, als sie schon fast an mir vorbei waren. Bevor ich registrierte, was sie vorhatten, kippten sie mir schon ein Drittel des Schlonzes auf den Schoß und rannten wie Vollidioten davon. Was in dem Eimer geblieben war, schwappte größtenteils auf den Boden. Ihr Lachen dröhnte noch immer in meinen Ohren. Sie hatten mir diesen Scheiß absichtlich auf die Hose gekippt. Sogar Jason, der netteste Typ, den ich kenne, der für jeden ein gutes Wort übrighat, sagte nur: »Das war echt mies, Alter«, bevor er verschwand.

Ich schaffte es nicht, mich im Waschraum zu säubern, also ging ich zur Krankenstation. Die Schulschwester schaute mich an, als hätte ich mit Absicht in Formaldehyd und Froschgedärm gebadet. Dann gab sie mir ein paar Reserveshorts, die mir zwar an der Taille passten, aber fast zehn Zentimeter zu kurz waren. Eine Frau mit langen schwarzen Locken verbiss sich das Lachen, als ich aus dem Waschraum kam.

»Sorry«, sagte sie, immer noch feixend. »Längere haben wir nicht.«

»Super.«

»Sind ja nur noch zwei Stunden. Mach dir keine Sorgen.«

Wie schön, dass Leute einem immer nur sagen, man soll sich keine Sorgen machen, wenn es um etwas geht, das ihnen egal ist. Die Ersatzshorts hatten es nicht ganz geschafft, den immer noch aus meinen Boxershorts aufsteigenden Laborduft zu überdecken, und da meine Unterhose ohnehin klatschnass geworden war, nutzte ich beim Umziehen die Gelegenheit, sie in den Müll zu werfen.

Ich musste vor dem Sportunterricht noch eine Stunde Englisch absitzen. Dwight hatte mich zur Krankenstation gehen sehen, also erzählte ich ihm, was passiert war. Er referierte während der ganzen Stunde fortlaufend darüber, was für ein Arsch Ian sei, und das wusste ich sehr zu schätzen. Trotz der Tatsache, dass ich jedes Mal, wenn ich eine falsche Bewegung machte, ein feuchtes Schmatzen zwischen meinen Pobacken hörte.

Unten ohne im Unterricht zu sitzen ist schräg.

Unten ohne am Sportunterricht teilzunehmen ist extrem unangenehm.

Der Netzeinsatz meiner Laufshorts half nicht viel und ich spürte, wie der Gummizug meine Eier wund scheuerte. Ian und der andere Typ von vorher (ich glaube, er heißt Zane? Oder Blane? Irgendein ätzender Name) drehten sich ein paarmal während der Stunde zu mir um und machten Gesichter, die geradezu darum bettelten, in den Boden gestampft zu werden. Von der Tribüne aus schüttelte Rebecca warnend den Kopf.

Nach dem Sport ging ich mit Maya zurück zu den Umkleideräumen. Dwight war zur Kirche gerannt, weil er ein Messdienertreffen hatte, also waren wir tatsächlich allein, was, seit ich ihr das Leben gerettet hatte, nur sehr selten vorgekommen war. Sie schnüffelte ein paar Sekunden lang neugierig, sagte aber nichts. Der ursprünglich schwache Chemiegeruch war inzwischen zu einem schwachen Chemiegeruch mit einem Hauch Hodenschweiß geworden.

»Ich glaube, Ian ist neidisch, weil du größer bist als er.«

»Was?«, fragte ich. Ihre Bemerkung war völlig aus dem Nichts gekommen.

»Du bist groß. Er ist Durchschnitt und seine Brüder sind alle richtig groß. Ich glaube, er hat es auf dich abgesehen, weil er neidisch ist.«

»Was ist das denn für ein Grund? Nur, weil ich groß bin?«

»Na ja, außerdem siehst du besser aus als er.«

»Oh«, machte ich.

»Bis später.«

Sie bog um eine Ecke, bevor mir eine clevere Erwiderung einfiel, und deshalb kam ich mir den Rest des Tages vor wie ein Trottel. Oh.

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